Hallo,
- laengerer Radstand / Pritsche, fuer Beladung mit Mensch und Material (im Vergleich zum 406, nicht 416)
Na, wenn schon, dann muss man auch gleichartiges vergleichen und das Pendant zum 404 ist nunmal nicht der 406, sondern der 416. Der Radstand ist gleich dem des 404, ebenso das Pritschenmass. Die Zuladekapazität ist auch in etwa gleich, das höhere Fahrgestell-, Motor- und Getriebegewicht des 416 wird durch ein höheres zul. GG wettgemacht.
- Hoehere Endgeschwindigkeit als 406, laut meinen Papieren 95 km/h gegenueber 74 km/h
Stimmt ebensowenig. Die Feuerwehrvariante des 416 hatte eine längere Achsübersetzung und erreicht damit eine Endgeschwindigkeit von 100km/h. War für alle 416er als Sonderausstattung verfügbar.
Kurze Startphase des Mil 404, da keine Druckluftunterstuetzung der Bremsen (ausser Anhaenger) und kein Vorgluehen (Direkeinspritzer startet auch schnell, aber 404 wurde auch bereits in den 50er Jahren eingesetzt, da war das noch nicht vorhanden)
Wenn der 404 ein paar Wochen nicht gestartet wurde, orgelt man länger als bei jedem alten Diesel, der vorgeglüht werden muss. Im bezug auf die Druckluftunterstützung ist also dann der 435er (1300L) im großen Nachteil gegenüber dem 404. Ich glaube nicht, dass der Grund ausschlagebend war.
- geringere Verdichtung des Benziners, um hoehere Standfestigekit zu erreichen
Der Hauptgrund für die niedrigere Verdichtung war eher der, dass man minderwertigen Kraftstoff tanken kann. Da reichen schon 85 Oktan, Normalbenzin hat schon 91. Trotzdem gibt es wohl immer noch Experten, die ihren Serien-404 mit Super plus betanken...
Die Standfestigkeit des Benziners reicht bei weitem nicht an einen Diesel. Noch dazu kommt, dass das Getriebe des 404 aus dem 411 übernommen wurde und viel zu schwach ausgelegt ist.
Der Hauptgrund für den Benziner war wohl, dass damals sich im Militärischen Bereich vieles nach den USA richteten, die damals ja sogar Panzer mit Benzinmotor bauten. Mit dem OM312, der ja auch in den ersten 406ern verbaut wurde, wäre auch damals schon ein geeigneter Dieselmotor verfügbar gewesen. Dann hätte aber der 406/416 gut 10 Jahre früher auf den Markt kommen müssen. Man hätte auch auf keinen Fall das 411er-Getriebe nutzen können. Rein von der technischen Entwicklung her wäre es aber wohl eher weniger ein Problem gewesen.
Der Aktuellste Mog hat ja \"nur\" noch 4,25l und trotzdem deutlich mehr Pferdchen als der 406 mit seinem 5,6l. Riesenteil.
Ohne Turboaufladung kommt man heute kaum noch an die benötigten Abgasgrenzwerte. Außerdem muss man ja das Gewicht, was man an anderer Stelle oftmals für sicherheitsrelevante Teile benötigt, auch wieder einsparen. Also nimmt man weniger klobige Motoren.
Von der Haltbarkeit her dürften aber die neuen Motoren nicht an die ältere Direkteinspritzergeneration (OM352, OM366) heranreichen.
Gruß,
Michael