2010-411 mit E-Motor?

Hallo Zusammen,

immerhin haben wir hier eine schöne Diskussion. :D

Also nehme ich mal Eure Aussagen und füge meine hinzu.

Meine Erfahrung mit der "grünen Blechbüchse" (ist das eigentlich Neid, Helmut?) sind ein wenig anders, günstiger. Mein 411er hat im Durchschnitt gemittelt über die gesamte Laufleistung in meinem Besitz inklusive Umfaller nur nachweisbare 10l/100km Diesel verkonsumiert. Dies waren allerdings überwiegend Strecken jenseits der Warmfahrphase, fast immer auf gut asphaltierter Strasse, so oft offen wie irgend möglich aber quasi immer ohne Ladung.

Leider geben die von Christoph gezeigten Tabellen eben den Einsatz in so einer konstellation nicht an. Nehmen wir aber die von Helmut herausgesuchten Werte.

Ausgehend von meinem Verbrauch 10l/100km ergeben dies bei den geforderten 150km auch 15l Diesel.
Diese Menge Diesel hat einen Energiegehalt von 145,5 kWh bei dem von Helmut und Wikipedia angegebenem spezifischen Energiegehalt von 11,9 kWh/kg 9,7 kWh/l.
An der Motorwelle kommen nach Helmut dann etwa 39,7 kWh an.
Da der Elektromotor gemäß der Eingangsforderung hier direkt eingreifen soll und auch einen Wirkungsgrad von zunächst mal angesetzten 85% haben wird müsste die Batterie also 46,8 kWh bereitstellen (Bestcase)

Nehmen wir noch Reiners Schlafkabine mit dann kommen wir auf etwa 70kWh. (Worstcase)

So zum Vergleich, eine herkömmliche Stapler-Batterie würde dann im Bestcase ca 1560 KG und im Worstcase 2180 KG auf die Waage bringen.

Mitte diesem Zusatzgewicht wird vermutlich mein Bestcase nicht zu erreichen sein allerdings erlaubt die Zuladung des kleinen 411 auch nach Tausch des OM636 direkt gegen eine E-Maschine nicht den Worstcase.

Wir werden also an irgendwelchen Parameteren optimieren müssen.
 
Hallo Jürgen
"grünen Blechbüchse" (ist das eigentlich Neid, Helmut?)
bei mir kommt da kein Neid auf, dont´n worry.
Betrachte es wenn du möchtest als Hommage an die Hardcorer, die damit täglich arbeiten mussten. :mrgreen:
An der Motorwelle kommen nach Helmut dann etwa 39,7 kWh an
glaub ich eher nicht, 53PS wäre der absolute Over-Burner unter den OM636.
Ein Blei-Säure- Akku ist sehr ungeeignet, da er bei den hohen Ladeströme beim rekuperieren einen schlechten Wirkungsgrad hat. Da wäre ein moderner Hochstrom-Li-Ion- oder LiFePo-Akku besser und bei gleiche Kapazität leichter.
 
Hallo Helmut,

wer lesen kann ist klar im Vorteil und kann das geschriebene dann auch verstehen :D
53 PS entsprechen zwar durchaus etwa 39,5 KW aber eben nicht 39,7KWh.
Ich habe vom Energieeinsatz aber nicht von der Leistung geschrieben um eine Strecke von 150km zu bewältigen.

In Bezug auf die Batterietechnologie gebe ich Dir Recht. Nur sind eben die LiIon und die LiFePo (mein Favorit) Batterien derzeit doch noch weit außerhalb dem von Jochen vorgegeben Wunschpreisgefüge.
 
Hallo Kollegen

Was hat der erste Elektrofendt e100 Vario für einen Motor drinn Mann muß ja nicht immer alles erfinden
kann auch was normales 50 kw Antriebsleistung und kurzzeitig 150 KW !!
Keine 28 KW oder so ??

Wie lange aufladen 40 min bis zu 80 % scheint nicht übel 650 V LitiumIonen Batterien


Gruss Ingo
 

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Hallo Ingo,

nein, man muss nicht alles neu erfinden. Das Fahrzeug wurde ja oben schon angesprochen.
Aber der neue E-Fendt ist auch nicht auf Basis eines historischen Mogs von Hobbiesten auf gebaut sondern das Ergebnis einer kommerziellen Neuentwicklung.
E-Motoren gibt es in allen Größen und Variationen, also warum mehr Einbauen als notwendig. Dadurch steigt nur das Gewicht.
 
