411 Motorproblem

mogfred

New member
03. Jan. 2004
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Hallo Mogler,
seit Dezember bin auch ich stolzer Besitzer eines 411 110,
( Bj. 57, ca 40000 BetrStd.)
Leider hab ich Probleme beim Starten. Muß immer ca. 15 Min. einplanen, bis das Ding läuft. Vorglühen bis ca. 2 Min, Absteller eindrücken, usw hilft alles nichts.
Springt dann irgendwann unter starkem Rauchen an und bläst beim Gasgeben schwarz.
Von Fachwerkstatt Kompression prüfen lassen.
Ergebnis: ein Zyl. i.O. zwei Zyl schlecht, ein Zyl. mittelprächtig. Genaue Daten hab ich leider nicht.
Tip von Werkstatt: Motorüberholung für ca 4500.- €
Nun sagte mir ein alter Mechaniker, dass evtl. nur die Kolbenringe festsitzen.
Einfach etwas Bremsflüssigkeit in die Zylinder geben und ein paar Stunden einwirken lassen. Das soll angeblich Rost und Ölkohle lösen und die Ringe werden wieder gangbar.
Hat von euch jemand schon Erfahrung mit solchen Radikalkuren??
Bin für jeden Tip dankbar.
Gutes neues Jahr noch und Grüße aus Weilheim/OBB
 
Hallo mogfred,

Also als erstes: Erfahrung habe ich mit dieser Methode nicht, aber warum sollte man nicht auf einen erfahrenen Mechaniker hören. Weiteren Schaden kann es nach meiner Meinung nicht anrichten, es kann nur besser werden (obwohl ich es nicht glaube).

Wenn die Kompressionswerte nicht mehr so toll sind (<17 bar) ist Suche nach dem warum angesagt.
1. Kolben haben gefressen, Ringe sind gebrochen -> Motor Überholen
2. Ventile schliessen nicht richtig -> Ventile einstellen
3. Kopfdichtung ist durch (Wenn die schlechten Zylinder nebeneinander liegen, duchaus möglich, habe ich gerade auch einen da liegen) -> Dichtung wechseln
4. Kopf gerissen (Steg zw Ein-und Auslassventil reisst gerne) ->neuer Kopf
5.... (es gibt noch viele Möglichkeiten)

Schwarzer Rauch kann auch von einer verstellten Einpritzpumpe kommen.

Ein paar Anregungen:
- was hustet der Motor aus der Kurbelgehäuseentlüftung?
- Öl im Kühlwasser oder Luftblasen bei laufendem Motor im Ausgleichsbehälter?
- Kopf mal runtergenommen und reingeschaut? (geht auch bei eingebautem Motor)
- Was ist für Öl drin? Steht der Mog draussen?
- stinkt Abgas nach Diesel oder Öl?

Motor würde ich nicht überholen lassen. Das wäre mir zu teuer. Ich habe bei einem ähnlichen Problem (Kolbenringe haben gefressen) einen gebrauchten Motor gesucht und gefunden und den dann eingebaut.
 
Hallo, also bei 40000 h kann man schon davon ausgehen, dass der Motor ein bisschen was erlebt hat.
Eine gebrauchte Tauschmaschine kann eine Lösung sein, aber als Laie da eine finden, welche nicht ebenso einige Stunden runter hat? - das ist immer mit Risiken verbunden, wenngleich der Markt da auch nicht unbedingt so rosig ist...
Dieser Überholpreis erscheint mir etwas hoch, jedoch glaube ich dann die Ausführungsfirma im Raum Weilheim flüchtig zu kennen ( 4 Buchstaben? ) und hab da bislang nur gutes von gehört.
Statt Bremsflüssigkeit würde ich eher Cola einfüllen, das hat auch lösende Wirkung, wenngleich ich da eher erst mal Glühkerzen, Kopf ( Kopfdichtung kostet ca. 30 Teuro )u. Laufflächen anschauen würde. Vielleicht auch mal die Filters ( Luft und Kraftstoff ) anschauen. Auf gebrochene Kolbenringe würde ich nicht tippen, da würde er bläulich rauchen.
Grüsse aus Oberbayern nach Oberbayern
Stefan Fuchs
 
Hallo Mogler,
seit Dezember bin auch ich stolzer Besitzer eines 411 110,
( Bj. 57, ca 40000 BetrStd.)

Wirklich 40000 Betr.Std.?! holla! Das währe ja bald doppelt soviel wie ein Buldock schaffte :D . Da sind es bestimmt nicht nur die festen Kolbenringe die den Motor schlecht anspringen lassen. ;) Du meinst doch 4000h oder ?

