Bremse 406 Hydraulik - rätselhaft

Moin,

Messung des Hydraulikdrucks direkt am Ausgang HBZ liefert ca. 135 bar. Also womöglich noch IMMER Luft im System?? Ich weiß es wirklich nicht und kann es auch nicht wirklich glauben, aber da ja hier von Anfang an der Grundtenor herrscht, es SEI Luft im System, werde ich mir morgen nochmal das ATE-Druckentlüftungsgerät mit zwei 10 Liter Kanistern DOT 6 aus der Firma mitnehmen und jeweils ein paar Liter ohne Rücksicht auf Verluste durchfluten lassen. Ist doch kaum zu fassen :x .

Zu den anderen Fragen:

Teile sind alle korrekt, Schläuche sind frei und nicht weich. Ich habe gerade vorgestern noch einmal alles geprüft. Die Schläuche sind ja auch ganz neu und auch mit den alten davor hat es funktioniert. Die waren wesentlich älter.
Ich hatte ja auch wie geschrieben nur EINEN RBZ nochmal selber erneuert, da undicht, nachdem der Vorbesitzer kurz vorher alle erneuert hatte und zu DER Zeit ja auch noch alles funktionierte. Damals waren auch noch die völlig unrunden Trommeln mit den alten Belägen drauf. Wenn da jemals was glasig war an Belägen, dann waren es DIE, und auch mit DENEN ging es um Welten besser.
Das war natürlich alles nicht optimal, funktionierte dafür aber. Überhaupt ist so ein Unimog doch alles in allem völlig unempfindlich gegenüber solcherlei Unzulänglichkeiten. Da ist doch alles robust und zuverlässig, auch wenn noch so viel außerhalb der Nennwerte liegt, verbogen oder abgebrochen ist. Deswegen verstehe ich das ja auch gerade nicht und kann es nicht mit meinem logischen Denken vereinbaren.
Die neuen Bremsbeläge hat ein Bremsenspezialbetrieb, der fast ausnahmslos und tagtäglich alle Arten von LKW-Bremsen macht, zusammen mit dem Ausdrehen geliefert. Das passt alles wie bereits geschrieben. Pedalstütze ist nicht verbogen und sonst ist auch alles im grünen Bereich, ob man's nun glauben mag oder nicht.
Naja, wenn es nicht gut bremst, dann ist natürlich in erster Linie die Vorderachse betroffen. GENAU werde ich das erst sehen beim TÜV :D . Aber DAFÜR muss erstmal mehr Bremswirkung her!

Ich werde morgen mal einige Gebinde Bremsflüssigkeit opfern und dann nochmal sehen...

Gibt's da noch Vorschläge für den optimalen Entlüftungsdruck ? Bin für jeden sachdienlichen Hinweis offen :wink: .
 
Hallo Wolfgang

Mein Unimog (403.123) hat mich nach Austausch aller Schläuche auch fast zur Verzweiflung getrieben, bis das ganze System wirklich vollständig entlüftet war. Hat drei vollständige Entlüftungsvorgänge gedauert und einige Liter Flüssigkeit gingen durch die Leitungen... Bei dir war ja auch das ganze System überall geöffnet wurden und die Entlüftung kann dauern. Ich habe mit Druckgerät von oben entlüftet und die Erfahrung gemacht, nicht zu viel Druck einzustellen (auf jeden Fall unter 1bar bleiben)- sonst schäumt sich die Flüssigkeit selber auf.

Ich drück dir die Daumen - wird schon klappen.

Gruss Norbert
 
Nochmal:

über die Bearbeitung der Bremsen mit dem Bremsenabdrehgerät hast Du ebenso keine Informationen gegeben wie über das Alter der Bremsbeläge und über die Spaltabstände.

Und ansonsten ist ja auch alles richtig.
 
Hallo Wolfgang,
die 135bar am HBZ hören sich doch ganz gut an. Wieviel sollten es denn sein? Gibt es da zuverlässige Werte in irgendeinem Tabellenbuch?
Selbst wenn irgendwo eine Leitung eine Engstelle hat sollten sich dann auch an den Radbremszylindern die 135bar einstellen. Es strömt ja nach dem Treten des Pedals und halten in der gedrückten Stellung nichts mehr.
Bin auf jeden Fall gespannt was sich nach dem entlüften für ein Druck einstellt. :?
Gruß
Peter
 
Hallo

Was mich noch intressiert ????
Wie ist der Stand bei dem Problem.????
Ist das Problem behoben. (Was war der Fehler oder Ursache????)

Vielen Dank für Eure Antwort und Gruß
Eberhard Heim
 
Hallo,

sorry, ich war in letzter Zeit berufsbedingt sehr viel in der Luft unterwegs und konnte mich nicht zum Thema melden.

Das Problem war zu keiner Zeit die hier immer wieder vermutete Luft oder öhnliche Phänomene im Hydrauliksystem sondern das defekte Umschaltventil für die Bremskraftverstärkung an der Hecktraverse. Es stand zunächst immer auf ZU, weil ich vor der Überholung kaum je einen Unterschied (ob AUF oder ZU) bei der Bremswirkung feststellen konnte und es eben irgendwann so belassen (und vermutlich mehr oder weniger vergessen) hatte.
Als ich es dann jetzt mal versuchsweise geöffnet hatte, war die Bremswirkung zwar deutlich besser, aber aus dem Fahrerhaus war hin und wieder ein Zischen beim Bremsen zu vernehmen, dessen Ursprung jedoch zunächst von dort aus nicht lokalisierbar war. Später stellte sich heraus, dass das Umschaltventil im geöffneten Zustand teilweise undicht war, somit nicht der volle Druck am BKV anstand. Nach Tausch des Ventils war alles in Ordnung und auch die Bremswirkung ist nach Messung bei der gerade absolvierten HU im grünen Bereich (z = 41%), auch wenn ich sie persönlich rein subjektiv nach wie vor als nicht stark genug empfinde.
 
