Bremse blockiert nicht U1300

Analogist

New member
09. Apr. 2022
29
1
1
Unimog 1 Typ
U416
Unimog 1 Baujahr
1969
Moin,

gestern war ich mit einem U1300 beim Fahrsicherheitstraining. Es gab Übungen, bei denen ich für dieses ABS-freie Fahrzeug ein Blockieren der Räder erwartet habe: bei einer Vollbremsung. Aber ich habe keine Spuren auf den Asphalt gebracht.

Auch hatte ich erwartet, dass das Fahrzeug beim Bremsen auf ungleichem Untergrund ausbricht. Das SetUp: eine Gummiplane wurde nass gemacht. Sie stellte nasses Laub auf Asphalt dar oder eine geschlossene Schneedecke. Gefahren wurde versetzt, also die linken Räder auf feuchtem Asphalt, die rechten Räder auf der stetig benässten Plane. Vollbremsung bei 25km/h. Der Mog bremste ziemlich gerade, und drehte sich um ca. 15°. Schneller durfte ich nicht fahren, denn es handelt sich um ein einsatzbereit beladenes Tanklöschfahrzeug mit 2.000l Wasser und dementsprechend hohem Schwerpunkt.

Zum Vergleich: ein Atego von 2024 (12 Tonnen, Assistenzsysteme ausgeschaltet, 30km/h) drehte sich um knapp 90°.

Einer der Fahrlehrer will beobachtet haben, dass meim U1300 das Rad hinten links (also auf dem Asphalt) trotz Vollbremsung sich weiter gedreht hat und somit das Rad nicht blockierte. Die Hauptuntersuchung ist 4 Wochen her. Davor wurden die Bremsen überholt. Der Bericht der HU zeigt gleichmäßige, gute Bremswerte.

Hier meine Frage: kann es sein, dass das Rad trotz Vollbremsung weiter gedreht hat? Falls ja: warum? Und wieso ist das bei der HU nicht ebenfalls aufgetreten?

Vielen Dank vorab für Euren Input.
Schöne Grüße,

Robert
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo
denn es handelt sich um ein einsatzbereit beladenes Tanklöschfahrzeug mit 2.000l Wasser und dementsprechend hohem Schwerpunkt.
daraus schließe ich, dass es sich um einen 1300L handelt.
gestern war ich mit einem U1300 beim Fahrsicherheitstraining.
das ist ein vollkommen anderes Fahrzeug optisch sofort erkennbaraus der Baureihe 425, auf dem Blechschild vorne könnte man die Moodelbezeichnung ablesen.
1790589899908.webp
Da die beiden Modelle unterschiedliche Achsen und Bremsen haben, solltest du vorher nochmal nachlesen, was du denn nun wirklich meinst.
 
Hallo Helmut,
Du hast vollkommen recht: es ist ein 1300L, 435.115. Da ich mich sonst nur mit meinem 416 beschäftige, war mir die Relevanz dieses Unterschieds nicht bewusst. Danke für den Hinweis.
Schöne Grüße,
Robert
 
Hallo Robert, Helmut
nachdem dies nun geklärt ist zurück zur eigentlichen Frage.
Mein nicht Experten Verständnis, der effektivste Bremsvorgang wäre eigentlich der Punkt bei dem die Räder gerade nicht blockieren. Aber auf der anderen Seite soll die Bremse in der Lage sein bei entsprechender Betätigung jedes Rad zum Blockieren zu bringen. Andernfalls wäre dieser oben genannte beste Punkt nicht erreichbar.
Der Ausbrechwinkel ist sicherlich von vielen Bedingungen abhängig und kann nicht direkt von zwei so unterschiedlichen Fahrzeugen wie oben genannt verglichen werden. Dis ist nur ein subjektiver Eindruck aber sicher kein Maß für eine gute Bremsung.
Haben bei Deiner Vollbremsung die anderen drei Räder gestanden? Wie lang war der Bremsweg insgesamt? Wann haben die Räder begonnen zu blockieren? Wie massiv hast Du die Bremse betätigt? War das nur ein Versuch oder ist das reproduzierbar?
 
Hallo Robert
der Unimog hat ungefähr gleiche Achslasten vorne /hinten, als TLF 4:4to, beim Atego Schätze ich 4:8to bis 5:7to vo/hi.
Den ALB kannst du beim Unimog nicht abschalten, der Arbeitet immer.
Akuten Handlungsbedarf sehe ich momentan nicht.
 
Danke für Eure Antworten. Ich interpretiere mal:
• der 1300L ist, im Gegensatz zum Atego, wahrscheinlich deshalb kaum ausgebrochen, weil die Gewichtsverteilung gleichmäßiger ist. Der Atego ist hinten schwerer. Aufgrund der Massenträgheit schiebt das Heck darum (im Extrenfall) am Bug vorbei: das Fahrzeug dreht sich. Beim Mog wirken gleichmäßigere Kräfte
• die Beobachtung, dass eines der Räder noch drehte war vermutlich dem Umstand geschuldet, dass diese Bremse leicht "schwächer" eingestellt war. So blockierten alle anderen Räder, dieses noch nicht ganz und wurde quasi vom rauhen Asphalt "bewegt". Alle anderen Bremsungen waren ja einwandfrei.
Falls ich einen Denkfehler habe, sagt es mir bitte.
Schöne Grüße,
Robert