424 / U 1200 - Lenkung ungleichmäßig

MFJukebox

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27. März 2017
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Hallo Leute,
ich habe folgendes Problem:
Die Lenkung meines 1984er Unimogs weißt beim Lenken ein sehr ungleichmäßigen Kraftaufwand auf. Dieser Drehmomentunterschied wird intensiver, je schnelle man lenkt. Rechts- und Linksdrehung gleichermaßen, aber an unterschiedlichen wiederkehrenden Lenkradstellungen. Es tritt bei belasteten und entlasteten Vorderrädern auf. Mit laufendem Motor ebenso wie ohne. Lenköl und Filter sind gecheckt, ebenso die Achsschenkellager und die Lenkgestänge. Das Nachstellen der Einstellschraube am Getriebe hat auch keinen pos. Effekt gebracht. An den Kreuzgelenken der Lenkspindel hat niemand herumgebastelt (verdreht montiert).
Hat jemand einen Tipp für mich, was die Ursache sein kann?

Vielen Dank im Voraus, Matthias
 
Servus,

wenn die Kreuzgelenke in der Welle vom Lenkrad zum Lenkgetriebe schwer laufen kann dieser Effekt auftreten. Diese Gelenke solltest du auf gleimäßigen, leichten Lauf kontrollieren.

Viele Grüße Andreas
 
Hallo Andreas,
diese Kontrolle habe ich neulich auch gemacht, als ich die Kabine hoch hatte und die Spindel auseinander war.... alles leichtgängig.
Aber danke für Deine Antwort. VG Matthias
 
Hallo Matthias,
wenn ein Mechanikdefekt auszuschließen ist, Keilriemenspannung überprüfen, danach die Lenkungspumpe auf Druck und Fördervolumen.
Gruß Georg
 
Hallo
sind die Kreuzgelenke auf der Lenkwelle richtig fluchtend gesteckt. Die Sperrscheibe in der Lenkspindel kann verdreht sein, dann lässt sich die Lenkwelle nur in der falschen Position zusammen stecken.Der Klemmer tritt dann immer periodisch nach 180°oder 90°auf, egal ob mit, oder ohne Servo und auch im aufgebockten Zustand.
 
Hallo Helmut,
nach dem Kabineheben habe ich die Spindel wieder (korrigiert) zusammengebaut. Hab es an der falschen Lenkradstellung bemerkt und dieses ebenfalls korrigiert. Der periodische Kraft-Effekt war aber vor und nach der Spindelkorrektur vorhanden... nicht schlechter, nicht besser.
So langsam tippe ich wirklich es ist das Getriebe.... aber warum weiß ich nicht.
Danke Dir erst einmal
Matthias
 
Einen ähnlichen Effekt hatte ich bei einer ausgelutschten Servopumpe, je schneller man lenkte,
desto mehr hatte man ein "Zahnradgefühl" in der Lenkung. Neue Pumpe und alles war gut.
Ich weiss nicht, ob du den Öldruck an der Lenkung messen kannst, aber das wäre mein erster Versuch.
Vielleicht kennt hier jemand den Solldruck.
Gruß
 
Hallo Matthias,

hast du etwas verbessern können und wie bist du vorgegangen?

Das mit den Kreuzgelenken habe ich auch noch nicht richtig verstanden wie genau die stehen müssen.
Anbei mal 2 Fotos von dem Gelenk innen und zur gleichen Zeit außen. Ist das so richtig?

Gruß
Franz
 

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Hallo Franz, ich habe die beiden Kreuzgelenke im Motorraum schlussendlich mit 90° Versatz / Verdrehung zueinander montiert. Damit ist es deutlich besser geworden.
VG Matthias
 
Hey, danke für die Info :)
Die Position vom Kreuzgelenk IN der Kabine zu den anderen beiden ist also quasi nicht von Bedeutung?

Gruß
Franz
 
Moin,

da nur die Trennstelle, die das Kippen der Hütte ermöglicht,
verdreht wieder zusammengesteckt werden kann....

Gur Mog! Justus.
 
