Hallo Manuel,
leider können wir durch das Internet nicht sehen was Du / Ihr wirklich macht. Ein Hinweis auf das Werkstatthandbuch ist zwar nett aber nicht wirklich hilfreich. Die Vorgaben kenne ich und kann sie nachlesen. Aber wenn alles nach diesen Vorgaben gemacht ist, ist eigentlich jeder Fehler gefunden und behoben und er Mog läuft.
Nun ist das Handbuch für ausgebildete Unimogmechaniker geschrieben. Ich bin nur motivierter Hobbyschrauber und musste dabei manche Dinge die in dem Buch als selbstverständlich vorausgesetzt werden erst lernen. Dadurch mache ich natürlich manchmal ungewollt und vor allem ungemerkt Fehler.
Also bitte nicht falsch verstehen, Du / Ihr müsst wirklich jeden Handgriff haarklein erklären / beschreien damit wir die Chance haben einen möglichen Fehler auf zu decken.
In der ganzen Zeit in der ich meinen 404 mit M130 Betrieben und gewartet habe, habe ich weder Vergaser (ich hatte davon sogar zwei) oder das Kraftstoffsystem anfassen müssen. Alle Start und Laufprobleme des Motors waren immer auf die Zündanlage zurück zuführen. Die Fehlerquellen waren:
- verölte oder verrußte Zündkerzen;
- verschließener und nicht richtig eingestellter Zündkontakt;
- ausgeschlagener, gebrochener Verteilerfinger;
- falscher Zündzeitpunkt;
Niemals setze ich so Wundermittel wie Startspray etc ein, diese helfen nicht bei der Ursachenbekämpfung.
Den Choke habe ich nur zum reinen Startvorgang verwendet, danach immer sofort Ihn wieder so weit reingeschoben , dass der Motor nicht gleich wieder ausgeht. Möglichst dabei den Choke gleich ganz reinschieben.
Vor dem Start mit er Handpumpfunktion der Kraftstofffunktion Kraftstoff in den Vergaser befördern. Dabei beachten dass zunächst die Handpumpe einen leichten Widerstand hat bis der Vergaser gefüllt ist und dann ganz leichtgeht wenn das Schwimmerventil geschlossen ist. Andernfalls läge ein Defekt von entweder der Kraftstoffpumpe oder des Schwimmerventils vor oder es kommt überhaupt kein Kraftstoff zur Förderpumpe. (War bei mir nie der Fall und auch der Krafstofffilter war nie tatsächlich dreckig.)
Um aber solche Gründe bei Euch erst einmal auszuschließen würde ich wie beschrieben zunächst eine provisorische Kraftstoffversorgung aufbauen und den Luftschlauch vom Vergaser abnehmen.
Dan würde ich die Zündung nochmals genau prüfen. Zunächst nochmals die Zündkerzen herausschrauben und auf Sauberkeit prüfen, sie dürfen weder verölt, rußig oder nass sein. Den Kontaktabstand der Kerzen vorsichtig auf 0,5 mm verkleinern, auch bei neuen Kerzen. Grundsätzlich habe ich nur W7DC bzw die Nachfolger von Bosch verwendet. Im Zweifel immer neue Kerzen nehmen. Dann die Zündung statisch auf die Motorgrundeinstellung einstellen. Also Motor wie von Dir beschrieben über ein Hinterrad im 6.Gang in die jeweilige Prüfposition drehen und Prüfschritt durchführen. Dabei immer nur in Fahrtrichtung vorwärts drehen. Als erstes den Zündkontakt prüfen, eigentlich habe ich bei Schwierigkeiten immer gleich einen neuen Zündkontaktsatz verwendet. Der Kostet fast nichts und ist Fehlerursache Nummer 1 bei der Kontakt gesteuerten Zündung. Wenn hinterher sowieso der Zündzeitpunkt neu geprüft / eingestellt werden soll kann der Zündverteiler zum Einstellen des Zündkontaktes leicht gelöst werden, das er von Hand gedreht werden kann. Den Verteiler so drehen das der ZÜndkontakt maximal geöffnet ist und der Reibnocken genau auf einem Nocken der 6 Kantverteilerwelle steht. Der Kontaktabstand sollte gerade 0,4mm sein, heißt eine 0,35mm Fühlerlehr geht leicht zwischen die Kontakte, eine 04mm Lehre geht mit leichten Druck und eine 0,45mm Lehre klemmt bereits spürbar. Jetzt den Motor über das Hinterrad auf 2° vor OT des 1.Zylinder drehen. Leider ist dieser Punkt nicht auf der Ausgleichsmasse an Kurbelwelle markiert. Die Marken sind jeweils im Abstand von 5°. Wenn der Motor auf 2° vor OT des 1. Zylinder steht sollte der Verteilerfinger in etwa auf die Kerbe am Rand des Verteilergehäuses zeigen wenn man bei der obigen Einstellung des Kontaktabstandes den Verteiler nur minimal gedreht hat. Wenn der Motor statisch auf 2°vor OT steht mit einer Prüflampe zwischen dem der Zuleitng zum Zündkontakt und Masse den Zündzeitpunkt durch verdrehen des Zündverteilers einstellen. Die Prüflampe muss bei 2° vor OT gerade angehen. Dazu den Verteiler zunächst in die Richtung drehen in der sich der Verteilerfinger dreht wenn der Motor läuft bzw am Hinterrad vorwärts gedreht wird bis die Lampe aus ist und dan langsam und vorsichtig wieder zurück drehen bis die Lampe aufleuchtet. Den Verteiler in der Stellung festschrauben. Dies ist die Grundeinstellung in der Motor eigentlich bereits so gut läuft das man mit dem Mog fahren kann.
Beim Einbau des Verteilerfingers diesen auf Beschädigung prüfen, er muss fest und ohne Spiel auf der Welle sitzen.
Wenn die Zündung mit der Stroboskoplampe dynamisch also bei laufendem Motor geprüft wird ist zu beachten, dass mit der oben beschriebene Grundeinstellung der Motor bereits bei normalen Leerlauf (ca 800 U/min) einen Zündzeitpunkt bei etwa 5° vor OT hat.