Bagger HPC Klaus auf Mog-Rahmen

Andreas_Bucher

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02. Sep. 2002
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Hallo,

hab' da letztens zufällig was Interessantes entdeckt:
20080821-004s.JPG


Laut Typenschild von HPC-Maschinenbau, 8902 Neusäß.
Drunter steht HPC-Klausbagger - was hat HPC mit Klaus zu tun ?

Das Gerät ist Bj 1986, hebt 1100kg bei 4.80 Ausladung und hat 4 Stützen, hinten drehbar, vorne mit Teleskop. Gewicht 2.8t, der gesamte Hänger dürfte also ca. 3.5t wiegen (wohlgemerkt: ungebremst ... !).

Da der Bagger anscheinend direkt auf den Mog gehört, hat ihn mal einen auf einen umgebauten Mog-Rahmen gesetzt - mit ein paar netten "Detaillösungen": Rahmen abgeknickt und vorne zusammengeschweißt als "Zugdeichsel", Federung ist funktionsfähig und das Schubrohr wurde gegen eine Querstrebe am Rahmen abgestützt, damit die Achse nicht rausfliegt.

Ach ja, und der Baggeraufbau selber ist stufenlos seitenversetzbar und kann hydraulisch festgespannt werden. Nette Technik...

Leider steht er schon jahrelang unbenutzt im Freien und ist entsprechend vergammelt ... schade. Macht aber einen soliden und massiven Eindruck.

Was mich interessiert hätte:
- Was für einen Bezug hat HPC zu Klaus ? Hat das was mit den klausbaggern aus Memmingen zu tun ?
- Kennt den Bagger jemand, zwecks Einsetzbarkeit und Erfahrungen ?

Andreas
 
Hallo Andreas,
eventuell hat diese Firma, die Bagger von der Firma Klaus weiter gebaut. Die Typen Bezeichnung bei der Klaus Version heißt Typ 215.
Es sind ein paar Sachen anders wie bei meinem Bagger (Bj 74) Zb. die vorderen Stüzen. Die Kabine war damals auch schon verfügbar aber meiner hatte nur ein Verdeck.

Der Bagger ist mit dem Unimog sehr schnell, man kommt mit ihm auch auf engen Grundstücken gut zurecht und er ist leicht, im Vergleich zu einem Mobilbagger. Man kann mit ihm auch Schachtringe D1,2m x H0,5m setzen, er hat viele Vorteile. Einziger Nachteil ist das umsetzen, da man den Arm immer erst in die Transportstellung bringen und die Stützen einfahren muß. Bei Gräben, kann man den Unimog mit dem Ausleger immer ein Stück weiter schieben ohne abzusteigen.

Gruß Achim
 

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  • U403 und Klausbagger 215.jpg
    U403 und Klausbagger 215.jpg
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Hallo Achim !

Ja, das scheint wirklich weitgehend der gleiche Bagger zu sein, dummerweise habe ich mir die Typenbezeichung nicht gemerkt. Ich denke aber, der Typ 215 kommt mir bekannt vor, das stand da wohl auch drauf.

Jetzt wird mir auch klar, welcher Bagger das war, den ich gesehen habe - die ungewohnte Ansicht von "vorne" und das Problem, daß der ganze Bagger inmitten von Büschen, Brennesseln und Hühnerkacke stand, machte die Erkennung etwas schwierig :-) Außerdem ist der Greifer nicht original - zwar drehbar mit Hy-Durchführung, aber kein Rotator.

Es scheint also wirklich so, daß HPC den Klaus-Bagger weitergebaut hat - oder haben die den ganzen Baggerkrams von Klaus übernommen ?

Wenn ich das richtig sehe, hast Du einen Rotator am Greifer verbaut - wie wird der denn angesteuert, will sagen: Welche Ventile werden dafür verwendet ? Leitungen dafür habe ich an dem anderen Gerät keine gesehen.

Wie funktioniert die Seitenverstellung des Baggers ? Hast Du irgendwelche Unterlagen dazu ?

Die Hebelei ist auch interessant - der Ventilblock unter dem Sitz und Ansteuerung mit Seilzügen. Ist das bei Dir auch so ?

