2010: nach 6 Jahren Standzeit wieder starten

ensteff

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24. Feb. 2011
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Hallo,

mein Name ist Steffen und ich habe einen Unimog 2010 in der Scheune, der das letzte Mal vor 6 oder 7 Jahren gefahren ist. Seitdem steht er da und nun möchte ich ihn wieder auf die Straße bringen.

Wie fange ich jetzt an? Batterie anklemmen und Schlüssel umdrehen um zu starten oder irgendwie vorsichtig aus dem Winterschlaf wecken?

Hier im Forum habe ich gesucht und nix gefunden. Suche bei Google brachte in vielen Foren die Meinung, dass ein Motor Schaden nimmt, wenn er nicht ganz vorsichtig wieder an das Leben herangeführt wird.

Ich habe technisch eigentlich überhaupt keine Ahnung, verfüge aber über gesunden Menschenverstand und kann Hilfe aus der Familie bekommen.

Danke für Eure Hilfe. Antworten belohne ich mit Bildern von meinem Unimog.

Steffen
 
Steffen,

hast Du schon mal die Suche hier im Forum ausprobiert? Ich meine mich an ein paar Threads zum Thema Deiner Frage zu erinnern. Da findest Du wichtige Hinweise ...

Eines Vorweg: Nicht einfach starten, erst vorbereiten!

Such mal nach "Inbetriebnahme", "Motorspülen" und ähnlichen Begriffen.

Viel Spass mit dem Mog!
 
Hallo Steffen

also ich würde den Motor erstmal von Hand durchdrehen ein paar mal.
Den alten Diesel ablassen Dieselfilter tauschen neuen Diesel auffüllen und dann erstmal die ganzen Leitungen entlüften. Als nächstes würde ich nach Öl und Kühlwasser schauen. Dann würde ich einfach mal versuchen zu starten .

Gruß Jens
 
Hallo Ihr beiden, dankeschön für die Tipps.

An doellcus:
Die Suche nach "Motorspülen" war erfolglos, aber "Inbetriebnahme" liefert mehr Lesestoff als meine Suche nach "Standzeit". Manchmal muss man wissen, wonach man eigentlich sucht.

An Jens (und alle anderen):
Die Kurzanleitung hört sich gut an. Um den Motor von Hand zu drehen: Einfach Gang raus und drehen? Wo drehe ich da? Und wie?

Dankeschön!
 
Hallo Steffen,

für die Inbetriebnahme Motor würde ich folgendes Vorgehen vorschlagen:
Ölwechsel: 6 l HD 30 frisch auffüllen, vorher Ölfilter ordentlich reinigen.
EP: Kraftstoffpumpe abbauen, Öl in der EP entfernen, Kraftstoffpumpe bei der Gelegenheit zerlegen und mit neuen Dichtsatz versehen, Pumpe wieder montieren. HD 30 auffüllen.
Kraftstoff: Tank, Filter etc kontrollieren, Filter erneuern, System mit frischem Kraftstoff füllen und entlüften.
Luftfilter:ordentlich sauber machen, mit frischem Öl füllen.

Den Motor kann man mit dem Lüfterflügel drehen. Was beim ersten Startversuch wichtig wäre, ist, dass ausreichend Öldruck schon aufgebaut ist und alles mit frischem Öl versorgt ist. Dies von Hand zu erreichen ist mühselig bis unmöglich. Ich würde den Motor ca. 10x mit Hand drehen und dann den Motor über den Anlasser drehen lassen, bis Öldruck >5bar vorhanden. Ein 2010er hat meist einen Öldruckmesser verbaut. Damit der Motor nicht anspringt, muß Du dabei den Abstellhebel an der EP gezogen halten!
Danach kann der Motor dann angelassen werden.
Getriebe:Hier würde ich auch das Öl ablassen(2 Ablassschrauben), evtl. hat sich Kondenswasser gebildet. 7l 80er Getriebeöl GL4 auffüllen.

