Acht Unimog in den Dolomiten

Helmut hat es schon erkannt: Leider nicht immer und überall macht der Unimog Freu(n)de. So rümpfte mancher Radfahrer verständlicherweise die Nase, wenn wir rauchend an ihm vorbei zogen.

Dass unsere Unimog mit steigender Höhe über dem Meeresspiegel zunehmend rauchen, ist der festen Einstellung der sogenannten Rauchgrenze zu verdanken. Es wird durch die Einspritzpumpe so viel Dieselkraftstoff eingespritzt, wie auch bei normalem Luftdruck verbrannt werden kann. In größerer Höhe wird die Luft dünner und deshalb kommt immer mehr unvollständig verbrannter Diesel als Ruß aus dem Auspuff.

An einem 411er haben wir während der Reise die Volllast-Fördermenge versuchsweise verstellt. Natürlich bestätigte sich, dass es nichts bringt "fetter" einzustellen. Der Mog läuft dadurch nicht schneller, er raucht und säuft nur mehr.

Das dritte Foto stammt von einer Steigung von möglicherweise 24% auf etwa 1600 m.ü.NN. Da haben die Kleinen alle mächtige Rauchwolken ausgestoßen.
 

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Hallo Christoph

die Leistung steigt schon geringfügig, leider steigt durch die unvollstänge Verbrennun der Sptittverbrauch aber um ein mehrfaches wie der Leistungsgewinn.
Man sieht es machmal beim Traktor-Pulling oder Truck-Trial, um die letzten 5% an Leistung zu gewinnen wird 20% mehr Kraftstoff eingespritzt, der Erfolg ist weithin sichtbar.
 
Hallo Helmut,

dann waren wir vielleicht zu zaghaft bei der Verstellung :wink: , haben nur 5% mehr eingespritzt und keinen Leistungsgewinn feststellen können. Geraucht hat es jedenfalls genug und die Cabriofahrer hatten jeden Abend ziemlich schwarze Nasen und ebensolches Dusch-Abwasser.
 
Für Überraschung am fünften Tag sorgte der lange und steile Anstieg mit bis zu 24% Steigung zum weniger bekannten Nigerpass (siehe auch vor-vor- letzter Beitrag). Da mussten unsere 411er in den dritten Gang zurückgeschaltet werden und sie krochen dann mit etwa 14 km/h bei Vollgas den Berg hinauf.

Erstaunlich klar war das türkis-blaue Wasser des Karersees, dem man bis auf den tiefen Grund schauen konnte, leider nur im Vorbeifahren, da es keine gemeinsame Parkmöglichkeit in der Nähe gab.
 

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Mit dem sechsten Tag begann bereits die Rückfahrt von Italien über den Reschenpass nach Österreich.
 

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Da kommen die Abtrünnigen.
 

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Der vorletzte Tag bot wieder einen Höhepunkt. Während wir noch im Vorjahr mit Herzklopfen durch die dämmrigen und Furcht einflößenden Schluchten des Hahntennjochs gefahren waren, konnten wir nun bei Sonnenschein seine landschaftliche Schönheit genießen. Über den unspektakulären Hochtannbergpass ging’s dann schnell weiter zu unserer letzten Übernachtung im Allgäu.
 

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Auf der letzten Etappe und dank seiner besonderen Ortskundigkeit übernahm ausnahmsweise Bernd Panther die Führung und fast ohne Pause fuhren wir zügig nach Hause.
 

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Was so alles passieren kann

170 D-S von Paul Fischer: Aufhängung des Endschalldämpfers abgerissen, sie wurde mit Draht und Kabelbinder geflickt.

411 von Bernd Panther: Auspuffrohr aus dem Schalldämpfer gerutscht, es wurde mit einem Kabel wieder festgezurrt. Schraube aus Flanschverbindung Sammel-/Auspuffrohr verloren, passenden Ersatz hatte Bernd zufällig im Gepäck. Verlust der Keilriemenspannung nach Lockerung der Schraube am Langloch der Verstellung, auch hier sorgte ein Stückchen Draht für Abhilfe.

421 von Willi Lipp: Nachdem eine Schraube M12 verloren gegangen war, hat sich Motoröl im Motorraum verteilt. Eine Ersatzschraube war schnell gefunden.
 

