Angetriebener Anhänger für den Mog ?

Andreas_Bucher

New member
02. Sep. 2002
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Hallo,

noch ein beitrag zum thema: \"blöde ideen\"

weil hier gerade ein mit-mogler (gefällt mir, der ausdruck !) seinen klausbagger auf ein altes mog-fahrgestell setzen will:

wie wär\'s mit einem mog-fahrgestell, hinter dem führerhaus trennen (aua. macht man aber bitte nur mit wirklich schrottigem mog!), rahmen zusammenbiegen und mit zugmaul verschweißen (die übliche \"recycling-anhängerbauweise\" der 50er).

jetzt aber der trick: hinterachse betriebsfähig erhalten, untersetzungsgetriebe dran und an die zapfwelle des zugfahrzeugs anschließen.

könnte man das realisieren ? man hätte damit ein prima 6x6 gespann ! dann noch ein wohnkoffer drauf, und los geht\'s !

wie müßte man die übersetzung auslegen, bzw. wie könnte man den gangwechsel am zugfahrzeug kompensieren ? \"freilaufgetriebe ?\" pneumatisch mitschalten ?

historie: es gab solche lösungen für traktoren, die waren auf eine bestimmte geschwindigkeit und einen bestimmten gang des zugfahrzeugs abgestimmt. gab\'s sowas auch für den mog ? im militärbereich evtl. ?

laßt euch nicht drausbringen,
Andreas
 
Hallo Andreas,
sowas gabs/gibts tatsächlich in der Landwirtschaft. Ich kenne das noch von alten Miststreuern, bei denen über die Zapfwelle nicht nur der Kratzboden und die Walzen, sondern auch noch die Achse angetrieben wurde. Funktionierte allerdings nur in einem bestimmten Geschwindigkeitsbereich - etwa Schrittgeschwindigkeit. War der Traktor schneller, griff ein Freilauf, war er langsamer, hat der Miststreuer den Trecker geschoben.
Meine Infos habe ich aus meiner eigenen Landwirtschaftserfahrungen Ende der 60er Jahre. Inwieweit das heute noch praktiziert wird, weiss ich allerdings nicht, könnte mir aber vorstellen, dass das heute auch bei Ladewagen zur Grünfutterbergung praktiziert wird.
 
Hallo Andreas,
schau doch mal bei UNICAT nach, die haben den sogenannten \" MaxiMog\" gebaut. An diesem Mog hängt ein Trailer der hydrostat. angetrieben ist. Natürlich funktioniert das auch nur bei geringer Geschwindigkeit- aber auch nur dort braucht man es ( vielleicht ) auch nur. Das Ganze passt sicher besser zusammen wie der direkte Kardanantrieb. Habe von dieser Lösung aber auch schon öfters gehört- auch bei rel. normalen Vehikeln.

Mit diesem komischen Gefährt will er dann überall auf der Welt herumtuckern- Na dann will ich den mal in Afrika oder im tiefen Russland sehen- mit Wassereinbruch in der Elektronik oder sonst einem kl. Problem:)
Da muss man nun wirklich zuviel Geld haben, um es so zu verschwenden.
Kopfschüttelnd
Markus
 
Bei den Land Rover gibt es soetwas auch. Der 101er hatte auch einen angetriebenen Anhänger, der aber sehr selten ist. Habe gehört, man sollte damit nicht parken, denn sonst ist der ganz schnell weg.
Wie genau der angetrieben wurde, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall auch so eine Lösung und im milit. Einsatz

Gruß

Michael
 
Die interessanteste Konstruktion dieser Art kam wohl von der Firma Alpenland.
Kurt Schröter konzipierte seinen Schlepper als Einheit mit dem Triebachsanhänger um ohne den teuren Allradantrieb das Maximum an Zug und Bremskraft heraus zu holen.
Der Schlepper hatte einen mechanischen ! Kraftheber. Der Kraftheber bestand aus einer Gewindespindel und Gewindemutter, mit der der Hubarm des Krafthebers angelenkt wurde. Die Gewindespindel wurde vom Zapfwellenstummel in der einen Richtung über einen Keilriementrieb, in der Anderen über direkte Reibberührung der Keilriemenscheiben bewegt. Aus und eingekuppelt wurde durch Veränderung des Achsabstandes der Keilriemenscheiben. Die Zugstange des Zweiachsanhängers wurde im Zentralrohr des Krafthebers starr gekuppelt. Die maximale Zugkraft wurde erreicht, wenn der Kraftheber die Vorderräder völlig vom Boden abgehoben hatte.
Damit die Sache dann noch lenkbar war, hatte der Alpenland eine Vierradlenkung.
So um die 150 Stück dieser seltsamen Konstruktion sind tatsächlich verkauft worden. Natürlich in Bayern, wer sonst kauft so was. :D
Der Antrieb der Landy-Triebachsanhänger lief über die Zapfwellen des Landy, die im Gegensatz zu den Unimogzapfwellen von der Motordrehzahl fast unabhängig regelbar sind.
Alle Triebachsanhänger sind in der Regel speziell auf das Zugfahrzeug abgestimmt.

