404 ein interaktives Tagebuch

Hallo Jürgen,

gibt es einen Zentrierabsatz oder wird über die Passstifte zentriert? Sind das Spiralspannstifte, C-Stifte oder Vollmaterial?

Gruß
Markus
 
Hallo Jürgen,

die Stifte bestimmen hauptsächlich die genaue Winkellage des Gegengewichts zur Kurbelwelle und sie übertragen - wie auch der nicht unübliche Verschleiß zeigt - einen Teil des Drehmoments der Schwingungen und des Antriebs der Nebenaggregate.
 
Hallo,

sind da nicht noch drei Schrauben? Woher weißt du, dass die das Moment durch Reibschluss in der :Flanschflächen nicht übertragen, wenn sie ordnungsgemäß vorgespannt/angezogen sind?

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

Du kannst Sachen fragen.
Der Schwingungsdämpfer sitzt auf der Kurbelwelle, die Passlöcher sind ursprünglich halb in die Kurbelwelle und halb in den Schwingungsdämpfer gebohrt in Achs paralleler Richtung. Tiefe ca 10mm. Ich denke der Schwingungsdämpfer wird direkt über die Kurbelwelle zentriert.
Die Stifte waren Vollmaterial ehemalige DIN 7.

Die Befestigung geht über eine zentrale Sechskantschraube mit drei übereingelegten sogenannten Tellerfedern mit einem Anzug 220Nm

Die drei Schraubgewinde sind für die vor den Schwingungsdämpfer geschraubten Riemenscheiben
 
Hallo Jürgen,

jetzt weiß ich welche du meinst. Ja die sind dann statt Passfeder zum übertragen der Momente. Im Gegensatz zur Passfeder können die Toleranzen größzügiger gewählt werden.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

für ausreichend Kraft für Reibschluss sorgt nur die Zentralschraube. Da gehört auch noch eine spezielle Federscheibe drunter, die bei Jürgen nicht vorhanden war. Der Schaden an dieser Schwachstelle war also schon älter oder zumindest vorprogrammiert.

An den drei Gewindebohrungen werden die Riemenscheiben angeschraubt.
 
Hallo Jürgen,

eine Reparaturmaßnahme könnte das entfernen der Vollstift-Reste sein und der Ersatz durch Spriralspannstifte. Das wird in der Praxis durchaus gemacht, allerdings sind wir dann nicht mehr aus dem Niveau, welches die Konstruktion vorher hatte.

Dazu müssen die Bohrungen nicht aufgerieben sein, da die Spiralspannstife sich anpassen können. Wie gesagt, es handelt sich um eine Reparaturmaßnahme, die eine weitere Nutzung ermöglichen soll.

Ich sehe keine Möglichkeit die halben Bohrungen im eingebauten Zustand so aufzubohren, dass ein gleichmäßiges Tragbild erreicht wird. Daher mein Vorschlag mit den Spiralspannstiften DIN 7343.

Insbesondere wenn der Sitz gehärtet ist, dann wird es mit Freihandarbeiten noch schwerer.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

langsam wird die Diskussion praktikabler für mich, ja, ich benötige eine halbwegs taugliche Reparaturlösung und quasi Feldbedingungen.

Also, Reste der ursprünglichen Passtifte gibt es zumindest in den ursprünglichen Bohrung nicht mehr. Aber das Bohrlochbild in der Kubelwelle ist in "Lastrichtung" nicht mehr rund sondern quasi dreieckig. Da kann sich doch so ein Spiralspannstift auch nicht rein drücken, oder?
 
Hallo Jürgen,

unter Feldbedingungen sind ja keine Werkzeugmacher-Arbeiten möglich. Und wenn die dreieckigen Löcher nicht mehr dazu taugen auf 10 mm aufgebohrt und gerieben zu werden, dann hilft nur noch das Gegengewicht genau auszurichten und die Löcher gut zuzuschweißen.
 
Hallo Jürgen,

wenn du schweißen willst, solltest du eine Idee haben, aus welchem Werkstoff die Kurbelwelle ist. Gehe man davon aus, dass es keine gegossene aus GGG ist.