Dann wären noch die Achsen und die 4 Radvorgelege das Öl zu wechseln, auch überall 80er Getrieeböl, Achsen bis Unterkante Einfüllöffnung=ca. 3,5l.
Vorgelege ebenso, hier bin ich mir mit der Füllmenge unsicher, ca. 0,5l
Wenn das Fahrzeug dann ins Rollen kommt, wäre noch ein Augenmerk auf die gesamte Bremsanlage zu werfen, also vorsichtig!
Viel Erfolg, auf dass ein Arbeitstier wieder ins wirkliche Leben kommt.
Gruß Thomas
 
Hallo zusammen,

ich habe am Wochenende mal soviel Platz gemacht, dass ich bin zum Motor kam. Ich werde jetzt so nach und nach klären, wass zu tun ist.

Heute daher das erste Foto von dem guten Stück.

Wierum muss ich drehen (Tipp von tomtom411), damit ich es richtig mache? So dass der Pfeil mit oder gegen den Uhrzeigersinn läuft?

Hat eigentlich jemand von Euch ein Foto von einem gepflegten Motorraum?. Meiner sieht irgendwie verbastelt aus.

Und noch eine Frage: Lohnt das Werkstatthandbuch von Buch&Bild? Für einen Anfänger wie mich?

Besten Dank,

Steffen
 

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Steffen,

wenn Du so auf Deinen OM 636 draufguckst, dreht der Motor im Uhrzeigersinn. Das erkennst Du auch an den Flügeln des Lüfterrads. Die Flügel blasen die Luft in Richtung Motor.

Fotos findes Du hier in der Galerie eine ganze Menge. Manche davon tun echt weh, denn die sehen aus wie neu :schwindelig*

Will man selber schrauben, dann lohnen sich die Bücher von B&B auf jeden Fall: Werkstatthandbuch (bis zu 3 Stück), E-Teil-Liste 411, Bedienungsanleitung und gelegentlich auch die E-Teileliste für den OM-636.

Wenn man nicht vorhat, selbst zu schrauben, wird es vermutlich ein sehr teurer Weg. Auch den ist schon manch einer gegangen.
 
Christoph, danke für die schnelle Antwort. Dieses Forum wird mir helfen, das weiß ich schon jetzt. Ich kann mir eine Restaurierung in der Werkstatt nicht leisten, also muss ich es Stück für Stück selbermachen - obwohl ich keine Ahnung davon hab.

Ich werde nachlesen und nachfragen, hier und anderswo. Dann halte ich fest, was ich tue. So lerne ich langsam und andere können es nach mir auch nutzen.

Deshalb habe ich einen Blog zu meinem Unimog eingerichtet und werde dort berichten. Ich melde mich wieder.

http://unimogblog2010.blogspot.com/
 
............und wenn man den Motor hat laufen lassen, der kraftvolle Vortrieb quasie gewährleistet ist, dann kann man auch langsam an den negativen Vortrieb denken, also:.

An die Bremsen !


Und dann in diesem Thread oder einem Neuen weiterfragen, wo, was, wie, warum man alles so zu beachten hat, wo es E-Teile gibt, wie man die festgefressenen Bremszylinderkolben zurückdrücken kann, damit die Trommel oder Scheibe demontiert werden kann ..........etc und usw.

Alternaiv:
Schnittmuster und Stoffe für Bremsfallschirme :lol: gibt es bei Obi, C&A, IKEA, ......etc.


Ich habe mich lieber mit verwohnten und ausgelutschten täglich benutzten Fahrzeugen beschäftig, als mit nett aussehenden Fahrzeugen, deren Standschäden mitunter heimtückisch fies und nachhaltig häppchenweise eintreten.
 
Erksi-Stapler schrieb:
...
Ich habe mich lieber mit verwohnten und ausgelutschten täglich benutzten Fahrzeugen beschäftig, als mit nett aussehenden Fahrzeugen, deren Standschäden mitunter heimtückisch fies und nachhaltig häppchenweise eintreten.

