Anfrage

Waffy

New member
25. Aug. 2003
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Grosswetzdorf
Hallo UNIMOG-Fans!!
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen, der auf diesem Gebiet bereits Erfahrung hat.
Ich besitze seit ca. 25 Jahren einen U 2010, der noch immer brav seine Dienste in der Landwirtschaft leistet, vor ca. 15 Jahren von mir generalüberholt wurde (Motor, Getriebe, Antriebsachsen usw.) und eine neuerliche \"Sanierung\" dringenst notwendig hat. Vor einem Jahr bekam ich einen Totalschaden eines U401 geschenkt (leider nur mehr Teile davon) den ich zusammen mit den brauchbaren Stücken des U 2010 neu aufbauen möchte. Da ich für unseren Betrieb (Weinbau) keinen größeren Mogl brauchen kann, leider mit 40 PS nicht auskomme (habe bereits die PKW-Version des OM 636 vom MB 180-D eingebaut) und auf unseren \"Liebling\" absolut nicht verzichten möchte, würde ich ihn gern mit einer OM 616-Maschine ausstatten.
Bitte um technische Ratschläge, falls es diesbezüglich bereits Erfahrungswerte gibt. -- DANKE!!
 
Hallo Thorsten!!

Erstmal herzlichen Dank für Deine Info (werde mich mit den bayrischen Kollegen mal in Verbindung setzen).
So aber nun zu Deiner Frage wofür ich die vielen PS brauche.
Ich habe ziemlich weite Anfahrtswege zu den einzelnen Weingärten die noch dazu sehr steil sind, weswegen ich meinen Mogl mit einer Druckluftbremse ausstatten möchte (alte Anlage wurde nach der Anschaffung entfernt, da wir das Hubwerk von Pneumatik auf Hydraulik umstellten = besser dosierbar) -> einfach mehr strassentauglich machen. Außerdem wird der wendige Zwerg sehr viel in der Forstwirtschaft eingesetzt, wofür ich für den Abtransport des Holzes einige PS mehr vertragen kann.(Ich weiß dafür könnte man einen größeren Unimog einsetzen, aber den könnt ich sonst nirgendswo gebrauchen).
 
Da hast du recht. Im Wald kann man jede Menge PS gebrauchen.
Aber noch wichtiger ist 4x4.

holzr.JPG



Rein technisch würde mich so eine Aufrüstung auch mal interessieren.
Könnte man nicht die 3 oder 4 Zylinder VW Diesel verwenden ?
Oder sind die wegen dem ursprünglichen Quereinbau überhaupt nicht zu gebrauchen ?
An der Größe dürfte das doch nicht scheitern. (Und im Passat gab es sie glaube ich auch längs)

Gibt es da Erfahrungen ?

Zur Druckluftbremse: Forumsmitglied Teseo hat in Italien einen 411er mit Druckluft betätigtem Hauptbremszylinder besichtigt. Weitere Informationen dazu hab ich leider noch nicht.

Thorsten
 
Hallo,

ja, genau das ist das problem: die kleinen mogs wären handlich und wendig, haben aber mit ca 30 PS einfach zu wenig leistung für den heutigen verkehr auf den straßen.

im grunde genommen wäre ein 411 (oder die größenordnung) mit 60-70PS eine feine sache, vor allem, wenn servo und hydraulik und winde dran sind !
wenn man sowas in modern haben will, dann bleibt eben nur die (natürlich teure) lösung mit einem kleinschlepper oder spezialfahrzeug ...

wenn ich diverse diskussionen hier richtig verfolgt habe, dann hört man immer wieder die hinweise auf zu schwache teile im antriebsstrang. erfahrungsgemäß sind die maschinen aus der damaligen zeit wesentlich stabiler ausgelegt als heute, d.h. dein 2010 müßte auch mehr PS verkraften. allerdings ist die frage, ab wann du dir durch das erhöhte drehmoment den antriebsstrang verwindest, achsen abscherst oder zahnräder versaust. außerdem wird der mog (wenn du ihn statt mit 25 PS mit 50 oder 60 betreibst) ziemlich im verschleißbereich laufen ... du dann schließlich die doppelte antriebsleistung.

andererseits, wenn du schon seit 15 jahren mit 40PS fährst, dann kann es ja nicht so kritisch sein. aber es dürfte dann wirklich alle 10-15 jahre eine generalüberholung fällist werden :-)

bedenken hätte ich eben im längeren fahrbetrieb auf der straße bei höchstgeschwindigkeit (überhitzung und verschleiß) sowie beim ziehen von schweren lasten um wald oder im weinberg (verwindung).

meist du, das geht gut ?

wieviel PS bringt den der OM616 ?

wie machst du das eigentlich mit dem TÜV ? schluckt der den motor ?

