Hinterachsgehäuse zu Schubrohr undicht

hollyz

Member
UCG-Mitglied
03. März 2010
564
0
16
Lahnau
Hallo Unimogtechniker!

Habe eine leichte Undichtigkeit zwischen dem Hinterachsgehäuse und dem Schubrohrflansch(roter Strich im Bild), an meinem 406.121
Scheibenbremser Bj.76
Habe schon die Suchfunktion bemüht, aber dort keine Zufriedestellenden Beiträge gefunden.
Jetzt zu den Fragen: Ist dort eine Dichtung dazwischen oder Dichtmittel? Ggf Ersatzteilnummer?
Wie sieht der Ablauf einer Reparatur aus, was muss man beachten?
Könnte das Oel eher vom Getriebe sein oder vom Hinterachsgehäuse.? Getriebe ist vor 2Jahren komplett überholt worden.
Danke im voraus für die Hilfe!


Gruss Holger
 

Anhänge

  • 22042013120.jpg
    22042013120.jpg
    23,2 KB · Aufrufe: 5.134
Moin,

ich sage, eine Dichtung ist da nicht zwischen, du hast da zwei Flansche, die mit den Schrauben an das Hinterachsgehäuse geschraubt werden. Zwischen dem Hinterachsgehäuse und dem ersten Flansch sind einige Distanzscheiben, mit denen die Position des Kegelrades auf dem Tellerrad eingestellt wird. In dem Teil, das den ersten Flansch darstellt ist nämlich das Kegelrad gelagert. Der zweite Flansch gehört zum Schubrohr. Im WHB wird meine ich sogar beschrieben, wie man mit Tuschierpaste auf den Zahnrädern kontrollieren könnte, dass die Zähne mittig tragen, um die Stärke der Distanzscheiben auszumessen.
Du musst den Querlenker der Achse abschrauben, den Flansch der Schubkugel abschrauben, die Kardanwelle abflanschen und Versorgungsleitungen der HA abschrauben (Bremse, Sperren etc.)dann kannst du mit Kettenzügen die Achse so weit nach hinten ziehen, dass du das Schubrohr, Kegelrad, Kardanwelle ausbauen kannst. Zum Abschrauben des Schubrohres musst du auch die Abstützung des Achsrohres an das Schubrohr abschrauben(Diese Rohre, die mit Schub- und Achsrohr ein Dreieck bilden.). Sauber machen, abdichten und alles wieder zurück.
Ich sage, dass es das Öl von dem Differenzial ist, denn im Schubrohr ist noch ein Dichtring, der in etwa an der Schweißnaht von dem Gußstück mit dem Rohr des Schubrohres ist. Außerdem hat das Getriebe meine ich oben auch noch einen Dichtring, wo die Kardanwelle angeflanscht wird. Die Kardanwellen laufen eigentlich trocken, ich habe mal einen Fall gesehen, bei dem Regenwasser durch die defekte Schubrohrmanschette in das HA Differenzial gelaufen ist und dort für eine Rostbraune Färbung des Öles oder Fettes oder was auch immer das sein sollte sorgte.

Gruß,

Finn
 
Gude,

Finn hat recht. Ich habs grad hinter mir (zwar an der Vorderachse, aber ist das gleiche da). Das Differentialöl hat planmäßig Durchgang bis ins Schubrohr zu besagtem Dichtring, der in deinem Bild ca. 10cm rechts von dem roten Strich im Schubrohr drin ist.
Laut Werkstathandbuch soll die Verbindungsstelle vom Schubrohr zum Differential (bzw. dem Flansch mit dem Triebling des Differentials) mit Dichtmittel bei der Montage bestrichen werden.

Getriebeöl wird es eher nicth sein, daß müsste bis an die Stelle schon durch zwei Dichtringe gelaufen sein.

@Reparaturablauf: Ich empfehle dir dringend das Werkstatthandbuch. Finn hat zwar schon alles gesagt (die Druckluft- und Bremsleitung braucht übrigens nicht getrennt werden, es reicht wenn man die vom Schubrohr abmacht), aber die ganzen Anzugsdrehmomente möchtest du besser nachschauen.

Grüße, Mathias
 
Hallo Finn, Hallo Mathias.

Danke schon mal für euere Ausführungen. Das Werkstatthandbuch habe ich. Mir war nur nicht klar was alles auseinander muss. Dachte mir als ich die Schnittdarstellung vom Hinterachsgehäuse gesehen habe, das ich evtl. nur den Flansch abschrauben muss um dort wieder Dichtmasse aufzubringen. Aber ist wohl doch eine Größere Sache. Mal schauen ob ich das mit meinen Mitteln gemacht bekomme.
Mir ist noch nicht klar mit was ich die Achse nach hinten wegziehen soll.


Gruss Holger
 
Hallo Holger,

wie die Vorgänger schon schreiben ist keine Dichtung zwischen den beiden Flächen.

