Drehzahlen beim OM615

Pointmogler

New member
31. Okt. 2005
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Wörth a.d. Donau
Hallo Mogler,
ich habe mir für meinen U421/BJ69 mit OM615/45PS einen mechanischen Drehzahlmesser gegönnt. Beim ersten Probelauf stellte ich mit erschrecken fest, daß der Motor mehr als die 3000 U/min dreht, die als Endwert am Drehzahlmesser angegeben sind. Beim kurzzeitigen Hochdrehen des Motors bis Vollgas ist der Zeiger am linken Zeiger-Anschlag angekommen(d.h. etwa 4000 U/min)
Auch die Standgasdrehzahl von ca 1000 U/min finde ich zu hoch!
Ist das Normal, daß ein OM615 Motor so hoch dreht oder liegt ein Defekt meines Drehzahlmessers vor.

Mit freundlichen, sonnigen Grüßen aus dem Naturpark Bayerischer Wald
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

da hat wohl schon einer an der Anschlagschraube der Einspritzpumpe gedreht. Der Om615 kann schon bis 4000 Touren drehen, wurde ja auch im PKW verbaut, aber dein Luftpresser und die Hydraulikpumpe sind für solche Drehzahlen nicht geeignet.

Gruß
Torsten
 
Mechanischer Drehzahlmesser ???? Das ist aber nicht original...
Mein U45 hat (ab Werk ?) einen elektrischen Drehzahlmesser eingebaut, der an die Lima angeschlossen ist.
Schließ doch den Wagen mal in einer Werkstatt an einen richtigen Drehzahlmesser an, um zu kontrollieren, ob und wie dein mechanischer Drehzahlmesser abweicht.
Wegen des Luftpressers solltest du Dauerdrehzahlen über ca. 3.250 UpM vermeiden. Kurzfristig geht natürlich mehr. Um beim Hochschalten den Anschluss vom 5. zum 6. Gang zu ermöglichen, habe ich die Begrenzung auf 3.600 UpM eingestellt.
Die Leerlaufdrehzahl müsste so bei etwa 900 UpM liegen (die läßt sich von außen nicht versehentlich verstellen).
Gundo
 
Hallo Gundo,
da mir der mechanische Drehzahlmesser günstig angeboten wurde, schlug ich zu. Auch der passende Abgriff am Motor ist vorhanden. Welche Skalierung hat dein elektrischer DZM, bis 3000U/min oder weiter?

Jürgen
 
Hallo

1969 gabs 100% sicher nicht ein elektronischer Drehzahlmesser Original ab Werk, nur mechanisch.
Warum bot DC den 421 original mit 3500 U/min. an wenns der Kompressor nicht aushält?
Bitte bleibt auf den Teppich :roll:

GrussRomi
 
Hallo,

also Original 421.123 Bj. 70 ist der mechanische Drehzahlmesser verbaut. Auf dem Luftpresser steht U/min max. 2600, wenn ich das Übersetzungsverhältnis der Riemenscheiben ausrechne, erreiche ich genau bei einer Motordrehzahl von 3000 U/min, ca. 2600 U/min am Luftpresser.

Da der Luftpresser mit angeflanschter Hydraulikpumpe schwer zu bekommen ist, werde ich diesen auch nicht überstrapazieren. Sicher kann man dem Luftpresser kurzfristig ein paar Umdrehungen mehr zumuten, aber jeder wie er will und kann.

Gruß
Torsten
 
Also elektronische Drehzahlmesser gab es 1970 ja grundsätzlich schon.
Aber ab wann hat den nun MB in den 421 elektronische Drehzahlmesser eingebaut ?
Gundo
 
Hallo Unimogfreunde !

Ich bin zwar neu hier, aber bereits seit Jahren "stiller Genießer" dieses schönen Forums. Heute habe ich mich nun doch registriert. Ich kann diese ständigen Drehzahlgerüchte von Kompressor / Hydraulikpume in U 421 / 407 einfach nicht mehr lesen !
Ich fahre seit 10 (in Worten zehn) Jahren diesen Kompressor und der angeflanschten Hydraulikpumpe mit Dauerdrehzahlen bis 4300 Umdrehungen, und zwar ohne irgendeinen technischen Defekt !