Hallo Jürgen

Denke die Leistung des Traktor müsste für ein Universalmotorgerät auch ausreichend sein und sie geben ja noch an dass ein ganzer Tag damit gearbeitet werden kann wenn nicht ständig 150 kw abverlangt wird !

Diese Antriebsaggregat und Batterie wäre sich für die kleinen und mittleren Mog's ausreichend !
Denke jedoch dass die Anschaffung nicht ganz billig wird !

Gruss Ingo
 
Hallo Ingo,

das Aggregat vom Fendt mit 50KW / 67PS ist definitiv Übermotorisiert für die kleinen Mog. Es ist zwar Trend grundsätzlich immer die Leistung zu steigern aber in meinen Augen eben hier über das Ziel hinaus geschossen.
Leider fehlen mir bisher genauere Angaben zu dem Motor und den Batterien aber wie Du richtig schreibst für unsere Spinnerei wohl auch etwas zuteuer. Dennoch halte ich den Weg solcher Geräte für gut und hoffe soetwas auch mal ausprobieren zu können.
 
Hallo E-411-er,

die Batterie kostet Geld und Gewicht. Ich würde eher auf Reichweite verzichten und den Akku etwas schlanker auslegen. Vielleicht 30 kWh. Das dürfte auch bei etwas Zuladung bei einem moderaten Fahrstil auf der Straße für 100 km reichen (oder für etwa 2 bis 3 Stunden Betriebszeit).

Die EVUM, eine Ausgründung der TUM plant ein Geländefahrzeug (fast ein kleiner Unimog) "ACAR" mit einem 20 kWh Akku und 2*8 kW Antriebsleistung bei 48 V Spannung.

http://www.evum-motors.com

Gruß von Hubert
 
Hallo Hubert,

der Ansatz von EVUM ist sehr interessant, aber auf deren Seite sind leider nur ein paar schöne Präsentationen aber leider nur wenig echte (technische) Information.
Das Fahrzeug soll ein Leichtfahrzeug nach EG-Fahrzeugklasse L7e sein :

Vierrädriges Kraftfahrzeug, das nicht unter L6e fällt, mit einer Leermasse bis 400 kg (bis 550 kg für Güterbeförderung) ohne Batterien bei Elektrofahrzeugen und max. Nutzleistung bis zu 15 kW

Da werden wir mit einem wie auch immer modifizierten Unimog nicht hinkommen.

Auch ist dieses Fahrzeug natürlich nicht als "Unimog" angetreten sondern soweit ich es verstehe als Kleinlaster für unbefestigte Pisten.

Für eine 30 kWh Batterie mit vernünftiger LiFePo Technologie sind derzeit rund EUR 13.000 anzusetzen. Gewicht ca. 320kg
 
Hallo

ich habe auch schon dran gedacht.
Weinn wenn man ein LoF elektrifiziert will, dann einen kleinen Mog. Bei den Traktoren ist immer der Motor gleichzeitig der Rahmen und dann wird's schwierig.
Man beachte die gesetzlichen Regeln: ein Motortausch ist machbar, der Mog darf nachher aber nicht mehr Leistung oder mehr Geschwindigkeit bekommen, sonst wird die Eintragung schwer (nicht unmöglich aber damit kenne ich mich nicht aus).
Wenn der E-Motor also mehr Leistung bringt müsste man ihn für den TÜV in der Leistung drosseln, daher macht es keinen Sinn einen sehr großen Motor zu verwenden.
Selbst der kleine Brusa Motor wäre eher schon zu groß für einen 411:
https://www.brusa.biz/produkte/antrieb/motoren-400-v/hsm1-101804.html


Bei der Batteriegröße mache ich mir kaum Gedanken. Ich nutzt den Mog jede Woche zum Versorgen der Pferde (Wasser, Heu, Mist fahren) und für Brennholz zu fahren. Wenn man bedenkt das ich mit 10 Liter Diesel locker 8 Wochen auskomme, dann ist klar ich brauche keine große Batterie, genauso wie keine teure Schnellladeeinrichtung. Die braucht man nur, wenn man damit auf längere Treffen fahren möchte, das ist zwar interessant aber nicht mein Fokus für einen E-Mog.
Meine normale Arbeitszeit liegt bei deutlich unter 1 h daher denke ich auch günstige Bleigel Akkus kommen hier in Frage.
Ob man auf das Getriebe verzichten kann ist mir aber nicht klar. Eigentlich müsste ein E-Motor auch in kleinen Drehzahlbereichen genügend Leistung bringen. Aber dass man ganz auf das Getriebe verzichten kann denke ich nicht.
Radnabenmotoren wären zwar technisch optimal aber mit der Achsaufhängung funktioniert das wohl nicht, daher muss man mit den Verlusten in den Achsen leben.
Wenn ich einen zweiten 411 mit defektem Motor hätte würde ich mit dem Projekt starten.