Es könnte mit Spriralsspannstiften klappen, wir haben mal Ritzel auf elektrischen Antriebsmaschinen befestigt. Ewig hält das nicht, insbesondere die Dauerfestigkeit ist nicht überragend. Aber als Feldinstandsetzung halte ich das für möglich.

Gruß
Markus
 
Hallo Jürgen,
mir fehlt ein Bild vom losen Teil. Also dem vorderen Gewicht oder Riemenscheibe.
Die Kurbelwelle sollte mit dem jetzt noch montierten Teil (Ausgleichsgewicht) eigendlich komplett sein, oder?
Da hat sich nichts verdreht, so wie ich das sehe ist der Spannstift zwischen Kubelwelle und Schwungmasse noch unversehrt.
Davor kommen nur noch Riemenscheiben zum Abtrieb von Zusatzgeräten wie Wasserpumpe, Lüfter, Lichtmaschine usw.
Gehalten von den 3 Innnensechskanntschrauben M10? Zusätzlich geführt von den 3 gebrochenen Bolzen.

Die Schrauben waren noch fest als Du ausgebaut hast? Also nur Bruch der Bolzen durch Scherkräfte? Dann sollte eine Reparatur mit den Spiralspannstiften "feldmäßig" völlig ausreichen. Schwierig wird wahrscheinlich nur das Entfernen der gehärteten Bolzenreste aus den Sacklöchern.
Vom festschweissen der Riemenscheiben würde ich ganz wegbleiben.

(Und mal ehrlich, soo laange muß das ja gar nicht halten :mrgreen: :wink: )
Gruß
Jochen
 
Hallo Zusammen,

vielen Dank für euer reges Mitdenken, dass hilft mir sehr.

Der Ansatz "festschweißen" käme nur für die letzte entscheidende Fahrt zur Rettung meines Lebens in Frage, zumal ich garnicht schweißen kann. Hinter Dem Schwingungsdämpfer sitzt eine Dichtung, die angeblich mit demontiertem Schwingungsdämpfer gewechselt werden kann. Diese Option muss erhalten bleiben, weil ich nicht weiß ob ich nicht die Dichtung jetzt durch mein rumgewerkel beschädigt habe.
Leider bekomme ich aber auch derzeit den Schwingungsdämfer nicht abgezogen. Er läßt sich zwar auf der Welle in Grenzen drehen aber nicht Abziehen. Her haben vorher meine wohl nicht Sach gemäßen Hilfskonstruktionen versagt nd den original Abzieher habe ich natürlich nicht.

Jochen, du deutest meine Bilder falsch. Ja, der Schwinungsdämpfer ist auf den Bildern in der richtigen Position, ich kann ihn aber +20 -40° von Hand verdrehen. Die Zentrierstifte sind tuto kompletto nicht mehr in den Bohrungen, diese sind frei bis zum Grund. Die vorgesetzte Riemenscheibe wird nur über die 3 freien Schraublöcher festgeschraubt, die Riemenschreibe hat nur drei Bohrungen.
Zu den drei abgerissenen Schrauben siehe

https://www.unimog-community.de/php...ilit=Riemenscheibe Kurbelwelle fehlt.#p386585
 
Da habe ich dann wohl wirklich falsch geschaut.
Es ist immer von 3 Passstiften die Rede und nicht wie auf dem Bild zu sehen 2 Passstiften zwischen Kurbelwelle und Ausgleichsgewicht.

Gruß
Jochen
 
Da habe ich dann wohl wirklich falsch geschaut.
Es ist immer von 3 Passstiften die Rede und nicht wie auf dem Bild zu sehen 2 Passstiften zwischen Kurbelwelle und Ausgleichsgewicht.
So wie es Markus am Anfang auch falsch gedeutet hat.
Gruß
Jochen
 
Hallo Jürgen,

wenn Du das vordere Gegengewicht (Bezeichnung laut Werkstatthandbuch) abziehst, was willst Du dann gewinnen? Die Passung mit der Welle und die axialen Anlageflächen scheinen ja auch schon sehr gelitten zu haben. Und einen vernünftigen Kraftschluss über die Zentralschraube bekommt man dann auch nicht mehr hin.