Hallo Wolfgang,

wenn Steffen aber doch den 2010 in der eigenen Scheune stehen hat... :lol:

Liebe Grüße in die Fast-Nachbarschaft
Holger
 
Hallo Steffen,

das Werkstatthandbuch ist meiner Ansicht nach nicht so besonders gut. Egal ob du es als Nachdruck kaufst oder ein originales erwischst. Mein erstes von B&B hat eine derart schlechte Druckqualität, dass viele Bilder (z.B. der el. Schaltplan) vollkommen unbrauchbar sind.
Daraufhin hab ich vor ein paar Jahren bei ebay mal ein originales von Mercedes ersteigert, da sind dann zwar die Bilder besser aber die Beschreibung der Arbeiten ist auch mehr als dürftig.

Besonders eine Fragestellung vor die man als Instandsetzer immer wieder gestellt wird, nämlich ob ein Bauteil noch brauchbar ist oder nicht, wird so gut wie überhaupt nicht beantwortet. Da steht meist nur der lapidare Satz: ausgebaute Teile prüfen und verschlissene Teile ersetzen . Wenn es sich um die "wichtigen" Teile handelt, dann gibts manchmal Verschleissmaße, aber nicht immer. Für eine damalige Unimog Werkstatt mit Ersatzteillager in das man einfach reingreift und zahlendem Kunden war das kein Problem, für uns heute ist es aber eins. Da ist man viel auf die eigene Einschätzung und den Rat anderer angewiesen, das Werkstatthandbuch ist da keine Hilfe.

Ausserdem wird sehr oft auf Spezialwerkzeuge und Vorrichungen verwiesen, die man natürlich nicht hat.

Trotzdem ist das WHB besser als nichts. Schick mir ein PN dann schenk ich dir mein erstes WHB, es ist ein wenig gebraucht und ich brauchs nicht mehr, es liegt nur noch rum.

Hilfreicher als die WHBs sind meiner Ansicht nach die Ersatzteillisten, weil da Explosionszeichnungen drin sind auf denen man mehr sieht als man mit den Beschreibungen im WHB anfagen kann.

liebe grüsse

Dieter
 
Das Teil kostet 70€ und dann is der Druck schlecht?! Na das is ja mal ganz großes Tennis! :roll:
 
Hallo Dieter,

habe die beiden Bände von B&B (411/421). Die Gliederung ist für den Ungeübten tatsächlich bescheiden, aber die Unterlagen waren ja ausschließlich für Profis gemacht.
Über die Druckqualität meiner Exemplare (2005 gekauft) kann ich nicht meckern. Der Elektroschaltplan ist selbst nach Kopie von der Kopie noch gut lesbar.
 
Hallo Christoph und Steffen

na ja, meins ist etwas älter, ich glaube aus dem Jahr 2002. Vielleicht hab ich auch einfach eins erwischt, das nicht so gut ausgefallen ist. Kann alles sein, ich kenn halt nur das eine Exemplar.

Über den Schaltplan hab ich mich damals sehr geärgert, weil ich dachte, kein Problem, ich hab ja mein Buch dabei und dann war beim besten Willen nichts damit anzufangen. Ich musste erst wieder ein Wochenende lang messen und rumprobieren.

Ja, es stimmt natürlcih, dass das WHB für einen Mechaniker gemacht wurde, aber auch dann find ich es etwas mager.

Wie gesagt ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass ich am besten mit WHB und diesem alten grünen Ersatzteillistenheftchen zurechtkomme.

Und weil ich grad beim gscheit reden dabei bin: Die Betriebsanleitung, so ein hellblau-weisses Büchlein, ist sehr hilfreich, dann da sind die Schmierstellen und die anderen kleinen Wartungsarbeiten aufgelistet. So ein kleines Heftl nimmt man auch lieber in die Hand als einen 3kg schweren Wälzer.
Denn braves Schmieren ist der Schlüssel zu langem, sorgenfreiem 411er Leben. Das ganze Theater mit völlig ruinierten Vorderachskreuzgelenken, den Achschenkeln oder auch mit den Fusspedalgelenken wäre durch einen Patzen Fett dann und wann vermeidbar. Was würde das nicht Arbeit und Geld beim herrichten sparen! Oder wenn man in bestimmte Blechfalze ein wenig Caramba hineingesprüht hätte, sodass sie nicht wegfaulen wie ein Opel Kadett von Mitte Jänner bis Anfang Februar.

