Bremsen beim 411 erneuern

der411erMog

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29. Sep. 2024
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Hallo werte Community....

Über die Bremsenreparatur wird hier bestimmt auch viel geschrieben bzw. diskutiert....

Deshalb nur die kurze Frage:
Welche Teile sollten zusätzlich getauscht werden wenn eh schon alles offen ( Räder runder, Trommel runder, Bremszylinder neu, Leitungen mit Rohre und Schläuche zum Teil neu) ist ...

glaub mich erinnern zu können mal wo von Dichtungsring zur Achse bzw. Portalachse etwas gelesen zu haben ...
Die Diffenziale lassen leider halt auch etwas Öl auf den Boden tropfen...

Beste Grüsse, Armin
 
Guten Morgen Armin
Ich nehme an, du hast auch die Bremsbeläge erneuert, oder planst dies zu tun. Nach Jahrzehnten sind diese meist glashart oder verschlissen.

Du hattest die Erneuerung der Radbremszylinder erwähnt. Hast du den Hauptbremszylinder auch überprüft und z.B. mit einem neuen Dichtungssatz versehen?
Solltest du ein Anhängersteuerventil eingebaut haben, stellt zumindest der Nutring des bremsflüssigkeitsbetätigten Kolbens ein sicherheitslevantes Teil der Fahrzeugs dar. Leckt dieser, ist die 411er Bremswirkung dahin.

Am Beispiel neue Achse durfte ich die Erfahrung machen, was es heißt, wenn Öl durch einen gealterten Radnaben-Simmering plötzlich auftretend in die Bremstrommel und auf/hinter die neuen Beläge läuft. Hatte nach diesem Vorfall vorne rechts präventiv die Radnaben-Simmeringe an allen vier Rädern getauscht.
Empfehle dir also, mindestens auf diese Dinge zu achten.
 

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Moin,

wenn Du die Belege neu machen willst (und nicht auf den Euro schaust), kann ich nur empfehlen neue Beläge im Fachbetrieb kleben und diese zusammen mit den Bremstrommeln abdrehen zu lassen.

Gruß
Michael
 
Das Aufkleben der Bremsbeläge kann ich aus heutiger Sicht auch nur empfehlen. Am 411er hatte ich sie noch genietet, aber an meinem Bergtraktor im Frühjahr aufkleben lassen. Wenn sie zudem auf den Trommeldurchmesser abgedreht oder geschliffen werden, ist das eine runde Sache.
 
Hallo Peter
Ich hatte meine Trommeln plus Bremsbacken des Bergtraktors zu Bremsen Schoebel in Nürnberg gegeben. Dort wurden die Trommeln begutachtet und kein Ausdrehbedarf festgestellt. Die Belagdicke wurde passend zum Trommeldurchmesser ausgewählt.
Auf Wunsch / nach Bedarf schleifen die dort aber auch die aufgeklebten Beläge ganz exakt auf den Trommeldurchmesser.
Beim Bergtraktor mit seinen 20kmh war dies nicht nötig, beim wesentlich schnelleren 411 würde ich es aber machen lassen.
Auf der Internetseite von Bremsen Schöbel findet sich eine Preistabelle zum aufkleben., Preisinfos zu Trommelausdrehen und Beläge schleifen hatte ich per email eingeholt.
Kann die Firma nur empfehlen. Bearbeitungszeit ist auch erfreulich kurz.
 
Winni59 schrieb:
Das Aufkleben der Bremsbeläge kann ich aus heutiger Sicht auch nur empfehlen. Am 411er hatte ich sie noch genietet, aber an meinem Bergtraktor im Frühjahr aufkleben lassen. Wenn sie zudem auf den Trommeldurchmesser abgedreht oder geschliffen werden, ist das eine runde Sache.

Hallo...Danke für die neuen zusätzlichen Infos ...
"Unter zusammen Abdrehen"
Kann ich mir wenig vorstellen ...
passiert dies dann auf der Achse aufgebaut ?
Zur Zeit habe ich schon geklebte drauf. . Weiß aber net wie Alt und so ...

bg. Armin
 
Abdrehen Beläge:
Es gibt oder gab früher natürlich Betriebsmittel zum abdrehen der Beläge direkt an der Achse. Das hatten z.B. LKW-Wetkststätten angewandt.

Ich meinte aber abdrehen / auf Trommelmaß schleifen bei der Firma, welche die Beläge aufklebt.
Das dürfte insgesamt gesehen für die privaten Zwecke die einfachste und wirtschaftlichste Lösung sein.
 
Hallo an die Mog-Gemeinde!