Hallo
Znarf schrieb:
Die Position vom Kreuzgelenk IN der Kabine zu den anderen beiden ist also quasi nicht von Bedeutung?
jedes Kreuzgelenk erzeugt bei einer Beugung eine Ungleichförmigkeit, die von der gegenüberliegenden Site wieder aufgehoben wird. Wer das nicht versteht, dem hilft zur Not Wikipedia.
Wie Justus schreibt, wird beim Kippen der Kabine nur eine Welle getrennt. Diese ist an der Trennstelle durch eine Blechscheibe so markiert, dass der Ottonormalverbraucher das wieder richtig zusammenbringt. Es gibt aber Spezialisten, die bringen auch hier das Kunststück hin, die beiden Enden gegeneinander zu verdrehen.
Da hilft auch keine gesegnete Kerze.
 
Hallo,

ich hab das jetzt mal bei mir mit anderen Mogs verglichen und werde im Folgenden das Mal darstellen.
Zuerst noch danke für den Kommentar "Wer das nicht versteht, dem hilft zur Not Wikipedia." Dieser Kommentar ist so unnötig wie Wasser im Tank...

Gelenkwellen die in unterschiedlichen Ebenen laufen (>2 Gelenke) bedürfen je nach dem etwas mehr Sorgfalt. Zitat eines Gelenkwellenherstellers "... Bei räumlich abgewinkelten Gelenkwellen...ist es notwendig die Gelenkgabeln so gegeneinander zu verdrehen, dass sie jeweils in der von ihrem Gelenk gebildeten Beugungsebenen liegen.Außerdem müssen die räumlichen Beugungswinkel gleich groß sein - bei der Festlegung der Versatzwinkel sind wir ihnen gern behilflich". Beim Unimog sind die Ebenen der 3 Wellen unterschiedlich, ergo ist es (eigentlich) nicht so einfach die 100% genau anzuordnen.
Dieser Kommentar war also nicht so hilfreich, wie ein Forum eigentlich sein sollte.

Jetzt zu den Erkenntnissen:
Prinzipiell kann man das Kreuzgelenk am Lenkgetriebe und das kurz vorm Eingang zum Führerhaus falsch aufstecken, dann passt aber jeweils die Schraube zum Klemmen des Gelenks nicht durch.
Das Gelenk im Führerhaus hat eine umlaufende Nut für die Klemmschraube. Dies ist nötig um so die Lenksäule richtig auszurichten (Verdrehung) damit der Blinker/Lenkstockschalter immer im richtigen Moment zurück gestellt wird.

Für diejenigen, die es noch nicht gesehen haben (so wie ich bis zum Ausbau, Ausbau möglich ohne Kippen der Kabine!) ist noch eine teleskopierbare , grob verzahnte, Welle im Motorraum. Der männliche Teil hat theoretisch eine "Fehlstelle" - hier sitzt kein Zahn. Das Gegenstück, welches drauf-/ drübergeschoben wird, hat auf dem Kopfstück eine "Sperrscheibe". Sperrscheibe ist eine Art Blechdeckel, bei dem die vorherige Fehlstelle als Zahn ausgeführt ist.
Beim Zusammenstecken kann theoretisch nur bei richtiger Verdrehung der Zahn in die Fehlstelle fahren. Das Zusammenschieben sollte einfach und leicht gehen.

In meinem Fall hat der Vorbesitzer die Sperrscheibe so bearbeitet, dass sie ringsum gleich war und natürlich hat er das ganze verdreht zusammen gesteckt.
Hab es zurück gesteckt und sofort sehr gleichmäßige und leichte Lenkung.

Faustregel für die Anordnung der Kreuzgelenke: die Gabeln an einer Welle müssen immer um 90° versetzt sein.

Anbei noch paar Bilder.

