Blamage für Daimler und die Telekom: Lkw-Maut

Moghilfe klingt gut....

Ich weiss, das es eine MBtrac-Hilfe gibt. Für Uniknick weiss ich es jetzt aber nicht ausm Kopf. Aber mann könnte das ja auch mit aufnehmen :)
 
STELLENANZEIGE DES LKW-MAUT-BETREIBERS
Produktverbesserer dringend gesucht

Von Hendrik Ankenbrand (spiegel-online

Die Betreibergesellschaft Toll Collect versucht, dem Fiasko um die ständig verschobene Einführung des neuen Lkw-Maut-Systems zu begegnen. Im Internet sucht das Unternehmen einen Mitarbeiter für den Bereich \"Produktverbesserung\" - und das zum \"nächstmöglichen Zeitpunkt\".

Berlin - Es ist eine Firma mit Zukunft, die per Stellenanzeige bei jobpilot.de nach Verstärkung sucht. \"Toll Collect ist ein junges, schnell wachsendes Dienstleistungsunternehmen. Wir helfen der Bundesregierung in einem neuartigen öffentlich-privaten Partnerschaftsprojekt, Deutschlands Straßennetz zu erhalten und auszubauen\", steht dort zu lesen. Mit einem \"modernen, innovativen Mautsystem, das weitgehend automatisch funktioniert\".

Die neue Lkw-Maut funktioniert theoretisch zwar weitgehend automatisch - doch nachdem nach Experten-Schätzungen vergangene Woche erst 80.000 von 450.000 für den pünktlichen Start nötigen Bordcomputern eingebaut sind, scheint wohl auch nach Meinung von Toll Collect das moderne und innovative System noch irgendwie zu haken. So sucht man nun eine/n \"Mitarbeiter/in Produktverbesserung\". Fachbereich: \"Geschäftsführung\".

Anruf bei Toll Collect: Ab wann die Stelle denn besetzt werden solle? \"Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt\", sagt die Mitarbeiterin am Telefon. Kein Wunder - schließlich hat Bundesverkehrsminister Stolpe am 17. September zugegeben, der Zeitraum bis zum verschobenen Starttermin des Maut-Systems werde \"eng\" - und weil dem Bund durch die Verschiebung der Lkw-Maut monatlich rund 163 Millionen Euro an Gebühren verloren gingen, will er nun Schadensersatzforderungen gegen die Betreibergesellschaft und ihre Eigentümer prüfen lassen.

Dem Aufgabenprofil aus der Stellenanzeige zufolge dürfte der neue Toll-Collect-Mitarbeiter im Bereich \"Produktverbesserung\" künftig alle Hände voll zu tun haben: \"Implementierung und operative Führung eines Changemanagementprozesses zur Bewertung und Umsetzung von Änderungswünschen am Mauterhebungssystem\" soll der Neue künftig bearbeiten. Ganz wichtig: \"Terminkoordination\".

Auch wenn Toll Collect und seine Eigentümer Deutsche Telekom und DaimlerChrysler in den vergangenen Wochen enorm unter Beschuss geraten sind, macht die Stellenanzeige eines deutlich: Die Maut schafft Arbeitsplätze. \"Die Abteilung \'Produktverbesserung\" ist ein ganz neuer Bereich\", erklärt die Toll Collect-Mitarbeiterin. \"Der wird gerade neu aufgebaut\" - die Abteilung sei allerdings \"schon länger in der Planung\". Man suche dafür auch noch einen Leiter.

Das Anforderungsprofil des Retter-Jobs ist anspruchsvoll. Abgeschlossenes Wirtschaftsingenieursstudium, mindestens drei Jahre Berufserfahrung. Und was für die Arbeit bei Toll Collect im Interesse der Lkw-Fahrer und der deutschen Steuerzahler überaus wichtig sein dürfte: \"Qualitäts- und zielorientiertes Handeln\".

Die Zeit drängt. In einem Interview mit der heutigen Ausgabe der \"Süddeutschen Zeitung\" gibt Toll-Collect-Chef Michael Rummel zu, dass man sich mit dem Auftrag übernommen habe. Man sei \"wohl zu ehrgeizig\" gewesen, sagte Rummel.

