Anschlagpunkte für Ladungssicherung

watz

New member
01. März 2010
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Hallo erst einmal,

demnächst möchte ich bei meinem Unimog 403 auf der Kipperpritsche den Holzboden erneuern. Soll eine dicke Siepdruckplatte drauf. Außerdem hätte ich gerne solide Anschlagpunkte für die Ladungssicherung. Der Unimog soll später neben Schüttgütern auch mal eine Palette Steine ( ca 1,50 to ) sicher transportieren können. Und zwar so sicher, das das Ganze auch den Vorschriften für den gewerblichen Güterverkehr entspricht.

Ich finde im Netz jede Menge Zurrpunkte für PKW - Anhänger. Aber was nützen Zurrpunkte bis 1.000 daN, wenn der Gurt Spannkräfte bis 5.000 daN aufbringen kann?

Für Tips und Hinweise bin ich dankbar,

Bernhard W. aus W.
 
Moin Watz,

vielleicht solltest Du auch über ergänzende Hilfsmittel der Ladungssicherung nachdenken, dann musst Du nicht so stark zurren.

So könntest Du auch Anti-Rutsch-Matten unter die Palette legen, das erhöht den Reibungswert unheimlich und senkt die zu zurrenden Lasten entsprechend. Das ist zwar auch nicht superbillig, aber könnte sich mit erhöhten Kosten für die Zurrpunkte verrechnen.

Ferner unbedingt darauf achten, daß grade die Kombination Holz-Holz schon einen niedrigen Reibwert hat und Holz-Sand-Holz (nicht vernünftig abgefegt) absolut tödlich ist...

Ausserdem muss die Palette ganz vorne an die Ladebordwand gesetzt werden und auch dann wird der Formschluss wohl aufgrund der höheren Palette nicht vollständig gegeben sein. In wie weit eine Palette alleine in sich überhaupt genug gesichert ist, möchte ich garnicht anfangen zu diskutieren.... Die entsprechenden Lieferfahrzeuge sind ja mit sehr hohen Bordwänden versehen und die Paletten stehen da alle gegenseitig mit Formschluss....

Michael

Edit sagt: Im übrigen gibt es meines Wissens keine Ladungssicherungsvorschriften für den gewerblichen Güterverkehr, genausowenig wie Gefahrgutvorschriften. Diese gelten auch für den Privatmann!

Wer schöne Beispiele sehen will, der klicke mal unter KLSK. Hier gibt es monatlich ein neues Beispiel mangelhafter Ladungssicherung mit entsprechend wissenschaftlichen Auswertungen. Danach kann man dann einfach schließen, daß es die perfekte Ladungssicherung nicht gibt. Das ist derzeit auch ein Grund der verstärkten Einnahmen der Rennleitung, die dieses Thema recht stark kontrolliert....
 
Hi,

der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) hat mal in Anlehnung an die VdI-Richtlinie ( VdI 2007 )ein Ladungssicherungshandbuch heraus gebracht.

Da könnt ihr genau nachschlagen was wie gesichert gehört und auch warum. Daraus ergeben sich dann auch die richtigen Anschlagpunkte am Fahrzeug.

Viel Spaß beim Schmökern :wink:

http://www.tis-gdv.de/tis/lshb/inhalt.htm

Im übrigen wird man beim gockeln mit dem Begriff Ladungssicherung regelrecht mit Info erschlagen.

@ Michael

JEDER, der seine Ladung nicht richtig sichert (egal ob privat oder gewerblich) riskiert Bußgeld! Guckst du
http://www.verkehrsportal.de/stvo/stvo_22.php
http://www.verkehrsportal.de/bussgeldkatalog/bkatv_25.php .
Darüber hinaus gibt es noch weitere Sondervorschriften die ganz gut ins Geld gehen können z. B. im Gefahrgutrecht (ADR) (z. B. 300,-- € für den Fahrer, 500,--€ für den Verlader....)


Grüße

Tobias
 
nichts andres nicht habe ich gesagt, muss man nur etwas zwischen den Zeilen lesen (machs mal :wink: ).

Ladungssicherungsvergehen im Bereich mit Gefahrgut sind komischerweise günstiger, als ohne Gefahrgut, dafür gibts aber Punkte :shock: . Da hat auch jemand bei den Bußgeldern geschlafen...

Ich behaupte mal, nach den Richtlinien wird ein legaler Transport einer Palette mit Steinen nicht möglich sein, da die Ladebordwand nach vorne nicht ausreichend und das Niederzurrpotential nicht hoch genug sein dürften, bestenfalls mit zusätzlicher Anti-Rutsch-Matte und sauberen Pritschenboden wird man die Rennleitung vielleicht überzeugen können, wenn sie auf Geld aus sind.

Michael

übrigens, schaut Euch mal an, wie man einen PKW richtig sichert und dann schaut mal, wie die Abschlepper in den Städten die Fahrzeuge (nicht) sichern.... Aber da sind ja nur Hilfspolizisten am Werk oder die mangelnde Ladungssicherung ist für die Jungs wesentlich uninteressanter als schnelle Raubritterei...
 
