Bremsleistung 411 Neue Achse und Alte Achse

scatman

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07. Juni 2009
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Hallo zusammen, gestern habe ich einen 411 mit neuer Achse und Neu gemachten Bremsen Probegefahren. Von der Bremsleistung bin ich sehr enttäuscht. Wie ist das bei euch? Blockieren die Räder auf Asphalt?
VG ULI
 
Hallo Uli,
bei meinem 411 mit zweistufigem HBZ ist das Blockieren der Hinterräder problemlos möglich.
Gruß,
Daniel
 
Hallo Uli,

wenn Du unzufrieden bist, sind Deine Ansprüche zu hoch. :wink:

Es gibt aber doch objektive Maßstäbe und die entsprechenden Messungen am Bremsenprüfstand.

Beispiele 411c:
1. Achse 400/400 daN
2. Achse 220/220 daN
hiermit war der TÜV schon zufrieden (rechnerische Bremsverzögerung 5,4 m/s², in den 1960er Jahren war in Deutschland eine Verzögerung von nur 2,5 m/s² gefordert ... )
1. Achse 470/470 daN
2. Achse 250/250 daN
erst hiermit war auch ich zufrieden (rechnerische Bremsverzögerung 6,3 m/s²)

Die Hinterachse bekommt man beim Bremsen mit leerer Pritsche übrigens vergleichsweise leicht zum Blockieren, weil sie entlastet wird.
 
Hallo zusammen,bei meinem 421er mit den selben Achsen mit BKV ist die Bremsleistung besser. Ich denke,daß die beiden Vorderräder doch blockieren sollten.
VG ULI
 
...bei einem 411.110 würde der Arsch ohne Belastung dann direkt hoch gehen.
 
Hallo Uli,

also mein 411b hat mit neuen Belägen immerhin 300daN am Hinterrad geschafft. Vorne lag er bei 390daN.
Selbst mein 411c mit neuen Schläuchen, Belägen, Leitungen, RBZ und überholtem HBZ (2stufig), quasi alles neu ist kein Bremswunder! Was erwartest du von einem Fahrzeug mit Trommelbremsen ohne Unterstützung und mit einer statischen Bremskarftverteilung durch unteschiedlich große Kolbenflächen an VA und HA?

Gruß,
Markus
 
Hallo Markus,ich erwarte wenn ich auf der Straße eine Vollbremsung mache Schwarze Bremsspuren.So möchte ich nicht fahren.
Beim zerlegen von mehreren Achsen ist mir aufgefallen das die Beläge fast keine Abnutzungserscheinungen hatten.
Ich frage mich ob der Belag nicht viel zu Hart ist.Schau mal hier. http://www.at-rs.de/bremsbel%C3%A4ge.html
VG ULi
 
Hallo Uli,

"viel zu hart" heißt meist "verglast". Das kann man beheben durch neue Bremsbeläge oder Wegbremsen der verhärteten Schicht z. B. bei einer Alpentour. Danach "beißen" die Bremsen wieder.

Wenn alles neu gemacht ist - wie Du von Deinem Fall berichtest - müssen die Bremsen auch erst wieder eingebremst werden.

Wie Hannes schon schreibt könnte eine zu hohe Bremswirkung an der Vorderachse wegen der Kopflastigkeit auch zu einem Purzelbaum führen.
 
Hallo Christoph, ich hatte viele Autos mit Trommelbremsen,mit allen war eine Vollbremsung möglich.Es ist doch auch wichtig das man beim Bremsen nicht so fest zutreten muß. Wie ist denn das bei den alten Achsen-fahrern? Ich bin auf jeden Fall nicht zufrieden und es bringt hier nichts, viel zu schreiben. Besser wird es sein nach Lösungen zu suchen. Wer weiß eine Adresse(Firma) die Bremsbelag-Meterware mit verschiedenen Reibwerten verkauft? VG ULI
 
Hallo Uli,

ich habe bislang immer die Meinung vertreten, dass jeder seine eigene Meinung haben und auch vertreten sollte.

Änderungen an der Bremsanlage aber gefährden Dich und auch andere. Zudem führt dies zum Erlöschen der Betriebserlaubnis.

Eine vermeintliche Verbesserung der Bremsleistung kann an anderer Stelle nicht vorhergesehene Probleme aufwerfen.

Zum Beispiel führt eine Erhöhung der Bremsleistung an der VA immer zu einer Entlastung der HA. Ob die Momente ausreichen, um einen Überschlag herbeizuführen weiß ich nicht. Jedoch neigt die HA dadurch in jedem Fall eher zum Blockieren. Dies führt dann zu einem, in der Regel, unkontrollierbaren Betriebszustand. Besser es bremst etwas weniger, als dass ich in den Gegenverkehr rausche.

Meine Empfehlung daher: Finger weg, von Versuchen an der Bremsanlage und anderen sicherheitsrelevanten Bauteilen!

Ich denke der Unimog bietet ein ausreichende Möglichkeiten für andere Verbesserungsversuche.

Viele Grüße

Joachim
 
Hallo Joachim,gut das Du mir das Mitteilst nicht auzudenken was alles Passieren kann.Mach dir aber keine Sorgen der Unimog wird in Steillagen im Forst eingesetzt.Dort ist eine gute Bremse wichtig. Vielen Dank.
Habe mir die Reibwerte der Bremsbeläge besorgt.
hier auch schon die Reibwerte für den Bremsbelag.