Klar ist der Bagger auf dem Unimog tierisch schnell und mobil - nur wäre der eben auf der Lafette verbaut ... und ich habe auch keinen 403 oder 406, wo er draufpassen würde. Ich muß "nur" mich mit einem 421 begnügen :-)
Außerdem, wenn man das Gerät nur gelegentlich braucht, finde ich die Umrüsterei reichlich umständlich. Und immer 2.5t mit spazierenfahren ist lästig...

Na ja, wie auch immer - ich war am überlegen, ob ich dem Besitzer des HPC Klaus diesen nicht abkaufen soll - allerdings will er einem dem Zustand (5 Jahre nicht benutzt) unangemessen hohen Preis ... außerdem konnte ich ihn noch nicht in Aktion erleben. Und ich mache mir eben Gedanken, ob mein 421 die Stützlast der Lafette abkann, plus dem Problem mit der Zapfwelle (die Pumpen sind mittig fest unter der "Deichsel" verbaut"). So, wie das aussieht, dürfte das reichlich sein, vor allem, wenn Greifer und Arm draufstehen. Tja, und der Transport von ca. 200km gibt mir auch noch zu denken... 3.5t ungebremst sind mit einem 421er auch nicht ganz ohne.

Andreas
 
Hallo Andreas,

mein Bagger wird über Gestänge gesteuert also ohne Seilzug.

Für den Greifer wird ein kompletter Rohrleitungssatz auf dem Nebenarm montiert so wie auf dem Bild zusehen ist. Der Löffelzylinder und Umlenkhebel bau ich dann immer ab.

Die Bedienung für den Drehmotor geht über ein Fußpedal unter auf dem Bodenblech.

Das klemmen der Seitenverschiebung wird über hydraulisch entsperrbaren Ventilen gemacht. Das geht so: an dem Verschiebeteil ist in Fahrtrichtung Links ein Kugelhahn. Dieser wird geöffnet und dann die Funktion Greifer öffnen, auf den Anschlag gefahren. Der dabei entstehende Überdruck löst dann die Klemmen. Danach wird mit dem Ausleger der Rahmen nach links oder rechts verschoben. Dann wird wieder bei geöffneten Kugelhahn der Greifer geschlossen auch wieder auf Anschlag gefahren und den Kugelhahn wieder schließen. Diese Beschreibung ist aus meiner Erinnerung gegeben, wenn Du es genau wissen willst dann muss ich noch mal in meinen Unterlagen nachsehen.

Das Problem, "unnütze spazierenfahren " habe ich mit einem zweiten Unimog gelöst. Der ist auf dem Bild auch noch nicht ganz fertig aber ich musste bei mir zuhause einen Sickerschacht baggern und da habe ich ihn dann schon mal aufgebaut.

Ein Frage, verrätst Du uns noch den Preis, den er kosten soll ?. Sind noch mehere Werkzeuge vorhanden?.

Gruß Achim
 
Hallo Achim,

interessante Bedienung, die Seitenverschiebung. So ähnlich habe ich mir das aufgrund der Verrohrung auch schon gedacht.

Hast Du Unterlagen über das Gerät ?

Ja, die Lösung "2. Unimog" hätte ich auch schon in Petto, allerdings noch kleiner: Ein 411, und momentan nicht fahrbereit. Also keiner passend, um den Bagger draufzusetzen.

An Werkzeugen ist der abgebildete Greifer sowie der passende Tieflöffel (40er, schätze ich, hab's im Unkraut nicht genau gesehen) dabei.

Der Besitzer hat was von 1500.- gebrabbelt.

Noch was zum Zustand:
Abgesehen von den 5 (oder mehr ?) Jahren Standzeit, laut Augenschein ist die Hütte total verratzt, so ziemlich alle Schläuche sind rissig und man sieht die verrostete Stahlarmierung durch. Die Verchromung der Zylinder ist teilweise vermackt oder verkratzt und hat Rostflecken, dürfte also auf die Dichtungen gehen. Der Greiferanschluß ist reichlich gebastelt und zu kurz, mit den Schläuchen möchte ich so nicht arbeiten ! Die Anschlüsse für den Tielflöffelzylinder sind oben offen, warscheinlich also abgesoffen, auf jeden Fall gut verrottet. Ein Teil der Kugelhähne sieht stark undicht aus. Öl habe ich nicht begutachtet, müßte aber warscheinlich nach der Zeit Kondenswasser gezogen haben oder verschlammt sein. 50l Öl sind auch nicht gerade billig ...

Das ist zumindest das, was ich so auf die Schnelle gesehen habe.