Schöne Diskussion
Gruß (noch ein) Jochen
 
Hallo Jochen, hallo Jürgen,

klar ist das ACAR von EVUM nicht mit dem Unimog zu vergleichen. Bei der Zugkraft und der Zuladung ist er deutlich hinter dem 401/411.Er zeigt aber die Richtung auf. Für leicht Geländefahrten, Transportarbeiten und etwas Brennholz machen wäre er aber durchaus geeignet.

Hatte mir ja auch schon flüchtig Gedanken gemacht, den 411 umzubauen. Aber bei 60 Liter Spritverbrauch im Jahr fürs Brennholz machen ist das wirtschaftlich ein Unding.

Technisch gesehen würde ich wohl das Getriebe drin lassen und anstatt dem OM einen leistungsgleichen E-Motor anflanschen. Dann können die Achsen bleiben. Auch eine Zapfwelle wäre dann machbar. Das Drehzahlniveau des E-Motors wäre wohl höher. Kupplung brauchts nicht mehr und es würde wohl auf einen Straßen- und einen Geländegang rauslaufen.

Bei der Batterie würde ich wohl doch in Richtung LiFe-Zellen tendieren. Sind halt doch wesentlich kompakter und leichter.

Umbauer gibt es einige. In Bayern liegt der http://www.fleck-elektroauto.de in der Nähe. Bei einfachen Lösung kostet der E-Antrieb samt Batterie (10kWh) mindestens 10.000€. (nur Hardware, ohne Anpassungen am Fahrzeug und Zeitaufwand)

Seltsam, wenn der OM 636 nicht mehr losnageln würde....

Hubert
 
Hallo Hubert,

ich stimme Dir ins besondere im Bezug auf den ACAR zu.
Gerade bei der hoffentlich langsam in Fahrt kommender Elektromobilität wundere ich mich auch immer wieder über die Ansätze der Automobilisten auch hier immer schwerer und schneller zu werden anstatt erst einmal mit kleineren Fahrzeugen zu Punkten. Schönes Negativbeispiel der Elektro Smart mit jetzt 60kW (über 80PS). Wofür?

Die Diskussion hier geht aber nicht über das was generell technisch machbar und sinnvoll ist. Sondern hier diskutieren ein paar Verrückte, die unbedingt mit Alteisen aus längst vergangenen Zeiten herum fahren wollen wieder jeder Vernunft.

Bisher alles (leider) nur Theorie, Ausnahme der ganz oben mal erwähnte Mog.

Ich muss sagen, mich würde so ein Projekt schon sehr reizen aber mich scheuen eben die Kosten, die wie Du ja auch schreibst mal gleich die 10.000 Euro erreichen und überschreiten.
 
Hallo Jürgen,

ja die Gewichtszunahme bei den Autos ist schon bedauerlich. Da bleibt die Effizienz auf der Strecke.

Beim 411 dürfte der Motor etwa 180 kg wiegen, Tank 60 kg, Kühlung 15 kg, Batterie mit Kasten 20 kg.....
Mit einem 15 kWh Akku und einem 25 kW E-motor wäre das Gewicht zu halten.

Vielleicht packt mich ja doch noch das E-Fieber und ich verschieb den Kauf eines neuen Schalldämpfers noch einmal.

Hubert :roll:
 
Hallo
bei ecap ist man sicher auf mit nem 411er an der richtigen Adresse um auf E-Antrieb umzurüsten.
Hier mal ein umgerüsteter Trecker
ecap-14.jpg
 
Hallo Helmut, Hallo Jürgen,

so ein umgerüsteter Schlepper sieht doch toll aus.
Müsste doch auch beim 411 er machbar sein. Batteriekasten, Krafstofftank und Motorraum dürften für 15 bis 20 kWh Akku-Kapazität reichen.
Überschlägig würde ich auch max 20 kWh Speicher verbauen. Dann ist auch das Gewicht zu halten und der Schwerpunkt dürfte sogar leicht nach unten wandern.
Für an die 100 km ruhige Leerfahrt (oder 2,5 Stunden) dürfte das reichen.

Für "Gelegenheitsfahrer" könnte ja nicht nur das Fahren interessant sein, sondern auch eine "Zweitnutzung" als mobile Stromquelle oder als Energiespeicher für die PV-Anlage.....universal eben.