T=150 °C µ_mittel=0,44

T=250 °C µ_mittel=0,37

T=350 °C µ_mittel=0,44



Insgesamt fast const. 0,44 VG ULI
 
Alternativen wären dann noch andere Radbremszylinder, ein anderer Hauptbremszylinder oder die Unterstützung der Bremsanlage mit einem Bremskraftverstärker.
Stefan
 
Hallo zusammen,ich habe Bremsbeläge mit einem Reibwert von 0,66 gefunden.Beral 1106 einen Meter habe ich bestellt und werde den mal Testen. http://www.eurobremsband.com/index.php/technische-daten.html
Stefan, ein BKV ist auch schön.
VG ULI
 
Hallo,
Vor vielen vielen Jahren habe ich ein Praktikum in einer Mercedes-LKW Werkstatt gemacht. Dort wurden die neu aufgenieteten Bremsbeläge mit einem elektrischen Gerät, welches auf der Radnabe befestigt wurde, abgedreht für eine optimale Einpassung in die Bremstrommel. Frage an die Fachleute, wird so was noch gemacht, könnte es sein das sich die Bremsleistung so optimieren läßt? Die Bremsleistung meines 411 mit alter Achse finde ich nicht berauschend aber den Geschwindigkeiten die man fahren kann angemessen.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,ich habe auch darüber Nachgedacht ob die Beläge auf der kompletten Fläche tragen.Das läßt sich nach demontage der Trommel einfach nachprüfen.War des elektrische Gerät eine Art Karusseldrehbank?
Zu der Bremsleistung möchte ich sagen.Wenn bei Tempo 50 ein Kind auf die Straße rennt, ist das mit der Bremsleistung bestimmt problematisch.Ich finde man sollte das maximum aus der Bremse rausholen.Mercedes hatte schon damals eine ABS-Bremse!!
Ich habe mir schon gedanken gemacht eine alte Bremstrommel als Belagschleifwerkzeug umzubauen.
VG ULI
 
Uli,
Google mal: "Hunger Bremsbacken- Abdrehgerät" Kann irgendwie den Link nicht kopieren.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang
 
Hallo,

Das Bremsenabdrehgerät gab es beim Unimog wie an danden Fahrzeugen auch. Im WHB ist es beschrieben. Arne hat so eines sogar im Original. Hatte er mal in Wuppertal mit.

Ich sehe aber den Sinn weniger in der Bremskraftsteigerung als in der Verschleißminimierung. Gehen wir mal von trockener Coulombscher Reibung aus, dann spielt die Fläche keine Rolle, denn Fr = N * µ, also die Bremskraft das Produkt aus Normalkraft und Reibkoeffizient.

Dabei darf natürlich die Druckfestigkeit des Belages nicht überschritten werden. D.h. Die Normalkraft darf nicht zu groß und die Fläche nicht zu klein werden. (sigma = N/A).

Ganz klar, ein kleiner Traganteil führt zu hohen Flächenpressungen und größerem Verschleiß. Dann muss bei kleiner Kontaktfläche die Bremse zeitnah nachgestellt werden. Das will man m. E. verhindern, bzw. hinauszögern.

Der Bremsleistung (P = F * s) ist auch die Fläche egal, denn hier zählt die Stecke über der die Kraft wirkt. Die Bremsenergie ist dann E = P*t , also von der Zeit abhängig, wo die Leistung wirkt.

Wo seht ihr hier den Einfluss der Fläche?

Gruß,
Markus
 
Hallo Markus, von den Formeln habe ich keine Ahnung und das interessiert mich auch nicht weiter. Fakt ist,die Bremsleisung ist MIR ZU SCHLECHT. Um Abhilfe zu schaffen werde ich einiges ausprobieren.
Jetzt kann ich auch einige von euch verstehen wenn es um eine Leistungssteigerung im 411er geht.
Mit meinen Worten gesprochen . Bei der Bremse wird Radikal durchgegriffen,so geht das nicht.
Bin gespannt was der weichere Belag bringt. VG ULI
 
Hallo ULI,

man sollte schon die Zusammenhänge kennen, wenn man etwas verändert. Denn nur wer die richtigen Parameter günstig verändert wird eine Verbesserung erhalten. Wer Grenzwerte überschreitet wird Bruch erleiden.

Soviel zu der Theorie. Das Thema wird mir jetzt zu heikel. Daher werde ich mich dazu nicht mehr äußern.

Gruß,
Markus
 
Hallo Markus,mir ist eine Bremse die wenig Leistung bringt, Heikel.Natürlich ist mir klar das sich einige vielleicht Angegriffen fühlen,wenn ich schreibe, schlechte Bremse.Aber stimmt das nicht?Wenn ich den Westfalia von meinem Kollegen Bremse bekomme ich Angst.
Ich finde es wird keinen Bruch geben wenn ich Beläge mit einem höheren Reibwert versuchsweise einbaue.Auch werde ich mich nicht Kopfüberschlagen, oder was auch sonst alles passieren könnte.
Was ist wenn mir einer bei 45Km/h vor den Mog läuft? Wir leben in einer Zeit, wo ein 40tonner den selben Bremsweg hat wie ein Volkswagen T5!
VG ULI