Antriebsachse einseitg bremsen

Neuro

New member
22. Juli 2008
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Ich hab mal eine Frage an euch.

Ist es möglich, die Antriebsachse bei einem Unimog einseitig abzubremsen? Also so das zum Beispiel das linke Rad steht und das rechte weiterhin antreibt.

Würde nämlich gern ein Kettenfahrzeug bauen und wollte da auf eine Unimog-Achse zurückgreifen, evtl sogar samt Motor und Getriebe. Der Hintergrund ist der, dass ich mir gerne die zwei Kupplungen zu den Ketten sparen möchte. Zwar wär ja eine Achse ohne Differential deutlich besser aber mal sehen, was ich vorerst im Kopf bevorzugen werde.
 
Hallo "neuro",

ganz zu Beginn eine Bitte: Es ist hier üblich, mit dem Vornamen zu unterschreiben, ansonsten herzlich Willkommen in diesem Forum.

Grundsätzlich: Wenn Du jeden Radbremszylinder einer Achse einzeln ansteuerst, kannst Du auch einzeln abbremsen. Das gilt für jede x-beliebige Achse.

Um sagen zu können, ob eine Unimog-Achse für solche Zwecke geeignet ist, muss man wissen, wie schwer das Fahrzeug werden soll, dass Du planst.

Auf Basis des U406 gab es den Unitrac, ein nicht gerade leichtes Kettenfahrzeug.

unitrac_2_152.jpg


Hier im Forum gibt es mindestens einen Besitzer eines Unitrac, den Clemens, den solltest Du mal anschreiben.

Sein nickname ist Unitrac

http://www.unimog-community.de/index.php?name=PNphpBB2&file=profile&mode=viewprofile&u=357

Grüße

Holger
 
Vielen Dank für die schnelle Antwort, die mich sehr verblüfft! Hatte schon damit gerechnet, ein klares "nein" zu bekommen, mit der Begründung das die Achse zerstört würde. Das Differential regelt also die Kraftübertragung auch in so einem extremen Fall!?

Das Gefährt sollte so um die 2,5 - 3t wiegen. Das Ganze muss ich aber erst noch durchrechnen, im Moment baue ich noch im Kopf und sammel die Baugruppen zusammen. 5t wären schon viel zu viel. Der Unitrac ist definitiv schon zu "robust" gebaut. Ich will da eher was mit mehr dynamik. Also keinen Leiterrahmen, leichte Ketten, keine Hydraulik... im großen und ganzen ein Ding zwischen Arbeitsgerät und Spaßmobil.

Die Bremszylinder einzeln anzusteuern sollte das kleinste Problem sein.

Werde mich aber mal mit Unitrac in Verbindung setzen!

Patrick (->Danke für den Hinweis)
 
Sorry, aber beim Unitrac ist doch ein komplett eigenes Raupenfahrwerk drunter. Da sind keine Unimogachsen drin.

In einem Unimog-Buch (welches war das denn noch...) war mal ein Foto von einem 401 oder 411 der auf Ketten umgerüstet wurde. Da waren die Original-Achsen drin und zusätzlich noch eine Mittelachse dazwischen. Auch die Reifen waren nocht drauf. Das dürfte dann auch ungefär in deiner Gewichtsklasse rauskommen. Somit müsste dein Vorhaben prinzipiell machbar sein. Ich kenne aber auch nur das eine Foto.
 
Hallo Patrick,

das ist zwar kein Unimog, man kann aber viele gute technische Ideen sehen:

http://de.youtube.com/watch?v=p_iup2jXQqI

http://howeandhowe.com/

Viele Grüße,

Unimog-Andreas
 
Hallo,

mal langsam, damit da jetzt kein Irrtum entsteht:
Die Unimog-Achse mag es antreiben können, sie ist auch einzelradbremsbar, aber diese Bremse als alleinige Lenkung funktioniert nur sehr bedingt und bei sehr kleinen Höchstgeschwindigkeiten:

Moderne Kettenfahrwerke haben entweder ein sogenanntes Doppeldifferenzial, ursprünglich mal von Cletrac entwickelt.
Die Steuerung erfolgt nicht über das Abbremsen eines Rades mittels Bremsen an den Außenachsstummeln sondern eben über dieses Doppeldifferenzial.