Hast Du eine Ahnung, wie tief der Bagger reicht ? Ich würde eine Maschine brauchen, um den Keller für einen Anbau auszuheben, das sind so ca. 3-3.5m tief. Müßte ja gehen, oder ? Außerdem dann das Baumaterial auf den ersten Stock hoch. Da der Bagger mit 4.8m Ausladung angegeben ist, müßte er ja ca. 4m Hubhöhe (ohne Greifer) erreichen.

Andreas
 
Hallo Andreas,

Ja, ich habe Unterlagen zum Bagger.

Der Tieflöffelzylinder wird mit Hydraulikkupplungen an den beiden kurzen Schläuchen angeschlossen. Wenn die noch vorhanden sind müsste der Zylinder noch dicht sein. Auf dem Bild sieht es so aus als wenn da noch Kupplungen dran sind.

Die Kolbenstangen lassen sich eventuell mit sehr feinen Schleifpapier wieder flottmachen wenn es nur Flugrost ist. Bei den Schläuchen sind sind die Verschraubungen alle in der S-Ausführung. Die sind etwas teurer wie die L-Ausführung.

Hydraulik Oel braucht er ca. 130 Liter.

Wurde der Bagger mit den originalen Anbaubeschlägen und dem Pumpengetriebe angebaut?. Wie sieht es mit der Antriebsleistung vom U421 aus?.

Der Zustand sieht sonst eigentlich nicht so übel aus. Ich hab da schon schlimmere gesehen.

Gruß Achim
 

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    Angaben Unimogbagger 215.JPG
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Hallo Andreas
Mein Klaus-Bagger 215 habe ich 2005 in Ilsfeld bei Heilbronn gekauft.Er war auch schon auf der Lafette montiert,allerdings habe ich eine andere Achse und eine 2-Kreis-Bremsanlage eingebaut.Für den Bagger besitze ich einen 30 cm und 60cm Tiefenlöffel, einen Grabenräumloffel 150cm, einen Greifer mit Drehservo und eine Holzzange mit Drehservo.Der Bagger ist sehr robust.Man kann ihn nach beiden Seiten verstellen um an der Spur des Rades zu baggern.Die Grabtiefe beträgt mit Löffel 3,1 Meter mit Greifer 3.7 Meter.Größte Höhe mit Löffel 4 Meter und Greifer 3.5 Meter.Gesamtgewicht mit einem Tiefenlöffel 2650 kg.Reichweite mit Tiefenlöffel 5,5 Meter und Greifer 4,75 Meter (entnommen aus Prospekt Klaus Bagger 215).Der MF ist ein 133 Super mit 38 Ps.Funktioniert zum baggern,allerdings geht es mit dem Unimog 421 noch besser.Hier noch einige Bilder vom Unimog und Bagger.
MfG aus dem Vogelsberg sendet Jörg Döring
 

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Hallo,
Wenn die Zahlen auf den Bildern das Datum sein sollen,

dann haben wir ja noch etwas Zeit, biss das mit dem Lader was gibt.
 
Hallo,

--> Achim, vielen Dank für die Angaben ! Ich denke, die Leistung und die Grabtiefe sollte für meine Zwecke ausreichend sein. Wäre nett, wenn ich ggf. wegen den Unterlagen nochmal auf Dich zukommen dürfte.

Ja, die Kupplungen sind auf dem Tieflöffelzylinder noch drauf. Die Leitungen wurden lediglich an die herunterhängenden Schläuche zum Greiferbetrieb "gebastelt". Das müßte man dann auf jeden Fall auch anders verlegen, am besten mit Abzewig/Umstellhahn und festen Leitungen bis an den Ausleger. Es sind nur keine Abdeckkappen oben dran, d.h. oben steht Wasser in den Kupplungen drin. Ich denke aber, daß das nichts ausmachen dürfte, sofern die Verschlüsse dicht sind. Es sollte also reichen, die Schläuche wieder umzustecken.

Na ja, mit "Flugrost" an den Kolbenstangen bin ich skeptisch - die sind eigentlich Hartverchromt, da sollte nichts rosten. Außer, es sind Macken und Riefen drin, so wie ich hier den Eindruck hatte. Ich bin mir eben nicht sicher, wie lange die Dichtungen das abkönnen. Evtl. wäre es wirklich besser, die Riefen etwas abzuschleifen und "einzuebnen".

