Anhängerbremse reagiert zu langsam (406er)

kas

New member
27. Aug. 2011
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Hallo Mogfreunde,

ich hab`jetzt mal bei meinem neu restaurierten 406-er einen 16 to-Hänger drangehängt, um mal zu shen ob die Luft reicht ( hab nur den kleinen nockenwellenkompressor).

Na ja, die Luft hat überraschenderweise gereicht, :lol: aber die Hängerbremse sprach sehr langsam an. Das hat einige Sekunden gedauert, bis die Bremswirkung des Hängers kam. So kann man natürlich nicht fahren!

Mein Spetzel meinte, die Steuerleitung (gelb) bringt zu wenig Luft und das Anhängerbremsventil müsste wohl eingestellt werden.
Was meint Ihr. Kann mir jemand einen Tip geben,wie ich da ran gehen muss? :roll:

Gruß Karl aus dem Frankenland, alias kas
 
Hallo Karl,

was für einen 406 hast du denn?
Bei den älteren Modellen ( U 65 ? ) - mein ich mich zu erinneren - ist es so das bei Anhängerbetrieb ein Hebel umgelgt werden muss. Dann ist die Bremsleistung der Zugmaschine reduziert und der Zug bleibt gestreckt.
Bei den jüngeren Modellen sind an der Vorratsleitung ( Rot ) ganz besondere Kupplungsköpfe montiert die über eine Steuerleitung die Leistung des Bremskraftverstärkers reduziert, mit dem gleichen Effeckt.

Klingt komisch, ist aber so.


Wenn einer der Vorbesitzer - weil er die Anhängerbremsanlage nicht benötigte - könnte es sein das bei dir der Hebel fehlt oder die Steuerleitung nicht mehr angeschloßen ist.

Mfg Winni
 
Danke Winni,

der 406 ist Baujahr 1980. Wo sollte denn der Hebel sein?

Da fällt mir ein: Mein Allrad und die Differenzialsperre wird mit Druckluft geschaltet. Der Drehschalter ist links von den hinteren Schalthebeln auf der Gummiabdeckung positioniert, fast an der Rückwand.
Dann habe ich noch einen kleinen Drehknopf zwischen den Schalthebeln vorne Mitte. Das ist auch ein Luftschalter mit drei Steuerleitungen die auf das Anhängerbremsventil gehen. In der Bedienungsanleitung fand ich darüber nichts.

Könnte das der Schalter sein???

Aber nun fällt mir noch was ein (du scheinst dich ja richtig auszukennen): Mein Problem war ja, dass die Anhängerbremse zu langsam reagiert. Ist mit dem Schalter dann auch eine Veränderung des Steuerdrucks für die Anhängerbremse verbunden? Wenn nur die Wirkung des Bremskraftverstärkers verändert werden würde, ginge ja die Anhängerbremse immer noch nicht???

Gruß Karl :( (grübel, grübel)
 
Servus Karl,

für die erste Frage hilft dir ggf das hier:
http://www.unimog-community.de/phpBB3/viewtopic.php?f=1&t=27922&hilit=anhänger+bremse+strecken

für die Frage nach dem (ganz) kleine Zusatzdrehschalter hilft die Betriebsanleitung - wenn noch ned vorhanden, unbedingt zulegen und auch mal lesen :wink: :ironie :sorry

mfG
Axel
 
Halle erst einmal,

der kleine Drehschalter sollte das Handbremslöseventil sein. Damit kann man bei geparkten Fahrzeug die Handbremse am Anhänger entlüften und somit testen, ob die mechanische Handbremse vom Zugfahrzeug allein die ganze Fuhre hält.

Bis die Tage,

Bernhard W. aus W.
 
Hallo,

bei Baujahr 1980 gehe ich von einem Scheibenbremser mit EG-Bremsanlage aus. Da gibt es keinen Umschalthebel für die Bremsverstärkung, da geschieht das automatisch beim ankuppeln der Vorratsleitung (deshalb hat der rote Anschluß auch mehrere Leitungen, da darüber auch eine Umschaltung erfolgt). Für die Schaltung der Bremsverstärkung selbst ist dann ein kleines Luftventil direkt am Bremskraftverstärker zuständig.