Über die Zapfwelle könnte man sie nur in einem einzigen Gang betreiben ohne das System auf festem Untergrund zu zerreißen. Eine Wegewelle, deren Drehzahl am Getriebeausgang abgenommen wird wäre hier der Richtige Weg. Allerdings sind diese Wegewellen nicht übermäßig belastbar, da sie in der Regel zum Antrieb vor Setz- und Sämaschinen o.ä. dienen.

Es gibt auch Triebachsanhänger, die über einen Rückwärtigen Wellenaustritt am Differential betrieben werden. Ähnlich einer LKW Achse mit Durchtrieb.

Thorsten


[Editiert am 27/5/2003 von thorsten.schlote]
 
Hi Andreas,

die Idee ist bestimmt genausogut wie meine. :-)

Aber du hast doch einen Unimog?

Wenn nein, ist der Anhänger bestimmt von Vorteil.

Wenn ja: Wo der Unimog nicht rauskommt, wird der Anhänger dich dann nur in Gefahr bringen.

Aber wir haben uns vor Jahren einen Holzanhänger gebaut, bei der suche nach einer Achse scheiterte es an der Antriebsachse sonst wär eine vrbaut worden.

Aber dann kam 2001 der Unimog.

Gruß
Chris
 
Wollte auch noch meine Erfahrung dazu geben. In den Sechzigern, als die Motorisierung auf die Dörfer kam, waren die Traktoren im Vergleich zu den oft später erworbenen Miststreuern untermotorisiert.

Zunächst hatten die Miststreuer Triebachsen, welche über die normale Motorapfwelle im 2. Gang eines 5-Ganggetriebes 20 km/h nur vorwärts liefen; sie hatten aber schon zur Sciherheit eine Überspringmechanik an der Antriebskette von der verlängerten Zapfwellenwelle zur Achse; es waren amerikanische Militärachsen. Dann kamen speziell von ZF entwickelte Msitstreuerachsen, welche ebenfalls bei Normalzapfwelle vor aber auch rückwärts liefen. Ich selbst habe oft bei Rückwärtsbetrieb ohne eingelegten Gang diese tMöglcihkeit benutzt. Für den 5-to Kemper-Miststreuerz.B. war es überhaupt kein Problem, einen D35 rücvkwärts aus dem Sumpf zu ziehen.

Die Wegzapfwelle war an dem D35 auch schon dran, allerdings nicht auf den Anhänger abgestimmt. Für normalen Betrieb des Msitstreuers im Feld selbst wäre dies auch nicht notwendig gewesen.

Falls man unbedingt eine solche Lösung haben will, dann sollte man sich darüber im Klaren sein, daß es immer einen gewissen \"Schlupf\" geben wird, der auf einer asphaltierten Straße bei Unimoggeschwindigkeiten vielleicht bei Kurvenfahrt doch zu einem Verkehrssicherheitsproblem werden könnte.

Nachdem die Traktoren wuchsen und wuchsen, kamen die Triebachsen bei den Miststreuern aus der Mode. Soweit ich noch die Entwicklung mitbekommen habe, sind die Miststreuer in der 10-to-Klasse heute mit normaler Achse ausgestattet.

Gruß von Karl
 
Hallo,

--> ulli, karl: genau, miststreuer war das stichwort. daran hab\' ich in dem moment nicht gedacht.
da hab\' ich\'s schon gesehen, aber noch nicht selber damit gearbeitet. genau wie karl geschrieben hat: leichter schlepper mit sauschwerem anhänger im acker !

irgendwo erinnere ich mich auch an ein foto von einem normalen kleinschlepper mit angetriebenem anhänger (weinberg ?).

das war der anlaß - bzw. die tatsache, daß ich am wochenende einen 1-achser zum kauf besichtig habe, der aus einem umgebauten goliath-heckteil bestand (schade drum, aber auf jeden fall eine achse mit diff. und antrieb drin !) außerdem sah man früher öfter anhänger mit antriebsachsen drin (natürlich ohne antrieb, da der hänger nur das heckteil eines klein-lkw war).

--> nieswurtz: landrover, stimmt. da gab\'s wohl alle möglichen \"basteleien\" dazu. leider selber nie damit in berührung gekommen.