Hubert
 
Hallo,

ich wollte auf eine Alternative zu schweren Akkus hinweisen:
Der Einbau eines Stromgenerators so wie es Equator Aircraft macht.

Die schwersten Teile deren Antriebsstrangs wiegen:
Elektromotor Engiro M97 mit 97 kW 35 kg
Stromgenerator Engiro G60 mit 60 kW 25 kg + 45 kg
Beschleunigungs-Akku 35 kg
Summe: 140 kg
Siehe: https://equatoraircraft.com/aircraft.html

Der große Nachteil der derzeitigen Akkus ist die niedrige Energiedichte
(Energie / kg) im Vergleich zu Benzin und Diesel.
Deswegen verwendet Equator Aircraft einen Stromgenerator statt schwerer
Akkus.

Ich würde einen solchen elektrischen Antriebsstrang dann aber lieber in einen
Unimog 404 oder ähnlich einbauen :)
 
Hallo Raphael
mit 140kg für 97KW ist das nicht gerade der burner. Der Diesel ist mit einem spez Verbrauch von 290g/kWh auch deutlich hinter den aktuellen Verbräuchen entfernt.
Wenn das ökologisch sein soll, hier mal ein kleiner Auszug aus einer Untersuchung

[album]6159[/album](der Autor meint vermutlich Biomethanol statt Biomethan als Flüssigtreibstoff)

Rechnet man bei dem Flieger oder wo auch immer den Wandlungsverlust von fossiler zu elektrischer Energie (siehe Auszug oben) dazu, ist selbst eine Dampflok noch wirkungsvoller.
 
Hallo Raphael, (ist doch richtig, oder?)

Das genannte Projekt finde ich recht interessant, danke für den Hinweis dahin und das über den Tellerrand schauen.

Für mich käm aber so eine Lösung in dem hier behandelten Thema nicht in Frage.
Natürlich gibt es auch an anderer Stelle (Eisenbahn / Schifffahrt) und schon ewig einen großen Bereich von Diesel / elektrischen Hybridsysteme und Lösungen mit leistungsfähigen Aufbaumotoren beim Unimog sind bei Schneefräsen ja auch bestens bekannt.

Aber die Lösung mit einem solchen System ist eben nicht eine Lösung im Sinne von alternativen Kraftstoffen sondern, wenn überhaupt eine Nutzung der normalen Kraftstoffe (Benzin / Diesel) mit eventuell etwas verbessertem Wirkungsgrad. Bei einem rein elektrischen Antrieb ist hier die Auswahl der primären Kraftstoffe doch noch ein bisschen größer.
 
Hallo Jürgen,
kinzigsegler schrieb:
Hallo Raphael, (ist doch richtig, oder?)
ja, ist richtig.

kinzigsegler schrieb:
Aber die Lösung mit einem solchen System ist eben nicht eine Lösung im Sinne von alternativen Kraftstoffen sondern, wenn überhaupt eine Nutzung der normalen Kraftstoffe (Benzin / Diesel)
Das ist so nicht richtig. Auf der Website von Equator Aircraft ist es nicht sofort ersichtlich um was für einen Stromgenerator es sich handelt. Es ist ein Stromgenerator mit Wankelmotor. Der im Equator verwendete Wankelmotor lässt sich meines Wissens Engiro von Aixro
(siehe: https://www.aixro.de/de/aixro ) liefern.
Ein Wankelmotor ist Mehrstoff-fähig.
Ein Zitat aus der Zeit zu einem Wankelmotor den man auch in einen Unimog einbauen könnte:
"Der KKM 500 genannte Motor mit vier Varianten – von einem bis zu vier Läufer
und Leistungen zwischen 45 und 190 Kilowatt – ist zudem noch als Vielstoff-Maschine
konzipiert: Man kann ihn mit Benzin, Diesel, Wasserstoff, Gas, Kerosin,
Salatöl oder Ethanol betreiben." (siehe: https://www.zeit.de/mobilitaet/2013-12/wankelmotor-elektroauto und https://www.wankelsupertec.de/engine.html )
 
Hallo Raphael,

ja natürlich können Verbrennungsmaschinen auch als Vielstoffmotoren ausgeführt werden. Bleiben aber eben doch die Verbrennungsmaschinen.
Ich sehe hier nicht den wirklichen Vorteil eine vorhandene Verbrennungsmaschine, die vermutlich auch auf Mehrstofffähigkeit umgebaut werden könnte (Gasumbauten von M180 / M130 sind bereits seit Jahren in Betrieb), durch zwei andere wenn auch modernere Maschinen zu ersetzen.