Für den Fall, dass das neue Maut-System irgendwann doch noch lückenlos funktioniert, sucht Toll-Collect bei \"jobpilot.de\" zudem noch eine/n \"Mitarbeiter/in Fraud Management\". Fraud heißt übersetzt Betrug. Und wenn das System dann erstmal da ist, soll dieser auch gleich gestoppt werden: \"Entwicklung und Umsetzung von Verfahren zur Erkennung von Missbrauch im Mautsystem\" lautet eine der Aufgaben des neuen Mitarbeiters.
 
Der Mitarbeiter Fraud-Managment sagts dann dem großen Vorsitz, der sagts dem Leiter Produkt-Verbesserung, der sagts dann seinem Mitarbeiter und der sagts dann dem Programmierer. Das Spiel lkenne ich aus dem Kindergarten, wir nannten es Stille Post. Wir haben uns immer kaputtgelacht, wenn wir den Ursprung mit dem Ergebnis verglichen haben. Aber hier ist ja ein inovatives Unternehmen zu gange, das wird schon klappen :P .
Immerhin funtioniert ja so auch die Regierung, haa haa haa!
Gruß Helmut
 
Hallo,
ich glaube ja nicht mehr daran daß wir die totale Funktion dieses
Schwachsinnswerk noch erleben werden. Wenn ich mir vorstelle was mit diesen unnütz
verbratenen Steuergeldern alles hätte finanziert werden können! Besser nicht
drüber sinnieren. Sonst wirds gefährlich.
Heute wird ja in Bayern der neue, alte König gewählt. Obs wohl zur 2/3 Mehrheit
reicht? Sicher, die schwarzen kochen auch nur mit Wasser. Aber in manchen
Punkten trotzdem mit mehr Inhalt als die rot/grüne Modersuppe. Planlosigkeit,
unüberlegte Schnellschüsse, gefeuerte Minister, nicht mehr antretende Minister,
Versorgungsempfänger en masse,..... Wie lange können und wollen wir uns
ein solches System noch leisten?
Längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich? Was sollen denn die länger arbeitenden
produzieren wenn den Konsumenten ohnehin schon heute das nötige Kapital fehlt?
Es glaubt doch wohl keiner dran daß ein Auto billiger wird nur weil die Autobauer
2 Stunden pro Woche mehr arbeiten. Nein, nur der Gewinn der Unternehmen steigt.
Und das nennt man dann soziale Politik? Pfui Teufel.
Thorsten
 
Ach wie kurzlebig ist doch das Gedächtnis der mündigen Wähler. Das Doktoren-Kabinett hat jede Menge Minister, Staatssekretäre oder Regierungssprecher verschlissen, alle mit Pensions-Anspruch. Auch früher wurden HS30-Panzer, Starfighter und die Tot-Geburt Jäger90 mit kleinen Summen finanziert. Und wenn’s unserm Kanzler mal eng wurde, hieß doch die Devise Aussitzen und nichts sagen. Ich kann mich noch an die blühenden Landschaften im Osten und die Halbierung der Arbeitslosen erinnern. Nein, ein Unterschied ist da keiner. Die damalige Regierungs-Koalition wurde abgewatscht, so wie es heute mit der aktuellen Konstellation passieren wird. Woher soll die Kohle kommen, wenn Herr Steuber Kanzler wird, ach ja, die halbieren ja die Arbeitslosen.
Zur Erinnerung, die Dieselsteuer wurde gesenkt um die Spediteure zu entlasten, die Gegenfinanzierung schlug damals schon fehl, wir hatten damals schon so viele Verkehrsminister, ich weiß den Namen schon nicht mehr.
Das ist alles schon vergessen? Genau darauf bauen die Herren doch. Und es sind auch nicht nur die an der Spitze, erarbeitet werden die Gesetze in den Ministerien, und dort sitzen noch immer die gleichen Leute. Und wenn wir die heimschicken, was sich ja sowieso jeder Beamte nur wünscht, wer zahlt das?
Ich habe heute gehört, es sollen beim Scheitern der Maut Köpfe rollen, gut so, doch leider werden die nicht arbeitslos sonder gehen mit Pension in den „wohlverdienten“ Ruhestand, kaufen sich einen neuen zuverlässigen Japaner, damit hier nu ja keine Arbeitsplätze entstehen, von denen ihre Pensionen gezahlt würden.
Ob das ein Herr Reuter (manche erinnern sich noch daran damals noch DB) oder ein Herr Stolpe ist, die kriegen ihre Kohle.
Zahlen tut nur der „Endverbraucher“, ob bei DC am Tresen oder beim Wirt am Tresen mit der Mehrwertsteuer fürs wohlverdiente Bier, aber immer mit öligen Fingern..
„Feder- und Steckachsenbruch“ Helmut
 
