Eigenbau Heckzapfwelle beim UGN

hymer1987

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15. Dez. 2008
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Hallo,

dass es hydraulisch angetriebene Zapfwellen (längliche Form des Gehäuses) bis 20 kW bei den einschlägig bekannten Hydraulikhändlern gibt, war mir immer bekannt.

Heute habe ich in einer Gebrauchtfahrzeugbörse jedoch ein interessantes Bild gesehen.

Eigenbau Heckzapfwelle U300.jpg

Das Gehäuse dieser Heckzapfwelle ist deutlich größer als das einer 20 kW hydraulischen Heckzapfwelle, jedoch kleiner als die von der Firma Werner. Ich vermute sogar dass es sich um eine Zapfwellenpumpe handelt, die man entgegen der ursprünglichen Nutzungsbestimmung antreibt, d. h. mit Hydrauliköl versorgt und dann mechanisch am Zapfwellenstummel die Leistung abnimmt.

Welche Vermutung habt ihr, handelt es sich um eine hydraulische Zapfwelle, die möglicherweise nicht im Internet vertrieben wird und mir deshalb nicht bekannt ist oder wird hier wirklich eine Zapfwellenpumpe anders herum betrieben? Hat von euch jemand eine Zapfwellenpumpe als Heck- oder Frontzapfwelle im Einsatz und Erfahrungen damit?

MfG Andreas.
 
Hallo Andreas!
Wenn es eine Zapfwellenpumpe wäre, müsste es eine für die Frontzapfwelle sein, damit die Drehrichtung stimmt.

Ich ersuche immer wieder verschiedenste Fachleute, mir zu erklären worin der Unterschied einer Zahnradpumpe und eines Zahnradölmotors besteht, leider habe ich noch keine plausible eindeutige Anwort bekommen.
Vielleicht findet sich hier einer der uns das erklären kann :wink:
 
Hallo Herbert,

viele Zahnradpumpen (mit einer Drehrichtung) können als Motoren betrieben werden, selbst wenn manche Lieferanten - aus Unwissenheit oder Vorsicht? - diese Möglichkeit nicht angeben.
Dabei muss aber die Hochdruckseite beibehalten werden. D. h. die Drehrichtung im Motorbetrieb ist entgegengesetzt.
Die Niederdruckseite (Saugseite bei Pumpe, Ablaufseite bei Motor) darf dabei nicht mit Druck belastet werden. Denn sonst wird die Wellendichtung undicht oder sogar beschädigt oder herausgedrückt.

Beispiel: Die in Zahnradstromteilern verbauten Elemente wirken als Pumpen und Motoren.
 
Hallo Herbert
worin der Unterschied einer Zahnradpumpe und eines Zahnradölmotors besteht
das meinst du doch sicherlich nicht ernst. :shock:
Der wesentliche Unterschied liegt in der Behandlung des Lecköls. Bei einer Pumpe wird dieses einfach in den Saugraum Vorlauf) zurückgeführt, bei umgekehrter Drehrichtung würde die Saugseite zur Druckseite, der Leckölkanal würde unter Druck gesetzt und sprengt die äußer Abdichtung, sprich den Wedi aus dem Gehäuse. Je nach Bauweise kann man die "Brille" tauschen oder nur verdrehen, um die Drehrichtung zu ändern. In jedem Falle mus die Wellenabdichtung saugdicht sein.
Beim Ölmotor muss dafür gesorgt werden, dass das Lecköl immer auf der Niederuckseite (Rücklauf)abgeleitet wird oder es ist eine separate Leckölleitung erforderlich. Hier muss die Wellenabdichtung druckdicht sein. Die Variante mit separater Leckölleitung kann auch im Bremsbetrieb als Pumpe laufen. Es muss dann sichergestellt sein, dass dieser dabei nicht "verhungert".

@ Andreas
es gibt mehrere Anbieter, die eine Agrarausrüsten anbieten.
 
