thorsten.schlote
Moderator
Meinolf hat auf einige Beiträge geantwortet.
Eigentlich könnte er das ja auch direkt tun, weil das Anmelden bei uns kostet ja nix.
Scheinbar ist die Optik eines 421 gegenüber einem /8 aber doch extrem abschreckend.
Obwohl, beim Rostproblem sind sich die beiden wieder völlig gleich. egal.
Meinolf: Zu einigen Beiträgen würde ich gerne Stellung nehmen:
@ NollMichael:
> Hat den jetzt schon einer von euch reines Rapsöl
> in einem 406 gefahren?
> Nix:\"ich hab von einem gehört dessen Schwester...\"
> Habe einen 406 BJ.68 mit 70 PS ...
Mit Unimogs gibt es wohl nur sehr wenig Pflanzenöl-Erfahrungen, aber mit
baugleichen Motoren in anderen Mercedes-Fahrzeugen gibt es schon viele
positive Erfarungen. Ausnahmen sind die Direkteinspritzer (DI).
Nach meinen Unterlagen (Typen Kompass Band 1, von Peter Schneider) wurde
in den 406 ab Bj. 1964 ein DI eingebaut. Der Betrieb eines DI´s mit
Pflanzenöl (PÖL) ohne Zweitankumrüstung ist sehr problematisch:
1. Beim Kaltstart gelangt unverbranntes PÖL an die Zylinderwände. Die
Kolbenringe lassen einen Teil davon in das Kurbelgehäuse. Dort vermischt
es sich mit dem Motoröl, der Ölstand steigt bzw. der bisherige
Ölverbrauch verringert sich. Das Motoröl kann polymerisieren, d.h. es
wird zäh und verliert seine Schmierwirkung.
2. Bei häufigem Teillastbetrieb, auch bei betriebswarmem Motor, kann das
gleiche wie unter 1. passieren.
Beim Betrieb der DI´s mit Diesel gelangt zwar auch schon mal Kraftstoff
in das Motoröl, es verdampft aber wieder bei betriebswarem Motor. Die
Öltemperaturen reichen aber nicht aus, eingetragenes Pflanzenöl zu
verdampfen.
DI´s sollten nur mit Zweitank-Umbau bepölt werden. Dabei wird einige
Zeit vor Fahrtende auf Diesel umgestellt. Nach dem Kaltstart und nachdem
der Motor seine Betreibstemperatur erreicht hat, wird wieder auf PÖL
umgestellt. Bei längerem Teillastbetrieb (z.B. wenn bei niedriger
Drehzahl und niedriger Last nur Anbaugeräte angetrieben werden) sollte
auch auf Diesel umgestellt werden.
> ... und einen 411 èr ...
Im 411er wurde laut meinem Buch der PKW-Vorkammer-Motor OM 636
eingebaut. Bei MB-Vorkammer-Motoren gibt es keine Probleme mit
PÖL-Eintrag im Motoröl, es sei denn, die Einspritzdüsen sind
verschlissen und/oder es sind keine Vorstrahldüsen eingebaut.
Vorraussetzungen für 100% PÖL: -> mein erstes Posting.
> ... und einen Skoda Fabia mit 100 PS ...
(T)DI? -> Vorsicht!
VW-Wirbelkammer-Motoren sind auch PÖL-tauglich. Die
Bosch-Verteiler-Einspritzpumpen sind aber nicht so robust wie die
Reihenpumpen. -> www.fmso.de
@ Freytag:
> Ich habe vor meinen Mog-Zeiten einen MB 124er
> 200D mit 100 % Pflanzenöl etwa 35.000 km ohne
> jegliches Problem gefahren. Welcher Motortyp genau
> da drin war müßte ich mal ermitteln ...
Da ist der Vorkammer-Motor OM 601 drin, Nachfolger vom OM 615/OM 616.
Diesen Motor fahre ich im 190 D mit geringen Anpassungen mit PÖL und AltPÖL.
> ... ich habe den Wagen nicht mehr (Dienstwagen
> bekommen, bei dem ich das noch nicht wage).
