Auferstehung eines Unimog 411.119 Bj. 1974

Heute war nicht mein Tag. Wollte das Problem mit dem Bremslicht lösen. Also Druckschalter ausgebaut und mit Druckluft getestet, funktioniert tadelos. Also musste Druck in System bleiben. Da alle Leitungen und Schläuche neu sind, kann nichts zugequollen sein. Bleibt nur der Hauptbremszylinder. Sollte ich beim Zusammenbau einen Fehler gemacht haben. Also ausgebaut und zerlegt, nichts zu erkennen. Vermutung, das Ausgangsventil der kleinen Stufe. Mit einem RBZ außerhalb des Fahrzeugs geteste, alles i.o. Eingebaut, Fehler noch da. Das ganze 5 mal wiederholt, mit Luft getestet usw.

Dann hingesetzt und das ganze mit der Schnittzeichnung hinsichtlich Fehlermöglichkeit geprüft. Aha!!! Die Flüssigkeit um in den Behälter zurück strömen zu können hat eine Bohrung mit max. 0,4mm und liegt ganz nah der Kolbenausgangsstellung. D.h. der Betätigungskolben muss ganz zurück fahren können. Eingebaut und Spiel geprüft. Zu wenig Weg! Der Kolben kann nicht weit genug zurück. Und dass obwohl Gewinde, Mutter und Gabelkopf auf Block/Kleinstmaß waren. Die Kontermutter ist zu dick, es wird eine halbhohe Mutter benötigt!! Mutter entfernt und das ganze weiter zusammen geschraubt und es funktioniert. Das System entspannt nun auf ca. 1bar und die Bremsleute erlischt. Alles so wie es sein soll und ganz logisch. Daher immer zuerst auf das Spiel am Pedal achten :twisted: :twisted:

ACHTUNG:
Wer den HBZ ausbaut, sollte ihn mit der Leitung zum Vorratsbehälter ausbauen. Man kann beides zusammen unter der Hütte nach unten aus dem Rahmen führen.Versucht man den Überwurf SW22 zu lösen, kann sich die Einschraubverschraubung SW27 lösen. Da sie mit dem Konus das Rohr klemmt, tordiert das Rohr und schnürt ab! :!: :!:
Besser man löst das ganze nach dem Ausbau, in dem man an dem Überwurf dreht SW22 und mit SW27 die Einschraubverschraubung gegenhält. Eingebaut kann separat werden, wobei die Leitung zum Vorrat von oben (Behälterposition) eingeführt wird und der HBZ von Unten.

Gruß,
Markus

@Jürgen,
da wären wir so schnell nicht draufgekommen, aber ich habe 7 Stunden Versuch benötigt.
 
Hallo Jürgen,

ich will fertig werden und nicht das WHB detaillieren. Aber ich werde kurz vor dem Ende nicht pfuschen.
Kennst mich ja.

Gruß,
Markus
 
Heute ist der Motor erst mal eine Stunde im Stand gelaufen, soweit alles dicht, auch bei Temperatur. Anspringen will er aber nur beim Schleppen, mal schauen was mit der Batterie und dem Anlasser ist.

Steckfenster wollten auch nicht passen. :mauer
Nachtrag: bei den nachgefertigten Türen sind die Abstände der Buchsen für die Steckfenster zu kurz! Habe den Hersteller darüber unterrichtet, wird vielleicht angepasst. Bin mir da nicht sicher:!: :!:



Haubenverrieglung funktioniert auch noch nicht richtig.

Gruß,
Markus

P.S.: um die Diskussionen nochmals anzuheizen:
Ich habe mich für Nazissengelbe RAL 1007 UNIMOG Schriftzüge auf der Haube und den Bracken entschlossen. Nicht original, aber sieht gut aus.In der Fahrertür sind schon die falschen Aufkleber, andere gab es nicht.
 

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Dienstag ist HU und H-Abnahme, bis dahin muss alles fertig sein. Motor läuft und nagelt etwas, mal sehen ob ich die EP noch etwas drehe. Bremsen sind entlüftet und eingestellt, passt auch.