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406 mit Forstausrüstung von Frank Guggenbühler:

Den traf es am schlimmsten. Zu Beginn des Anstiegs zum Hahntennjoch trat bei Motorstillstand anlässlich einer kurzen Pause Öl aus der Wellendichtung der Lenkungspumpe. Sobald der Motor wieder lief, stoppte die Leckage. Die Lagerung und Dichtung der Pumpenwelle waren offensichtlich defekt. Der Lenkung fehlte während der fortgesetzten Fahrt zunehmend die Unterstützung, weil die Pumpe weiter geschädigt wurde. Außerdem gab es anwachsende Quietschgeräusche und die Keilriemenscheibe lief immer unruhiger. Es reichte aber gerade noch bis nach Hause, wo Frank schon kräftig in die Speichen des Lenkrads greifen musste, um in die Hofeinfahrt einzubiegen. Die ZF-Pumpe wurde gleich am nächsten Tag im Austausch erneuert.

Übrigens: Alles Bio-Öl! Man sieht's an der grün schillernden Farbe.
 

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Hallo Christoh

Jauche auf dem Feld ist auch bio, sofern die Natur das abbauen kann, zuviel ist zuviel, wie bei der Jauche und wirkt dann schädlich auf die Microorganismen.
 
Hallo Helmt :wink: ,

wir haben die Lachen natürlich - mit Küchentuch - aufgetupft. 8)
 
An den Verfasser :

"Alle Fahrzeuge hatten eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von mindestens 63 km/h, so dass auch Kraftfahrstraßen und notfalls kurze Autobahnabschnitte genutzt werden konnten."

würde mich im Detail interessieren wie das geht. In Österreich haben eigentlich alle Unimogs der Type 411 und auch Type 421 im Typenschein und somit auch in der Zulassung Höchstgeschwindigkeit = 50 oder 54 kmh eingetragen.

D.h. wenn ich mit meinem 411 oder 201 10 auf der Autobahn fahren möchte, so geht das nur im Konvoi mit entsprechenden Azsnahmegenehmigungen.

Wer kennt sich da im Dteail aus ?
Gruss Alfred vom Bodensee
2010, 2 x 411 und 421
 
Hallo Alfred,

Deine Frage kommt genau zum rechten Zeitpunkt. Denn nun wollte ich sowieso auf die technischen Einzelheiten der vier teilnehmenden 411er eingehen.

Eine Voraussetzung für die Mitfahrt bei unserer Dolomitentour war es, Kraftfahrstraßen berechtigterweise benutzen zu dürfen. Denn allzu oft gerät man bei einer Fernreise unverhofft auf solche.

Technische Maßnahmen, die zu einer höheren Geschwindigkeit von mindestens 63 km/h führen, sind im Wesentlichen die folgenden drei:
- Erhöhung der Abregeldrehzahl mittels Verstellung von Drosselklappe und Einspritzpumpe
- Reduzierung der Strömungsverluste im Ansaugtrakt, z. B. durch Verwendung eines Papierluftfilters
- Abschaltung oder Ausbau von Nebenaggregaten wie Kompressor und Hydraulikpumpe(n)
Es kommt einerseits darauf an, die für die gewünschte Geschwindigkeit benötigte Motordrehzahl überhaupt zu erreichen. Andererseits muss der Motor bei dieser Drehzahl noch so viel Drehmoment abgeben, wie es zur Überwindung der Fahrwiderstände notwendig ist. Je weniger Nebenaggregate, die nicht für den Vortrieb sorgen, mitlaufen desto besser. Für die erhöhte Drehzahl sind die Nebenaggregate sowieso nicht geeignet.

Nachdem man den 411er nun schneller gemacht hat, muss man in Deutschland damit zum „Amtlich anerkannten kraftfahrzeugtechnischen Sachverständigen“ und ein „Gutachten zur Erlangung der Betriebserlaubnis“ nach § 19 (2) / 21 StVZO erwirken. Danach geht man damit zur Zulassungsstelle. Die Daten vom Gutachten werden dort übernommen und die Betriebserlaubnis erteilt. So weit so gut.

