406 U65 Bj.64 auf Servolenkung umrüsten

alterelfer

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26. Apr. 2011
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Hallo, ich möchte meinen U65, einer der ersten und ohne Lenkunterstützung ausgeliefert, gerne auf Servolenkung umrüsten.
Im derzeitigen Zustand, ohne Servo ist rangieren schon ein Kraftakt und wenn man viel mit Hänger rückwärts fährt eine regelrechte Quälerei.

Ich habe mir auch schon eine originale U65-Servolenkung, komplett mit Lenksäule gekauft, die originale, alte U65 Version, von ZF, die an der Hydraulikanlage angeschlossen wird, ohne extra Servopumpe und Tank.
Diese ist allerdings, wie ich jetzt festgestellt habe, relativ verbraucht, ausgeschlagen.

Nun zu meiner Frage: Ist es möglich, eine neuere Servolenkung einzubauen, mit extra Pumpe und Tank?
Hat schon jemand einen solchen Umbau gemacht? Wie groß ist der Aufwand, was brauche ich alles?

Mein Unimog hat schon den OM 352 Motor. Ein neueres Lenkgetriebe hätte ich ebenfalls noch hier rumliegen.

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Gruß Ingo
 
Hallo Ingo

also meine 406 Bj. 64, hat schon die Lenkunterstützung, über die Hydraulikanlage, entsprechende Drehzahl und der läßt sich im Stand gut lenken.
Allerdings hat meiner noch den OM 312 drin.

Hab ich da irgendwas falsch verstanden oder gibt es da so Unterschiede bei den 406 er?

Grüße von der sonnigen Untermosel
Ingo
 
Hallo Ingos,

den U65 mit der ZF-Spindel-Hydrolenkung 7419, hat es auch mit separater
Lenkungspumpe gegeben. Das Öl kommt vom normalen Hydrauliköltank,
der Mengenteiler ist natürlich nicht vorhanden. Die Servopumpe war angeordnet, wo der Zusatzluftpresser sitzen könnte.

Die Hydraulikpumpe war Typ ZF 7633 130 bar, ich glaube 36l/min.

Scheint eine recht seltene SA zu sein, man findet kaum Hinweise.

@Ingo (alterelfer) woher weißt Du denn, das die Lenkung ausgenudelt ist.
Feststellen kann man das doch nur wenn sie eingebaut ist.
Als ich meinen Unimog geholt habe war die Lenkung absolut "schwammig",
beängstigend, es war zu wenig Öl im Tank, jetzt funktioniert sie tadellos.

Gruß Lothar
 
Hallo,

Hab ich da irgendwas falsch verstanden oder gibt es da so Unterschiede bei den 406 er?

Ein U65 hat außer den Außenmaßen, dem aussehen und dem Motor (sofern schon ein OM352 eingebaut ist) nicht viel Gemeinsamkeiten mit einem U84 bzw. U900. Fast jedes Teil wurde da im Laufe der Zeit geändert. Vom Rahmen über Getriebe, Achsen, Bremsanlage, Lenkung bis zum Fahrerhaus.

Servolenkung wurde erst 1970 zur Serienausstattung, wobei aber wohl außer relativ frühen U65 kaum noch Fahrzeuge ohne Servolenkung ausgeliefert wurden.
Bei der Servolenkung gab es folgende Versionen:
- Lenkung mit Anschluß an Hydraulikkreis über Mengenteiler
- Lenkung mit separater Pumpe, jedoch noch am Hydrauliktank angeschlossen (ab FG-Endnummer 4494)
- wie vor, jedoch geändert für kippbares Fahrerhaus (Lenksäule) (ab 5736)
- Lenkung mit separatem Kreislauf, eigener Ölbehälter (ab 8507)
- Sonderfall bei Wandler, dann kein eigener Ölbehälter

Gruß,
Michael
 
Hallo Michael,

das habe ich auch schon gemerkt das es nicht viele Gemeinsamkeiten der U 65 gibt, jeder ist fast anders,
besonders als im Winter mein Radvorgelege defekt war, da waren Ideen gefragt und eine gute Dreherei.

Mein 406 hat die Endnummer 1548 also relativ alt.

Grüße von der sonnigen Untermosel
Ingo
 
Hallo Ingo

Und meiner hat die Endnummer 4690 und hat eine Servopumpe.
Ich hatte da vor einigen Wochen einen Schaden an der Leitung der
Mog läßt sich von Hand fast nicht mehr renken und ich bin einer
der 100 kg hat und hatte fast keine Change ihn zu lenkenn !
Haben ihn 500 Meter mit der Stange geschleppt war etwas mühsam
darum kann ich mir fast nicht vorstellen daß du keine Hydraulikunterstützung hast ! :roll:

Ich denke U 65 gehört zum Namen Ingo !
 
Hallo Ingo

könnte sein das der Name Ingo fest verwurzelt mit dem U 65 ist. :lol:

Mir ist mal ein Hydraulikschlauch an den Tank geplatzt und ich konnte weder lenken noch kuppeln, also ist beides Hydraulikunterstütz.