Oder bei anderen Varianten werden die Ketten einzeln hydrostatisch angesteuert.

Heute ist das so weit entwickelt, dass die Drehzahlen der beiden Antriebswellen (hydraulisch oder elektrohydraulisch) ganz feinfühlig regelbar sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kettenfahrzeug#Antrieb_und_Lenkung

Gerade wenn Du ein hochdynamisches Fahrzeug bauen willst, wird es mit einem Lenken nur durch ein ungeregeltes (eigentlich unregelbares) Bremsen schwierig werden. Eine "unrund" ziehende Bremse wirft Dein Fahrzeug schlicht um.

Die reinen bremsgelenkten Kettenfahrwerke der "Steinzeit der Mechanisierung" bremsten ziemlich schwarzweiß und das geht nur bis etwa 8km/h... (Heute z.T. noch Minibagger, Bagger, etc.)

Alles schnellere benötigt eine solch präzise (regelbare) Abbremsung - genauer: Herstellung der Differenzdrehzahl Außenkette/Innenkette, dass schon Ungenauigkeit in einer Radumdrehung nicht sein darf ...

Bei höheren Geschwindigkeiten benötigst Du eine lineare Differenzgeschwindigkeitskennlinie, die kaum durch mechanische Bremsen realisiert werden kann.

Man müsste sich mal mit Konstruktionen von schnellaufenden Leichtraupen befassen, wie der seinerzeit sensationellen LHB ROBOT und den heute noch in Massen und preiswert hergestellten aktuellen Kettenschleppern von MF, FIAT und Landini.

Grüße

Holger
 
Hallo Leute

Habe zwar null Ahnung , aber früher bei den Springern hatten wir auch Kettenfahrzeuge (Kecklons genannt ) , und die haben wir für die Wartung zu Daimler gebracht. Keine Ahnung was das für Teile waren ,hat aber mächtig Spass gemacht.

Grüßle
Frank
 
Hallo Frank,

Du meinst wohl die Hägglunds. Die hatten wir in unserer Springereinheit auch. Sie hatten Daimler Technik unter der Haube. Hänge mal ein Foto an.

Bei welcher Einheit warst Du denn. Ich wahr 94 - 95 bei den Luftlandepionieren in Saarlouis.
 

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Hallo Guido,

das ist es doch!!!

Warten, bis die VEBEG die Dinger verscherbelt und ab geht die Post!
Notfalls das Blech runter und ein 406 Fahrerhaus drauf...
(Gibt es zu dem Ding technische Daten???)

Irgendwie schade, dass die Tarnflecken keine Manöver mehr machen, wie zu meiner Kinderzeit, man ist gar nicht mehr informiert, was es so alles gibt...

Zum Thema Lenkdifferenziale habe ich noch was gefunden:
http://www.gizmology.net/tracked.htm
(Leider in Englisch, aber recht schöne Kraftverlaufs-Skizzen).

Grüße an alle

Holger
 
Hallo Leute,

den BV206 finde ich ultimativ. Vor allem läuft der auch bei richtig niedrigen Temperaturen und kann schwimmen. Einfach mal bei Youtube nach BV206 schauen. Da gibt es vor allem einen langen Film mit Tsunami-Hilfe: Echt beeindruckend!

Meine Spinnerei dazu wäre:
Vorne Sitzplätze, hinten Womo und dann im Winter durch Lappland oder so.

Übrigens bei Philipp aus dem Hanfbachtal war lange Zeit einer auf der Homepage zum Verkauf mit Tüv !!!

Grüße

Sascha
 
Hi,

bin mit den Dingern beim Manöver 3 Wochen durch Norwegen gefahren. Die Dinger sind sowas von Robust. Vorne sind 4 Sitzplätze, im hinteren Teil sind zwei Bänke links und rechts. Kann aber variieren. Werden aber nicht durch ein Lenkdifferential sondern durch ein Knickgelenk gesteuert. D. h. alle Ketten sind angetrieben. Gelenkt wird auch mit einem normalen Lenkrad. Platzverhältnisse vorne naja. Hinten kann man es sich mit 6 Mann inkl. Gepäck gemütlich machen. Wärme- und Schallgedämmt. Können auch zivil zugelassen werden. Werden oft bei Bergrettungsstationen verwendet.