Drehzahl OM 636

lanzschrauber

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02. März 2012
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Hallo,

versuche gerade ein wenig in die Tiefen des Motors in meinen 411er (OM 636) einzutauchen. Es handelt sich wohl schon über ein Austauschaggregat, da er am Block rechts (von vorne gesehen) eine Plakette hat. Der Mog ist Baujahr 1960.
1. Woran kann ich genau erkennen wieviel PS der Motor hat?
2. Wie hoch darf der Motor drehen bzw. wird die Drehzahl im Stand und Vollgas nur über die Klappe im Ansaugluftschacht eingestellt?
3. Kann der Motor überdreht werden oder regelt die Einspritzpumpe vorher ab?
4. Hab in einigen Beiträgen gelesen das die Einspritzpumpe separat mit Öl gefüllt wird, finde aber bei meinem nichts. Liege ich richtig das es mehrere Versionen von EPs gibt?

Danke für eure Hilfe im voraus.

Gruß Udo
 
Hallo Udo,

die Leistung des OM636 hängt im wesentlichen von der Drehzahl ab. Z. B. 25 PS bei 2350 U/min, 32 PS bei 2550 U/min, 34 PS bei 2750 U/min.

Da es sich um Angaben nach DIN handelt, sind dabei die Nebenaggregate wie Lüfter, Wasserpumpe, Lichtmaschine leistungsmäßig schon abgezogen. Je nach Ausstattung des Motors ab Werk können die Angaben selbst bei gleicher Drehzahl also schwanken.

Die Abregeldrehzahl kann man verstellen, je nach Einspritzpumpenregler bis 3250 U/min oder auch höher.

Einspritzpumpen ohne Fremdschmierung haben oben einen Stopfen mit Belüftungsfilter. Nach dessen Entfernung füllt man so lange Motoröl ein bis der Dieselkraftstoff verdrängt ist und aus dem "Sauschwänzel" reines Motoröl austritt.

Fremdgeschmierte Einspritzpumpen werden durch eine außen liegende Leitung von "nach dem Ölfilter" zur Pumpe mit Schmieröl versorgt.
 
Halllo Christoph,

erst einmal danke für deine schnelle Antwort. Habe eben mal die Drehzahl gemessen und bin auf 3300 U/min gekommen.
Kann ich das so lassen, oder sollte ich die Drehzahl reduzieren?

Gruß Udo
 
Hallo Udo,

ab Werk ist die größte Leistung beim 411 36 PS. Dafür ist auch das Kühlsystem ausgelegt. Aber wenn alles tip top in Ordnung ist (Kühlsystem sauber und druckdicht, am besten 3-Wege-Thermostatventil eingebaut, freier Luftzutritt von vorne ...), dann ist das Risiko der Leistungssteigerung gering. Ich kenne in meiner Umgebung kaum einen OM636, der unter 3200 U/min dreht und dabei nicht vollgasfest ist. Und alle so eingestellten 411 machen seit Jahren Fernreisen ohne Motorschaden.

Weiterhin ist besonders der Kombipresser mit einer höchsten zulässigen Drehzahl von 2600 U/min entsprechend 2750 U/min an der Kurbelwelle angegeben. Wenn Du also einen solchen verbaut hast, würde ich ihn jedenfalls "abklemmen". Er frisst ja auch einen nicht unerheblichen Anteil der Fahrleistung.
 
Hallo Udo,

die Aussage von Christoph kann ich bestätigen: mein 411er (411b, EZ 06/1963, ausgestattet mit einem nicht mehr ganz frischen Motörchen jenseits von 3.300 Bh, Dreiwegethermostat) läuft, wenn er gut warmgefahren ist, in der Ebene mühelos 65 km/h und auch darüber. Auf längeren Reisen habe mir angewöhnt, so um die 62 - 63 km/h zu fahren, da nervt man den restlichen Verkehr nicht ganz so sehr (umgerechnet sind das gut 3.000 U/min). Die Berge hoch geht's natürlich nicht ganz so schnell, aber in niedrigeren Gängen mit der gleichen Drehzahl.