HIGH TECH MADE IN GERMANY
Lkw-Maut als Ostergeschenk

Der Start der Lastwagen-Maut am 2. November ist alles andere als sicher. Verkehrsminister Manfred Stolpe ist \"sehr vorsichtig geworden\", der Bundesverband Güterverkehr und Logistik glaubt nicht an den Termin - und der Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr, Karlheinz Schmidt, rechnet mit der Einführung erst zu Ostern 2004.

Berlin - Am Montag und Dienstag treffen Fachleute des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), des Verkehrsministeriums und des Betreiberkonsortiums Toll Collect zusammen, um Beginn und Dauer des umfassenden Probebetriebs festzulegen. Von dessen Verlauf hängt ab, ob und wann dem umstrittenen System die Betriebsgenehmigung erteilt werden kann.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe bekräftigte am Sonntag, dass er nicht mehr am 2. November festhalte. \"Ich dränge nicht darauf. Ich will, dass es verlässlich funktioniert\", sagte er dem Rundfunksender NDR 4 Info. Ein Sprecher von Toll Collect sagte am Sonntag, über den Betriebsbeginn \"entscheidet der Auftraggeber\", also das Ministerium und das BAG. Vertraglich sei ein Probebetrieb von vier Wochen vereinbart. Damit wäre der Start am 2. November noch machbar.

Wegen anhaltender technischer Schwierigkeiten rechnen Experten damit allerdings nicht mehr. Wie das Magazin \"Focus\" berichtet, bestehen Experten des BAG auf einem Probebetrieb von bis zu acht Wochen. Damit könnte die Maut frühestens Anfang Dezember erhoben werden. Der Beginn des Betriebs war schon einmal verschoben worden. Zunächst sollte am 31. August der Startschuss für die Erhebung der Maut von durchschnittlich 12,4 Cent pro Autobahn-Kilometer erfolgen.

Stolpe verhandelt über Vertragsstrafen

Nach Stolpes Angaben verhandelt die Bundesregierung mit Toll Collect derzeit über Vertragsstrafen und Haftungsregelungen. \"Wir sind dabei, eine Vertragsanpassung vorzunehmen\", sagte er. Dem Bund entstehen durch die Verzögerung bei der Mauterhebung Einnahmeausfälle von 156 Millionen Euro monatlich.

Inzwischen droht Toll Collect eine Prozesslawine. Eine Spedition aus Kassel klagt der \"Welt am Sonntag\" zufolge bereits für einen einzelnen LKW auf Schadenersatz von 140 Euro wegen des notwendigen Austauschs eines defekten Bordgerätes - 100 Euro für die Anmietung eines Ersatzfahrzeugs und 40 Euro an zusätzlichen Lohnkosten. Insgesamt müssen bundesweit mindestens 20.000 defekte Bordgeräte ausgetauscht werden. \"Jeder Einzelfall muss geprüft werden\", sagte ein Sprecher von Toll Collect.

Bei der Kasseler Spedition Diebel bekommen der Zeitung zufolge nur *jedes* achte von etwa 110 installierten Bordgeräten eine Verbindung zum Satelliten - und funktionieren auch dann meist nur fehlerhaft. Wie in vielen anderen bekannt gewordenen Fällen würden für gleiche Strecken unterschiedliche Beträge berechnet und auch Fahrten außerhalb der Autobahn mit Maut belegt.

