411- welcher Typ genau; was beachten bei Erststart?

Helmwart

New member
30. Sep. 2008
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Hallo,

ich lese seit ein paar Tagen hier sehr intensiv im Forum, konnte aber leider eine Frage durch Lesen der alten Beiträge nicht klären.
Aber erstmal zu meiner Person:
Ich bin 21 Jahre alt, seid ca 10 Jahren sehr interessiert an alter Landtechnik. Seid 5 Jahren sammele und schraube ich zusammen mit meinem jüngeren Bruder an Treckern.
Seit letzter Woche Freitag haben wir auch einen Unimog 411.
Wir hatten schon den einen oder anderen Schraubenschlüssel in der Hand, aber sind mit dem Unimog total unerfahren.
Bevor wir uns nun Hals über Kopf in den Unimog stützen, möchte ich mir gerne die entsprechende Literatur kaufen, um möglichst wenig grobe Schnitzer zu begehen und mich auch theoretisch mit der Materie vertraut zu machen. Leider fehlt bei unserem Mog das Typenschild, also weiß ich nicht, um was für einen 411er es sich nun genau handelt. Das müsste ich ja schon wissen, damit ich das richtige WHB/ETL kaufen kann. Wenn ihr von irgendwelchen bestimmten Baugruppen zur genauen Identivizierung Bilder braucht, lasst mich das wissen!
Kann mir da jemand weiter helfen?
Desweiteren handelt es sich bei dem Mog um einen Scheunenfund. Der Motor hat also ein paar Jahre nicht gelaufen. Was sollte man vor einem Erststart noch beachten außer: Kraftstoffilter wechsel, Ölwechsel, Ventilspiel kontrollieren (was für ein Spiel hat der OM636?) und Krafstofftank reinigen?

Gruß,
Malte[/img]
 

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Hi,schöner Scheunenfund!Und willkommen im Forum.
kann dir wohl nur etwas weiter helfen,die Literatur zu dem Mog bekommst du am besten bei Buch undBild. http://www.buchundbild.de/
Die Fahrgestellnummer ist rechts vorne im rahmen eingestantzt. Sonst wenn noch vorhanden auf der Beifahrerseite im Motorraum das das Typenschild.Aber du schreibst ja das euer fehlt.
Wir haben auch so einen Scheunenfund mal gehabt, den haben wir so zum laufen gebracht, ohne zu fahren oder so, nur öl drauf und dann angelassen.
mfg Thomas
 
Hallo Malte,

auch von mir erst einmal herzlich willkommen hier im Forum, und ebenso herzlichen Glückwunsch zur richtigen Wahl der Einstiegsdroge zum Thema Unimog.

auf den ersten Blick sollte es sich bei Deinem Mog um einen 411.112 handeln,
denn ich erkenne ein Cabrio mit langem Radstand und sogenannten alten Achsen.

Theoretisch könnte es natürlich sein das in seinem langen Leben mal einiges Umgebaut wurde und somit ein anderer Typ am Rahmen steht.

Die wichtigste Fundstelle für Literatur hat Thomas schon genannt. Du benötigst die Betriebsanleitung, Ersatzteilkatalog (wichtig viel Explosionszeichnungen) und Werkstatthandbuch.

Eine schnelle Typenübersicht findest Du hier: http://www.unimog411.org

Thomas hat ja schon die Fahrgestellnummer erwähnt die zumindest den ursprünglichen Typ indem der Rahmen verbaut war angibt.

Die Nummer beginnt mit 411. Die dann folgenden drei Ziffern geben den Typ an. In Deinem Fall also höchstwahrscheinlich 411112.....

Für mich einer der schönsten Typen :wink:
 
Hallo Malte,

Willkommen unter den UNIMOG-Verrückten.

Wie Jürgen schon bestens analysierte , ist der Typ 411 , Baumuster .112 bis Bj. 8.56-10.61 (Fahrgestellnummer?)
Ich schätze Deinen auf Bj.59-60 , schau mal am Rahmen rechts vorne hinterm Rad , wenn da z.B.: 411.11295XXXXX steht dann ist er Baujahr 1959 , bei 411.11285XXXXX , 1958 etc.
Das bedeutet normalerweise :
Synchrongetriebe
Keine Hydraulik , auch nicht die Ladefläche (es wurde additional eine Luftkipper-Ladefläche eingehängt und wie der Name sagt per Luftdruck angehoben)
Ich kann eine Zapfwelle vorn erkennen.
Ist auch eine Luftrduckanlage verbaut (gewesen)?
PS je nach Baujahr 30-32.
Der Umsturzbügel ist ein Originalteil , welcher nachgerüstet wurde.
Die Farbgebung läßt darauf schließen , daß er ein ehem. Baufahrzeug o.Ä. war. unter dem Gelb kommt mit größter Wahrscheinlichkeit UNIMOG-Grün heraus (d.h. vorher vermutlich landwirtschaftlich) .Die Militärreifen waren zu jeder Zeit eine günstige Alternative , aber nicht Erstausstattung.

Buchtipp:
http://www.buchundbild.de/product_info.php?info=p134_Unimog-Werkstatt-Handbuch-2010-401-411-bis-411-117.html

Eine Wiederbelebung sollte grunsatzlich umsichtig von statten gehen.
Alle Öle und Betriebsstoffe wechseln .Kühlsystem nicht vergessen.
Bremsen sollten fachmännisch überprüft und zumindest die Bremsschläuche und das Bremsöl gewechselt werden.
So ein UNIMOG ist zäh und doch eigentlich immer irgendwie defekt oder undicht , darum Vorsicht bei der ersten Fahr- u. Bremsprobe.