Moin Bernd

Wegen der Zurrpunkte kannst du auch einfach mal beim nächsten Fahrzeugbauer nachfragen, die haben sowas lagermäßig.
Ein paar Einschweiß-Zurrpunkte habe ich auch noch, versuche diese Woche mal ein paar Fotos zu machen.
Habe bei meiner Pritsche auch gleich Zurrösen eingeschweißt als ich den Boden erneuert habe.

@Michael
Eine einzige Palette Steine kann man auch sichern. Einfach zusätzlich eine Palette davor gestellt und ein "Lashing" gemacht...
 
Nieswurz schrieb:
...Wer schöne Beispiele sehen will, der klicke mal unter KLSK. Hier gibt es monatlich ein neues Beispiel mangelhafter Ladungssicherung mit entsprechend wissenschaftlichen Auswertungen...

Danke Nieswurz für diesen Link!
Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht (auch wenn es eigentlich nicht zum lachen ist)!!!
:rofl: :rofl: :rofl:

Mich würde eine Bezugsquelle für versenkbare Verzurrösen zum Einschweißen auch interessieren. Meine Pritsche soll ne aufgebaut werden. Hab nen Stahlboden, da rutscht leider alles leicht rum.


Gruß Michael
 
´nabend zusammen

War gerade mal kurz in der Werkstatt und habe ein paar Fotos von den Zurrösen in meiner Pritsche gemacht.

4682246.jpg


4682247.jpg


4682248.jpg


Von den Zurrösen müsste ich auch noch ein paar liegen haben. Sind für 5to Gurte ausgelegt.
Bei Interesse einfach melden.

Ach ja, ich habe auch noch ein paar von diesen Zurrpunkten, die werden nicht eingelassen, sondern können so verschweißt werden.

4682249.jpg


Wichtig für den Einbau ist natürlich, dass die Zurrpunkte an Stellen mit ausreichender Festigkeit positioniert werden und nur von einem Schweißfachman geschweißt werden dürfen.....
 
Hallo Bernhard,

an meiner Pritsche habe ich Anschlagpunkte mit den auf dem Foto zu sehenden, selbst angefertigten "Schweißmuttern" hergestellt.
Durch den Absatz ergibt sich ein zusätzlicher Formschluss und das Gewinde geht bis an die Blechoberfläche. Die Ladung lässt sich dann an eingeschraubten Ringschrauben oder Anschlagwirbeln verzurren. Drüber hinaus können beliebige Aufbauten in den Gewinden verschraubt werden.
Die Schweißmuttern sind 20mm hoch und haben durchgehendes Gewinde - werden sie nicht gebraucht, kann man von unten eine gewöhnliche M12-Schraube eindrehen - dann ist das Gewinde geschützt und Schüttgut kann nicht durch die Löcher rieseln. Am Pritschenboden steht zudem weder etwas über, noch sind Mulden vorhanden, in denen immer Schüttgutreste verbleiben!

- Das ganze jedoch nur als Anregung.
Wie Du jetzt Muttern an einer Siebdruckplatte festschweißt, musst Du Dir schon selbst überlegen ;-)
 

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UncleBenz schrieb:
Wie Du jetzt Muttern an einer Siebdruckplatte festschweißt, musst Du Dir schon selbst überlegen ;-)
Seit Jahrzehnten versuche ich eine Schweisselektrode zu entwickeln, mit der man Holz mit Stahl verschweissen kann.
Bisher sind leider alle Versuche in Rauch aufgegangen. :x
SCNR

Grüße
WolFgang
 
Das geht auch nicht mit Elektrode, daß weiß doch jeder.

Du musst dafür Schutzgasschweisen und als Gas musst Du Holzgas nehmen. Leider ist der Holzfaserdraht sehr teuer...

Das ganze hält allerdings bei Vollholz besser als bei Hartfaser oder Siebdruck

Michael
 
Christians(UncleBenz) Lösung gefällt mir sehr gut!
Das würde ich für Stahlpritschen so kopieren.
Als Zusatz müsste dann auch die Kippritsche über Keuz veriegelt sein oder sogar 4 Stecker in den Kipplagern stecken.
Gruß
Jochen
 
Vielen Dank für die Tips,

die Idee mit den Gewindestücken werde ich weiter verfolgen. Holz oder Siebdruckplatten schweissen kann ich nicht, fehlt mir wohl die Ausbildung und die Technik für.
Aber Gewindestücke M 12 auf eine Grundplatte schweißen, das Ganze dann von unten an die Siebdruckplatte schrauben, dazu ein passendes Loch in die Holzplatte, das könnte was geben.

Bis die Tage,

Bernhard W. aus W.
 
Ich bin es gleich nochmal.

darf man sich eigentlich Zurrpunkte einfach selber bauen ? Wir sind doch in Deutschland, da braucht doch alles eine Zulassung, Genehmigung oder sonstwas. Und Zurrpunkten unterstelle ich mal eine gewisse Sicherheitsrelevanz.

Bis die Tage,

Bernhard W. aus W.