Hallo,
ich habe nicht widersprochen, das das Tetraethylblei im Benzin ursprünglich zur Erhöhung der Oktanzahl eingesetzt wurde, heutzutage braucht man es bzw. den angebotenen Bleiersatz aber dafür nicht mehr. Vielmehr dient der Bleiersatz zur nur Sicherstellung der Schmierwirkung für ungehärtete Ventilsitze, hier auch ein Zitat aus Wikipedia unter "Oktanzahl" zu finden:
"Ab 1924 in den USA beziehungsweise 1936 in Deutschland bis 1996 wurde Ottokraftstoffen Tetraethylblei zugesetzt, um die Oktanzahl zu erhöhen. Das Blei verhindert unter anderem als Radikalenfänger eine unkontrollierte Selbstentzündung des Kraftstoff-Luftgemisches bei der Verdichtung. Außerdem hat es eine Schmierwirkung für die Ventilsitze. Weil Blei und seine Verbindungen hochgiftig sind, wurde in der Bundesrepublik Deutschland ab 1971 der Bleigehalt des Benzins gesetzlich begrenzt, zunächst auf 0,4 g/l, später auf 0,15 g/l. In den 1980er Jahren wurde zusammen mit den Abgas-Katalysatoren bleifreies Benzin eingeführt, weil die Bleizusätze die Katalsysatoren unwirksam gemacht hätten. Schließlich wurde am 1. Januar 2000 verbleites Benzin in der Europäischen Union generell verboten. Es gab kaum noch Fahrzeuge, deren Ventilsitze für Blei im Kraftstoff ausgelegt waren."
Daher auch das offizielle Statement von Mercedes, bei den älteren Motoren die Überprüfung des Ventilspiels öfter vorzunehmen und auf Zusätze zu verzichten. Letzteres dürfte jedoch vor allem daher kommen, dass es keine Spezifikationen für den Bleiersatz gibt und man dadurch nicht sicher behaupten kann, dass er die gleiche Wirkung hat wie verbleites Benzin. Außerdem geht man natürlich von deutlich geringeren Laufleistungen der Motoren aus, da Fahrzeuge mit diesen normalerweise nicht mehr als Alltagsfahrzeuge verwendet werden.
Gruß,
Michael