Werinhari schrieb:
Als ich es dann jetzt mal versuchsweise geöffnet hatte, war die Bremswirkung zwar deutlich besser, aber aus dem Fahrerhaus war hin und wieder ein Zischen beim Bremsen zu vernehmen, dessen Ursprung jedoch zunächst von dort aus nicht lokalisierbar war. Später stellte sich heraus, dass das Umschaltventil im geöffneten Zustand teilweise undicht war, somit nicht der volle Druck am BKV anstand.


Jetzt machst Du mich aber neugierig.

Das Umschaltventil war in geöffnetem Zustand ..... undicht aber die Bremswirkung war besser...obwohl nicht der volle Druck am BKV anstand?

Der volle Druck steht doch dann an, wenn beide Zeiger übereinander stehen, oder liege ich falsch bzw. habe was übersehen?
 
Hallo
Der volle Druck steht doch dann an, wenn beide Zeiger übereinander stehen, oder liege ich falsch bzw. habe was übersehen?
vielleicht nicht richtig verstanden. Das Fahrzeug hat einen Zweikammerverstärker, von dem eine Kammer durch Betätigen des Umschaltventil beim Ankuppeln abgeschaltet wird. Selbst wenn in der Hauptkammer der volle Druck eingesteuert wird, die Kraft ohne die zweite Kammer ist nun mal definitv geringer.
Der Sinn dahinter war, dass der bremsende Anhänger den Unimog hinten nicht aus der Spur drückt sondern den Zug streckt.
 
Hallo Helmut,

danke für die Aufklärung.

Aber dann hättest Du als Profi doch gleich auf diese Diagnose kommen können/müssen während wir ja wohl auf der völlig falschen Fährte waren.


:ironie
 
Hallo Wolfgang,

hab deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen. Die Bremsen stehen bei meinem neu erworbenen 406er als nächstes an.
Bei der ersten Fahrt ist mir die gleiche Problematik aufgefallen die du hattest mit der Pedalbetätigung. Jedoch zieht bei mir nur die Bremse links vorne. Alles andere ist fest und zeigt keine Bremswirckung. Er stand mehrere Jahre rum.
Bis jetzt bewege ich den Mog noch ganz sachte, da ich die Eigenheiten von ihm noch nicht kenne.

Ich hätte aber eine Bitte an dich.
Könntest du mir zwei Bilder machen von dem Ventil (offen/ geschlossen). Möchte das zu meinem vergleichen.

Vielen Dank schon im voraus!


Besten Gruß
Gerald
 
Hallo
Aber dann hättest Du als Profi doch gleich auf diese Diagnose kommen können/müssen während wir ja wohl auf der völlig falschen Fährte waren.
sorry, da wäre ich nicht im Traum drauf gekommen, dass jemand etwas umschaltet, abklemmtich oder betätigt, da aber keine Wort drüber verliert.
Ich nehme mir auch die Freiheit, nicht über jedes Problem zu grübeln, wer was irgendwo verstellt oder verbastelt haben könnte. Zuerst müsste dann jeder sein vorhandenes System auch genau beschreiben, ebenso was er getan hat und was nicht. Immerhin haben die neueren 406 einen automatischen Kupplungskopf, der beim Anschluß des Hängers umschaltet, der 417 hat dieses "tolle" System gar nicht mehr.
Trotzdem finde ich es spannend und auch schön, dass sich andere User mit ihren Ideen an der Diskussion beteiligen. :spitze :spitze
 
Hallo,

tut mir leid, dass ich über die Stellung des Umschaltventils hierbei kein Wort verloren hatte. Ich hatte dessen Funktion irgendwann mal, als ich das Fahrzeug "neu" bekam, durch mehrfaches Hin- und Herschalten ausprobiert und konnte seinerzeit keinen Unterschied feststellen, so dass ich es vermutlich rein zufällig in der "GESCHLOSSEN" - Stellung belassen und dann bis zu meiner Bremsenüberholung nie mehr beachtet hatte. Es existierte sozusagen gar nicht in meinen Gedanken, da ich auch bis dahin keinen Hänger besaß und mich nicht weiter damit beschäftigen musste.
Erst im Zuge der kompletten Bremsüberholung wurde seine Funktion dann (für mich erstmalig) nach dessen Erneuerung eben wieder offenbar, und ich war/bin erstaunt über den sehr deutlichen Unterschied in der Bremswirkung. Nachdem ich fehlerhaftes Entlüften ausschließen konnte, tappte ich für eine Weile echt ratlos im Dunklen. Die Entscheidung, dann doch ein geeignetes Manometer zur Messung des Hydraulikdrucks zu beschaffen und den dafür notwendigen Testanschluss herzustellen, brachte die entscheidende Erkenntnis (siehe frühere Beiträge), dass der Druck einfach zu gering war. Nach Tausch des ausgeleierten/undichten Umschaltventils und Öffnen desselben funktioniert nun alles normal.

Nun ja, Problem erkannt - Gefahr gebannt...

Danke an alle nochmals für's Mitdenken und die ganzen Ratschläge!