Grüße von der Untermosel
Ingo
 
Hallo, vielen Dank für die Antworten.

Ingo: Ich bin bisher noch keinen 406er mit dieser alten Hydrolenkung gefahren, du schreibst, bei entsprechender Drehzahl lenkt er sich im Stand gut. Davon habe ich bisher nur gelesen, ich stelle mir das umständlich vor, immer mit dem Gas spielen zu müssen, die Drehzahl hoch zu halten, um leicht lenken zu können. Bist du zufrieden damit?

Lothar: Genau diese Spindel-Hydrolenkung 7419 hab ich da liegen. Der Vorbesitzer meinte schon als er sie mir verkaufte, sie könnte Spiel haben, er hatte sie aber nie eingebaut und ist nicht damit gefahren.
Ich kenne das nur von alten PKW´s, wenn ich dort ein 64er Mercedes-Servolenkgetriebe habe, was im ausgebauten Zustand, von Hand gedreht so viel Spiel hat, käme ich nicht auf die Idee es einzubauen. Aber vielleicht ist das beim Unimog anders?

Michael: Vielen Dank für die Information, ich dachte nicht, das es so viele verschiedene Lenkungen gibt.

Am liebsten wäre mir eine Umrüstung auf ein Späteres Lenkgetriebe mit seperater Pumpe und Tank, wie eingebaut ab Modell 8507. Ist das machbar, oder völlig unmöglich?

Was ich noch erwähnen muss: mein Unimog hat momentan keine Hydraulik! Diese will ich noch nachrüsten, über Winter. Daher erscheint es mir momentan am einfachsten diese autarke Servo, mit eigener Pumpe und Tank einzubauen.

Ich bin für jeden Tip, bzw. Auskunft sehr dankbar!

Gruß Ingo
 
Hallo Ingo,

ich habe auch so einen, BJ 1966, aber meiner hatte die hydraulische Spindellenkung.
Der Mog ist mit dieser Lenkung nie geradeaus gefahren und hatte oben am Lenkrad ungefähr eine Handbreit Spiel.:cry:
Ich habe dann mal vor einigen Jahren einen der alten Meister beim Auto Henne in München gefragt, wie man diese Spindellenkung nachstellen kan, und der hat gesagt "gar nicht".:cry:
Die einzige Möglichkeit ist, die Kugelumlauflenkung von einem späteren Modell einzubauen.
Ich habe dann von einem BJ 70 die Kugelumlauflenkung mit extra Tank und Pumpe montiert, und siehe da, der Mog ist auf einmal geradeaus gefahren.
Außerdem hast Du dann auch zwei getrennte Ölkreisläufe, weil bei der Spindellenkung trotz separater Ölpumpe das Hydrauliköl für die Lenkung benutzt wurde.
Mir ist übrigens bei der "neuen" Lenkung neulich auch der Druckschlauch geplatzt (War reine Blödheit von mir, ich hatte einen angehunzten Schlauch verbaut :evil:) und der Mog ließ sich kaum noch lenken.
Das liegt daran, dass die Servolenkung eine andere Übersetzung hat als die reine Bluthydrauliklenkung.
Ab Bj 72 ist die Hydrauliklenkung übrigens nochmals anders und größer, ich weiß nicht ob die dann noch in den U65 reinpasst, weil es da ja ziemlich eng zugeht. :flex:

Viel Grüße,

Manuel :trink1:
 
Hallo Ingo (Schmidtchen),

hier verwechselst Du Äpfel mit Birnen.

Die Kupplung ist zwar hydraulisch unterstützt, hat aber weder zur Arbeitshydraulik, noch zur Lenkhydraulik Verbindung.

Hinter dem Kupplungspedal ist ein Zylinder angeordnet, Geber.
Am Kupplungsgehäuse ist wieder ein Zylinder verbaut, Nehmer.
Beide Zylinder sind mit einer Leitung verbunden, das System wird mit
Bremsflüssigkeit betrieben. Das System ist autark, hat nix mit der Hydraulik zu tun, mit der Bremsanlage auch nicht.

Gruß Lothar
 
Hallo Manuel,

als du deinen Unimog von Spindellenkung auf diese 70er Kugelumlauflenkung umgebaut hast, was musstes du alles umbauen? Ich gehe davon aus, auf jeden Fall die Lenksäule komplett? Passt der Halter der Pumpe, oder muss da etwas angefertigt werden?

Gruß Ingo
 
Hallo Ingo,

ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, ob ich die originale Lenkungspumpe oder die von dem Bj 70 verwendet habe.
Ich kann mich aber erinnern, dass es von der Montage her überhaupt keine Probleme gab.

Das Lenkgetriebe selbst passte an die originalen Aufnahmen, der Ölbehälter wird seitlich am Motor angeschraubt, (Bei mir allerdings ein OM353) und die Pumpe hängt am vorderen Motorträger, glaube ich.

Der größte Bastelspaß ist am Fahrerhaus:

Die alte Spindellenkung hängt am Rahmen und ist gleichzeitig Lenksäule, d.h. trägt das Lenkrad selbst.

