Hallo,
grundsätzlich muss jede Reiheneinspritzpumpe mit Schmieröl versorgt werden. Entweder durch Anschluss an die Druckumlaufschmierung oder durch einen eigenen Ölhaushalt. Die Pumpen für den OM 636 haben alle einen eigene Ölhaushalt. Befindet sich in der Pumpe nicht genug oder gar kein Öl, so kann es zu Lagerschäden an der Nockenwelle in der Einspritzpumpe kommen. Das kann in Extremfällen soweit gehen, dass sich durch die starke einseitige radiale Belastung nach unten die Kugeln in den Schulterlagern so tief in den Lageraußenring "eingraben", dass die Nockenwelle schon an der Metalleinfassung vom Simmerring schleift. Vorhub und Position des Förderbeginns stimmen dann natürlich auch nicht mehr. Zudem schädigen dadurch eventuell entstehende Späne die Laufoberfläche der Nocken und Rollenstößel. Es ist daher wichtig das Öl in der Pumpe auch regelmäßig zu kontrollieren und bei zu viel Diesel im Öl auch die Pumpe wie oben beschrieben zu spülen, damit wieder frisches Öl in die Pumpe gelangt. Diesel im Schmieröl kann zum einen durch eine undichte Vorförderpumpe entstehen oder durch Lecköl an den Pumpenelementen. Zweiteres ist solange die Leckölmenge im Rahmen bleibt und die Pumpe sauber arbeitet nicht weiter schlimm und eigentlich völlig normal. Bitte korrigiert mich falls hier jemand bezüglich des Lecköls mehr weiß.
bei den Pumpen im OM 636 gab es zwei Versionen, das kann man an der Bezeichnung erkennen. Die von Gregor beschriebenen Pumpe ist die ältere B Version. Das bedeutet es war die erste Überarbeitung/Modernisierung der ursprünglichen Pumpe mit der Bezeichnung A (diese war aber nie im Unimog, sondern vermutlich nur an den allerersten OM 636 Motoren verbaut). Später gab es dann die C Version.
Zu erkennen ist die Version an der Nummer. PES4A50B410RS... oder halt PES4A50C410RS... , (letzteres ist die Version wie auf dem Bild von Jörg)
Die B Version hat den Ölmessstab und ein Entlüftungsröhrchen auf der Rückseite. Beim Ölstand ist hier der Ölmessstab maßgeblich. Bei der C Version fällt der Messstab weg und es gibt nur noch das Überlaufröhrchen. In diese Pumpe wird dann soviel Öl eingefüllt bis es aus dem Röhrchen wieder austritt. am einfachsten füllt man das Öl an der Seite ein, indem man den Deckel mit den beiden Schrauben abnimmt, das gilt für beide Pumpen Versionen. Ich mache das immer mit einer Spritze und die vier Zahnsegmente, die oben in die Regelstange greifen bekommen dann auch direkt jeweils einen Spritzer. Die beiden Blechhüte sind Entlüftungen, die auf dem Seitendeckel oder auf dem Reglergehäuße sitzen. zudem gibt es Reglergehäuße, an welchen sich ein Klappenöler befindet. Hier werden dann in regelmäßigen Abständen einige Tropen Öl eingefüllt. Neben dem Ölmessstab wurden noch weitere Veränderungen an den Pumpen vorgenommen. Die C Version hatte unten z.B. keine Verschlussschrauben mit Filzeinlage mehr und dafür Blechstopfen, des Weiteren hat die C Version im Gegensatz zur B Prallschrauben für jedes Pumpenelement zwischen Seitendeckel und Druckanschluss oben. Zudem wurde bei der C Version ein L17 Schulterlager durch ein Standard Rillenkugellager 6203 ersetzt usw.....
Die von Christoph beschriebenen Endziffern geben Aufschluss über die Einstellung der Pumpe.
Gruß Max