Z. B. letztes Jahr auf dem Weg zum UVC-Treffen nach Lehrte-Immensen und auch zurück (Entfernung 300 km) hat der Mog das absolut klaglos mitgemacht, und zwar bei sommerlichen Temperaturen, mit kleinem Anhänger und angebautem Mähwerk. Die Kühlmitteltemperatur lag dabei im Regelfall nicht über 85 Grad und ging allenfalls in den Steigungen des Weserberglands mal kurzzeitig an die 95 Grad.

Auf diese Weise habe ich mit dem Fahrzeug in fünf Jahren inzwischen mehr als 8.000 km zurückgelegt. Mein Fazit: der OM 636 ist auch bei diesen Drehzahlen und unter diesen Bedingungen vollgasfest.

Wichtig aber: den Luftpresser/Kombipresser solltest Du dabei unter allen Umständen durch Abnehmen des Riemens außer Betrieb setzen - er frisst erheblich Leistung und ist für diese Drehzahlen keinesfalls geeignet!
 
Hallo zusammen,

danke für die Antworten und Ratschläge. Gehe jetzt schon mit ruhigerem Gewissen an die Sache.

Gruß Udo :party :respekt :party
 
Hallo miteinander,
Also könnte man die Abregeldrehzahl auch auf 3400U/min setzen? Aber wo macht man das?
 
Mein OM 636 (43 PS) von Mevosa, eingebaut im 411c, dreht sogar 3500 U/min und wurde extra in den 411 eingebaut, weil er als Feuerwehr betrieben wurde. Der originale Unimog Motor aus Deutschland wurde im Neuzustand ausgebaut und lag beim Kauf auf der Pritsche.

Der Spritzversteller hat eine besondere Haube bekommen, damit er nicht mit der Riemenscheibe kollidiert. Müsste mal schauen, was für eine Drehzahl auf dem Luftpresser angegeben ist.

Gruß,
Markus
 
Hallo Hannes,

wie passt denn dies zusammen:

Ich finde es wichtig das auf Orginalität geachtet wird. Zudem besitze ich ein Fahrzeug was bis heute in einem unangetasteten Orginalzustand da steht, ob das orginale Werkzeug, die Sitzbezüge, bordwände aufschritten usw sind.

Die Abregeldrehzahl lässt sich relativ einfach über eine normalerweise verplombte Schraube an der EP einstellen.
Das funktioniert für alle OM636 auch ohne Spritzversteller.

Allerdings kann dies negativen Einfluss auf die Zusatzausstattung wie Luftpresser und Hydraulikpumpe haben, die nicht für diese Drehzahl dann vorgesehen sind.
Dass die Veränderung auch Zulassungsrechtliche Einflüsse hat brauch ich sicher nicht näher ausführen, deswegen wir sie ja verplombt.
 
Hallo Jürgen,
mein Rudi wird dafür nicht herhalten müssen, mach Dir keine Sorgen! Aber mich interessiert es einfach nur, mein Unimog bekommt nur ein orginal MB 3 Wege Thermostat und verstärkte Stoßdämpfer von Monroe.
 
Hallo
Da es sich um Angaben nach DIN handelt, sind dabei die Nebenaggregate wie Lüfter, Wasserpumpe, Lichtmaschine leistungsmäßig schon abgezogen.
Wie richtig geschrieben, ist die DIN-Leistung mit Lüfter, Lima und Wapu. Diese Ausstattung ist in der DIN festgelegt.
Je nach Ausstattung des Motors ab Werk können die Angaben selbst bei gleicher Drehzahl also schwanken.
Das ist nicht richtig, wenn weitere Aggregate angetrieben werden, ändert sich die Leistung nicht, der Motor bzw die Einstellungen bleiben dieselben, egal ob mit oder ohne Kompressor oder Hydraulikpumpe. Bei Verwendung eines Elektro- oder 'Viscolüfters hingegen verändert sich die DIN-Leistung.
 