aus spiegel-online
 
Hallo,
heute mittag brachten die im Radio daß ein Sprecher des Bundesamtes für
Güterverkehr in einem Interview wohl zugegeben hat daß das mit der LKW-Maut wohl
vor Ostern 2004 nichts werden wird! Wie lange will uns der Stolpe noch für blöd
verkaufen und spricht davon daß hier ein zukunftsträchtiges System totdiskuttiert
wird. Was für ein System? Hat der Mann hier etwas nicht kapiert? Das war meiner
Meinung nach von vorneherein eine Totgeburt.
Wieviel Mautsysteme braucht denn die bescheuerte EU-Komminsion denn noch?
Trotz EU, jedes Land braucht sein eigenes System? Nur, bei den anderen Staaten
klappt das. Wie kommt`s? Liegt`s doch an den entscheidenden Organen? Vermutlich.
Jeder in diesem Land kann stolz auf sich sein wenn er rot/grün nicht gewählt hat.
Die ganze halbwegs technisierte Welt lacht sich doch mittlerweile tot über solche
Schüsse in den Ofen.
Thorsten
 
Hallo Thorsten,
ohne politisch zu werden:
ich denke, Toll Collect hätte unter einen CDU-Verkehrsminister auch keine besseres System entwickelt. Deine Apathie gegen rot/grün mag aus deiner Sicht gegründet sein - aber für alles sind sie auch nicht verantwortlich ;)
 
Hi Ulli,

ohne politisch zu werden:

Rot/grün ist schon zu was nütze - als abschreckendes Beispiel.
 
@ulli

stimmt, die Rotgrüne Regierung ist nicht für alles verantwortlich, einen Teil schafft auch die lokale rot-grüne Koalition.
Jüngstes Beispiel:
In einem Ort mit rotgrüner Kommunal- und Kreisverwaltung gibt es einen Getränkehändler, dessen Laden zu klein geworden ist. Er hat jetzt am Ortsrand einen Bauplatz aufgetan, der seit 30 Jahren nicht bebaut ist, um ein neues Gebäude und Lager zu errichten. Nach Bekanntwerden der Pläne ist die Wiese plötzlich auf betreiben eines ortsansässigen Grünen (Beamter) ein Biotop mit seltenen Blumen. (Er hat sich vorher nicht in die Wiese getraut wegen Disteln und Brennesseln). Konsequenz: der Unternehmer schliesst sein Geschäft, entlässt die zwei festangestellten und drei Aushilfen und sucht sich wieder eine Job als Angestellter.
Wenn jetzt Blumen mehr wert sind als Arbeitsplätze, dann kein Wunder wie es Deutschland geht! :casstet: :casstet:

Wir lernen: Hütet euch von Grünen, speziell deren Berufsbezeichnung mit -logen, -gogen, oder -sophen endent!

Gruß Stephan
 
@ Stephan

Da musst Du etwas in den falschen Hals bekommen haben. Die Diesteln sind die seltenen Pflanzen.
Ferner finden sich bei angetrenger Suche in der Regel noch 1-2 seltene Vögel, 10 seltene Insekten und 2-3 dauerhafte Pfützen die man als feuchtbiothope ausweisen kann.

Aber das heisst nicht, daß man da nicht bauen darf. Mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen haut das schon hin. Wenn man also die oben beschriebenen Umstände vorfindet, sollte sich dies mit einer Aufflanzung von Laubgehölzen machen lassen. Die Fläche des Bundeslandnes Bremen sollte ausreichen.

Michael
 
@Stephan,
solche Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen:
In Lüneburg hat vor einigen Jahren die Fa. Star Division (richtig, der Hersteller von Star Office ist ein Ur-Lüneburger Unternehmen!!!) ein Baugelände gesucht, da bis dahin in dem \"zweckentfremdeten\" Einfamilienhaus der Eltern des Unternehmensgründers produziert wurde. Dazu sah sich die Stadt nicht in der Lage und Star Division wanderte nach Hamburg ab (mit mehreren 10 Mio DM Gewerbesteuer jährlich). Gleichzeitig wurden aber japanische Elektronikkonzerne mit \"kostenlosen\" Bauplätzen beschenkt, die dann nach 3 - 5 Jahren Produktion in Lüneburg - dann liefen die Förderprogramme aus -, ihre Produktionen wieder einstellten.
Das Ganze passierte übrigens unter einer schwarz-gelben Kommunalregierung ;)
 
