Differentialsperre 411 umrüsten auf Pneumatik

u400unimog

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24. Okt. 2009
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Stadthagen
Hallo,

es ist endlich soweit, dass ich meinen U411 fahren kann.
Aber:
In meinem 411èr ist die hydraulische Differentialsperre eingebaut. Die entsprechenden Teile dafür, vom Geberzylinder bis zu den Kolben und Dichtungen in den Achsen, habe ich bei der Restaurierung neu eingebaut bzw. ersetzt. Das eingefüllte ATF- Öl versickert aber ins Nirwana.
Ich überlege jetzt die ganze Geschichte auf pneumatische Betätigung umzurüsten.
Spricht was dagegen?

Im B&B Handbuch steht die Umstellung ja auch beschrieben.
Nur woher bekomme ich die entsprechenden Teile dafür?
Kann jemand da weiterhelfen?

Viele Grüße
Ralf
 
Hallo Ralf,

Deine Frage kann ich leider nicht beantworten, aber mir kommen andere Zweifel.
Wenn das Öl irgendwo versickert und nicht zu sehen ist wo, wird es wohl in die ene oder die andere oder beide Achsen laufen. Das bedeutet aber, dass dort etwas grob undicht ist und anders als von Dir beschreiben. Luft geht durch erheblich kleinere Spalten flöten, das heißt Du musst erstmal diese Leckagen suchen und beseitigen.
 
Hallo Ralf,

ins Nirwana läuft das Öl eher nicht, sondern in die linke und/oder rechte Achshälfte. Allerdings ist der Ölvorrat ja sehr gering, so dass sich selbst eine "gemäßigte" Leckage ziemlich drastisch auswirken kann. Öl ist allerdings dicker als Luft. Und wenn die Sperren nun mit Luft betätigt werden, geht eine noch größere Luftmenge in Form eines Volumenstromes "verloren".

Du kannst ja mal provisorisch Druckluft anschließen und prüfen, ob eine Betätigung möglich ist und wie viel Leckage (Rauschen) danach auftritt. Dann kann man entsprechend des Ergebnisses weiter sehen.
 
Hallo Ralf,

habe mich aus den gleichen Gründen auch schon mal mit dem Thema beschäftigt.
Meine Idee war es einen elektrischen Kompressor von den Offroad Kollegen zu nutzen, da ja kein Luftpresser verbaut ist (zumindest bei mir).
Den hätte ich dann im oder unter dem Fahrerhaus angebracht und mit dem Original Sperrenhebel über einen Schalter betätigt. Ohne Luftkessel und sonstige aufwändige Verschaltung. Der Kompressor wäre dann solange gelaufen, wie ich die Sperren benötigt hätte, was ja in der Regel nicht so lange ist.
Zu beachten ist dazu aber, dass ein hochwertiger Kompressor verwendet wird, mit genügend Durchsatz und maximaler Einschaltzeit.
Wie Christoph bereits geschrieben hat, solltest du vorab mal mit einem Werkstattkompressor prüfen ob die Sperren überhaupt schalten und wie hoch die Verluste sind. Bei mir hat sich das Thema nämlich nach diesem Test erledigt. Sperren haben geschaltet und waren anschließend dicht. :-)
Wahrscheinlich hatte ich das System beim ersten mal nicht anständig entlüftet.

Grüße
Henning
 
Hallo,

Ich bin grad auf diesen Thread aufmerksam geworden und hab ein ganz ähnliches Problem und Fragestellung. Habe auch die wohl eher seltene hydraulische Sperrenschaltung und bei der Probe mit Druckluft betätigen sich die Sperren einwandfrei.

Hier nun meine Frage, die vielleicht Henning beantworten kann:

Wie entlüftet ihr euer System? Es gab wohl mal ein Entlüftungsgerät....
Habe es bereits mit einem Eigenbau versucht, war aber noch nicht wirklich zielführend. Wie entlüftet ihr also die Leitung zu den Sperren.

Bin für jede Info und jedes Bild dankbar.