Hallo zusammen,

mal eine blöde Frage zu dem Thema: könnte man den Luftpresser und die Hydraulikpumpe nicht durch eine andere Übersetzung, sprich durch riemenscheiben mit anderen durchmessern, an die geänderte Drehzahl des Motors anpassen?

Gruß Jochen
 
Guten Morgen Unimog Community

thomas-406 schrieb:
Hallo Udo,

die Aussage von Christoph kann ich bestätigen: mein 411er (411b, EZ 06/1963, ausgestattet mit einem nicht mehr ganz frischen Motörchen jenseits von 3.300 Bh, Dreiwegethermostat) läuft, wenn er gut warmgefahren ist, in der Ebene mühelos 65 km/h und auch darüber.[...]

Z. B. letztes Jahr auf dem Weg zum UVC-Treffen nach Lehrte-Immensen und auch zurück (Entfernung 300 km) hat der Mog das absolut klaglos mitgemacht, und zwar bei sommerlichen Temperaturen, mit kleinem Anhänger und angebautem Mähwerk. Die Kühlmitteltemperatur lag dabei im Regelfall nicht über 85 Grad und ging allenfalls in den Steigungen des Weserberglands mal kurzzeitig an die 95 Grad.

Bei solchen Fahrleistungen kann ich ja nur neidisch werden :lol: mein Unimog fährt auf ebener Strecke seine 50 Km/h allerdings fällt die Geschwindigkeit bei leichten Steigungen stark ab teilweise so stark das ich in den 4. Gang schalten muss wo er dann bei 20 Km/h in den Begrenzer geht.
23389571ys.jpg


Jetzt als Verständisfrage von mir die Ziffer 1 müsste die Einstellschraube sein um die Abregeldrehzahl einzustellen oder?
Die Ziffer zwei ist um die ESP mit Öl zu befüllen und bei der Nummer drei Handelt es sich um irgend einen Abtrieb von der ESP selbst weiß jmd. denn was da normalerweise Montiert war?
 
Hallo
Nr. 1 ist richtig
Nr. 2 ist die Entlüftung der Unterdruck Membrane ( ab und zu ein Spritzer Öl )
Nr. 3 ist für den mechanische Drehzahlmesser.
Du hast an deiner ESP ein Ölmessstab , finde ihn und dann weißt du auch wo und wieviel Öl da reinkommt.
Grüße Jürgen
 
Moin Jürgen,

nun lass ihn doch nicht lange suchen. :)

Nr. 4. ist der Peilstab.

[album]2490[/album]

(einfach rausziehen, geht manchmal etwas schwer)
 
Auf den Konus (3) der ESP wird ein Mitnehmer aufgeschraubt, dann ein Halter, damit die flexible Welle des Drehzahlmessers angeschlossen werden kann. Diese ist wie die Tachowelle. Dazu benötigt man noch ein Winkelgetriebe 1:2 gegenläugig übersetzt und einen DZM.

(2) ist die Entlüftung der Membrankammer.

Das Öl wird normalerweise seitlich rechts neben dem Peilstab eingefüllt. Auf dem Bild ist hier eine Platte (Abdeckung der Stößelstangen) ohne Einfüllöffnung verbaut. Das Öl muss in das Kurbelgehäuse zur Nockenwelle.

Es gab auch ESP da musste das Öl durch die Peilstaböffnung eingefüllt werden.

Markus
 
Hallo, auf die geänderten Drehzahlen wurde seitens der Erbauer freilich reagiert, daher gibt es sowohl kurbelwellenseitig als auch an den Luftpressern / Hydraulikpumpen verschiedene Riemenscheiben.
Stefan
 
Hallo
zweiflinger schrieb:
die Ziffer 1 müsste die Einstellschraube sein um die Abregeldrehzahl einzustellen oder?
papaecka schrieb:
Nr. 1 ist richtig
Neiiiin, die Enddrehzahl stellt sich aus dem Unterdruck vom Venturi auf der Membranseite und der Membranfeder ein.Ich verrate sicherlich kein Geheimnis mit dem Hinweis, es gibt verschiedene Federn. Das ist der Regleranschlag.