Brennholz fällen???

Schubbi12

New member
14. Sep. 2006
6
0
1
Ottweiler-Steinbach
Hallo,

ich lese jetzt schon seit einiger Zeit begeistert in eurem Forum mit. Jetzt will ich auch mal aktiv werden und mich erst einmal vorstellen. Ich bin der Andreas, höre aber in der Regel viel besser auf meinen Spitznamen Schubbi, den ich jetzt schon seit :?: 20 Jahren inne habe. :D

Seit 2003 bin ich stolzer Besitzer eines 403.121, Bj. 70 und mache seitdem ungefähr 20-30 Meter Brennholz für den Eigenbedarf.

So, jetzt aber mal zu meiner Frage :shock: :

Ich lese oft, dass viele (Brenn)Holzler hier im Forum ihr Holz selber fällen bzw. Flächenlose mit stehendem Bestand erwerben. Ist das im Saarland eigentlich auch möglich???? Oder kriegt man hier nur Flächenlose liegend = Kronenholz bzw. gerücktes Holz Wegesrand???

Auf etliche Fragen hier in meiner Umgebung, habe ich immer andere Antworten bekommen und die offiziell zuständige Stelle wechselt die zuständigen Ansprechpartner, wei andere Leute die Unterhosen :evil:.

Vielleicht komme ich ja mit euren Antworten weiter

Bis denne

Andreas (Schubbi) Schubert
 
Hallo Andreas,

komme auch aus dem Saarland (Heusweiler-Wahlschied),laut meinen letzten Informationen ist das Fällen von Brennholz im Saarforst nur noch für Ausgebildete Forstwirte erlaubt.Flächenlose sollen auch abgeschafft werden, da die Selbstwerber zu viel Schäden im Wald machen und sich nicht an die Rückegassen halten.->Also Gerücktes Holz für 30 Teuros am Waldweg, oder Fertiges Brennholz ab Landsweiler Reden ( Warteliste von 12 Monaten).

Gruß Thomas
 
Hallo Andreas,

ich kann Dir zwar nicht sagen wie es im Sauerland abgeht oder gehandhabt wird, aber bei uns im Deister (Hannover)fällen nur die Forstarbeiter die Bäume. Bei uns kann man nur "geschlagene Lose" erwerben.
Wer sich daran nicht hält und selber einen Baum fällt,abseitz der Rückegassen fährt oder beim sägen ohne Schutzkleidung angetroffen wird, der kann den Wald gleich verlassen und braucht sich um ein neues Los gar nicht erst kümmern.

Mit besten Grüßen

Olaf
 
Hallo Andreas,

Hier bei uns, im Kreis Bernkastel-Wittlich / RLP, wird es mittlerweile genau so gehandhabt das nur noch ausgebildete Forstwirte umschneiden dürfen.

Neben den Schäden die Hobbyholzer verursachen geht es wohl auch um die Haftungfrage wenn sich Laien mit Jeans und Birkenstock im Wald mit dem FRichtenmoped verstümmeln :? oder sich die Bäume auf die Köpfe schmeissen.