Wie groß der Anhänger ist, spielt übrigens erstmal keine Rolle. Wenn der Vorratsdruck im Anhänger mal vorhanden ist, wird die Bremsung des Anhängers aus diesem gespeist. Für den Bremsvorgang vom Mog her wird nur die Luft zur Ansteuerung des Anhängerbremsventils benötigt, das ist unabhängig vom Bremsluftbedarf des Anhängers selbst für die Bremsung und hat im Prinzip nur eine Art Relaisfunktion. Klar, über die Vorratsleitung muss dann bei mehreren Bremsungen genug nachkommen, um den Luftbedarf des Anhängers abzudecken. Am besten mal ein entsprechendes Prüfmanometer am gelben Anschluß anschließen und den Druckaufbau beim Bremsen testen. Am roten Anschluß sollte dabei auch was angeschlossen sein.

Die Funktion des kleinen Drehknopfes hat Berhard W. aus W. korrekt beschrieben. Dient zum testen, ob der Zug alleine durch die Handbremse des Mogs beim abstellen am Berg gehalten werden kann, wenn dem Anhänger nach einiger Zeit der Luftvorrat ausgeht und dieser (wie bei älteren Anhängern üblich) keine Federspeicher hat.

Noch ein Hinweis für die Mogbesitzer mit Umschalthebel an der Hecktraverse: Da hat sich die Schaltweise mal geändert, als Mitte 1970 die größeren Radbremszylinder eingeführt wurden:
Bis Mitte 1970 (kleine Radbremszylinder):
Mog ohne Anhänger: auf
Mog mit Anhänger: zu
Ab Mitte 1970 (größere Radbremszylinder):
Mog ohne Anhänger leer: zu
Mog ohne Anhänger beladen: auf
Mog mit Anhänger: zu
(mit Anhänger bedeutet jeweils mit druckluftgebremstem Anhänger).

Gruß,
Michael
 
Danke liebe Mogler,

Fall zwei (Drehschalter)ist damit geklärt!
Fall eins - Anhängerbremse reagiert zu langsam (siehe ersten Eintrag) noch nicht.
Weiß da jemand Bescheid?

Gruß Karl
 
Hallo,

hab dir geschrieben, was zu tun ist. Erstmal den Fehler richtig suchen und nicht nur mutmaßen:

Am besten mal ein entsprechendes Prüfmanometer am gelben Anschluß anschließen und den Druckaufbau beim Bremsen testen. Am roten Anschluß sollte dabei auch was angeschlossen sein.

Prüfmanometer kann man sich auch selbst bauen. Hab ein Übergangsstück von Vorratsanschluß auf normale Druckluftkupplung gebaut, dann kann man alles anschließen, was es für normale Kompressoren gibt. Dann siehst du doch, ob der Druckaufbau normal oder verzögert erfolgt.
Such dir die Wabco-Nummer des Anhängersteuerventils und schau im Internet im Inform-System mit Hilfe der Nummer nach den Prüfwerten und ob da überhaupt was einstellbar ist.

Gruß,
Michael
 
Danke Michael,

werd´ich so machen, sehe nun etwas klarer.

Gruß Karl
 
Hallo, habe auch erst das Anhängersteuerventil zerlegt, weil die Einleiterbremse den Druck nicht abbaute, hatte ein Spezialist den Federteller beim Deckel eingebaut statt bei der membrane.Baujahr 80 hat eine EC bremse mit Abrisssicherung,blaues Ventil am Rahmen rechts , dass wenn zuviel Luft beim Bremsschlauch verloren geht, bei der Vorratsleitung druck abbaut und so den Anhänger bremst. Würde daher bremse fixieren und horchen ob beim Anhängersteuerventil(über hinterem Luftbehälter hinter 3Kreisschutzventil)Luft ausströmt, dann ist die Membrane defekt.
Gruß winterjo
 
Hallo

die Beaufschlagung des Anhängerbremsventil erfolgt durch den Bremskraftverstärker. Der dort anliegenden Druck (abhängig vom Pedaldruck) wird über das Anhängersteuerventil zum Anhängerbremsventil geleitet. Dieses wiederum steuert, anhängig von der am lastabhängigen Bremsventil eingestellten Beladung (leer/halbvoll/voll, bei moderneren Anhängern ein ALB)) den Druck aus dem Anhängervorrat in die Bremse. Wenn es sich um einen normalen LKW-Anhänger älterer Bremsenbauart handelt, wird der Druck durch die am Anhängerbremsventil eingestellte Voreilung angehoben.
Folglich kann die Ursache im Anhängersteuerventil, im Anhängerbremsventil oder im lastabhängigen Bremsventil liegen. Das kann man aber mit einem Manometer ganz einfach messen.
Leider muss man immer wieder darauf hinweisen, dass Bremsen kein Spielplatz für Ungeübte sind.