Die Türen einzufummeln hat Zeit gekostet, die Kabine ist etwas gekommen so dass die Türausschitte ca 2mm kleiner geworden sind. Zwingfen über Nacht werden das richten.

Die schön lackierte Haube erforderte einen sehr achtsammen Einbau, war etwas nervig.

Auf der Fahrerseite ist der Kotflügel dran, wie widerspenstig Blech doch sein kann. Morgen ist die Beifahrerseite dran. Danach noch alle Verschraubungen der Luftanlage abdichten und gut ist.

Nummernschilder sind bestellt.

Gruß,
Markus
 
Toi, Toi, Toi zur HU und H.
Verfolge Deine Restauration mit riesigem Interesse. Tolle Arbeit und dies in sehr kurzer Zeit.
Gruß aus der Pfalz (Fahre U 404, verdieselt, z. Zt. als Womo in Südamerika)
Roland
 
Danke Roland und allen anderen Lesern.

Heute war es soweit. Finis coronat opus, das Ende krönt das Werk! :party

Die Montage der vorderen Kotflügel war etwas aufwendig, Blech kann widerspenstig sein. Es ist soweit alles montiert, der Mog startet gut, auch wenn er etwas nagelt. Mal sehen, vielleicht kippe ich die ESP noch etwas.

Die Pritsche kommt erst drauf, wenn ich meinen Spriegel zurück habe, da ich sonst zwischen Pritsche und Fahrerhaus die Krampen nicht fest bekomme. Er hat ja keinen Kippzylinder.

Der Zustand ist wie damals am Werkstor.

Gruß,
Markus
 

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So vor Dienstag passiert hier wohl nichts mehr. Das Typenschild ist neu von DB, mit 2000kg Achslast!

Markus
 

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mhame schrieb:
...

ich will fertig werden und nicht das WHB detaillieren. Aber ich werde kurz vor dem Ende nicht pfuschen.
...

Gruß,
Markus

Servus Markus,

das ist eine TOP Einstellung! Mir würde bei so einer Aktion dann auch mal der Kragen platzen... :mrgreen:
Mach` weiter so, ich lese hier auch gerne mit und kann für mich viel "mitnehmen"! DANKE! :spitze
 
Da es offensichtlich viel interessiert, werde ich noch ein paar Erkenntnisse muit euch teilen, obwohl die eigentliche Restauration so gut wie abgeschlossen ist.

Türen:

Die Türen sollte man unbedingt vor dem Lackieren samt Scharniere einpassen. Dabei ist es besser mit eingebauten Schlössern zu arbeiten, oder den Auftrag durch das Schlossblech beim Spiel zur hinteren Zarge mit berücksichtigen. An den Scharnieren besteht bei den Bohrungen an der Kabine etwas Luft, dass man das ganze etwas
schieben kann. Auch wenn ich beim Transport immer an den oberen Türkanten Holzleisten als Abstandshalter hatte, ist offensichtlich beim Lackieren das Fahrerhaus hinten etwas gekommen, so dass ca 2-3mm die Türausschnitte geschrumpft sind. Also beim Einpassen der Türen genug Luft berücksichtigen. Ich habe das mit Schraubzwingen wieder etwas auseinader gedrückt. Bei lackierten Flächen muss man vorsichtig arbeiten.

Die Schlösser lassen sich am besten einbauen, wenn man das Schloss stirnseitig nur mit den drei Senkschrauben leicht fixiert und dann den Griff einschraubt. So lassen sich die zwei Senkschrauben an der Griffrosette einschrauben, wenn man etwas am Griff drückt. Dann die drei Senkschrauben an der Falle anziehen und zum Schluss die zwei Zylinderkopfschrauben überhalb und unterhalb des Schlosses. Dann kommt das Schloss wieder etwas weiter zur Tür.

Ich musste bei meinem Beifahrerschloss den Überhang unterhalb der Falle etwas ausschneiden, damit der Lack nicht zerkratzt. Siehe Bild.

