elektrische Hydraulikpumpe?

Frank_404s

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10. Okt. 2005
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Ottersheim
Hallo Leute,

ich hab' da eine günstige 24 Volt Hydraulikpumpe mit Steuergerät und ca. 190 bar Druckleistung angeboten bekommen. Die Lieterleistung pro Minute kenne ich nicht.
Ich bräuchte die Pumpe nur 2 mal im Jahr kurz um einen Einachsanhänger beim Traubenlesen kurz anzukippen.

Nun meine Frage:
auf dem Typenschild ist eine Leistungsaufnahme von 2 kW angegeben (Motor sieht aus wie ein Anlasser), was bei 24 Volt einer Stromaufnahme von 83.3A :shock: entsprechen würde (wenn ich mich nicht verrechnet hab :wink: ).
Denkt Ihr die Bordelektrik das verträgt wenn die Pumpe mit entsprechendem Kabel direkt an die Batterie angeschlossen wird. Habe auf der Seite der "Oberbayrischen Unimogfreunde" sowas gefunden:

Link: http://www.unimogfreunde.de/technik-tipp/index.html#Hydraulikpumpe404

Hoffe das hat geklappt! :?:

Oder hat jemand eine Lösung mit Handpumpe (wie Sie an einigen alten Anhängern - besonders zB 5,7 Tonnern -) zu sehen ist?

Über alle Antworten und Erfahrungen würde ich mich sehr feruen.

Grüße aus der Pfalz, Frank
 
Hallo habe vor ca. 3 Jahren aus einem Kühlauflieger eine Pumpe 24 Volt ausgebaut . Ich habe sie direkt von der Batterie mit 16mm² über Nato Stecker und einem Relais angeschloßen . Bisher keine Probleme festgestellt selbst wenn der Kipper bis zum Anschlag ausfährt und die Pumpe fast blockiert . Der Anhänger läuft an einem alten 300GD ,300GE und einem IVECO 8013. Es ist nur die Zuleitung in einem Schutzrohr sauber zuverlegen da sie wie der Anlasser auch ,nicht abgesichert ist aber fast unter dem ganzen Fahrzeug verlegt werden muß.
Die Pumpe wird hier nur mit 12V betrieben.
Gruß Hübbel
 
Hallo Frank,

Mit den 83,3 A hast Du richtig gerechnet. P = U *I umgestellt nach I:
I = P / U also I = 2000W / 24 V = 83,33 Ampere.
Bei sagen wir mal 84 A und kleinsmöglichem Spannungsabfall von 0,2 V auf den Leitungen müsstest Du 50 mm² einsetzen. Angenommene Leitungslänge ca 5m. (2,5 m hin und 2,5 m zurück)
Bei einem Spannungsabfall von 0,3 V kämst Du mit 35mm² aus. Bei niedrigen Spannungen und hohen Leistungen wird die Leitungsdicke weniger vom Strom als vom zulässigen Spannungsabfall bestimmt.
Spannungsabfall bedeutet Leistungsverlust.
In dem Beispiel vom Hübbel mit der 24 Volt Pumpe an 12 Volt betrieben
macht die Pumpe nur noch ein Viertel der Leistung.
P = 1/2 U * 1/2 I ---> 1/2 mal 1/2 ist 1/4. Dann kommt man auch noch mit 16mm² aus und die Pumpe hält ewig.
Auf jeden Fall sind die Leitungen sehr sorgfältig zu verlegen und zuverlässig zu isolieren. An potentiellen Knick- und Scheuerstellen solltest Du z.B. einen Kühlwasserschlauch drüberziehen. Ich würde auf jeden Fall Hin- und Rückleitung separat und direkt bis zur Batterie verlegen. Dem Natoknochen würde ich keine zusätzlichen 84 Amp. zutrauen. Unmittelbar am Plus in dem Batteriegehäuse würde ich eine 100 A Blechstreifensicherung einsetzen. (BOSCH Dienst) Sicher ist Sicher, denn man bewegt sich in der Größenordnung von Schweißströmen. Bei unserem 300GD habe ich in die "+" Strippe zur Winde einen separaten LKW - Natoknochen gesetzt, dann kann man diese potentielle Kurzschluß- Brandursache bei Nichtbenutzung abschalten. Wenn Deine Pumpe nur auf Batterie läuft sollte sie nicht länger als 3 Minuten am Stück laufen, dann müsste es gehen. Angenommen, der Mog hat 45 Ah Batterien. Bei 84 Amp. wären die in 45Ah / 84 A = 0,53 h entladen. 0,53 Stunden sind 32 Minuten. Dann wäre die Batterie aber total entladen. Man entlädt eine Batterie in so einem Fall höchstens um 1/10 der Ladung. Damit komme ich auf die 3 Minuten.
Wenn Du mit den Leitungsquerschnitten ein wenig optimieren möchtest empfehle ich Dir diese Seite: home.debitel.net/user/norbert.huebner/kabelrechner/
Bitte so etwas mit großer Sorgfalt und abgeklemmter Batterie verkabeln.
Wenn man was falsch macht fliegen glühende Kupferperlen.....

Grüße aus Viersen

Klaus Gartz
 
Hallo,

erst mal Danke für die schnellen und KOMPETENTEN Antworten!

@Klaus:
Was ich nicht ganz verstehe:

-wieso Hin- und Rückleitung? Kann ich das Minus- Potential (Masse) nicht mit einem geeigneten Kabel direkt an den Fahrzeugrahmen anschließen?

-Wie würdest Du die Leitungen anschließen, direkt am Batteriepol (neuer Spezialbatteriepol nötig; wo kaufen) oder kurz hinter dem Batteriekasten einen dicken :wink: Verteiler setzen?

Über weitere Lösungsen wäre ich sehr dankbar.

Grüße, Frank
 
Hallo Frank,

Natürlich könnte man die Metall- Fahrzeugmasse als Rückleitung für den MINUS nehmen. Allerdings wird es schwer werden, sicherzustellen, dass es keine Übergangswiderstände gibt. Angenommen, der Strom müsste irgendwo auf dem Weg von der Pumpe zurück zur Batterie einen Übergangswiderstand von z.B. 0,15 Ohm passieren, dann würden dort 0,15 x 84A = 12 Volt hängenbleiben, also die Pumpe liefe nur noch auch einer halben Spannung und hätte dann nur noch ein Viertel an Leistung (siehe oben, vereinfacht gerechnet). Deswegen die separate Rückleitung. Die Strippe selber kostet nicht viel, die Anschlüsse auch nicht.

Die Leitungen haben, wenn 50mm² verwendet wird, 8mm Durchmesser. Das passt noch in Quetschkabelschuhe, die man an den Batteriepolen mit unter die 13mm Schlüsselweite Schraube drunter klemmen kann.

Messe vorher aus, wie lang die Strippen sein müssen, der Weg sollte so kurz wie möglich gewählt werden. Dann suche dir am besten einen Bosch- Dienst oder einen Schaltschrankbauer. Die haben Kabel und Kabelschuhe da und können dir mit dem Quetschwerkzeug zuverlässig die Kabelschuhe an die Leitung crimpen. Wenn du es selber machen willst, geht Löten auch, ist aber nicht mehr zulässig. Dabei Kabelschuh nach unten und die Leitung von oben in den Schuh stecken, damit dass Zinn nicht zu sehr in die Litze steigt, sonst wird die Leitung am Ende starr und brüchig. Unbedingt Litzenleitung verwenden.

Schöne Grüße aus Viersen

Klaus Gartz