DI? Wenn ja, siehe oben. Bei den heute üblichen CDI´s bereiten die
Einspritzsysteme zusätzliche Probleme, bedingt durch die hohe Viskosität
des PÖL´s.
Wenn es ein MB 220 Diesel W 202/W210 mit dem Vorkammer-Motor OM 604 ist,
kann es Probleme mit der Lucas-Verteiler-Einspritzpumpe geben.
> Aber: seit einigen Tagen habe ich einen 421er von
> 1986, der erst 13500 km hinter sich hat und mich
> würde brennend interessieren, ob er PÖL schluckt.
> alls jemand schon Erfahrungen hat, bitte ich um
> einen kurzen Hinweis.
Im 421er wurde laut meinem Buch der Vorkammer-Motor OM 616 eingebaut
. Der ist hervorrangend für den Betrieb mit PÖL geeignet.
Vorraussetungen: Stabglühkerzen und Vorstrahl-Einspritzdüsen, siehe
mein erstes Posting. Suche mal bei www.fmso.de in der Fahrzeugdatenbank
nach Mercedes 240 D (/8 bzw. W 115 und W 123 mit OM 616) oder 300 D (W
123 mit OM 617).
Ich empfehle jedem, der sein Fahrzeug mit PÖL betreiben möchte, sich vor
der ersten Betankung ausgiebig im FMSO einzulesen. Dann sollte man
zunächst PÖL zumischen, dann die Dosis schrittweise erhöhen. PÖL und
Diesel können in jedem Verhältniss gemischt werden. Man sollte auch
immer Ersatz-Kraftstoffilter dabei haben. Das PÖL löst zwar keine
Kunststoffe oder Dichtungen an, aber durch jahrelangen Dieselbetrieb
haben sich im Tank Ablagerungen gebildet, die in der Anfangsphase des
Pölens aufgelöst und in die Filter gespült werden.
@ hinack:
> Ja, ich hab reines PÖL in einem U1000 verfahren.
> Ich hatte damit keine Probleme.
DI? Vorsicht! -> Siehe oben
Mit freundlichen Grüßen,
Meinolf Körkemeier
Eigentlich könnte er das ja auch direkt tun, weil das Anmelden bei uns kostet ja nix.
Scheinbar ist die Optik eines 421 gegenüber einem /8 aber doch extrem abschreckend.
Obwohl, beim Rostproblem sind sich die beiden wieder völlig gleich. egal.
Meinolf: Zu einigen Beiträgen würde ich gerne Stellung nehmen:
@ NollMichael:
> Hat den jetzt schon einer von euch reines Rapsöl
> in einem 406 gefahren?
> Nix:\"ich hab von einem gehört dessen Schwester...\"
> Habe einen 406 BJ.68 mit 70 PS ...
Mit Unimogs gibt es wohl nur sehr wenig Pflanzenöl-Erfahrungen, aber mit
baugleichen Motoren in anderen Mercedes-Fahrzeugen gibt es schon viele
positive Erfarungen. Ausnahmen sind die Direkteinspritzer (DI).
Nach meinen Unterlagen (Typen Kompass Band 1, von Peter Schneider) wurde
in den 406 ab Bj. 1964 ein DI eingebaut. Der Betrieb eines DI´s mit
Pflanzenöl (PÖL) ohne Zweitankumrüstung ist sehr problematisch:
1. Beim Kaltstart gelangt unverbranntes PÖL an die Zylinderwände. Die
Kolbenringe lassen einen Teil davon in das Kurbelgehäuse. Dort vermischt
es sich mit dem Motoröl, der Ölstand steigt bzw. der bisherige
Ölverbrauch verringert sich. Das Motoröl kann polymerisieren, d.h. es
wird zäh und verliert seine Schmierwirkung.
2. Bei häufigem Teillastbetrieb, auch bei betriebswarmem Motor, kann das
gleiche wie unter 1. passieren.
Beim Betrieb der DI´s mit Diesel gelangt zwar auch schon mal Kraftstoff
in das Motoröl, es verdampft aber wieder bei betriebswarem Motor. Die
Öltemperaturen reichen aber nicht aus, eingetragenes Pflanzenöl zu
verdampfen.