Kotflügel:
Bei den Kotflügeln ist es wichtig, die Außenkante parallel zu den Türen auszurichten. Ich habe in den Hohlprofilen 9 Gewindelöcher vorgefunden. Das Lochbild habe ich von den alten Kotflügeln übertragen. So musste ich weniger auf die Ausrichtung des ganzen achten. Angefagen wird in der Mitte und dann nach rechts oder links weiter fortfahren. Der Kotflügel ist dabei auf Spannung, was ihn später stabil macht und für die schöne Rundung sorgt. Knicke unbedingt vermeiden. Die Löcher im Keder ruhig etwas größer wählen, dann kann man beim Festziehen den Keder noch etwas unter die Karosserie schieben. Sind die Löcher zu klein, kommt er beim Anziehen immer wieder hervor, da die Schraube, bzw. der Senkkopf ihn wegdrückt. Es empfielt sich die Falz gründlich abzudichten, da hier gerne Wasser eindringt. Dauerelastischer Dichtstoff überlackierbar geht ganz gut.

Die vordere(n) und hinteren Schlossschrauben bohrt man nach Lochbild am Fahrzeug besser zum Schluss. Ich habe hierzu mit einem 2mm Blechbohrer dort von unten angesetzt wo das Loch in der Kabine vermutet wurde. Dann von unten mit einem Schälbohrer aufgeschält, so dass die Löcher fluchten. dabei hat eine zweite Person von oben geschaut und Anweisungen gegeben, in welche Richtung geschält werden musste. Da ging erstaunlich gut.

Bei einigen Nachbaukotflügeln fehlt vorne ein Blechlappen im Bereich des Luft-Kompressors. Den sollte man vorher anfertigen und anpunkten. Da hier auf der Beifahrerseite die einzige Befestigungsschraube ist, die den Kotflügel quer zur Fahrtrichtung kippt und parallel zum Fahrzeug hält. Auch muss der Ausschnitt für die Schlossschraube der Sitzschiene auf der Beifahrerseite ausgeschnitten werden. Auf der Faherseite ist das nicht notwendig, hier sitzt die Sitzschiene nicht so nah am Rand der Kabine.



Gruß,
Markus
 

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Es ist immer noch warten auf die Abnahme angesagt. Habe mir die Zeit mit einstellen des Gas-Gestänges und des Handgas vertrieben. Beim Handgas nutzt man besser einen 1mm Draht, der ist flexibler als der 2mm Originaldraht und neigt nicht bei der Leerlaufstellung zu verklemmen. Er biegt sich weg.

Luftanlage ist auch dicht. Das Überströmventil benötigte eine neue Dichtung, die sich jetzt erst mal setzen muss (gem. Wabco Prüfanweisung).

Aufkleber habe ich auch abgeholt. Noch zwei Impressionen aus der Werkstatt.

Gruß,
Markus
 

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Heute vor der TÜV Abnahme noch schnell die Sitze bezogen und mit dem Fahrradträger die Anhängerstecksose geprüft.

Dabei ist mir aufgefallen, dass sie Federrahmen der Sitzeinlagen nich gleich groß sind? Die ETL macht hier keine Unterscheidung. Es war, bevor ich die Sitze mit Echtleder überzogen habe ein SA Sitz mit gelochtem Polster und Längsnähten verbaut. Kann das der Grund sein?

Welches Teil ist die Sitzfläche und welches das Rückenteil :?:

Gruß,
Markus
 

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Hallo Markus,

Jürgen A. hat mir mal erzählt, dass das eine SA namens Komfortsitz war. Original war das längere Polster als Sitzfläche, das kürzere als Rückenlehne verbaut. Es soll umgekehrt aber gemütlicher sein.
Ich habs natürlich original gelassen :wink:

Gruß,
Daniel
 
Hallo Daniel,

ich dachte das Komfort bezog sich nur auf die Perforierung der Fläche und die Längsnähte, damit man nicht so schwitzt, beim Sitzen.

Sehe gerade , dass bei der SA Sitz und Lehne unterschiedliche Teilnummern haben, das könnte der Hinweis auf die Länge sein:

Sitz: 411 910 00 80
Lehne: 411 910 01 08

Ich habe das längere gerade als Lehne verbaut, zumal das längere Teil am freien Ende stärker rund gebogen ist. Mal probieren, wie sich das anfühlt, sind ja nur 8 Splinte zum Tausch.

Gruß & Dank
Markus