Wenn man sich des WHB Buchs bedient, dann ist auch noch wichtig, dass man ein paar Gerätschaften in bester Qualität zur Hand hat, oder wenigstens jemanden gut kennt der sowas hat und nicht scheel schaut beim herleihen.

Das sind:

eine Schiebelehre in normaler Grösse und wenns geht eine bis 300mm
Mikrometer bis ca. 75 mm
ein kleiner Haarwinkel
eine Fühlerlehre
eine Gewindesteigungslehre
wenns geht eine Messuhr mit Magnetstativ

Sonst nutzen einen die Verschleissgrenzmaße gar nix. Man muss die aktuellen Maße ja auch an seinen eigenen Teilen ermitteln können.

Was auch praktisch ist:

Gewindebohrer und Schneideisen für Regel und Feingewinde
Gewindefeilen
Ein Satz Werkstattfeilen in der besten Qualität die man kriegen kann, dazu eine Feilbürste
eine Richtplatte (bestens geeignet ist ein Ausschussstück eines Werkzeugmachers, muss nur eine sauber geschliffene Fläche haben)
Drahtbürsten in allen Grössen zum säubern der Teile

und noch tausend andere Dinge.


Was ich damit sagen will ist, dass ich jedem, der sich einen alten Unimog kauft, rate, sofort einen Tausender für gutes Werkzeug zum Messen und für Instandsetzung vermurkster oder verzogener Teile zu investieren. Vieles lässt sich wieder dichtbekommen wenn man nur weiss wo die Feile angesetzt werden muss.

Vieles Messgeräte bekommt man gebraucht um wenig Geld bei ebay, einfach suchen nach Marken wie Helios, Mahr, Mitutoyo, Mauser etc. Das ist beste Qualität, die Sachen halten ewig. auch auf Flohmärkten wird man fündig, wenn man ein Auge für sowas hat.

Beim Reparieren der alten Unimogs hilft einem in Wirlichkeit keiner mehr, da gibts noch ein paar ganz wenige ältere Spezialisten, wenn man so einen kennt hat man Glück.
Wenn man wegen allem in die Werkstatt laufen muss, dann zahlt man sich erstens dumm und dämlich, zweitens verliert letztlich die Freude daran und drittens muss man alles glauben was man bei Mercedes erzählt bekommt. Ist auch meistens teuer.

Eine wirklich ausgezeichnete Quelle für brauchbare Informationen ist dieses Forum hier. Ich lese schon fast zehn Jahre mit und manchmal schreibe ich aus was.

liebe grüsse und viel Spass beim Schrauben wünscht

Dieter
 
Ich hab noch was vergessen vorhin:

Was man unbedingt braucht und keinen Cent dabei sparen darf ist ein Schraubstock. Und zwar den grössten und am besten geschmiedeten mit den präzisesten Führungen den man finden kann. Dazu Aluschutzbacken und Prismenbacken und dann so fest montieren wie es nur geht.

Ridgid, Peddinghaus, Heuer sind gute Produkte. Ja, ich weiss, die Dinger kosten 300 Euro. Aber die billigen Schraubstöcke reisst man zusammen, wenns draufankommt. Und draufankommen tuts beim Unimog Schrauben immer. Habs noch nie anders erlebt.

lg

dieter
 
Hallo Steffen,
willkommen im Forum und Glückwunsch zum 2010er.
Aus welcher Ecke in D kommst Du denn?
Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Kollegen
hier der in Deiner Nähe wohnt und mal persönlich unter
die Arme greifen kann.
Viel Erfolg und viel Spaß beim Auferstehen lassen!!