Andreas
 
Das Foto ist klasse - so ein 4x4-Ding hatte ich auch bevor ich auf den Mogl umstieg(allerdings nicht zum Arbeiten!!).
Deine Frage zu den VW-Motoren ist gut - ich kam allerdings auch durch einen LT-35-Motor(6 Zyl.-Turbodiesel) auf die Idee. Besitze nämlich einen Volvo 740 td der eine solche Maschine beinhaltet und bei 320.00 km \"Kopfschmerzen\" bekam. Nachdem ich gleich den ganzen Motor tauschte und nun den alten herumliegen habe, fragte mich mein Vater, was ich mit ihm jetzt mache. - Ich anwortete scherzhalber \"den bau ich in den Unimog ein\" - und somit war der Gedanke entstanden. Hab mich aber letztendlich doch für eine MB-Maschine entschlossen. Da ich hobby-mäßig Mechaniker eines \"Autocross-Fahrers\" bin und sowieso immer aus sieben verschiedenen Stücken ein brauchbares bauen soll, kann der Motorwechsel ja auch nicht so schlimm sein.
 
@Andreas
Der Antriebsstrang vom 404S ist bis auf die verstärkte Kupplung fast gleich.
Das Getriebe ist ja bei dem Ding dann bekanntermaßen temperaturmäßig am Anschlag. Aber das könnte man mit einem Ölkühler in den Griff kriegen.
Also, bis 75, 80 PS müsste das möglich sein.

Stellt euch mal vor. So’n lecker 3 Zylinder Pumpe-Düse aus dem Polo mit 75 PS.
Klein, leicht, Leistung und Drehmoment satt und 6Liter Verbrauch.
Da sollte man den 411er glatt neu auflegen.

Thorsten
 
Hallo,

na, wenn du solche voraussetzungen als mechaniker mitbringst, dann kann ja bei dem umbau nix mehr schiefgehen :-) !

hört sich auf jeden fall interessant an - bin mal gespannt, was dabei rauskommt !

Andreas
 
Hallo Andreas!

Zu Deinen Fragen:
Der OM 616 leistet 65 PS und 153 Nm (= 53Nm mehr als oirignal) -> ich denke das kann der überdurchschnittlich starke Antriebsstrang verkraften (im Gelände gibt der Boden nach und auf der Straße werd ich ihn \"zärtlich\" behandeln - will ja damit nicht Rennfahren oder Schlepper-Rekorde aufstellen, sondern nur ein bißchen flotter über die Berge kommen).
Und die Frage zum TÜV -- tja -- wenn Du in eine Werkstatt fährst, die vom Unimog und von den verschiedenen MB-Motoren keine Ahnung haben, kann ich mit vorstellen, dass ich vielleicht durchrutsche (In Österreich kannst Du Dir die Werkstatt aussuchen -- muss mir halt einen Dummen suchen :-))))!
 
Die lange Übersetzung ist ja genau das Problem. Wenn das Getriebe etwas kürzer wäre, bräuchte ich auch keinen stärkeren Motor( zumindest bei der PKW-Version des OM 636).
Da Du Dich anscheinend mit den Übersetzungen ziemlich gut auskennst hätte ich gleich eine Frage dazu. Mein 2010er-Getriebe ist sowieso ziemlich erledigt - habe seinerzeit bei der Generalüberholung sämliche Schaltmuffen umgedreht (d.h.: untereinander ausgetauscht, dass die unbenützte bzw. bessere Seite wieder eingreift), da die beiden Geländegänge (=1. + 2.Gang) bei stärkerer Belastung ständig raussprangen. War anschließend zwar besser, nur trat das selbe Problem dann bei den Retourgängen auf.
Zum Glück war beim Totalschaden des 401ers ein fast neuwertiges Getriebe dabei(sogar mit Zwischengetriebe für die Geländegänge), welches ich neu lagerte und im \"neuen\" Unimog einsetzen werden. So aber nun meine Frage -> ist das Getriebe des U 401 kürzer übersetzt oder genauso wie das des 2010ers? (Muss gleich dazusagen, daß ich keine Ahnung habe, welche OM 636-Version den 401er antrieb)
 