Gruß Christian
 
Hallo,
so wie das Problem beschrieben ist würde ich auch nicht den Motor gleich überholen lassen. Wenn er schwarz raucht beim Anlassen dann ist oftmals die Ursache von nicht Zünden des Kraftstoffs bei Kaltstart, entweder weil die Glühkerzen nicht Glühen (merkt man daß da die Anzeige rot wird?) oder auch die Enspritzdüsen klemmen oder nicht mehr optimal sprühen. Wenn die Kolbenringe fest sind dann würde aus dem Entlüftungsrohr vom Motor (müsste mein 411.110 mit einem Rohr am Motor vorbei nach unten laufen) ordentlich Wind geben. Gibt die Einspritzpumpe zum Starten auch genug Diesel ab und kann es auch sein daß der Motor bei Zugarbeiten \"schwarz Qualmt\" was an einer falsche Einstellung des Einspritzzeitpunkt liegen kann ... .
Bin aber auch gespannt was da wirklich mit dem Motor los ist.
Aber - 40.000 Stunden kann der Motor wohl nicht im Mog laufen, eher 4.000 und das ist für den 411er auch schon ein bischen wenn er gearbeitet hat.
Hast Du den aus Holland?
Gruß
Bernd Thomes
 
Erst mal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Leider komm ich erst heute dazu, euch zu antworten. Bin zur Zeit Arbeitsmäßig recht im Stress. Da muß auch mein Mog wohl auch etwas zurückstecken.
Nun zum Thema:
Betriebsstd. muß ich nochmal genau nachsehen
Motor-/Getriebeöl neu
Luftfilter frisch gereinigt
Ölfilter neu
Ventile wurden angeblich eingestellt
Glühkerzen wurden angeblich überprüft
Abgas stinkt nach Diesel
der Mog ist ca. 1 Jahr unbewegt im Freien gestanden

Und hallo Bernd, es ist nicht der aus Holland sondern aus Deggendorf, meiner sieht aber genauso aus.
 
Hallo Stefan,

Würd mich auch interessieren.
Könnte jetzt natürlich sein, dass Bernd genau wie ich an einen Mog aus Venlo denkt, der vor Weihnachten bei ebay verkauft wurde.
Da stand bei der Beschreibung des Zustandes, dass er schwer anspringen würde...
Meint ihr den, oder bin ich vollkommen falsch??


[Editiert am 15/1/2004 von Philipp.Hermes]
 
Hallo Mogfred, ich hatte ähnliche Probleme.Habe kurzentschlossen meinen Motor ausgebaut und komplett überhohlt.Würde ich Dir auch raten .Wenn Du Mechaniker bist ,kannst Du dies auch selbst.Es müßte nur eine Firma in Deiner Nähe geben,die Motoren,Kurbelwellen usw. schleift.
Dann ist auch eine Überholung erschwinglich.
Gruß Bernd
 
Hallo,
jaaaaaaaa, den vor Weihnachten in Venlo habe ich gemeint. Da hat der Verkäufer dabei geschrieben \"springt schwer an\" aber das wäre bei \"diesen Dingern\" normal.
Wenn der Unimog beim Ziehen schwarz Rauchen sollte dann denke ich an der Einstellung der Einsprtzpumpe.
Gruß
Bernd Thomes
 
Hallo Bernd,


Bist du gefahren und hast ihn dir angesehen??
Hatte das eigentlich vor, war mir aber dann doch zu weit. Äusserlich sah er nämlich nicht schlecht aus.
Find das sowieso immer wieder erstaunlich, was sich manche Leute sagen lassen, was bei solchen Dingern normal wäre.
@ Mogfred: Was bringt der Unimog denn an Leistung, wenn er läuft??
Stoppt die Raucherei nach ner gewissen Laufzeit???
 
Hallo mogfred,

wenn er nach Diesel stinkt, stimmt was mit der Verbrennung nicht, wie Bernd schon geschrieben hat. Im günstigsten Fall ist nur die Kopfdichtung durch. Also ich würde mal bei Gelegenheit den Kopf runternehmen und da mal genauer nachschauen.
 