Normal drückt das Oel durch die Gewinde der Schrauben bzw. an dem Schaft der Schrauben durch.

Ich würde erst mal das Oel ablassen, die Gewinde im Differenzial und die Bohrung am Schubrohr mit Bremsenreiniger und Druckluft säubern.

Die Schrauben mit Loctite einsetzen und den Schaft gut mit Atmosit einstreichen, dann sollte es dicht werden.

Wenn Du 2 Schrauben drin lässt hält das ganze und Du musst nichts abbauen, sind die anderen Schrauben wieder befestigt kommen die zwei dran.

Gruss Bert
 
Hallo Bert.

So werde ich es erst mal versuchen. Wenn es dann weiterhin undicht ist muss eben das Ding auseinander.
Wenn der Mog steht kommt ja nichts raus, erst wenn er die Betriebstemperatur erreicht hat.
:danke

Gruss Holger
 
hollyz schrieb:
Mir ist noch nicht klar mit was ich die Achse nach hinten wegziehen soll.

Hallo Holger,
normalerweise mit zwei Kettenzügen. Je einen rechts und links zwischen Achse (vorsicht mit den Bremsleitungen da) und hinterem Rahmenende/Anbauböcke anbringen. So kannst du die Achse dosiert nach hinten Ziehen und auch wieder dosiert nach vorne lassen - letzteres ist wichtig wenn du die Schubkugel vom Getriebe abmachst.

Die Methode von Bert123 sollte in deinem Fall auch funktionieren. Da hier die Verbindung Differential<->Schubrohr noch mit zwei Schrauben etwas gesichert ist, kannst du auch zwei Spanngurte zum Ziehen nehmen.

Grüße, Mathias
 
Hallo zusammen,

Sorry, wieso wollt Ihr das Schubrohr am Getriebe lösen, das ist doch in keinem Fall nötig.

Selbst wenn die beiden Flanschflächen abgedichtet werden sollten, also Plan B, langen doch 2 cm Luft und die erreicht man ja durch zurückziehen der Achse.
Die Kardanwelle steckt bestimmt 10 cm im Flansch des Kegelrades, da passiert nichts.

Gruss Bert
 
Hallo Bert.

Also nochmal damit ich es richtig verstehe. Den Schubrohrflansch nur am Differentialgehäuse lösen. Alle Schrauben zum Geriebe hin fest lassen.
Die Kardanwelle kann doch dann auch zusammenbleiben wenn die 10cm eingesteckt ist.?
Wie von Dir beschrieben, mir würden 2 bis 3cm Luft reichen um Dichtmasse aufzubringen.

Gruss Holger
 
Holger,

Du musst am Getriebe gar nichts lösen lösen, nur die Schrauben am Diff die abgedichtet werden sollen.

Funktioniert das nicht und der Flansch muss abgedichtet werden, wird am Getriebe auch nichts gelöst.
Du musst dann nur die Zugstreben lösen und die Luft und Bremsleitung, aber nur an den Halterungen damit der Längenausgleich gegeben ist.
Wenn Du die Achse dann 2 cm zurückziehst passiert auch nichts, da die Kardanwelle ja in der Verzahnung vom Kegelrad steckt.
Das Differenzieal kannst Du im Bereich des Flansches abstützen, sodass es nicht kippt.

Gruss Bert
 
Hallo zusammen,

ich hänge mich an dieses Thema einmal an, auch wenn es sich bei mir um die Vorderachse an einem 435.115 U1300L handelt, die Theorie sollte doch weitestgehend identisch sein.

Ausgehend von angehängtem Bild eines baugleichen Fahrzeugs:

Ich entferne die rot markierten Schrauben am Flansch sowie die Abstrebung des Vorderachsrohrs zum Schubrohr.
Ich löse eventuelle Befestigungen von Bremsleitung etc. um für mehr Spiel zu sorgen.
Ich ziehe die Vorderachse mittels Kettenzug nach vorne, bis ca. 2-3 cm Luft am Flansch vorhanden sind.

Zwei Fragen stellen sich mir hierzu jedoch noch:

- Wie gut stehen die Chancen, Schubrohr und Achsgetriebe jemals wieder parallel zueinander angeordnet zu bekommen?
Die Vorderachse steht doch beim wieder zurücklassen keinesfalls an der gleichen Stelle wie zuvor. Und von Hand ist da bestimmt nicht viel zu "lenken"...

- In der TDv der Bundeswehr ist vorgesehen, zur Abdichtung "Atmosit" zu verwenden.
Laut meiner Recherche gibt es hiervon jedoch leider unzählige Versionen - welche ist denn nun die Richtige?
Oder soll ich doch lieber Dirko HT (rot/schwarz) oder doch Curil T2 nehmen oder...

Gruß
Christian
 

Anhänge

  • Flansch.jpg
    Flansch.jpg
    267,4 KB · Aufrufe: 3.408