DI´s sollten nur mit Zweitank-Umbau bepölt werden. Dabei wird einige
Zeit vor Fahrtende auf Diesel umgestellt. Nach dem Kaltstart und nachdem
der Motor seine Betreibstemperatur erreicht hat, wird wieder auf PÖL
umgestellt. Bei längerem Teillastbetrieb (z.B. wenn bei niedriger
Drehzahl und niedriger Last nur Anbaugeräte angetrieben werden) sollte
auch auf Diesel umgestellt werden.
> ... und einen 411 èr ...
Im 411er wurde laut meinem Buch der PKW-Vorkammer-Motor OM 636
eingebaut. Bei MB-Vorkammer-Motoren gibt es keine Probleme mit
PÖL-Eintrag im Motoröl, es sei denn, die Einspritzdüsen sind
verschlissen und/oder es sind keine Vorstrahldüsen eingebaut.
Vorraussetzungen für 100% PÖL: -> mein erstes Posting.
> ... und einen Skoda Fabia mit 100 PS ...
(T)DI? -> Vorsicht!
VW-Wirbelkammer-Motoren sind auch PÖL-tauglich. Die
Bosch-Verteiler-Einspritzpumpen sind aber nicht so robust wie die
Reihenpumpen. -> www.fmso.de
@ Freytag:
> Ich habe vor meinen Mog-Zeiten einen MB 124er
> 200D mit 100 % Pflanzenöl etwa 35.000 km ohne
> jegliches Problem gefahren. Welcher Motortyp genau
> da drin war müßte ich mal ermitteln ...
Da ist der Vorkammer-Motor OM 601 drin, Nachfolger vom OM 615/OM 616.
Diesen Motor fahre ich im 190 D mit geringen Anpassungen mit PÖL und AltPÖL.
> ... ich habe den Wagen nicht mehr (Dienstwagen
> bekommen, bei dem ich das noch nicht wage).
DI? Wenn ja, siehe oben. Bei den heute üblichen CDI´s bereiten die
Einspritzsysteme zusätzliche Probleme, bedingt durch die hohe Viskosität
des PÖL´s.
Wenn es ein MB 220 Diesel W 202/W210 mit dem Vorkammer-Motor OM 604 ist,
kann es Probleme mit der Lucas-Verteiler-Einspritzpumpe geben.
> Aber: seit einigen Tagen habe ich einen 421er von
> 1986, der erst 13500 km hinter sich hat und mich
> würde brennend interessieren, ob er PÖL schluckt.
> alls jemand schon Erfahrungen hat, bitte ich um
> einen kurzen Hinweis.
Im 421er wurde laut meinem Buch der Vorkammer-Motor OM 616 eingebaut
. Der ist hervorrangend für den Betrieb mit PÖL geeignet.
Vorraussetungen: Stabglühkerzen und Vorstrahl-Einspritzdüsen, siehe
mein erstes Posting. Suche mal bei www.fmso.de in der Fahrzeugdatenbank
nach Mercedes 240 D (/8 bzw. W 115 und W 123 mit OM 616) oder 300 D (W
123 mit OM 617).
Ich empfehle jedem, der sein Fahrzeug mit PÖL betreiben möchte, sich vor
der ersten Betankung ausgiebig im FMSO einzulesen. Dann sollte man
zunächst PÖL zumischen, dann die Dosis schrittweise erhöhen. PÖL und
Diesel können in jedem Verhältniss gemischt werden. Man sollte auch
immer Ersatz-Kraftstoffilter dabei haben. Das PÖL löst zwar keine
Kunststoffe oder Dichtungen an, aber durch jahrelangen Dieselbetrieb
haben sich im Tank Ablagerungen gebildet, die in der Anfangsphase des
Pölens aufgelöst und in die Filter gespült werden.
@ hinack:
> Ja, ich hab reines PÖL in einem U1000 verfahren.
> Ich hatte damit keine Probleme.
DI? Vorsicht! -> Siehe oben
Mit freundlichen Grüßen,
Meinolf Körkemeier