Zu dem speziellen Thema "Beläge aufkleben" gestattet mir einiges aus praktischer Erfahrung beizutragen.
Die zurzeit aktuelle Technik mit dem kleben von Belägen -gerade auch bei Trommelbremsen- hat unbestritten so einige Vorteile.
Besonders mit Hinsicht dass beim althergebrachten nieten manches ordentlich schief gehen kann, speziell wenn es Nichtfachleute versuchen.
Allerdings ist bei geklebten Belägen ein besonderer Umstand im Sinn zu behalten, worauf ich noch zurückkomme.
Zuerst die neutrale Berichterstattung über ein persönliches Erlebnis.
Vor etwa zwanzig Jahren hab ich einen MG Baujahr 1953 erworben. Dieser war mit viel Aufwand vom Vorbesitzer durch Profis neu aufgebaut worden, aber nach Ableben viele Jahre unbenutzt gestanden.
Da mir das neu Spielzeug Freude machte, wurde es nach technische Überprüfung und Zulassung auch eingesetzt. Auf einer der ersten Ausfahrten (glücklicherweise unter langsamer Geschwindigkeit) hatten die Bremsen einen Ausfall. Die Untersuchung ergab, dass sich geklebte Bremsbeläge (vorne einer komplett) von den Backen gelöst hatten.
Natürlich ein Schock, denn sowas dürfte doch nicht sein. Ja, richtig!
Die Auskunft von damit befassten war klar:
Unter normalen Verwendungsbedingungen wird so ein Vorfall kaum jemals geschehen, weil nach einigen Jahren Verwendung die Bremsbeläge logischerweise abgenutzt werden (und somit neu beklebt.)
WENN aber die Zeit angeblich zu lange dauert, kann es durchaus sein, dass Korrosion auf den metallischen Bremsbacken unter den Beläge entsteht und so diese den stabilen Klebekontakt verlieren können.
Was bei meinen PKW durch ungeplante Umstände/Standzeit tatsächlich eintrat.
Die entscheidende Frage, welche sich nun stellt ist, wie viele Kilometer legt man denn mit einem Fahrzeug wie einem Unimog oder Traktor zurück?
Das bedeutet, wie viele Jahrzehnte kann man denn auf die Klebefestigkeit vertrauen?
Bei fachgerecht genieteten Belägen hat man so ein Risiko des Herunterfallens, ausgelöst durch den ZEITFAKTOR halt nicht.
Grüße Norbert
 
Hallo
geklebte Beläge waren schon bei den Heckflossen standard. Die rosten auch nach 50 Jahren nicht ab. Auch die Beläge der Handbremsbacken sind geklebt und verschleißen bei ordnungsgremäßem Gebrauch der Feststellbremse nicht und sind nach Jahrzehnten immer noch fest.
Die Backen müssen vorschrifftsmäßig entrostet und lackiert sein. Wichtig ist vor allen, dass die Backen nicht beim Ab-und Aufnieten verformt wurden. Dann entsteht möglicherweise ein nicht gefüllter Spalt, in dem sich Staub und Trommelabrieb festsetzt. Dieser korrodiert dann im laufe der Zeit und sprengt die Beläge ab.
 
Lieber Helmut!
Was du sagst ist alles völlig richtig.
Kleben hat, wie vorher angeführt seine Vorteile und Berechtigung.
Jedenfalls wenn es bei einem Fahrzeug vom Werk aus so geschehen ist.
Nachträglich Bremsbacken, die bereits (ev. mehrmals) genietet waren sind da mit Vorsicht zu genießen.
Das wird durch die eine praktische Erfahrung nur bestätigt.
Und klarer weise muss im Leben ja nicht alles schiefgehen, was schiefgehen könnte.
Das es geschehen kann hab ich erlebt! (dachte es wäre meine Pflicht auf diese eventuelle Gefahr hinzuweisen).
Es ist ein spezielles Gefühl, wenn du auf die Bremse steigst und es geht unverhofft weiter.
So schnell würde ein geschätzter Oldtimer zu Metallschrott.
safety first
Norbert
P.S.: könnte es sein das Mercedes bei "Heckflosse" und anderen Aluminiumbacken verbaut hat??
 
Liebe Bremsthema-Freunde
Ich finde es grundsätzlich begrüssenswert, wenn hier alle Aspekte und Erfahrungen eingebracht werden.

Ein einzelner, auffällig gewordener Klebefall sollte jedoch nicht dazu herangezogen werden, dieses Verfahren ingesamt stärker in Frage zu stellen. Zumindest habe ich diesen Eindruck. Klebstoffe, als auch Klebetechniken haben sich die letzten Jahrzehnte stark verändert und auch verbessert. Die Fachfirmen, die solche Arbeiten ausführen, behandeln die Backen vor dem kleben entsprechend vor (sandstrahlen...) und die Prozesse dürften heute auch entsprechend zertifiziert und qualifiziert sein. Vielleicht hat ja der genannte Fall auch dazu beigetragen. Und die Fachfirmen haften ja auch für diese sicherheitsrelevanten Arbeiten.
Mein lokaler Landmaschinenbetrieb z.B. läßt seit gut einem Jahrzehnt Bremsbeläge nur noch aufkleben, weil aufnieten auch seine Tücken birgt.