Hallo Waffy

Getriebe und Achsen sind immer gleich übersetzt.
Die Unterschiede liegen in den Radvorgelegen und richten sich nach dem verwendeten Motor 25 bzw 30 PS, da der 30 PS Motor 200 U/min höher dreht. 2350 U/min statt 2150 U/min

Die 401er sind, wie die 2010er mit der 25 PS Maschine ausgerüstet.
Ubersetzung im Vorgelege 16:31 Zähne = 1 : 1,94 Achsuntersetzung ges. 1:6,92

411 mit 30 PS
Untersetzung im Vorgelege 15:32 Zähne = 1 : 2,13 Achsuntersetzung ges. 1 :7,62

Dann gibt es noch Vorgelege für die 32/34 PS Maschinen 2550 bzw. 2750 U/min deren genaue Daten ich nicht habe.
Sie müssten aber ungefähr 1 : 2,3 und 1:2,46 untersetzt sein.

Die neuesten Mog’s haben also die langsamsten Vorgelege (Achsen)

Thorsten
 
Hallo,

ergo: wenn man einem neuen 411 beine machen will, dann baut man die ältesten achsen ein ;)

oder einfacher, man müßte doch nur die passenden zahnräder im radvorgelege umbauen können ... ?!

mfg,
Andreas
 
Normalerweise müssten die Zahnräder passen - es sei denn, die Antriebswellen der späteren Modelle wären anders. - Der Tausch selber ist keine Hexerei.
Aber jetzt eine andere Frage - wie wärs mit einer Untersetzung bereits in der Kupplungsglocke? Platz wär dort genug. Nur müsste man ein kleines Zwischengetriebe finden, dass den Anforderungen standhält.
 
Da muss ich ihm aber vorher ein Gewindefahrwerk verpassen, um 15cm tiefer legen und die Spur um 40cm verbreitern :-)))))

Schönes Wochenende!!
Waffy
 
Hallo,

--> thorsten: stimmt, irgendwo war die idee schon mal beschrieben ! das hatte ich auch im hinterkompf, nur war ich mir nicht mehr sicher, wo.

--> waffy: es stellt sich hier natürlich die frage, worauf du raus willst - a) generell mehr leistung, d.h. höhere zugkraft in _allen_ geschwindigkeiten (und damit auch eine etwas höhere endgeschwindigkeit, auf jeden fall aber bessere gesamtfahrleistungen im straßenbetrieb), oder b) einfach eine höhere zugleistung bei langsamen und langsamsten geschwindigkeiten ?

worauf ich raus will: ich glaube nicht, daß dir die weitere untersetzung was bringt - oder brauchst du mehr zugkraft als der erste gang ermöglicht ?? selbst im gelände (wald) oder am berg hätte ich nämlich gerne eine gewisse mindestgeschwindigkeit (die normalerweise höher liegt als im 1. gang möglich!). anders ausgedrückt: wenn ich selber im wald oder gelände unterwegs bin, hätte ich gerne die geschwindigkeit des 3. gangs, aber mit der zugleistung des 2. - ebenso beim straßenbetrieb mit anhänger (anfahren, etc). außerdem spielt im gelände ja auch die bodenhaftung der reifen eine rolle, und die ist bei zu langsamen geschwindigkeiten schlechter, als wenn man sie mal \"wühlen\" lassen kann.
ergo: weiter untersetzen (radvorgelege, zwischengetriebe, etc.) bringt nix !
weil: der mog zieht quasi ALLES weg, nur eben nicht bei hohen geschwindigkeiten.
(ich hatte noch nie ein problem mit der zugleistung der mogs, nur war entweder die bodenhaftung am ende oder das ganze war eben ziemlich langsam)

das einzige, was wirklich hilft ist also die motorleistung zu erhöhen - so wie du anfangs beschrieben hast.

meist du, das mit dem getriebe in der kupplungsglocke ist sinnvoll ? gibt es so kleine getriebe, die das drehmoment aushalten ?

ich bin mir nicht sicher, ob das paßt, aber wie wär\'s damit: das getriebe mit zwischengängen, das du hast - die untersetzung für die zwischengänge ist doch nur außen angeflanscht, d.h. optional. wenn du die durch was anderes ersetzen würdest, evtl. mit einer weiteren untersetzung ? das erschint mir sinnvoller, wie in der kupplungsglocke was unterzubringen, oder ?

