401er und Heckseilwinde

j.patek

New member
04. Juni 2003
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1140 Wien
Unimog Maleur


Hallo liebe Mogler, hier ein kurzer Disaster Bericht über kürzliche Erlebnisse, die mein Unimog Leben bereicherten. Im negativen Sinn. Hauptdarsteller ist ein 1954er 401er mit einer bewegten Vergangenheit (17 Besitzer, 100tkm).
Bei mir in seiner Pension darf er im Gatsch spielen, im Winter quietschende Kinder mit Schlitten über verschneite Forstwege ziehen und mich beim Holzmachen unterstützen. Und genau da begann das Verhängnis. Ich fällte eine fette Buche, die fiel nicht ganz um, sondern fühlte sich zur Nachbarbuche hin gezogen und landete mit ihrer Krone in der zweiten Krone. No problem, wozu hat der 401er ne fette Heckseilwinde. Unimog an einen entfernteren Stamm gefesselt, weil die Standketten mitzuschleppen ist mühsam, dann das Stammende der schräg hängende Buche an der Seilwinde befestigt und mit Viertel Gas gezogen. Stamm geht in die Höhe aber die beiden Buchen lieben sich zu sehr und lassen einander nicht los. Auch mit mehr Gas kein Erfolg. Schließlich verlassen den Mog die Kräfte und der Motor wird abgewürgt. Gut, denk ich, will halt nicht sein. Aber jetzt passiert es : Der in der Luft schwingende Stamm rückt am Seil, dieses an der Winde, diese an der Zapfwelle, diese am Getriebe, und das wiederum am Motor. Alles verkehrt. Und der Motor springt an. Auch verkehrt!! Wer das noch nie erlebt hat sei gewarnt. Nicht sehr hübsch. Der Motor saugt dann durch den Auspuff an, und pufft durch den Luftfilter aus. Der enthält aber Öl. Nicht gut. Und rennt fast auf Vollgas. Rauchpilz steigt aus Luftfiltergitter auf, die Seilwinde entledigt sich hurtig ihres Seils und der Besitzer steht mit offenem Mund da. Da nähert sich zufällig ein rettender Engel in Form eines Hunde führenden Nachbarn mit dem ich öfter Holz schleife. Als alter Bauernsohn erkennt er das Maleur und zieht entschlossen den Abstellhebel. Ruhe im Wald. Ich bin ein paar Minuten sprachlos, Kopf tomatenrot, und Puls astronomisch. Nachbar sagt gelassen : "is uns mitm Trekker auch paar Mal passiert. Start schnell wieder an, dann geht des Flammerl im Luftfilter wieder aus." Und tatsächlich. Der Murrl rennt wieder wie wenn nix gewesen wär. Der Rauch ist weg, mein Puls beruhigt sich. Schnell Seilwinde weg geschaltet und nach Hause auf viele beruhigende Biere.
Dem Nachbarn hab ich dann die umarmten Buchen überlassen. Er hat kurzerhand die zweite auch umgesägt.
Das war Erlebnis Eins.
Nummer Zwei ist langwieriger. Nachdem Luftfilter und Seitenwand vom Schmauch befreit waren gings wieder ans Holz schleifen. 401er funzt brav, bis er warm wird. Dann geht er nur mehr im Leerlauf. Kalt aber ganz normal. Ja was ist das?
Denk, denk, frag, frag. Sprit Versorgung sagen alle. Also hab ich alles vor der Einspritzpumpe zerlegt und gesäubert. Nix gefunden. Dann Unterdruck Leitung auf Dichtheit geprüft. Nix. Klappengestänge geprüft, auch ok. Verzweiflung!!
Denn jedesmal den Mog warmfahren bist er sein Leiden zeigt, dauert. Noch dazu wohn ich auf einem Berg, und wenn er nur mehr im Leerlauf rennt, ist das Bergauffahren nur im 1.Gang mit Leerlauf = Schneckentempo möglich. 3 Tage Aufwand.
Bis ich den Klappenregler tauschen wollte. Der Motor war noch warm und ich montierte das Luftfilter Rohr ab um das Gummi Knie am Klappenregler besser ab zu bekommen. Und siehe da, dieses Ziehharmonika Gummi Knie ist total weich. Jetzt ist alles klar. Der Motor rannte ja verkehrt und die Auspuff Gase habe den Gummi innen an und weg geschmort. Das Material ist dünner geworden und zieht sich bei Wärme durch den Ansaug Unterdruck zusammen und täuscht die Einspritzpumpe ab. Probefahrt ohne Knie bestätigt die Vermutung. Jetzt noch schnell ein stabiler geformtes Ansaugknie (ohne Rippen) aus einer späteren 411er Serie aus dem Fundus gekramt und der 401er ist wieder ein Braver.
Tja, liebe Leute, so lernt auch ein alter Hase nie aus.