In der Hoffnung es hilft mal jemandem :)

Gruß
Franz
 

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Hallo Franz
Helmut-Schmitz schrieb:
sind die Kreuzgelenke auf der Lenkwelle richtig fluchtend gesteckt. Die Sperrscheibe in der Lenkspindel kann verdreht sein, dann lässt sich die Lenkwelle nur in der falschen Position zusammen stecken.Der Klemmer tritt dann immer periodisch nach 180°oder 90°auf, egal ob mit, oder ohne Servo und auch im aufgebockten Zustand.
du schreibst
Znarf schrieb:
Die Position vom Kreuzgelenk IN der Kabine zu den anderen beiden ist also quasi nicht von Bedeutung?
Dass die Position beider Gelenke zueinander wichtig ist und deshalb durch die Sperrscheibe festgelegt ist, hatte ich in meinem ersten Beitrag klar beschrieben. also nochmal erklärt
Helmut-Schmitz schrieb:
jedes Kreuzgelenk erzeugt bei einer Beugung eine Ungleichförmigkeit, die von der gegenüberliegenden Site wieder aufgehoben wird. Wer das nicht versteht, dem hilft zur Not Wikipedia.
ich halte hier keine mathematischen Seminare sondern gebe ggf Hinweise, wo man etwas finden kann.
In aller erster Linie ist zuerst Eigentarbeit angesagt. Dazu gibt es Betriebsanleitung, Werkstatthandbücher und Tabellenbücher (die gibt es für den Unimog auch nach 50 Jahren glücklicherweise auch noch immer neu zu kaufen ) Natürlich ist es einfach, andere suchen zulassen und einfach solange weiterfragen, bis einem die Anwort passt. Das Forum ist da, um Hilfestellung zu geben und nicht für die Bequemlichkeit.
Wie geschrieben, zwei worte eingetippt und schon gibt es Erklärung bis zur Berechnung, je nach Wissensdurst. Dein Seitenhieb ist so unnütz wie Wasser im Sprit-Tank.
 
Hallo Franz,

Deine Erläuterung zu den Relativpositionen der KG ist echt toll - Danke !

Ich bin seit Erwerb meines gebrauchten U1000 auf der Suche nach dem Grund des unruhigen Fahrverhaltens auf unebener Straße.
Jetzt da ich Deine u.a. Ausführungen lese, überlege ich, ob das nicht auch damit zu tun haben könnte, meine Lenkung ist nämlich auch sehr schwergängig (auch ein Ölwechsel hat nichts gebracht).
Werde das die Tage mal checken.

Noch eine Frage: wie hast Du denn beim Zus.bau die richtige Position gefunden, wenn doch die Sperrscheibe ohne "Zahn" war ?

Danke schon mal !

Gruß

Rudi
 
Hallo Rudi,

die Lenkung ist /war nicht bei allen Lenkeinschlägen schwergängig, dass vorneweg. Man hat immer gemerkt, dass es einen schweren Punkt gab und wenn man drüber war, ging es wieder leicht.

Ist schon eine Weile her, aber ich denke es war so:

1. Räder auf geradeaus gestellt,
2. das Teleskopstück oben gelöst
3. Das Gabel des Telesakopstück oben um 90° verdreht zur unteren obere Gabel zusammen gesteckt
4. die Lenksäule im richtigen Winkel dran gebaut (das Kreuzgelenk im Fahrerhaus unten).

Anbei noch eine Skizze, links habe ich die Gabel "nachgezeichnet" - sie ergibt beim drauf schauen ein "U", wenn man jetzt den Blick nach rechts wendet, sieht man von der Gabel nur die Oberseite, die untere Wange ist unten und damit verdeckt. Wenn das bei dir so der Fall ist (ist ja recht einfach zu prüfen), kannst du das ausschließen. Einzig deine Kreuzgelenke könnten schwergängig sein.
 

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Hallo Franz,

sorry, daß ich erst jetzt antworte, aber das Forum hatte die letzten Tage immer wieder Aussetzer...

Ja, ich habe das wie Du u.a. beschrieben hast geprüft und beide KG sind um 90° zueinander verdreht.
Somit suche ich weiter...
Der nächste Schritt wird wohl der Austausch der Servo-Pumpe sein, habe zum Glück einen Schlachter stehen.

Aber nochmal Danke für Deine umfassende Erläuterung !

Gruß

Rudi