411er Bremsleitung- Spezialwerkzeug?

Oliausmalsch

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23. Apr. 2018
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Malsch
Hallo zusammen,

Habe das Problem meiner Bremsleitung identifizieret: das T-Stück bei den Hinterrad- Bremsen ist undicht, da wo sich die Leitung gabelt.

Habe das noch nie gemacht und daher 2 Fragen:
Gibt es da Spezialwerkzeug? Der 11er Schlüssel ist zu klein, der 12er zu groß.

Und tippt ihr auf eine Dichtung oder brauche ich das ganze T-Stück? Wenn ich Druck aufbaue spritzt es in alle Richtungen.

Danke vorab
Oli
 
Hallo Oli,

wenn du mal in der UCom geschaut hättest, wüsstest du, dass es sich hier um Doppelbördel E handelt, welche metallisch ohne Dichtung abdichten.

Der Überwurf ist M12x1 mit SW12. Hier ist es entscheidend, wie gut die Qualität deines Werkzeugs ist. Davon hängt die Passgenauigkeit ab. Ich empfehle einen offenen Ringschlüssel / Leitungsschlüssel (mein persönlicher Favorit: Stahlwille). Die Leitungsschlüssel sind bei festen Überwurfschrauben stabiler und verwürgen den 6-kant nicht so schnell wie ein flacher Maulschlüssel. Ein Ringschlüssel, der den 6-kant noch besser umgreifen würde, kann wegen der Leitung nicht verwendet werden.

Wenn die Überwurfmutter in den Messingverteiler nicht sauber / gerade eingeschraubt wird, merkt man das bei dem Feingewinde erst zu spät und das Gewinde im Verteiler ist hin und der Bördel kann nicht mehr richtig dichen. Beim Festziehen schert das Innengewinde irgendwann ab. Dann ist ein neuer Verteiler nötig. Das ist besonders teuer, wenn es der im Rahmen mit 4x M12 und 1x M10 für den Bremsdruckschalter ist.

Wenn du Glück hast, ist die Überwurfschraube nur locker und dichtet beim Anziehen.

Wenn die Überwurfschraube auf der Leitung festgegammelt ist, dann tordieren die Leitungen gerne beim Drehen der Überwurfmutter und schnüren sich zu oder scheren ab.

Wenn die Leitung neu muss, wird ein vernünftiges Bördelgerät (mein Tipp ein gebrauchtes Stahlwille N165) benötigt oder es muss eine entsprechendes Bremsrohr (mit Überwürfen und richtiger Länge) fertig gekauft werden. Vorgebogene Leitungen gibt es nicht (mehr). Hier ist ein Biegegerät von Vorteil, damit die Leitungen nicht zugedrückt werden. Es geht auch mit der Hand bei den 6mm Rohren.

Weitere Infos gibt es hier:
https://www.unimog-community.de/phpBB3/u411-bremsschlauchlange-va-t76448.html


Gruß,
Markus

P.S.: So sieht eine vernünftige Werkzeugkiste aus, mit der alle Arbeiten an der (Unimog) Bremsanlage sach- und fachgerecht ausgeführt werden können. Biegegeräte,Bördelgerät, Entgrater und Bremsfedernzange etc.
 

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Wow, Danke für die ausführliche Antwort.
Dann werd ich mich mal auf die Suche nach dem richtigen Schlüssel machen. Von einer Werkzeugkiste wie deiner bin ich Jahre entfernt.
 
Hallo zusammen,

Habe die Schraube auf. Und mittlerweile die ganze Bremsleitungen ab der Mitte nach hinten erneuert. Soweit so gut.
Nur bekomme ich eine Stelle nicht dicht: da wo die Schraube ans Rad/ die Bremstrommel geht.
Die Leitungen sind neu, ebenso die Hohlschraube. Nur der Ringnippel (oder wie auch immer das Teil heißt) ist der alte.
Hier mal ein Bild in der ich markiert habe wo es undicht ist.
https://www.dropbox.com/sh/fqjbq9qfo32ufva/AAAcEeimZVyedY5zhy_llcLMa?dl=0

Hat jemand eine Idee wie ich das lösen kann? Gibt es da Unterlegscheiben oder Dichtmaterial?

LG
Oli
 
Hallo Oli
Waren da keine Kupferscheiben beim Ausbau ?
Oder hast du die alten wieder genommen? Mach dann neue rein , aber vorher die Dichtflächen der Ringölse mit feinem Schleifpapier planen.
Dann sollte es dicht sein .
Grüße Jürgen
 
Hallo Olli,
mit Dichtmasse nicht, ich würde auch die Anlageflächen am Rbz kontrollieren die habe ich bei mir im Verdacht gehabt die waren es auch, feines Schleifpapier und auf eine Plane Fläche, anreißplatte in meinem Fall und mit ganz feinem Schmirgelpapier bearbeiten, selbsterklärend ist der Rbz muss dafür ausgebaut und komplett auseinander gebaut werden um ihn nachher richtig von Spänen befreien zu können.

Nachtrag das sehe ich ja jetzt erst, ohne Kupferdichtringe wird da natürlich nichts dicht.
 
Kupferdichtringe???
Waren beim Ausbau nicht dran.
Wobei eine Seite ja dicht ist.
Egal. Ich versuche es mal mit.
Danke für die Info.
Oli
 
Hallo Oli,

das aller Wichtigste ist "Sauberkeit"!! und NEUE Kupferringe - oberhalb und unterhalb des Ringstutzens.

Wolfgang
 

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Hallo Wolfgang,
Sauberkeit an allen dichtenden Ecken ist vorausgesetzt sonst wird es schonmal nichts.
 