Arbeitsplatz im Tollhäuschen gefällig ?
Da sage einer die Maut schafft keine Arbeitsplätze.
Hier eine kleine Auswahl, die mir besonders Krisensicher zu sein scheint. ;)

Thorsten

(nach tollcollect.de)

Abrechnungsspezialist/in (Billing)
Referenz-Nummer: 0173
Justiziar/in - Volljuristen/in
Referenz-Nummer: 0195
Messfahrer/in
Referenz-Nummer: 0118
Mitarbeiter/in Datensicherheit
Referenz-Nummer: 0044
Mitarbeiter/in Fraud Management
Referenz-Nummer: 0168
Mitarbeiter/in Nachbearbeitung Buchungsdaten SAP
Referenz-Nummer: 0003
Mitarbeiter/in Rechnungsreklamation
Referenz-Nummer: 0149
Mitarbeiter/in Rechnungsreklamation Servicepartner
Referenz-Nummer: 0189
Mitarbeiter/in Vertrieb (Technische Hotline)
Referenz-Nummer: 0125
Teamleiter/in Fehlerbehebung/-analyse
Referenz-Nummer: 0006
Teamleiter/in Nachbearbeitung Buchungsdaten SAP
Referenz-Nummer: 0002
 
Upps, da bin ich Aufsichtsrat ?? Naa sooo was.
Thorsten

LKW-MAUT
Amigo-Vorwürfe gegen Toll-Collect-Chef.
aus spiegel-online.

Michael Rummel, Geschäftsführer des Mautbetreiber-Konsortiums Toll Collect, gerät immer stärker unter Druck. Neben Pleiten und Pannen beim Start des Systems wird der Manager nun auch verdächtigt, eine kleine Elektronikfirma bei der Auftragsvergabe begünstigt zu haben. Bis gestern im Aufsichtsrat dieser Firma: Michael Rummel.

Hamburg - Für das kleine Paderborner Unternehmen OMP (Jahresumsatz 2001: 2,6 Millionen Euro) war der Mautauftrag ein Glücksfall: Software für 400.000 Bordcomputer, die zur Maut-Erfassung in Lkws eingebaut werden, hatte Toll Collect nach Informationen der Zeitung \"Die Welt\" bei dem Mittelständler geordert.
Das Pikante an dem Auftrag ist, dass Rummel laut Handelsregister Aufsichtsrat bei OMP ist. Den ohnehin schwer angeschlagenen, in der Presse bereits als \"Truck-Stopper\" verhöhnten Toll-Collect-Chef könnte die Affäre den Kopf kosten. Ein Sprecher von Toll-Collect beteuerte gegenüber dem Blatt zwar, Rummel habe keinerlei Einfluss auf die Auftragsvergabe an OMP genommen. Allerdings habe der Geschäftsführer von Toll Collect gewusst, an welche Unternehmen die Aufträge gingen. Eine Interessenkollision liegt nach Ansicht von Toll Collect nicht vor.

Arjen Klei, Geschäftsführer der OMP GmbH, bestätigte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass Rummel Aufsichtsrat der AG war. \"Er ist gestern von diesem Amt zurückgetreten\", sagte Klei, der auch Vorstand der AG ist. Eine Einflussnahme schließt der OMP-Chef jedoch aus: \"Herr Rummel ist Aufsichtsrat der AG gewesen, die als Mantelgesellschaft nichts mit dem operativen Geschäft zu tun hat.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) forderte unterdessen mehr Härte gegen die Betreiber des Mautsystems. \"Ich bin dafür, Toll Collect eine letzte Frist zu setzen, bis zu der das Konsortium aus DaimlerChrysler und Deutscher Telekom ein fehlerfreies Mautsystem installiert haben muss\", sagte Hirche der Hannoveraner \"Neuen Presse\". Sollte dies scheitern, müsse der Vertrag mit Toll Collect gekündigt und das ganze Projekt neu ausgeschrieben werden.
 
OFFIZIELL
Lkw-Maut wird erneut verschoben :mad2:

Der Termin für den Start der Lkw-Maut am 2. November ist endgültig gekippt. Der Probebetrieb des neuen Systems könne nicht am 15. Oktober beginnen, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums nach einem Krisengipfel am Sonntag. Laut einem Zeitungsbericht will die Regierung die Maut sogar erst März 2004 starten.