Die Verschraubungen der Schläuche lassen sich ja notfalls auch umrüsten, vor allem, falls man die Anschlüsse nicht mehr aufbekommt. Was mich eben stört, sind die angegammelten Schläuche/Armierungen. Auch da fehlt mir die Erfahrung, wie lange sowas noch hält. Ich weiß nur, daß mir einmal ein Schlauch an einem FL geplatzt ist - und der sah noch relativ gut aus ! Zum Glück ohne Last und leer im Stand. Beim Fahren wäre das sehr peinlich geworden, und 10l Öl waren trotzdem futsch...
Deshalb bin ich bei Baggern jetzt etwas vorsichtiger.

Ich denke, der Bagger ist original auf den umgebauten Mog-Rahmen geschraubt worden, es sieht jedenfalls so aus. Ob man die Beschläge wieder auf einen Mog umsetzen könnte, weiß ich allerdings nicht. Das müßte ich mir nochmal genau ansehen. Die Pumpe dürfte die orginale Doppelpumpe sein, sie hängt vorne unter dem Rahmen an einer Konsole.
Wie wird die Pumpe eigentlich beim Originalaufbau am Mog verbaut ? Hinten aufgesteckt, oder mit Zwischenbock fest eingebaut ?

Die Antriebsleistung des 421ers sollte ausreichen, es müßten 30PS an der ZW abnehmbar sein (54PS Motor). Was braucht der Bagger denn lt. Handbuch ? Was mit eher Bedenken bereitet sind die 3.2t Eigengewicht :-)
Und wie Jörg ja schreibt ist der 421 kein Problem, und ein 38PS MF geht auch.

Ich hätte übrigens noch ein paar Detailfotos, bei Interesse kann ich die auch hochladen.


--> Jörg,
Danke für die Info !
Sieht ja echt gut aus, der Bagger und die Lafette.

Hast Du eigentlich eine Banane am Mog, oder paßt die ZW direkt ?

Ich kann leider keine Banane verbauen, da ich die Winde dran hab, und die abzubauen ist leider ziemlich umständlich. Deshalb war ich am überlegen, den Bagger freistehend zu betreiben (hat ja 4 Stützen), und den Mog schräg davorzustellen. Oder ich müßte die Pume links neben den Rahmen ummontieren, damit ich so hinkomme.

Was mich dann ggf. auch noch interessiert - wo sind die Leitungen für den Drehservo angeschlossen ? Die sind ja wohl nachgerüstet ?

Na ja, ich werde mal nochmal mit dem Besitzer reden ...

Was haltet ihr so von dem angedachten Preis ?

Andreas
 
Hallo Andeas
Ich habe an meinem Unimog ein Verlagerungsgetriebe verbaut.Sonst komme ich nicht mit der Gelenkwelle am Rahmen an der Lafette vorbei.Auserdem muß der Bagger immer gerade zum Mog stehen.Ich habe bei mir eine Doppelpumpe von Schaeff AT16 mit Übersetzungs und Wendegetriebe verbaut.Original Pumpe war nicht mehr vorhanden.Bei bedarf stelle ich gerne Bilder davon ein.Die Steuerleitung für den Drehservo war bei mir vorhanden,ist vom Sitz aus gesehen auf der linken Seite am ende des Hauptarmes.Bedient wird er entweder mit einem Fußschalter oder wie bei mir mit einem Handhebel auf der linken Seite.Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zu Verfügung.
MfG.Jörg Döring aus Grebenau
 
Hallo Andreas,
wenn Du Unterlagen brauchst, da kann ich Dir weiterhelfen.

Mit den Leitungen ist es so wie Jörg es schon beschrieben hat.

Die Detailbilder würden ich schon noch gerne sehen.

Es giebt bei dem Bagger schon noch einige Schwachstellen aber ich denke, so wie der ausieht, wurde er noch nicht so hart rangenommen nur vernachlässigt.

Der Preis, wäre ohne ihn direkt gesehen zu haben, oberste Grenze. Ich habe für meinen 1995 3000 DM bezahlt. Allerdings, mit etwas mehr Werkzeugen (30 und 60 cm Tieflöffel, 180 cm Räumlöffel, 60cm Greifer).
Zustand war sehr gebraucht, aber einsatzbereit.

Halte uns auf den laufenden wie es mit Dir und dem Bagger weiter geht.

Gruß Achim