Hallo Phillip,
bin immer noch auf der Suche nach 411, 421, 403 oder 406, möglichst Cabrio und nicht teuerer als 4.000,- Euro wobei die Ausstattung zumindest bei den 411 keine Rolle spielt. Dabei ist ebay eine Interessante Andresse aber irgenwie gehen die meisten Mog´s und fast alle anderen Teile vieeeel zu teuer weg.
Gefahren oder live angesehen habe ich mir den Unimog nicht, weiß aber daß der Motor nach dem Vorglühen doch eigentlich gut anspringt. Vorausgesetzt die Batterie ist noch im Brauchbaren Zustand.
In meinem 421er habe ich auch eine neue Batterie eingebaut da die alte laut Batterieprüfgerät so an ihre Grenze lag. Und es ist mit dem Anspringen, auch der Drehgeschwindigkeit des Anlassers erheblich besser geworden. Hat sich auf jedem Fall gelohnt.
Gruß
Bernd Thomes
 
Servus mogfred,
ich habe auch einen 411er, allerdings etwas jünger, BJ 1963. Fahr ihn nun schon ca. 12 Jahre. Hatte ähnliche Probleme mit dem Starten. Im Sommer gings einigermaßen, wenn es kälter war sprang er äußerst schlecht trotz neuer Batterie an. Dauerte wie bei Dir ewig lange, im schlechtesten Falle war nach einige Malen Vorglühen und vergeblichen Startversuchen die Batterie leer, so daß einige Zeit gar nichts mehr ging, Batterie mußte sich erst wieder erholen. Habe auch mit Startlader probiert, war etwas besser, aber auch nichts Besonderes. Im Laufe der Jahre wurde 2x die Zylinderkopfdichtung nach vorhergehendem Planen des Kopfes gewechselt und alles wieder neu eingestellt. Auch danach ist keine wesentliche Besserung eingetreten. Dann wurde mir von einem Freund, der alte gößere Stromerzeuger aus den neuen Bundesländern (wohl aufgelöste NVA-bestände) ankauft und repariert und danach weiterverscherbelt folgender Tipp gegeben, den Dir beschreibe:
Zuerst als Test: Gehe mit einem Kabel mit großem Qerschnitt ( Wie z. B. Starterkabel oder noch etwas größer) direkt vom Pluspol der Batterie (sollte noch gut Leistung bringen)
direkt vor den zweiten Vorglühwiderstand drauf. Nicht etwa über die Zangen eines Starterkabels, sondern direkt die etwas abisolierten Enden des Kabels fest draufhalten!Mach das als Provisorium ohne richtig anzuklemmen, Du brauchst halt 2 Leute, die das Kabel ordentlich und fest draufhalten. Ansonsten brauchst Du nur die Zündung einzuschalten und vorläufig nicht durch Ziehen vorglühen. Schau unbedingt irgendwie auf den zweiten Vorglühwiderstand. Sobald dieser hellrot ist und Du siehst daß die Luft um ihn zu flimmern beginnt ziehst Du denn Anlasserknopf zum Starten durch. Gas und Eindrücken des Abstellers nicht vergessen. Die Helfer müssen aber aufpassen, daß sie nirgends an bewegliche Teile (Keilriemen o.Ä.) kommen.
Bei mir klappt das hervorrragend schon seit 2 Jahren ohne daß die Glühkerzen kaputt gehen. Natürlich habe ich nach den ersten guten Versuchen alles so umgebaut, daß man alleine so starten kann. Auch wenn der mog wochenlang gestanden ist springt er sofort nach dem Vorglühen ( auch bei Minustemperaturen, Fahrzeug ist allerdings in einer Garage, sofort an). Vorglühzeit ca 40- 50 Sekunden.
Wenn dies bei Dir hinhauen sollte kannst Dich wieder melden, dann beschreib ich Dir wie meine endgültige Lösung hierzu (Zeitrelais, Kontrollleuchte zum Überwachen usw.) gemacht wurde.

Konrad, Au i.d.Hallertau im Lkr. Freising, Bayern
 
Hallo zusammen,

eine überlegenswerte Alternative ist m.E. der Einbau einer Schnellstart-Vorglühanlage(mit Stabglühkerzen). Diese ersetzt die alten Wendelkerzen. Meines Wissens gibt es bei Bosch einen kpl. Umbausatz mit allen erforderlichen Teilen. Der Preis dafür soll bei ca. 110 EUR liegen.
Ausserdem gibt es Spezialisten, die den Anlasser umbauen, sodass die Anlassdrehzahl von ca. 250 U/min auf ca. 450 U/min angehoben wird (neuer Anker). Ist aber nicht billig, zu DM-Zeiten lag der Preis dafür (im AT) damals bei rund 700 DM.

Der OM636 soll danach angeblich starten wie der Teufel. Kann ich aber weder bestätigen noch dementieren.

Gruss
Gerhard
 
Hallo,

also ich habe einen echten Vorschlag für Euch: Lasst den Anlasser beim Boschdienst umbauen auf 9 Volt. Und Euer Mog springt an ! Ich habs machen lassen, funktioniert 100 pro. War zwar anfangs skeptisch, aber der Meister von Bosch hat mich überzeugt. Ist ne feine Sache !

MfG
Tobias