Berlin - Bei dem \"offenen und ernsten Gespräch\" hätten sich die Beteiligten darauf geeinigt, dass die Voraussetzungen für einen Probebetrieb derzeit nicht erfüllt seien, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Sonntag nach einem Krisengipfel von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe mit Vertretern der Industrie in Berlin. Die mehrwöchige Probephase könne erst nach dem 15. Oktober beginnen und müsse mehrwöchig sein. Damit ist der geplante Maut-Start am 2. November nicht zu halten.

Toll Collect müsse jetzt über die weiteren Fristen entscheiden, sagte der Sprecher. Bei dem Gespräch sei es erstmals auch um die Einnahmeausfälle des Bundes von 156 Millionen Euro pro Monat und die Haftung des Betreibers bei einer weiteren Verschiebung gegangen. Nach Angaben von Toll Collect soll jetzt eine Vertragsanpassung vorgenommen werden. Zu dem Betreiberkonsortium gehören DaimlerChrysler, Deutsche Telekom und Cofiroute.

Möglicherweise wird der Mautstart sogar nicht vor dem ersten Quartal 2004 erfolgen. \"Das geht nicht vor März los\", zitiert die \"Bild am Sonntag\" Kreise aus dem Bundesverkehrsministerium hinsichtlich des Starttermins der Lkw-Maut. Nachdem das Projekt bereits einmal verschoben werden musste, war offiziell als neuer Termin der 2. November anberaumt worden.

Kommt die Maut tatsächlich so spät, könnte dies den Staat mehr als eine Milliarde Euro gekostet haben, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union, Dirk Fischer, der Zeitung. Das sei mehr als ein Fünftel des gesamten Straßenbau-Etats eines Jahres. \"Stolpes Missmanagement geht zu Lasten baureifer Projekte\", sagte Fischer. Seit September fahren alle Lkw ohne Gebühr auf deutschen Autobahnen. Zuvor mussten sie eine zeitbezogene Vignette kaufen.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe traf sich am Sonntag zu einem geheimen Krisengipfel mit den Vorständen der für Entwicklung und Betrieb des neuen satellitengestützten Systems verantwortlichen Firmen. Die technische Entwicklung und das Betreiben des Maut-Systems liegt in der Hand des Konsortiums Toll Collect, das fast komplett DaimlerChrysler und der Deutschen Telekom gehört.

Auch offiziell gibt das Verkehrsministerium bereits \"extreme Zweifel\" an dem Starttermin 2. November zu. Stolpe gerät aufgrund des Chaos immer mehr unter Druck - bereits jetzt wird über einen Rücktritt des glücklosen Ministers spekuliert. \"Stolpe wird das Maut-Projekt auf Biegen und Brechen durchziehen und dann auf sein Amt verzichten - preußisch-pflichtbewusst\", zitiert die \"Bild am Sonntag\" einen führenden Grünen-Bundestagsabgeordneten.

Bundeskanzler Gerhard Schröder stellt sich derweil öffentlich hinter seinen Minister. \"Er genießt mein Vertrauen\", hatte Schröder verkündet. Die Verantwortung für das Funktionieren des Systems liege \"bei den Unternehmen, die diese Technik entwickeln, sie anwendungsreif machen wollten, und die auch die Termine für die Entwicklung und die Anwendungsreife genannt haben.\"

Dem Bundeshaushalt entgehen durch die Verschiebung monatliche Einnahmen von schätzungsweise 156 Millionen Euro. Stolpe hatte bei der ersten Lesung seines Haushalts 2004 erklärt, er habe sich mit Finanzminister Hans Eichel darauf geeinigt, dass die zunächst entstehenden Mindereinnahmen von 384 Millionen Euro bis 2006 aus dem Verkehrshaushalt erwirtschaftet werden müssen.

Sollte die Maut denn kommen, müssen die Spediteure dann für ihre Lastwagen, die über zwölf Tonnen wiegen, 12,4 Cent pro Kilometer Autobahngebühr zahlen. Sobald Entlastungen in Höhe von 600 Millionen Euro für deutsche Spediteure in Brüssel genehmigt sind, soll die Maut auf 15 Cent steigen.