Obwohl in Deutschland ja fast alles genau und einheitlich geregelt ist, gibt es (noch) einige Sachverständige, die ein solches Gutachten erstellen, aber viel mehr, die es von vorne herein ablehnen. Nachvollziehbare Gründe für die Ablehnung sind natürlich auch in der Überzahl. Und deshalb sollte man - nicht zuletzt angesichts der schlechten Bremsen und der Kopflastigkeit - sich auch immer bewusst sein, dass der 411er kein Rennwagen ist und die Fahrsicherheit bei höherer Geschwindigkeit weiter dramatisch abnimmt.
 
Bevor wir noch tiefer in die Fahrleistungsdaten der 411er eintauchen hier noch einmal allgemeine Reisedaten zusammengefasst:

Routenverlauf: Schwarzwald, Schwäbische Alb, Voralpenland, Tirol, Dolomiten
Reisedauer 8 Tage
Strecke 1500 km
Höhenmeter ca. 15000 m
durchschnittliche tägliche Reisezeit 8 Stunden
durchschnittliche tägliche Fahrzeit 5,5 Stunden
Höchste Reisegeschwindigkeit im Konvoi ca. 60 km/h
Gesamtschnitt 15 bis 39 km/h je nach Höhenprofil des täglichen Streckenabschnitts
Fahrtmittel 27 bis 40 km/h je nach Höhenprofil des täglichen Streckenabschnitts
Kosten
- Diesel 300 €
- Übernachtung in Hotels 350 €
- Verpflegung 250 €

Und noch ein paar Stillleben
 

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Moin Christoph,

wenn Deine Angaben stimmen und ich mich nicht verrechnet habe:

300,-€ Diesel/1500km = 20,-€/Std. x 5,5Std./Tg = 110,-€
350,-€ Pennen
250,-€ Futtern
--------
600,-€/1500km = 40,-€/Std. x 5,5Std./Tg = 220,-€

Ihr solltet Euch schämen! :lol:

Wenn ich mir nun überlege wieviel Gewicht ein Mog den Berg hoch schieben musste, und das in Relation zur Leistung seines Fahrers setze........... oh Mann, mein Rechenschieber tilt :shock:
 
Moin Reiner,

wenn man so rechnet wie Du, kann man dem Unimog tatsächlich einen sehr hohen relativen Wirkungsgrad bescheinigen. :)

Trotzdem glaube ich nicht, dass wir uns schämen müssen. Denn schließlich haben unsere Mogs im Vorfeld der Reise und überhaupt zu ihrer Befähigung viel Schweiß, Öl und Fett abgekriegt.


Zum allgemeinen Verständnis - dass es bei der Fahrleistung auf jede Kleinigkeit ankommt - zunächst eine Energiebilanz im Anhang.

Denn Geschwindigkeit ist nicht alles

Bei der nach heutigen Maßstäben hoffnungslosen Untermotorisierung des 411er zählt jede auch noch so winzige Verbesserung, die zur Fahrleistungssteigerung beiträgt. Und erst die Summe der kleinen und kleinsten Steigerungen ist mess- und spürbar und kann zu ein wenig mehr Fahrfreude auf der Straße beitragen. Hier ist weniger die Höchstgeschwindigkeit gemeint, sondern das Beschleunigungsvermögen oder die Geschwindigkeit an Steigungen. Also das Drehmoment des Dieselmotors, das nach seinem langen Weg durch zahlreiche Getriebe auf der Straße noch „ankommt“.

Die erste Gruppe der fahrleistungssteigernden Maßnahmen ist also die Erhöhung des Drehmoments des Motors, das an die Getriebeeingangswelle abgegeben wird. Zur zweiten Gruppe gehören solche, die unnötige (Reibungs)verluste vermeiden oder mindern. Also kann z. B. ein dünnflüssigeres Achsöl mit guten Schmiereigenschaften durchaus helfen.

Für den historischen Unimog sieht die Leistungsbilanz bei etwa 50 km/h in der Ebene so aus wie im Anhang dargestellt. Aus dem Bild ist gut erkennbar, dass er den Berg schon von weitem „riecht“.

In welchem Maße man die Fahrleistung praktisch steigern kann, konnte während der Tour gut beobachtet werden. Dazu später mehr.
 

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