Gruß Hermann
 
Hallo Schubbi,

wie im Saarland die Rechtslage ist, kann ich nicht beantworten. Ich kann nur aus der Sicht von Rheinland-Pfalz meine Erfahrungen geben. Man muß unterscheiden, ob du dich im Privat-, Körperschaftswald- oder Landesforst bewegst. Die Landesforstverwaltungen machen sich das Thema einfach und geben die Direktive an die Forstämter weiter zur Umsetzung. Natürlich werden die Gründe vorgeben, Unfallgefahr etc. etc.. Da ich davon ausgehe, dass du privat und nicht gewerblich arbeitest, kann das Forstamt sehr wohl -nach Unterweisung in die Unfallverhütungsvorschriften und Unterschrift von dir- die Freigabe zum Selbsteinschlag geben. Leider ist dies nicht mehr in Rhl-Pfalz an private Selbstwerber gewollt. Wenn du gewerblich tätig bist, sieht die Sache wieder anders aus. Da bist du verpflichtet die UVV einzuhalten und wirst dabei ebenfalls durch die BG überprüft.
Körperschaftwald = Gemeindewald, hier wird dies recht unterschiedlich gehandhabt. Im allgemeinen Sprachgebrauch, hat sich jetzt der "Kettenführerschein" eingenistet, m.E. nur pure Geldschneiderei. Nur mit diesem "Führerschein" (orginäre Unterweisung in die UVV) darfst du dann in den Wald zum einschlagen. Hier wird oft die BG als Forderer genannt, auf Nachfrage gilt dies aber nur bei gewerblicher Arbeit.
Es liegt aber an der Gemeinde (hoheitliche Entscheidung des Gemeinde- oder Stadtrates) in Abstimmung mit dem zuständigen Revierförster was gemacht wird. (Selbsteinschlag oder Stämme am Wegesrand)
Private Waldbesitzer z.B. Aremberigsche Forstverwaltung bieten nach wie vor den Selbsteinschlag an.
Fazit: Die Schutzausrüstung wird überall gefordert - hat haftungsrechtliche
Gründe. Wenn das Holz als Flächenlos, Selbsteinschlag, Kronenholz oder Stammholz verkauft wird, ist immer eine Entscheidung des Forstamtes bzw. Gemeinde/ Stadt vorausgegangen. Also den Wald suchen, wo man noch selbst einschlagen kann und darf.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

das der "Kettensägenführerschein" nur Geldschneiderei ist, kann ich nicht bestätigen. Ich wohne ebenfalls in Rheinland-Pfalz und habe im Frühjahr den Kurs beim Forstamt Rheinhessen in Alzey besucht. Der Kursleiter war ein erfahrener Forstwirtschaftsmeister, der weit mehr als nur eine Unterweisung in die UVV gab. Die Kurse mögen je nach Veranstalter unterschiedlich sein, ich kann nur empfehlen sich so einen Kurs an zu tun. Der ganze Spass hat einen Samstag gedauert, 50Euro gekostet und im Preis war sogar noch ein leckeres Frühstück!

Grüsse,
Stefan
 
Zum Thema Kettensägeführerschein.
Da ich zur Zeit in CHina bin habe ich nur von einem Kumpel gehört das der nun auch bei uns Pflicht ist.
Darum sind die jetzt alle den Kurs am belegen.
Klar ist der Kurs mit Sicherheit von Vorteil, doch wie in allen Dingen kommt es nicht auf den Schein an.
Ich muss immer wieder feststellen, das es Leute gibt, die sich mit der besten Sicherheitskleidung am meisten verletzen. Viel können einfach keine Gefahr erkennen, man kann was sagen die sind blind.
Ich bin kein Freund von extrem Schutzkleidung und habe mir noch nie noch nicht mal ein Kratzer zugezogen.
Andere hingegen schneiden sich permanet in die Schnitthose, was aber nicht immer mit Folgen verbinden ist, ausser das sich dann wieder ein neuer Flicken auf der Hose befindet.

Aber was sollts, Pflicht ist Pflicht.

Marcy
 
Hallo,
vielen Dank für eure Antworten.

@Thomas:
Na, das deckt sich ja ungefähr mit den Aussagen, die ich auch in und um Steinbach bekommen habe. Das der Saarforst die Flächenlose auch noch abschaffen will, ist mir allerdings neu. Ich wundere mich allerdings nicht sonderlich über diese Entwicklung. Denn seitdem ich mit dem Saarforst zu tun habe, oh gott :evil: .

Die ganze Struktur "Saarforst" ist ja in dem letzten Jahr ordentlich umgekrempelt worden und soll sich zu einem gewinnbringenden Betrieb entwickeln. Da scheint es mir schon logisch, lieber fertiges Holz ab Landsweiler-Reden zu verkaufen, als sich noch die Mühe mit den kleinen Selbstwerbern zu machen.