Aus spiegel-online
 
Täräää, tärää. Neuste Meldung !!! Der Bund ist berechtigt den Schrott von Tolldefekt zu übernehmen. Starker Vertrag, ey. Kostet nur so ca. 700 Millionen und dann hat der Staat die Sch**** in eigener Hand. Na Toll, sag ich da. :casstet:
Thorsten


Maut-Betreiber bestätigen Ausstiegsklausel
Berlin (AP) Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe könnte den Maut-Vertrag mit dem Konsortium Toll Collect auflösen. Ein Sprecher der Betreiber bestätigte dem Berliner «Tagesspiegel», dass es eine entsprechende Ausstiegsklausel gibt: Der «Bund kann kündigen». Toll Collect lehnt es dem Bericht zufolge nach wie vor ab, über Schadenersatz wegen des verschobenen Maut-Starts zu verhandeln. Der Einnahmeausfall sei kein Thema, sagte der Sprecher. Dagegen forderte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Albert Schmidt, den monatlichen Einnahmeausfall von 156 Millionen Euro vom Konsortium einzufordern.

Stolpe hatte am Montag in Berlin angekündigt, dass als Konsequenz aus der Pannenserie bei der Maut in diesem Jahr auf deutschen Autobahnen keine Lkw-Gebühr mehr erhoben wird. Am Wochenende hatten Politik und Industrie eingeräumt, dass auch der Termin 2. November für den Start der Maut nicht zu halten ist. Die Union bezifferte den Schaden durch die Verschiebung auf 740 Millionen Euro allein für 2003 und forderte ein Machtwort des Kanzlers
 
Toll-Collect-Chef vor dem Rausschmiss

Toll-Collect-Geschäftsführer Michael Rummel muss seinen Sessel möglicherweise bald räumen. Dadurch könnte ihm eine hübsche Prämie entgehen: Hätte er das Mautsystem ans Laufen gebracht, wäre ihm eine Extra-Zahlung von einer Million Euro sicher gewesen.

Berlin - Schon Anfang kommender Woche wollen die an dem Konsortium beteiligten Firmen DaimlerChrysler und Telekom über eine Auflösung seines Vertrags verhandeln - allerdings sind die Konzerne wegen des Maut-Desaster inzwischen heillos zerstritten.
Rummel wird nicht nur die verpatzte Einführung des Maut-Systems angekreidet. Nach Informationen des SPIEGEL hat er sogar versucht, das Verkehrsministerium und die Spediteure über den Zustand der Erfassungssysteme zu täuschen. Obwohl Rummel von Zulieferfirmen wie T-Systems laut internen Vermerken sogar schriftlich darauf hingewiesen wurde, dass die Schnittstellen an den so genannten On-Board-Units für die Lkw noch nicht funktionsfähig seien, soll er den Einbau der Geräte angeordnet haben.

Für zusätzliche Irritationen sorgt ein millionenschwerer Auftrag, den der Pannen-Manager an die nahezu unbekannte Software-Firma OMP vergeben hatte. Revisoren prüfen jetzt, ob die Vergabe im Zusammenhang mit einem Aufsichtsratsmandat stand, das Rummel bei der Minifirma bekleidete. Rummel weist sämtliche Vorwürfe als haltlos zurück.

Auch Toll Collects Aufsichtsratschef Klaus Mangold hat sich trotz massiver Kritik bisher hinter seinen Daimler-Kollegen gestellt. Insider vermuten, dass Mangold seinem Zögling eine Prämie von einer Million Euro sichern will. Die soll Rummel zusätzlich zu seinem Gehalt bekommen, wenn das Maut-System die Betriebszulassung erhält.

Angesichts der massiven Vorwürfe könnte es Mangold jedoch schwer fallen, Rummel zu halten. Derweil ist unter den Mutterkonzernen auch ein Streit um die vom Parlament geforderte Offenlegung der Mautverträge entbrannt. Während die Telekom dem zustimmt, will Mangold die zuständigen Ausschüsse nur mündlich unterrichten.

