Hallo Christoph und Steffen
na ja, meins ist etwas älter, ich glaube aus dem Jahr 2002. Vielleicht hab ich auch einfach eins erwischt, das nicht so gut ausgefallen ist. Kann alles sein, ich kenn halt nur das eine Exemplar.
Über den Schaltplan hab ich mich damals sehr geärgert, weil ich dachte, kein Problem, ich hab ja mein Buch dabei und dann war beim besten Willen nichts damit anzufangen. Ich musste erst wieder ein Wochenende lang messen und rumprobieren.
Ja, es stimmt natürlcih, dass das WHB für einen Mechaniker gemacht wurde, aber auch dann find ich es etwas mager.
Wie gesagt ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass ich am besten mit WHB und diesem alten grünen Ersatzteillistenheftchen zurechtkomme.
Und weil ich grad beim gscheit reden dabei bin: Die Betriebsanleitung, so ein hellblau-weisses Büchlein, ist sehr hilfreich, dann da sind die Schmierstellen und die anderen kleinen Wartungsarbeiten aufgelistet. So ein kleines Heftl nimmt man auch lieber in die Hand als einen 3kg schweren Wälzer.
Denn braves Schmieren ist der Schlüssel zu langem, sorgenfreiem 411er Leben. Das ganze Theater mit völlig ruinierten Vorderachskreuzgelenken, den Achschenkeln oder auch mit den Fusspedalgelenken wäre durch einen Patzen Fett dann und wann vermeidbar. Was würde das nicht Arbeit und Geld beim herrichten sparen! Oder wenn man in bestimmte Blechfalze ein wenig Caramba hineingesprüht hätte, sodass sie nicht wegfaulen wie ein Opel Kadett von Mitte Jänner bis Anfang Februar.
Wenn man sich des WHB Buchs bedient, dann ist auch noch wichtig, dass man ein paar Gerätschaften in bester Qualität zur Hand hat, oder wenigstens jemanden gut kennt der sowas hat und nicht scheel schaut beim herleihen.
Das sind:
eine Schiebelehre in normaler Grösse und wenns geht eine bis 300mm
Mikrometer bis ca. 75 mm
ein kleiner Haarwinkel
eine Fühlerlehre
eine Gewindesteigungslehre
wenns geht eine Messuhr mit Magnetstativ
Sonst nutzen einen die Verschleissgrenzmaße gar nix. Man muss die aktuellen Maße ja auch an seinen eigenen Teilen ermitteln können.
Was auch praktisch ist:
Gewindebohrer und Schneideisen für Regel und Feingewinde
Gewindefeilen
Ein Satz Werkstattfeilen in der besten Qualität die man kriegen kann, dazu eine Feilbürste
eine Richtplatte (bestens geeignet ist ein Ausschussstück eines Werkzeugmachers, muss nur eine sauber geschliffene Fläche haben)
Drahtbürsten in allen Grössen zum säubern der Teile
und noch tausend andere Dinge.
Was ich damit sagen will ist, dass ich jedem, der sich einen alten Unimog kauft, rate, sofort einen Tausender für gutes Werkzeug zum Messen und für Instandsetzung vermurkster oder verzogener Teile zu investieren. Vieles lässt sich wieder dichtbekommen wenn man nur weiss wo die Feile angesetzt werden muss.
Vieles Messgeräte bekommt man gebraucht um wenig Geld bei ebay, einfach suchen nach Marken wie Helios, Mahr, Mitutoyo, Mauser etc. Das ist beste Qualität, die Sachen halten ewig. auch auf Flohmärkten wird man fündig, wenn man ein Auge für sowas hat.
Beim Reparieren der alten Unimogs hilft einem in Wirlichkeit keiner mehr, da gibts noch ein paar ganz wenige ältere Spezialisten, wenn man so einen kennt hat man Glück.
Wenn man wegen allem in die Werkstatt laufen muss, dann zahlt man sich erstens dumm und dämlich, zweitens verliert letztlich die Freude daran und drittens muss man alles glauben was man bei Mercedes erzählt bekommt. Ist auch meistens teuer.
Eine wirklich ausgezeichnete Quelle für brauchbare Informationen ist dieses Forum hier. Ich lese schon fast zehn Jahre mit und manchmal schreibe ich aus was.
liebe grüsse und viel Spass beim Schrauben wünscht
Dieter