Grüße aus Nordhessen
Tom
 
Hallo Tom,
zum Bremsen entlüften habe ich so ein Gerät das sich Eezibleed nennt.
Um damit den hydraulischen Ausgleichsbehälter zu entlüften habe ich mir eine passende Schraube besorgt, gekürzt und eine 10er Bohrung eingebracht. Achtung, die passende Schraube hat metrisches Feingewinde! Die Bohrung dient dazu, den 11er Entlüftungsschlauch des Eezibleed Systems einzutütteln.
Anschliessend mit Schubkarrenreifen als Druckspeicher den Ausgleichsbehälter entlüftet, bis an den Entlüftungsnippeln an den Achsen blasenfreies ATF-Öl austritt.
War dicht und funktioniert seit ca. einem Jahr einwandfrei.
Wenn Du Fotos benötigst sag noch mal Bescheid.

Grüße nach Hessen
Henning
 
Wie versprochen, hier die Bilder:

Das Eezibleed System --> Flasche mit ATF-Öl, schwarzer Schlauch zum Druckspeicher und transparenter Schlauch zum Medium einfüllen. Zusätzlich wird noch ein transparenter Schlauch benötigt (Di 6mm), der auf die Entlüftungsnippel aufgeschoben wird und in ein Überlaufgefäß mündet. Hier sieht man dann, wenn blasenfreies Öl austritt.

otgkgk.jpg



Im Detail mein gebastelter Adapter und die Ezibleed Verschraubung (die ist dabei inkl. Dichtung).

2uol0e0.jpg



Einschrauben --> Gewinde ist M30x1,5. Abgedichtet habe ich das Gewinde mit Teflonband.

24lrjte.jpg



Entlüften. Wie gesagt wurde ein Schubkarrenreifen als Druckspeicher benutzt. Druck kleiner ein Bar, sonst spritzt die Soße aus den nicht besonders guten Dichtungen des Systems. Ist aber auch völlig ausreichend. Zuerst sollte der Geber selbst entlüftet werden. Beim echten entlüften habe ich den Sitz natürlich abgedeckt, sonst gibt's uU. Flecken auf den Möbeln.
Dann Hinterachse und Vorderachse. Die Entlüftungsnippel auf den Achsen sind übrigens umfunktionierte Schmiernippel, also nicht mit Fett füllen :-)
Auf der Vorderachse hat das jemand wohl mal versucht. War aber auch kein Problem, der Pfropfen im Nippel kommt beim entlüften wieder raus, der Rest des Fettes bleibt eben drin.

339smbo.jpg



Fertig. Auf dem Bild sieht man auch gut den Entlüftungsnippel hinter dem Geber. Hier benötigt man einen Schlauch mit Di 8mm.

2agnimr.jpg


Bei mir seit einem Jahr kein Verlust messbar und Sperre schaltet, heute noch probiert.
Wenn noch was offen ist einfach melden.

Mit einem Mog braucht man die Sperre zwar im normalen Betrieb echt selten, aber ein Mog ohne Sperre ist ein echter "Einschlafverhinderer".

Henning
 
Hallo Ralf,

ich habe bei meinem 1963er Unimog 411/118 mit hydraulischer Sperrenbetätigung auf Luftbetätigung umgerüstet, weil die ATF Flüssigkeit von den Sperrenzylindern in die Achsen und von da in die Bremse gelaufen ist.

Alle nötigen Teile habe ich von Stefan Fuchs aus München bekommen, der Mitglied hier im Forum ist.

Der Umbau war sehr simpel und hat keine 2 Stunden gedauert.

Seitdem habe ich absolut Ruhe und die Sperrenbetätigung funktioniert immer völlig problemlos.


Gruß

Rolf
 
Hallo Thomas,

ich habe nur die Betätigung mit original Alt-Teilen auf Luft umgerüstet.

An den Sperrenzylindern in der Achse habe ich überhaupt nichts gemacht.


Gruß

Rolf
 
Hallo
weil die ATF Flüssigkeit von den Sperrenzylindern in die Achsen und von da in die Bremse gelaufen ist.
damit ist klar, die Sperrenabdichtung ist undicht. Eine andere Betätigungsart behebt diesen Fehler nicht. Auch ist der Umbau auf Luftbetätigung nicht bei jedem Fahrzeug möglich, nicht jederMog hat eine Druckluftanlage. Im Gegenteil, es gibt ja ausreichend Versuche, den Kompressor abschaltbar zu machen.
Luft ist bekanntlich dünner als ÖL, d.h. die Luft entweicht beim Betätigen der Sperren an den Dichtungen und dringt in die Achsen ein. Bei einer Störung der Entlüftung sprengt es die Achsdichtungen.