Aus spiegel-online
 
Andre Länder andre Maut-Probleme. :D

Mäuseplage setzt französische Autobahn-Mautstelle schachmatt

(AFP) Eine Mäuseplage hat eine Autobahn-Mautstelle in Ostfrankreich nahezu außer Gefecht gesetzt. Bei einer ersten Mäuse-Invasion Anfang September habe eine Angestellte einen halben Nervenzusammenbruch erlitten, als plötzlich dutzende Nager zu ihren Füßen durch ihr Kontroll-Häuschen spazierten, berichtete der Mautstellenbetreiber Maurice Pegeot am Dienstag. Um die Tierchen zu bekämpfen, legte der Betreiber Rattengift in den elf Maut-Häuschen aus. Das Gift hatte so durchschlagenden Erfolg, dass die Kabinen bald nach verwesenden Mäusen stanken. Den Geruch bekämpften die Betreiber mit Deo-Pulver - daraufhin konnten die Angestellten in den engen Häuschen kaum noch atmen. Inzwischen sind die Nager zurückgekehrt. \"Es ist ein echtes Problem, manche Kollegen wollen gar nicht mehr zur Arbeit kommen\", klagte Pegeot.
 
Fahnder wollen Daten aus LKW-Mautsystem

Strafverfolgungsbehörden wollen trotz anders lautender gesetzlicher Regelung Zugriff auf die bei der Mauterfassung für Lastkraftwagen anfallenden Daten. Die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Gummersbach hat im August einen Beschluss erwirkt, dass die Firma Toll Collect Daten aus dem Probebetrieb des Mauterfassungssystems für Lastkraftwagen herausgeben solle. Toll Collect lehnte es ab, die Daten zu liefern. Zum einen war die Firma dazu technisch nicht in der Lage, zum anderen erlaubt das Autobahngesetz keine weitere Verwendung. Der Bundesdatenschutzbeauftragte lässt nun die durch das staatsanwaltschaftliche Vorgehen entstandene Rechtsunsicherheit klären.

Mit Hilfe der Daten wollten die Fahnder einen gestohlenen Container-Lastwagen, der mit dem Toll-Collect-System ausgestattet war, aufspüren. Sie begründeten ihren Anspruch damit, dass Toll Collect mit der Mauterfassung geschäftsmäßig Telekommunikationsdienste erbringe und die hierbei anfallenden Daten wie andere Anbieter auch den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen müsse. Gegenüber heise online sagte ein Sprecher der Toll Collect GmbH, man habe dem Beschluss nicht nachkommen können, \"weil er von falschen technischen Voraussetzungen ausging\". Im Klartext heißt dies wohl: Da das Mautsystem mitunter auch falsche Standortdaten liefert, waren die Daten einfach nicht zuverlässig genug.

Darüber hinaus sieht das Autobahnmautgesetz für die Mautdaten eine Zweckbindung vor, die jede andere Verwendung als für das Mautsystem ausdrücklich ausschließt. Toll Collect wandte sich deshalb an das Bundesamt für Güterverkehr sowie an den Bundesdatenschutzbeauftragten mit der Bitte um Klärung. Für den Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob schließen die gesetzlichen Regelungen \"generelle Verkehrsüberwachungen oder gar die Erstellung von Bewegungsprofilen von Fahrzeugen\" aus.

Nach Auffassung des Gerichts ist die gesetzliche Regelung der Zweckbindung gegenüber den Befugnissen der Strafverfolgungsbehörden aber wertlos. Hier gelte offensichtlich die Devise \"Strafverfolgung bricht Zweckbindung, selbst wenn der Gesetzgeber Letztere ausdrücklich vorgesehen hat\", kommentiert der Frankfurter Datenschutzexperte Johann Bizer den Fall. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat sich an das Bundesjustizministerium gewandt, um die hier zu Tage getretene Rechtsunsicherheit zu klären.

Das Vorgehen des Gummersbacher Amtsgerichts bestätigt alle Warnungen der Kritiker. 2002 hatte Toll Collect den BigBrother Award für seine exzessive Erfassungspraxis bekommen. \"Offensichtlich ist es eben doch so, dass die staatlichen Behörden mit Toll Collect über ein flächendeckendes Fahndungsreservoir für Bewegungs- und Standortprofile der Bürgerinnen und Bürger verfügen\", meint Bizer. Von einem datensparsamen System, wie im Bundesdatenschutzgesetz gefordert, könne keine Rede sein.

heise-online