Achsschenkelbolzen tauschen bei U411??

tupolev

New member
07. Sep. 2007
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Hallo zusammen!

Ich habe einen Unimog 411 Baujahr 1965 und beim Pickerl wurde das Achsschenkelspiel beanstandet.

Da ich aber nicht wirklich der gelernte Mechaniker bin, wende ich mich an euch Spezialisten.

Kann mir jemand Tipps geben, wie ich diese Achsschenkelbolzen tausche, bzw. was alles getauscht werden muss und ob man spezielle Werkzeuge dafür benötigt. Bis jetzt wurde nur das Vorderrad demontiert.

Vielen Dank im Voraus

Ronald Christelbauer
 
Hallo Ronald,
da Du Dich selbst ja als Nichtmechaniker darstellst, wird es für Dich nicht einfach sein dieses Problem zu lösen. Das Spiel entsteht in zwei Bolzen/Buchse Lagerungen der Achsschenkel, die auf Grund des zul. Gesamtgewichts von fast 3,5 Tonnen des Fahrzeugs schon recht große Kaliber sind und einer davon mit hohen Kräften in den Achsstummel eingepresst ist. Der obere Bolzen ist mit zwei Schrauben befestigt, die zugehörige Buchse ist eingepresst. Die untere Buchse mit Drucklager ist verschraubt, Achtung hier tritt Öl aus beim lösen der Schrauben, und der Achsschenkel kann abkippen! Der hier zugehörige Bolzen ist mit sehr hoher Kraft eingepresst. Vor etwa 10 Jahren habe ich als Unimog-Greenhorn auch vor diesem Problem gestanden. Scwierig war schon, die richtigen Teile herauszusuchen, da hat mir ein sehr fachkundiger Szenemann geholfen. Die Teile haben damals zusammen etwa 1500 DM gekostet!!! Um die Teile auszupressen habe ich mir eine aufwendige Konstruktion gebaut, um mit einem kleinen hydraulischen Ausdrücker dies zu bewerkstelligen. Was zu befürchten ist, wenn Du mit dem Spiel schon längere Zeit fährst, dann kann die äußere Sinterbuchse der Antriebswelle auch schon Schaden genommen haben. Die habe ich damals auch ausgewechselt, das ist auch nicht ganz einfach, da brauch man einen Kalbirierdorn, um die Buchse im eingebauten Zustand auf das Nennmaß zu pressen. Ansonsten paßt die Welle nicht. Den Dorn habe ich mir damals in einer Unimogfachwerkstatt geliehen, wo ich schon viele Teile gekauft hatte.
Also zusammenfassend gesagt, dies bedeutet eine aufwendige Vorderachsinstandsetzung, die einige Erfahrung und einiges Spezialwerkzeug erfordert. Sollttest Du das im Bekanntenkreis nicht finden, dann solltest Du eine Fachwerkstatt konsultieren. Wenn Du die Vorderachse erst zerlegt hast und nicht weiterkommst, dann ist Dein Fahrzeug evtl. nicht einmal mehr rollbar, dass erzeugt nur noch größer Probleme.
Ich hoffe, Dir nicht ganz den Mut geraubt zu haben, wünsche Dir deshalb und trotzdem viel Erfolg.
Gruß Thomas aus Hamburg
 
Ich habe diese Reparatur vor 13 Jahren durchgeführt, die Ersatzteile haben damals auch schon über 1000 DM gekostet. Ein Bekannter hat mir in den eingepreßten Bolzen mit dem Schneidbrenner mittig ein Loch gebrannt. Der Bolzen konnte dann einfach mit dem Hammer herausgeschlagen werden. Diese Arbeit sollte man aber nur von Leuten ausführen lassen, die im Umgang mit dem Schneidbrenner sehr visiert sind.

Gruß Piera
 
Hallo zusammen,
habe an meinem 411er (Bj. 57) vor 14 Tagen meine Achschenkelbolzen gewechselt. Die Teil habe ich mir bei Westfield für 130 ¤ bestellt. (4x Buchse und 4x Bolzen original DB)
Bremsleitungsverbindung trennen. Ankerplatte abschrauben und mit Steckwelle ziehen. Achtung vor dem Abziehen unbedingt Handhebel der Sperre ziehen und in dieser Stellung fixieren. Das aus und einpressen der Bolzen und Buchsen habe ich in einer Landw. Reparaturwerkstatt durchführen lassen, da ohne richtige Presse die Sache sich zuhause schwierig darstellen wird.

mfg Helmut
01608604935
 
Hallo Ronald, ich habe vor ein paar Jahren auch das Problem mit den Achsschenkelbolzen gehabt.
Nach dem ersten Schreck sind wir dann auf eine erfolgreiche Idee gekommen. Ich habe mit der Handbohrmaschine eine größere Bohrung durch den Bolzen gebohrt (d=13mm) und anschließend mit der Griesheimsäge noch etwas nachgeholfen. Von innen war der Bolzen auch noch verschweißt, hier musste die Flex ran. Dann ging alles relativ einfach. Die Bohrung hat anscheinend viel von der Spannung weggenommen.
Einen Vorteil hat das Ganze gehabt. Die handlichen Teile waren sehr schön sauber zu machen.
Ich würde aber in jedem Fall einen Fachmann mit hinzuziehen, so einfach ist das ganze nun auch nicht.
Viel Erfolg Jürgen