..freue mich über das Interesse der Unimogler für Pflanzenölkraftstoffe. Ich beschäftige mich beruflich mit dem Thema. Was liegt dann näher, als auch den Mog zu einem Bio-Mog machen.
Ich fahre selbst meinen Unimog 411 seit etwa 5 Jahren mit Biodiesel. Am Fahrzeug habe ich alle flexiblen Kraftstoffleitungen getauscht gegen taugliches Material (FPM). Zusätzlich sollten alle Filter, und Filtergehäuse gereinigt werden. Der Lack am Fahrzeugtank ist schon ziemlich ramponiert, ansonsten läuft der Motor echt toll. Das Abgas stinkt auch weniger stark und der Schwarzrauch ist deutlich rückgängig. Auch das Kaltstartnageln verschwindet recht schnell. Beim Tanken unbedingt auch Qualität achten! (EN 14214 Aufkleber an der Tankstelle)
Düsen und Glühkerzen sollten noch gut sein, sonst wirds mit dem Kaltstart schwieriger. Unter 50°C Wassertemperatur ist vorglühen angesagt.
Bei Vorkammermaschinen mit Reiheneinspritzpumpen wie dem OM 636 oder dem OM616 kann man auch mit Rapsöl fahren. Bei Direkteinspritzern wie dem OM 352 würde ich das ohne Anpassungen nicht empfehlen. Zusätzlich werden viele Unimogs wohl eher gelegentlich bewegt. Ich fahre jährlich auch nur etwa 30 Betriebsstunden. Da sind lange Standzeiten, viele Kaltstarts und Teillast üblich, was bei unverestertem Aldi-Rapsöl kritisch sein kann.
Zu Beimischungen von Aldi-Öl kann ich nur sagen, daß jeder selbst wissen muß was er macht. Ich warne davor, das Zeug einfach nur reinzuschütten. Die Konsequenzen wie verkokte Einspritzdüsen, die auch z. B Kolbenfresser verursachen können zeigen sich oft erst nach Jahren. Also nicht leichtsinnig an die Sache rangehen. Schade um dem MOG!