mit den zahnrädern im vorgelege wollte ich natürlich nur auf die erhöhung der endgeschwindigkeit raus - wobei das evtl. nichts bringt, weil der motor dann doch wieder zu schwach ist. am besten ist natürlich: starker motor (60PS), achs-vorgelegeübersetzung auf schnell ändern und ein getriebe mit vorgelege, um die anfahrleistung beizubehalten !

achsen statt kupplungsglocke hätte auch den vorteil, daß man nur die zahnräder tauschen muß, statt was völlig neues einbauen und den antriebsstrang umfummeln ...
wenn man wirklich eine zugkrafterhöhung (zu lasten der geschwindigkeit) haben will, könnte man sich ja auch eine ganz langsame achsübersetzung einbauen. sofern das das gehäuse zuläßt. hautvorteil wäre dabei, daß das größte drehmoment erst ganz am ende des antriebsstranges entsteht, nämlich direkt am rad.
wobei ich trotzdem behaupte, das problem verlagert sich dann auf das rutschen der räder - oder hast du da andere erfahrungen ?

allerdings fällt mir gerade auf, daß das problem die höhere enddrehzahl des tauschmotors ist, oder ? ich hab\' bei meinen überlegungen natürlich den standardmotor oder was vergleichbares betrachtet...
kann das getriebe und der antriebsstrang überhaupt die höheren drehzahlen ab ? ansonsten eben wirklich in der kupplungsglocke die eingangsdrehzahl reduzieren...
oder wirklich achsvorgelege reduzieren oder immer im zwischengang fahren.

mfg,
Andreas
 
Hallo potenzielle Mog-Tuner,
schon die Zahl der Interessenten für das Thema Leistungserhöhung in den kleinen Mogs (2010, 401, 411) zeigt das dieses Thema immer wieder und mehr und mehr am Kochen gehaltern werden wird. Habe mir auch schon Gedanken gemacht einen 411.118 motormäßig aufzurüsten aber die Kompaktheit und Handlichkeit des 411 bei zu behalten. Inwiefern die Originalität des Fahrzeugs leidet oder gar grundsätzlich in Frage gestellt wird muß jeder mit sich selbst ausmachen. Desweiteren TÜV, Wiederverkaufswert eines \"Umgestrickten\" usw.
Mir würde schon eine Endgeschwindigkeit um die 70-75 km/h genügen (man denke an die Bremsen), aber dann bitte bergauf und bergab. Das ist es was die alten MOgs heute so alt aussehen läßt- das Scheuen vor jedem Berg. Diesen Mangel zu überwinden braucht man vor allem Drehmoment, welches sich entweder durch mehr Hubraum aus konventionellen Motoren oder effektivere Motoren bei vergleichbaren Hubräumen realisieren läßt. Durch die kompakten Maße im Motorraum der kleinen Mog ist ein OM 616 (2,4l ?) wohl schon das maximale was sich mit vertretbarem Umbauaufwand räumlich unterbringen läßt. Wie berichtet gibt er aber seine Leistung von 65 PS erst bei 4200U/min ab woraus der Ansatz entstand Übersetzungen in den Achsen durch Zahnradtausch , Untersetzungsgetriebe in der Zwischenglocke usw . zu ändern, m. E. ein Aufwand der für die wenigstens machbar wäre.
Einfacher wäre hier doch sicherlich der Einbau eines modernen Diesel wie z. B. im Ford Fiesta der letzten Generation. Aus nur 1,4l Hubraum werden hier im TDCi dank moderner Technik und Turbo 68 PS an die Welle gebracht , wobei im unteren und mittleren ! Drehzahlbereich 160 Nm! anliegen. Der Verbrauch wird im PKW mit 4,6 l /100km angegeben. Natürlich liegen PKW- Motoren andere Auslegungsgrundsätze zu grunde aber Drehmoment ist doch wohl Drehmoment ob aus 2,4l konventionell oder 1,4l modern. Wie ist hierzu die Meinung der Experten?Finanzielle Aspekte sollten erstmal ausgelassen werden.Nachteil der neuen Motorengeneration ist aber m.E. die Software desMotormanagements. Bei Defekt mit Laptop in den Wald oder auf s Feld? Wer hat die Hard-und Software noch in 10 oder 20 Jahren? Also doch \"konventionelle\" Diesel mit mehr Hubraum?die in 20, 30 Jahren noch laufen wie die heute 50-jährigen OM636.?
Fragen über Fragen. Expertenmeinung auf den Tisch.

es grüßt aus Eisenach
Heinz401