Diese zehnjährige "Erprobungszeit" ist meiner Meinung nach genug Beweis, daß diese Schauergerüchte über 3XXX Umdrehungen bis das Ding auseinanderfliegen soll, völlig aus der Luft gegriffen sind !

Mit freundlichen Grüßen
Ingo

P.S. Kompressor hat über 10.200 Betriebsstunden runter (kein Schreibfehler)
 
Hallo Ingo,
welchen DZM hast du verbaut?
wenn du die 4300U/min direkt ablesen kannst, müßte er eine Skala bis 4500U/min haben , oder?
Kann es sein, daß mein DZM nicht für den U421 gedacht ist, sondern für eine andere Baureihe z.B: U406 usw.?

zu Torsten,
zu deinem original verbauten DZM: welche Skalierung besitzt er

Jürgen
 
Hallo Ingo !
Du hast zwar prinzipiell Recht mit deinem Unmut, aber für den damals "haftenden" Hersteller MB bzw. Westinghouse war die Sache komplizierter. Die zulässige Dauerdrehzahl war daher berechnet auf
1. die Möglichkeit, dass der Unimog in einem Land mit über + 40°C Außentemperatur eingesetzt wird
2. der Kühler nicht vollständig sauber ist, so dass der Ventilator nicht die maximale Kühlluftmenge zum Kompressor pusten kann
3. der Unimog unter den oben genannten Bedingungen 1. und 2. stundenlang im Standbetrieb mit Vollast läuft, so dass der Ventilator überhaupt nur noch Heißluft zum Kompressor pustet und unter der Motorhaube eine Temperatur von 100°C herrscht.
Es ist klar, dass bei günstigeren Bedingungen die Drehzahl höher sein darf.
Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Massenkräfte mit zunehmender Drehzahl exponentiell steigen, so dass insbesondere das untere Gleitlager des Pleuels bei hohen Drehzahlen stark belastet wird.
Und es darf nicht vergessen werden, dass der Kompressor bei älteren Fahrzeugen nicht an den Motorölkreislauf angeschlossen war, sondern einen eigenen Ölvorrat hatte. Eine ständige Versorgung mit (frisch gefiltertem !) Motorenöl und eine nebenbei auch bewirkte zusätzliche Innenkühlung war da einfach nicht vorhanden. Die Kompressoren mit eigenem Ölvorrat findet man deshalb meist in grauenhaftem Zustand vor.
Gundo
 
Hallo Jürgen !

Für Baureihe 406 endet meist der serienmäßige Drehzahlmesser bei 3200 U/min.
In dem beschriebenen Unimog befindet sich ab Werk ein elektronischer Drehzahlmesser bis 4500 U/min. Er hat eine Skalierung in 100 er Schritten. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen Unimog U 600 der Baureihe 407 mit OM 616. Ich habe diesen vor fast genau 10 Jahren nach nur fünfeinhalb jährigem Gebarauch mit Motor und Getriebeschaden ersteigert. Ich habe dann einen fast neuen Original Austauschmotor OM 616 der für PKW - Betrieb in der Baureihe 123, 240 D, 72 PS, Abregeldrehzahl 4650 U/min, vorgesehen war eingebaut. Damals probeweise mit der 72 PS PKW - Einspritzpumpe. Da diese Kombination sich sehr gut bewährt hat, fahre ich heute noch damit. Ich habe auch keine Probleme mit der Drehzahleinstellung für Holzspalter oder Winde. Laut Fahrtenschreiber (mit Prüfung) läuft der Unimog bei Betriebstemparatur in der Ebene bis zu 95 km/h mit ca. 4300 U/min. (Bleifuß). Die doch hohe Laufleistung des Kompressors spricht schließlich auch für sich.

Hallo Gundo !

Was Du schreibst stimmt. Der Kompressor muß an den Schmierölkreislauf des Motors angeschlossen sein, regelmäßiger kurzer Ölwechselintervall und ein sauberer guter Kühler gehören auch dazu.
Vor dem oben beschriebenen Unimog hatte ich einen 421 und diesen auch auf ca. 4000 U/min erhöht und der lief auch problemlos. Ich ihn nur wegen des 407 verkauft, in der Hauptsache wegen des erheblich besseren Getriebes.

Freundliche Grüße

Ingo