Helmut-Schmitz schrieb:
Hallo Herbert
worin der Unterschied einer Zahnradpumpe und eines Zahnradölmotors besteht
das meinst du doch sicherlich nicht ernst. :shock:
Der wesentliche Unterschied liegt in der Behandlung des Lecköls. Bei einer Pumpe wird dieses einfach in den Saugraum Vorlauf) zurückgeführt, bei umgekehrter Drehrichtung würde die Saugseite zur Druckseite, der Leckölkanal würde unter Druck gesetzt und sprengt die äußer Abdichtung, sprich den Wedi aus dem Gehäuse. Je nach Bauweise kann man die "Brille" tauschen oder nur verdrehen, um die Drehrichtung zu ändern. In jedem Falle mus die Wellenabdichtung saugdicht sein.
Beim Ölmotor muss dafür gesorgt werden, dass das Lecköl immer auf der Niederuckseite (Rücklauf)abgeleitet wird oder es ist eine separate Leckölleitung erforderlich. Hier muss die Wellenabdichtung druckdicht sein. Die Variante mit separater Leckölleitung kann auch im Bremsbetrieb als Pumpe laufen. Es muss dann sichergestellt sein, dass dieser dabei nicht "verhungert".
Hallo Helmut!
Die Leckölproblematik ist mir schon klar, ich habe schon bei mehreren Pumpen erfolgreich die Drehrichtung geändert.
Und dass bei Ausführungen mit wechselnder Drehrichtung das Lecköl abgeführt werden muss, ist mir auch klar.

Nach Deinen Ausführungen darf man also eine ÖLpumpe ungestraft (ich meine die Lebensdauer) in der Richtigen Drehrichtung als Ölmotor verwenden. Das hat mir bis jetzt kein Hydraulikverkaufer definitiv bestätigt.
 
Hallo Herbert

das entscheidende Kriterium ist der Saugdruck. Bei Pumpen ist der Querschnitt üblicherweise unterschiedlich, bei Motoren im 4Quadrantenbetrieb sind beides Hochdruckschläuche mit entsprechen relativ geringem Querschnitt. Hier ist der Gefahr des Verhungerns bzw Kavitation sehr hoch. Auch der Gehäusequerschnitt ist entsprechend gering. Natürlich wird dir dass kein Lieferant garantieren, warum auch. Solange ein Hersteller dass nicht explizit bestätigt, wird auch kein Verkäufer sich aus dem Fenster lehnen.
Wenn du einen relativ großen Motor wählst und diesen mit geringerer Drehzahl sprich Fördervolumen betreibst, ist diese Gefahr relativ gering. Der zweite wichtige Punkt ist die Behandlung der Leckölseite.
Zahnradpumpen sind preiswerte oder gar billige Lösungen. Ob für solche Anforderung Zahnrad-Motore angeboten werde ist bei den Anbietern zu erfragen. Üblicherweise verwendet man bei gehobenen Anforderungen Kolbenmotore. Bei Fahrzeugantrieben ist der 4-Qudrantenantrieb immer gegeben, diese sind entsprechend ausgelegt. Bei Bergabfahrten läuft der Motor immer als Pumpe, das muss auch über längere Strecken funktionieren, und nicht nur einmal.
Ich gehe davon aus, du suchst eine Lösung, um eine "Pumpe" wahlweise vorne und hinten betreiben zu können.
 
Hallo Helmut!
Danke, die Erklärungen sind für mich schlüssig und plausibel.

Helmut-Schmitz schrieb:
Hallo Herbert

Ich gehe davon aus, du suchst eine Lösung, um eine "Pumpe" wahlweise vorne und hinten betreiben zu können.

Nein, ich würde gern gebrauchte Pumpen (nicht verbrauchte :wink:) für diverse Anwendungen, z.B. Antrieb eines Salzstreuers, Weinlaubabstutzers oder Kehrbesen als Motor verwenden, aber da auch nur für den Hobbybereich.
Dem steht jetzt nicht mehr im Wege :)