Erst Werkstattbuch dann schrauben !

Viel Spaß damit.

Gruß Bernd
 
Hallo Malte

Für einen Scheunenfund sieht der Mog auf den ersten Blick echt gut aus, Glückwunsch! :thumbup:
Wenn du vor dem ersten Starten die Ventile einstellen willst, würde ich auch auf jeden Fall etwas Öl in die Zylinder geben und den Motor ein paarmal von Hand durchdrehen. Desweiteren würde ich beim ersten Startversuch den Abstellehebel (zwischen Fahrer- und Beifahrersitz aus dem Motorraum kommend) ziehen, damit der Motor erstmal kurz so durchdrehen kann ohne das er gleich anspringt (was meistens eh etwas dauert).
Sind aber auch schon einige Dinge zu geschrieben worden, kannst ja mal die Suche nutzen, da bfindest du bestimmt noch mehr.

Wünsche Dir und Deinem Bruder auf jeden Fall viel Spaß mit euerem Mog, außerdem wären noch mehr Bilder toll :Unimog02 :Unimog04 :Unimog02 :Unimog04
 
Im Prinzip kann ich mich den anderen nur anschließen
Nur noch eines von mir schau mal das den Dieselfilter und die Leitungen nicht verstopft sind sonst bringt das ganze gar nichts :wink:
Dein Unimog gefällt mir sehr gut und lasse ihn bitte gelb das ist was anderes wie immer grün!
Beni
 
Guten Abend,

vielen Dank für die freundliche Aufnahme und die vielen guten Ratschläge! Ich konnte einige der Tips heute Nachmittag gut verwerten. Nachdem wir den durchgerosteten Tank ersteinmal provisorisch durch einen Eimer ersetzt haben, haben wir den Motor ziemlich gut zum laufen bekommen. Das Ventilspiel war bei allen Ventilen auf 0,25 eingestellt. Das habe ich so belassen. Nach dem Entlüften ist er nach vier Anlasserumdrehungen angesprungen, hat mächtig geräuchert und lief dann wunderbar :D
Die Rahmennummer lautet 411,112-95... Ihr habt also voll ins Schwarze getroffen.
Der Unimog hatte wohl mal eine Druckluftanlage, da die Konsole des Kompressors noch vorhanden ist. Auch hat er hinten noch die Pneumatischen Hubzylinder und die Unterlenker. Die Hubstreben fehlen allerdings, und die Unterlenker sind steif gestellt.
Die Pritsche ist nicht kippbar.
Auf dem Foto sieht er noch ziemlich gut aus. Allerdings hat da schonmal jemand viele Bleche erneuert, wobei die Funktion und nicht das Aussehen im Vordergrund standen. Er hat dadurch aber keinen Rost. Hinterher ist dann etwas gelbe Farbe drüber gekippt worden. An manchen Stellen auch rot, aber nicht überall. Im inneren des Fahrerhauses hat er eine Art Oliv grün, nicht dieses grün, wie ich es von den 411ern auf den Oldtimertreffen kenne.
Ich werde da morgen bessere Bilder von machen, vorrausgesetzt die Sonne spendiert etwas mehr Licht als heute.
Heute Abend haben wir noch den Tank geschweißt. Er war im Bereich der Ablassschraube durchgerostet. Da er wohl durch einen kleinen Unfall ziemlich verbeult ist, lassen wir ihn über Nacht mit Wasser gefüllt stehen, um zu sehen ob er auch wirklich dicht ist.
Wenn er dicht ist, wird er angebaut und wir können mal 2m auf dem Hof fahren, um zu sehen, ob das Getriebe überhaupt noch brauchbar ist.
Die Bremsen sind leider fest. Das wird also das nächste Projekt werden, sobald das WHB da ist.
Das bringt mich zu der Frage der BDA. Ich habe bei BuchundBild etwas gestöbert, aber leider keine passende BDA für diesen Unimog gefunden, nur für die Nachfolge Modelle 118-120. Geht die auch für den 112, oder sind die technischen Abweichung zu gravierend?

Gruß,
Malte, der auf seinen neuen Unimog stolz ist wie Oskar :wink:
 

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Hallo Malte,

ich habe für meinen 411.112 Bj 60 auch nur die von Dir erwähnte Bedienungsanleitung. Es gibt darin natürlich ein paar Details die nicht zu Deinem Mog stimmen, besonders im Bereich der Achsen. Aber im Großen und Ganzen ist diese Anleitung auch für Deinen Mog in Ordnung.
Ich empfehle sie zu besorgen. Eine ältere Ausgabe zu finden ist sehr sehr schwierig und dann wohl auch teurer, das muss nicht sein.

Toll das der Motor schon wieder läuft. :D
 
Hallo,
ich habe diese Beiträge mit Interesse verfolgt und hänge mich jetzt
mit einer Frage an.
Es betrifft die Fahrgestellnummer. Von den Vorrednern wurde ange-
führt, daß man aus der Fahrgestellnummer das Baujahr ableiten kann.
Ich besitze einen U 411-120, der in der Fahrgestellnummer die folgenden
Zahlen " 37 " hat. Dies würde analog bedeuten, daß das Baujahr 1973
wäre. In meinem Brief bzw. Schein ist jedoch Tag der ersten Zulassung
22.1.71 angegeben. Die vollständige Fg.Nr. lauter : 41112037990.
Vielleicht kann jemand dies erklären.
M.f.G. Dieter
 
Das stimmt nicht ganz. Baujahr kann man nur bei den ersten 411ern (bis '59 ??) in der Fahrgestellnummer ablesen. Danach wurde einfach durchnummeriert wie bei deinem 120er.