@Olaf, Hermann und die Anderen:
Also zu dem Thema "Arbeiten im Forst, Sicherheitsausrüstung und Kettensägenführerschein" habe ich so meine eigene Meinung. Vorweg: ja, ich mache nur privat für unseren Kachelofen Holz, aber dennoch, was ich in meiner bisherigen Zeit im Wald erlebt habe, der pure Wahnsinn... Die Jungs und teilweise auch Mädels laufen ja tatsächlich mit Jeans und (na ja Birkenstock habe ich jetzt noch keine im Wald gesehen) T-Shirt kettensägenschwingend durch den Bestand. Oder es kommt ein ganzer Trupp mit edelster Ausrüstung und die machen dann an einem Samstag vielleicht 2 Meter Holz weil sie mehr Bier trinken, schwaffeln und der Arbeitseinstellung "einer schafft, vier gucken zu" nachgehen. Oder man(n) probiert mal mit seinem kleinen Suzuki Jimmy und Anhänger durch die matschige Rückegasse zu fahren bis man(n) stecken bleibt.

Ich gehe grundsätzlich nur mit vollständigem Schutz (Hose, Schuhe und Helm), einer zweiten Person (Rettungskette wahrend und die Frage "Wo sind wir eigentlich?" im Vorfeld geklärt), mit grösster Vorsicht (auch liegendes Holz kann starke Druck/Zugverhältnisse aufweisen) und waldschonend mein Holz machen. Das gehört sich in meinen Augen einfach so.

Mein "Kettensägenführerschein" ging im Grundkurs über zwei Tage und beinhaltete neben UVV, Pflege und Wartung der Säge vor allem sehr viel praktische Übungen der einzelnen Sägetechniken bei liegenden Holz und Durchforsten. Der bald kommende Aufbaukurs wird über drei Tage gehen und beschäftigt sich mit Fälltechniken. Diese Kurse mache ich nicht dem Schein wegen, sondern nur für mich, denn schließlich will ich noch lange Holz machen.

Beispiele, dass viele Leute anscheinend irgendwelche Regeln, Gesetze oder sonstigen brauchen, um sich (und natürlich auch andere) nicht selbst zu gefährden, gibt es ja genug: Helm und Schutzausrüstung Motorrad (sollen die sich mit den Jeans und 100km/h zuviel doch die Schnauze verfallen), Sicherheitsgurt beim Auto, Helm beim Skifahren und und und

Den letzten Abschnitt bitte nicht falsch verstehen, fahre selber ne Fireblade mit 170 PS und gewiss nicht immer langsam (eigentlich nie :D ), aber mit mit komplettem Schutz (auch bei 40 Grad im Schatten trage ich meine Lederkombi) und immer nur an der Grenze, wenn weit und breit keiner ist.

Also bis denne

Schubbi
 
Hallo zusammen!
Ich war vor ca. 2 Jahren in Baden-Würtemberg im Forststützpunkt Schwarzach. Der Kurs kostete für 2 Tage 102,-¤. Ich möchte keine Stunde missen! Es ging am ersten Tag mit etwas Theorie los und dann immer wieder mal für ne Stunde ins Freigelände. Der 2. Tag begann mit beladen von 2 Transportern und der Fahrt in den Wald. Aufgeteilt in 2 Gruppen mit je 5 Frauen/Männern wurden wir eingewiesen und legten bis Mittags jeder wie er wollte 1-3 Fichten mit ca. 50-60 cm Stamm und ca. 15-10 Meter Höhe um. Motoreinstellen, Kette feilen, kleine Wartung usw. war auch recht interesant!
Der Lerneffekt war für mich enorm. Ich finde die Forderung nach dem Schein für richtig.
Ich war vorher schon 20 Jahre mit versch. Sägen zugange und trotzdem!

Wolfgang