--> thorsten: deinen artikel hab\' ich auch gelesen, ich kannte die alpenland-teile von fotos. an die achsen mit durchtrieb habe ich natürlich als erstes gedacht, aber die gibt\'s für die normalen mogs (bis 406) wohl kaum, oder ? sprich, die umrüsterei lohnt nicht nur des gags wegen.

meine idee war ein 1-achser zum holz rausfahren, ungefär so wie die hydraulisch angetriebenen 3-achser knickgelenkten profi-geräte, nur eben als ganz einfache selberbaulösung. (oder natürlich als expeditionsmobil oder sowas. ist aber weniger mein fall)
einsatz nur auf losem oder glitschigen untergrund bis ca. 15km/h, um das problem mit schlupf und verspannung zu vermeiden. auf der straße natürlich völlig unsinnig.
deshalb einfach die PTO mit einer entsprechenden übersetzung an den anhänger (starr)
weiterführen, für straßenbetrieb oder rückwärtsfahrt zapfwelle ausschalten.

ich glaube, ich sollte mich nach so einem miststreuer umsehen und auf rungen zum holzladen umbauen, den misthäcksler hinten weghauen. meterstücke passen da quer gut drauf, abladen per kratzboden :-)

waren die an der normalen zapfwelle betrieben ? oder nur an den wegezapfwellen ?
nur braucht der mog dann wieder ein verlagerungsgetriebe - grummel !

wie wäre ein hydraulischer antrieb ? packt ein hydro-motor sowas ? den einfach an den diff.eingang der achse flanschen und per mog-hydraulik betreiben ? v/r umschaltung über den lankradhebel der hy. man könnte auch in die mechanik der auflaufbremse einen andruckabhängigen ölmengenregler einbauen ... etc. dann würde der hänger bis zur maximalgeschwindigkeit immer mitschieben.

na ja, nur so als idee ...

viel spaß,
Andreas
 
Hallo Andreas,
die angetriebenen Miststreuer aus meiner \"Jugend\" wurden ganz normal über die Zapfwelle mit angetrieben, gab glaube ich einen Hebel auf der Deichsel, den man vom Trecker aus bedienen konnte, damit wurde der Antrieb zu- und abgeschaltet. Zu der Zeit (Ende 60er) gab es son modernen Krams wie Wegezapfwellen an den Bulldogs noch nicht.
 
Hm, Andreas. Spinnen wir die Sache doch mal weiter.
Wenn du zwischen Triebachse und Zapfwelle eine Ölhydraulische Kupplung bauen würdest.
Z.B. aus nem alten AP17. (Die Porschesammler mögen mir verzeihen)
Bis 500 U/min an der Zapfwelle würde dein Anhänger gar nichts machen. Bei höheren Touren beginnt die Kupplung dann langsam zu greifen. (Bei 2000 U/min ist der Schlupf im AP17 ca. 2-3%. Durch dickeres Öl und den Abstand der Pumpenräder kann man diese Werte auch verändern)
Das heißt von Halbgas bis Vollgas würde dein Hänger dann zunehmend mitarbeiten ohne was zu zerreißen.
Nehmen wir mal an, die Kupplung hat bei Vollgas (Zapfwelle 1000 U/min) 30% Schlupf.
Dann kommen an der Triebachse 700 U/min an. Hinterachsuntersetzung ca. 5:1, macht 140 U/min an der Achse. Reifendurchmesser 60cm. Macht 266m/min.
Das heißt, dein Hänger würde dich mit 16km/h aus dem Wald schieben. Passt doch ! :P

@ulli
Wegewellen gibt es schon wesentlich länger. Mein Fendt Geräteträger Bj. 61 hat sie und alle GT vorher haten sie auch. Macht ja auch keinen Sinn, die Kartoffelsetzmaschine für den Zwischenachsanbau mit einem zusätzlichen Traktionsrad zu treiben.
Sag ich ja immer: Fendt Geräteträger, da ist der Unimog Behelf. :D
Thorsten
 
Wie wäre es denn, statt der Zapfwelle den hinteren Deckel vom Vorderachsantrieb abzunehmen, und dort eine Welle anzuschließen. Dann erübrigt sich das Geschwindigkeits-/Freilaufproblem, und der Antrieb vom Anhänger wird mit dem Allradantrieb geschaltet...
 
Hallo,
das Verlagerungsgetrieb am Miststreuer (einachsig) ist nicht zwingend notwendig. Wir hatten in den 60ern ebenfalls ein Miststreuer mit Triebachse am 411er. Kann mich da gerade noch erinnern. Funktion selber aber nicht gesehen. Hier wurde die Zapfwelle einfach am Miststreuer auf die Linke Seite, neben der Deichsel verlegt. Und das soll funktioniert haben.
Der Miststreuer hatte einen zuschaltbaren Antrieb. Dieser soll mit einer Riemenscheibe, die bei der Betätigung eines Hebels in Gang gesetzt wurde, angetrieben. Warum soll den auch die Achse ständig mitlaufen. Ist ja nur was für den Notfall.

Wegezapfwellen gibt es schon ewig an Traktoren. Und nicht nur für leichte Arbeiten. Zum Beispiel hat unser 15er Kramer, wird gerade restauriert schon eine Wegezapfwelle.
Hat Massey Ferguson diese nicht eingeführt? Der MF 65 hatte jedenfalls auch eine. Die Drehzahl am Zapfwellenstummel ist jedoch (optisch) ziemlich langsam, und ob dieser Ausgang genormt ist, kann ich nicht beantworten.
Gruß
Bernd THomes
 
@ Daniel,
Geniale Idee nur ist DC selber darauf gekommen, genau da wird der wegeabhängige Zapfwellenantrieb angebaut. für 406 Code N15 SA 35561
Gruß Helmut