Schlussendlich, jeder darf sich batürlich die entsprechende Art Beläge aufzubringen, selber aussuchen.
 
Hallo
Alteisen schrieb:
könnte es sein das Mercedes bei "Heckflosse" und anderen Aluminiumbacken verbaut hat??
ja, ich wollte damit nur sagen, dass der Kleber nicht altert. Die Backen der Feststellbremse sind aus Stahl, verschleißen nicht und auch hier löst sich der Kleber nicht. Das Material, die Bauweise und Belastung sind sehr unterschiedlich, trotzdem löst sich der Kleber nicht
Ich hatte aber auf den jeweiligen Zustand der Backen und eine mögliche Verformung hingewiesen. Hier ist es die Aufgabe des Fachbetrieb, diese genau zu untersuchen.
Das Verkleben als solches ist Stand der technik und nicht in Frage zustellen.
Alteisen schrieb:
Vor etwa zwanzig Jahren hab ich einen MG Baujahr 1953 erworben
Die Herstellergruppe wurden in Fachkreisen als Britisch Elend (Leyland) bezeichnet..
 
Hallo Jürgen! Danke für deine umsichtigen Worte. Keine Sorge, wir streiten nicht! Warum auch?

Hallo Winni! Von einem einzelnen auffällig gewordenem Klebefall auszugehen, ist etwas gewagt.
(Dieser spezielle ist halt selbst erlebt.) Möglicherweise möchtest du dich etwas umfassender über Alterung von Klebern informieren (Fraunhofer IFAM).

Hallo Helmut! Du darfst gerne Norbert zu mir sagen.
In keinem der Kommentare wurde, so weit ich erkennen kann, konkret vom Versagen das Klebestoffs gesprochen.
Das Korrosion mit der Zeit unter so ziemlich alle Beschichteten gelangen kann, lässt sich zweifelsfrei an gut geschützten Oberflächen feststellen. Rost entsteht auch unter vielfach behandelten und lackierten Mercedesbauteilen, oder?

Für alle! Nun schreibe ich es das dritte mal: Kleben hat seine Vorteile und Berechtigung.
Wenn man Nachteile die unter bestimmten Kriterien entstehen anführt, dient das nicht dazu den sogenannten "Stand der Technik" generell in frage zu stellen.
Zum Beispiel sind wohl Gürtelreifen Stand der T.
Wenn jemand jedoch hauptsächlich in Wald und Forst unterwegs ist, sollte auf den Umstand aufmerksam gemacht werden, dass die Seitenwände bei dieser Bauart empfindlicher/verletzlicher sind als bei althergebrachten Diagonalreifen.
Bremsbeläge versagten, die mit Sicherheit in den 1990ern im deutschsprachigen Mitteleuropa geklebt wurden.
Da tut der spekulative Verweis auf englischen Ursprung Anfang 1950 nichts zur Sache.

Und NATÜRLICH mag jeder seine Angelegenheiten so betrachten, wie er denkt.
Da dies doch ein Technikforum ist, erscheint der Platz an und für sich passend, sich über Vor und Nachteile unterschiedlicher Anwendungen auszutauschen? bitte um Berichtigung falls ich mich darin irre.
Grüße
Norbert
 
Hallo Freunde,
Mir sind schon mehrfach gelöste Bremsbeläge in meiner Unimogzeit unter gekommen. Meist waren diese an Militärunimog 2010/401 der Schweiz oder Frankreich verbaut. Ersatzteilbestand vermute ich aus den 1970er Jahren.
Da sehe ich auch die Klebetechnik in den Erprobungsstadien damals.
In diesen Vorfällen vermute ich auch die Klebephobie bei Bremsbelägen durch Anektoden (Kneipengespräche)
Die heutige Klebetechnik ist sehr viel weiterentwickelt und Standfest

Ich selbst niete meine Beläge selber mit entsprechender Niettechnik (Presse)
Abdrehgerät ebenfalls vorhanden.


Gruß
Jochen
 
hallo an euch ....

danke für die vielen Beträge zu den Belegen....

wie haltet ihr es mit den Radbremszylindern bzw. dem Hauptbremszylinder ....
tauscht ihr die komplett aus oder bestellt einfach einen Reparatur- bzw. Dichtungssatz dafür
für das neu abdichten ...

glg. Armin