Die Kugellenkung hat oben einen Vielzahn, auf den ein Kardangelenk aufgeschoben wird, das unten an einer separaten Lenksäule hängt.

Diese Lenksäule wird mit Schauben an einem Querträger unter dem Armaturenbrett angeschraubt.
Bei Deinem Fahrerhaus sind keine Einschweißmuttern dafür angebracht, ich habe deshalb Blindnieteinziehmuttern eingezogen, das hält wunderbar.

Dann muss man noch den Gummibalg von dem neueren Baujahr an die Bodengruppe vom U65 anpssen.
Ich habe damals mit einem Teppichmesser ein wenig zugeschnitten und die Öffnungen mit schwarzem Sikaflex verklebt, das hält immer noch wunderbar.
Der Gummibalg wird dann mit dem originalen Metallrahmen angeschraubt.

Das ganz ist halb so schwierig wie es klingt und es lohnt sich weil zwischen dem Lenkverhalten von alter und neuer Lenkung Welten liegen.

Eins noch, Du solltest Dir einen passenden Abzieher für Spurstangenköpfe kaufen, das spart viel Mühe und teure Schäden.


Viele Grüße,

Manuel
:trink2: :thumbup:
 
Hallo Ingo

Ich habe meinen U65 auch auf die neue Lenkung umgebaut und kann dir sagen das es sich gelohnt hat.
So ähnlich wie Manuel es beschrieben hat habe ich es auch gemacht nur hatte ich das Problem das bei meinem U65 der Motorträger die Aufnahme für die Servopumpe nicht hatte (wenn du von forne oder von unten in den Motorraum rein schaust kannst du vielleicht dieses U-förmige Teil erkennen das an einer Stelle unten am Rahmen und rechts und links am Motor befestigt ist)
An diesem Halter muss in der nähe der Lichtmaschine noch ein Loch für die Befestigungsschraube(ca.M20) der Servopumpe sein.
Das solltest du vielleicht noch überprüfen

Gruß Florian
 
Hallo Ingo (alterelfer)
Ich habe deinen thread mit Interesse gelesen, da ich meinen U 65 (FGNr. 072) zu Beginn des Jahres auch mit der ZF 7419 umgerüstet habe. Wichtig ist der letzte Tipp von Florian. Die alten Motorträger habe kein aufnahmeloch für die gängigen Hydraulikpumpen (Hp), da bei den ersten Servolenkungen am U 65 die Hp rechtsvom Motor montiert war. Der Einbau eines anderen Motorträgers erübrigt sich nur, wenn du die original Pumpe samt Befestigung hast. Die originale Pumpe kann allerdings nicht an den (neuen) Motorträger angebaut werden, da die Drehrichtung eine andere ist. Du mußt dir also auch noch eine neuere Pumpe besorgen. Der Einbau ist ansonsten zwar knifflig, aber zu zweit zu bewerkstelligen. Dazu sind auf jeden Fall auch die Bleche im Pedalraum zu entfernen. Ansonsten kriegst du das neue Lenkgetriebe nicht durch die Öffnung der alten mechanischen Lenkung. Der Lenkstockhebel muß natürlich vorher auch noch ab.
Bevor ich hier noch Romane schreibe...schick ich dir eine PN mit meiner Telefonnummer. Wir können dann in Ruhe telefonieren.
Eins noch zum Schluß:
Ich bin nicht wirklich begeistert vom Ergebnis. In den kleinen Gängen und beim Rangieren ist der Unterschied schon spürbar, aber wenn ich im großen Gang um die Kurven fahre muss ich teilweise mehr am Lenkrad zerren als bei der mechanischen Lenkung. Vielleicht habe ich ja auch ein Problem in der Lenkung und hab es noch nicht gefunden.

Grüße
Andreas
 
Hallo zusammen,

weil man im normalen Alltag nicht so besonders auf die Lenkung achtet,
habe ich gerade eine ZF-Spindel-Hydrolenkungsbeobachtungsprobefahrt
gemacht.

@ Ingo (alterelfer), meine Lenkung hat außen am Lenkrad gemessen,
etwa eine Handbreite Spiel, wenn der Motor nicht läuft.
Sobald der Motor an ist, ist dieses Spiel weg, auch bei Standgas.

@ Andreas, daß die Lenkung bei schneller Kurvenfahrt schwergängig ist,
kann ich nicht bestätigen.

Daß die moderneren Sevolenkungen komfortabler sind ist wohl klar.

Gruß Lothar
 
Hallo Lothar!

Das ist ja gerade mein Problem! Das die ZF Hydrolenkung nicht so gut ist wie die neuen Servolenkungen war mir bewußt. Aber das die Lenkung bei niedriger Motordrehzahl doch stark abfällt (zumindest bei der von mir eingebauten) ist meiner Meinung nach auch nicht normal. Ich habe aber keine Vergleichsmöglichkeit, da ich einen anderen Unimog mit dieser Lenkung noch nicht gefahren habe.
Vielleicht hat ja jemand aus dem Forum einen Tipp, warum sich meine Lenkung so verhält? An Hydrauliköl verwende ich ARAL Vitam VF 46.

Gruß
Andreas