Also müssen die ausgeleierten zwei Passbohrungen möglichst vollständig mit festem Material aufgefüllt werden. Auch wenn der Gedanke daran mir selber weh tut. Da fällt mir nur die Verschweißung ein.

Die von Dir angesprochene Dichtung ist laut der angehängten Darstellung (für die Nacharbeit) aus dem Werkstatthandbuch nur ein Schleuderring.
 

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Hallo Zusammen,

Jochen, wo hast Du denn 3 Passstfte gelesen? Drei Scheiben oder Tellerfedern unter der Zentralschraube, ja aber drei Passtifte habe ich nie geschrieben :D :D

Christoph, das was ich als Dichtring benannt habe hat die Nummer A 008 997 04 47 bei Elring Nr 284.785 Radialwellendichtring ASW Rechtsdrall mit Staubschutzlippe. Ist das ein Schleuderring?
Eigentlich spricht ja gegen einen Schleuderring die Trennung zwischen Motorblock und Ölwanne genau in Kurbelwelle, oder?
 
Hallo Jürgen,

Radialwellendichtring ASW Rechtsdrall mit Staubschutzlippe. Ist das ein Schleuderring?
Nein, das sind zwei unterschiedliche Sachen. Leider habe ich keine weiteren Dokus zu dem Thema. Ich weiß auch nicht, ob die Zeichnung tatsächlich zu Deinem Motor passt.
 
Hallo Christoph,

Deine Zeichnung stammt aus dem Werkstatthandbuch / TDV meine Nummer aus dem EPC / Ersatzteilekatalog.
Was wirklich verbaut ist sieht man erst am wahren Objekt.
Ich vermute allerdings, daß das was Du als Schleuderring auf der Welle erkannt hast eventuell das Ritzel für die Duplexsteuerkette darstellen soll. :wink:
 
Hallo,

kann es sein, dass beides, Ölschleiderring und Dichtring verbaut sind? Für den Dichtring gibt es in der MES3 Kiste zumindest ein Sonderwerkzeug 111 589 17 61 00. In der TDV sind auch beide beschrieben.

Hinzu kommt ein Hinweis, dass bei unpassenden Breite des Distanzringes die Zentralschraube nicht richtig angezogen werden kann.

Gruß
Markus
 

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Habe noch etwas gefunden. Offensichtlich gab es mit der Zentralschraube mehrere Ansätze eine sichere Befestigung zu gestalten. Die Passstifte kamen wohl offensichtlich erst mit der 5. Version und erfordern eine Bohrung mit h8 Toleranz.

Das kann Jürgen vergessen, wenn die Stifte durch Drehschwingungen zermalen wurden. Also Stifte DIN 7 scheiden m. E. für die Reparatur aus.

Um auf Jürgens ursprüngliche Frage an die Maschinenbauer zurück zu kommen, die in der TDV beschriebenen Änderungen legen den Schluss nah, dass ürsprünglich durch Reibung die Scheibe gehalten werden sollte. Schrittweise hat man das Anzugsmoment erhöht und dazu die Schraube ertüchtigt. Als Reibung sich nicht als dauerhafte Lösung präsentiert hat, wurd zusätzlich auf Formschluss gesetzt. Offensichtlich wollte man dabei auf die Kerbwirkung einer rechteckigen Passfedernut verzichten und hat sich für die Passstifte DIN 7 entschieden.

Verzichtet Jürgen auf eine zusätzliche formschlüssige Kraft / Momentenübetragung ist damit zu rechnen, dass die Scheibe sich im Betrieb verdrehen kann. Jetzt muss Jürgen entscheiden, welche Folgen eine rutschende Scheibe bei seiner Nutzung des Fahrzeugs hat. Damit meine ich nicht seine Fahrweise, sondern wann er mit der nächsten Reparatur rechnet. Vielleicht hält die Scheibe so lange durch. Hier fehlen mir die Erfahrungswerte. Möglicherweise hilft auch die Regelmäßige Kontrolle.

Gruß
Markus
 

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