Hallo Wolfgang,

welche Leitungen (Werkstoff) hast Du genommen? Das sieht sehr nach Kupfer aus. Aber die Farbe im Foto kann natürlich täuschen. Meine Bremsleitungen sind jedenfalls alle aus Stahl und grün beschichtet.

Der Druck in Bremsleitungen kann 150 bis 200 bar erreichen!

Hier ein herstellerspezifisches Zertifikat für KuNiFer-Leitungen. Ich weiß nicht, ob es solche Freigaben für andere Fabrikate gibt.
 

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Hallo Christoph,

Auf den von mir verbauten Rohre sind in bestimmten Abständen die DIN, Hersteller und Datum Aufgedruckt.
So der Hersteller:
Zur Einbaufähigkeit von rostfreien WP - Bremsleitungen:
Gemäß DIN 74234 "Hydraulische Bremsrohre Bördel" Abschnitt 3 sind Bremsrohre mit Werkstoffkurzeichen CuNi10Fe1Mn (2.0872) (ehemals DIN 17664), als Bremsrohre zugelassen. Diese DIN ist für Kraftfahrzeuge allgemein gültig und gibt somit die WP Leitung als Bremsleitung frei.

Das Ganze sieht noch gut aus :D

Gruß
Wolfgang
 

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Danke für eure Tipps und Hilfe.
Ich bin ganz stolz auf mich. Bremsen erneuert, alles dicht.
Morgen bekomme ich noch Hilfe beim Entlüften, dann steht der nächsten Fahrt nichts mehr im Wege

Oli
 
Hallo Oli,

hat das bei Dir mit dem Entlüften problemlos geklappt?!

Ich drücke mit 2 bar Flüssigkeit durch, es kommen keine Blasen mehr aber dennoch ist noch irgendwo etwas (nicht viel) Luft drin. Macht am Pedal oben so ca. 2 cm Leerweg aus.

Danke und Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

was nennst Du Leerweg?
Sind die Bremsen über die Excenter auf minimales Spiel eingestellt?
Hast du alles was z u entlüften ist auch entlüftet, Radbremszylinder, Anhängersteuerventil, Hauptbremszylinder?
 
Hallo Sebastian,

gibst Du 2 bar auf den Bremsflüssigkeitsbehälter? Das ist zu viel des guten. Zumindest für den Kunststoffbehälter. Der könnte platzen, was er bei meinem 404 bereits bei weniger als 1 bar schon getan hat.

Meine persönliche Entlüftungsreihenfolge:
Bremszylinder
Anhängersteuerventil
Radbremszylinder (weitest entfernter zuerst, warum auch immer)
 
Hi Jürgen,

das ging flott :-)

Also ich erwähne besser mal noch die Ausgangssituation:
Die Bremsflüssigkeit war fällig und es hat ein Schlauch - der nach hinten zur Hinterachse - unter extrem hohem Bremsdruck minimal gedrückt - sprich ein, zwei Tropfen verloren. Das ganze fiel unmittelbar danach auf, als ich nach etwas Standzeit die Bremsen mal maximal möglich eingebremst habe.

Also habe ich aufgrund des gleichen Alters alle Bremsschläuche erneuert.
Dann habe ich frische Bremsflüssigkeit genommen, durchgedrückt solange und sooft, bis keinerlei Bläschen mehr kamen an den vier Entlüftungsnippeln. An den Radbremszylindern habe ich nichts romgeschraubt. Dem Einstellen des Spiels über die Exzenter möchte ich mich dennoch danach widmen.

Leider bringt das Entlüften nicht mehr denselben Druckpunkt wie zuvor bei intakter Bremse.
Sondern ich brauche die ca. 2 cm mehr, bis der Druckpunkt erreicht ist.

Was kann/ muss ich denn sonst noch entlüften?

Danke und Gruß
Sebastian
 
Ich hätte mehr bedenken, dass der Behälter vom Schlauch abfliegt, denn die drucklose Leitung vom Behälter zum HBZ sind nur gesteckt.

Gruß
Markus
 
Auch hier wieder: Wenn derart im Trüben gefischt wird, sollte besser eine Fachwerkstatt aufgesucht werden. Die muss dann auch für das Ergebnis gerade stehen.

Das Bremspedal muss sich "knüppelhart" anfühlen!
 
Hallo zusammen,

das ging flott mit den Antworten.

Also ich erwähne besser mal noch die Ausgangssituation:
Die Bremsflüssigkeit war fällig und es hat ein Schlauch - der nach hinten zur Hinterachse - unter extrem hohem Bremsdruck minimal gedrückt - sprich ein, zwei Tropfen verloren. Das ganze fiel unmittelbar danach auf, als ich nach etwas Standzeit die Bremsen mal maximal möglich eingebremst habe.

Also habe ich aufgrund des gleichen Alters alle Bremsschläuche erneuert.
Dann habe ich frische Bremsflüssigkeit genommen, durchgedrückt solange und sooft, bis keinerlei Bläschen mehr kamen an den vier Entlüftungsnippeln. An den Radbremszylindern habe ich nichts romgeschraubt. Dem Einstellen des Spiels über die Exzenter möchte ich mich dennoch danach widmen.

Leider bringt das Entlüften nicht mehr denselben Druckpunkt wie zuvor bei intakter Bremse.
Sondern ich brauche die ca. 2 cm mehr, bis der Druckpunkt erreicht ist.

Was kann/ muss ich denn sonst noch entlüften?
Gibts noch eine Entlüftung am Hauptbremszylinder?
Mit irgendwelchem Anhängerzubehör hat der Unimog nichts (mehr) zu tun.

Danke und Gruß
Sebastian
 
Danke fürs Feedback. Ist mir schon klar das es knüppelhart sein muss. Deswegen steht der Unimog ja auch noch in der Garage. Und das bleibt auch so bis das behoben ist.