Aus den Ermittlungen der bolivianischen Polizei wissen wir, dass Peter und Katharina von organisierten Verbrechern entführt wurden, die sich als Polizisten ausgaben. Höchstwahrscheinlich sind sie einem erprobten Trick zum Opfer gefallen: beim Ausstiegspunkt aus dem Bus wartet ein Taxi, in das nach kurzer Fahrt ein angeblicher Tourist zusteigt. Kurz darauf wird das Taxi von einem angeblichen Polizisten aufgehalten, der vorgibt, eine Drogenkontrolle durchzuführen. Meist werden dann beim Scheintouristen Drogen gefunden und die Opfer werden auf ein angebliches Polizeiwachzimmer mitgenommen. Dort werden sie gezwungen, die Bankomatkarten und die Pincodes herzugeben.
Die bolivianische Polizei identifizierte ein in polizeigrün gestrichenes Gebäude und stellte ein falsches Polizeistation-Schild und falsche Uniformen sicher, die bei der Entführung von Peter und Katharina verwendet wurden.
Wir haben seit dem 24.01. keinen Kontakt zu unseren Kindern und kein Lebenszeichen.
Gegenwärtig sind mehrere Mitglieder einer Bande in Haft, die der Mitwisserschaft/Mittäterschaft in der Entführung von Peter und Katharina angeklagt sind. Der Kopf der Bande und weitere Mitglieder sind flüchtig.
Es gibt eine enge Zusammenarbeit zwischen der bolivianischen Polizei, und österreichischen Verbindungsbeamten, die nach Bolivien geflogen sind. Trotz schwieriger Umstände und knapper Ressourcen wurden in kurzer Zeit große Fortschritte gemacht. Ein Freund der Familien und ihr Vertreter vor Ort, Herr H. Magnus, hat ein Rettungsteam zusammengestellt.
Die Entführung von Peter und Katharina hat in der bolivianischen Öffentlichkeit große Anteilnahme ausgelöst. Die neue Regierung und die Behörden tun alles, um Peter und Katharina zu finden. Wir haben tiefen Dank für die vielen Menschen, die uns helfen: die Polizei in Bolivien und in Österreich, die diplomatischen Vertretungen von Bolivien, Österreich und über die EU-Ebene hinaus, das österreichische Aussenamt und die bolivianischen Ministerien, die Präsidenten beider Länder - Evo Morales Ayma und Dr. Heinz Fischer - und viele bolivianische Privatpersonen und Betroffene ähnlicher Vorfälle.