Fahrerhausrestauration und Motorwechsel 411, Panzermotor

Hallo MOGler,

heute bin ich trotz vieler Stunden Arbeit fast nicht weitergekommen.

Das linke Spurstangengelenk ließ sich trotz etlicher vorausgegangener Versuche wieder nicht aus seinem Konus befreien (Dichtmanschette kaputt). WD40, seitliches Schlagen auf das Auge, axiales Hämmern, Hitze, Schlagkeilabzieher, Schraubabzieher, alles im Wechsel, teilweise gemeinsam mit Hilfskräften - alles half nichts. Der Gewindezapfen ist schon ganz schön demoliert. Wenn ich das Ding draußen habe, brauche ich möglicherweise eine komplett neue Spurstange. :x

Bei der Gasbetätigung sah es zunächst ganz gut aus. Die ziehende Totpunktfeder habe ich am Ölfiltergehäuse über eine Blechkonsole gut realisiert. Aber die Reibungskräfte im Bowdenzug sind so groß, daß nun die Rückstellkraft nicht ausreicht, das Gaspedal zurückzuziehen. Also bin ich auch nicht weiter gekommen als Jürgen (Kinzigsegler) - und das trotz meines tollen Sport-Gaspedals.

Wenigstens weiß jetzt die ganze Familie, was eine Totpunktfeder ist.

Ich kann heute keine Bowdenzüge mehr sehen. Am nächsten Wochenende geht es weiter. Nun gehe erst mal wieder auf Geschäftsreise.
 
Hallo Christoph,

hm, ich hoffe, dass die neue Baustelle Spurstange Dich nicht zu sehr ablenkt. Wir wollen unsere Gaszüge doch in Zellhausen 2010 vergleichen, oder.

Dank Deinem Sportpedal und einer ursprünglichen Idee von Lukas (lumo9) denke ich gerade über eine additiven Überlagerung von Hand und Fussgas konzeptionell nach. Allerdings habe ich auch zeitliches Problem, weil meine Kunden leider auch gerne am Wochenende verhandeln. :wink:

In der Zwischenzeit fahre ich aber auch immer mal ein bisserl :D
 
Hallo Christopf

Ohne Messungen gemacht zu haben schätze ich eine Reduzierung der Betätigungskräfte AUF 1/3!
Na sach ich doch.
Du darfst die Feder aber nicht am Pumpenhebel anbringen, sonst wirkt die Zugkraft auf das Hebellager der Pumpe, und das kann das gar nicht ab.
Deine Federchen sind vom Drahtquerschnitt gegenüber der orischinal-Feder wohl eher Spielzeug. Die Feder vom 406 kannst du ruhig übernehmen, der Regeler ist fast identisch.
Die Feder wirkt am OM352 an einem Hebel auf der Gestängewelle, die Längsbetätigung erfolgt dann noch über ein ca 200mmm langes Gestänge auf den Pumpenhebel.
Ich werde mal Fodos schießen müssen, tausend Bilder sagen mehr als ein Wort (oder so)
Hier mal vom 406, da ist auch die Feder verbaut.

4317375.jpg


Zu deiner Spurstange: du darfst nicht axial auf den Kopf schlagen, das staucht den Bolzen und setzt ihn im Konus noch fester. (Das habe ich in der Lehre nur einmal gemacht, dafür gabs dann auch einen auf den Kopf ,
Eyecrazy.gif
seitdem weiß ich das
29.gif
.MM behauptet, die Nachwirkungen merkt man heute noch) Du mußt einen (oder auch mehrere) sehr kräftigen Schlag seitlich auf das Auge setzen, durch die elastische Dehnung macht das Auge den Zapfen etwas frei und er kann sich lockern. Der Fehler liegt auch darin, dass die Kronenmutter viel zu fest angezogen wird.
 
Hallo Helmut,

danke für Deine Mühe. Daß die Totpunktfeder das Lager in der Einspritzpumpe zusätzlich belastet war mir klar. Ich hatte mir schon eine regelmäßige Schmierung "vorgemerkt". Woran machst Du fest, daß das Lager damit wirklich überlastet ist?

Meine Konzeption ist jedenfalls erst mal gründlich in Frage gestellt. Ein elektrisches Fußpedal liegt schon bereit. Aber ich würde doch gerne eine rein mechanische Lösung austüfteln.

Zum Spurstangenkopf: Die übrigen Konusverbindungen habe ich alle mit seitlichen Schägen auf das jeweilige Auge aufbekommen. Nur dieses linke Spurstangenende stellt sich beharrlich gegen meine verschiedenen Angriffe.
 
Hallo Panzerbär :wink:
Woran machst Du fest, daß das Lager damit wirklich überlastet ist?
Ich kenne die Feder und habe auch schon die Hebellagerung der Pumpe zerlegt. Wenn die Lagerung etwas ausleiert tritt sofort Öl aus, ein alrbekanntes Leiden.
 
Hallo Jürgen,

nicht nur das Pedal, sondern auch mehrere Controller und mögliche Stellglieder liegen bereit. Aber wirklich ernst gemeint ist die Sache nicht. Es wäre "mit Kanonen auf Spatzen geschossen" und tatsächlich eher "Verrat am UNIMOG". Diese Technik hebe ich mir auf für mein Projekt im Hinterkopf "hydrostatischer Antrieb".

Sei beruhigt, so schnell gebe ich nicht auf bei der Suche nach einer praktikablen mechanischen Lösung. Nur terminlich sehe ich inzwischen ziemlich schwarz in Richtung Zellhausen und Langenaltheim. :cry:
 
Hallo Reiner

so ist es auch beim OM314/352, nur statt Zug ist auch dort ein Gestänge. Die Welle verläuft hinter dem Motor bzw im Motorblock ist dazu bereits die Wellenlagerung vorhanden. Wichtig ist eine stabile Wellenlagerung, da die Feder kräftig zieht, ansonsten ist die Unterstützung gegen die Schwenkfeder des Regler zu gering. Wenn man bei längeren Touren immer die hohe Betätigungskraft aufbringen muss, wird die rechte Wade ganz schön trainiert. Bei Untrainierten treten aber nach kurzer Zeit Wadenkrämpfe ein, die das Training wieder kurzfristig beenden.
Das fatale daran ist, wegen zu geringer Unterstützung ohne Feder hält auch der Handgaszug nicht, bzw man muss ihn so fest anziehen, dass er praktisch nicht mehr zu verstellen ist.
 
Hallo Reiner,

nett dass Du nun auch endlich mit machst, zumindest bei den Überlegungen.
Wann kommt Deine Pumpe in den Mog? :D

Die Idee mit der Welle hinter dem Motor ist nicht schlecht, allerdings ist dann dort wo bei Dir die Umlenkung zum Pumpenhebel gedacht ist, in etwa der originale Auspuffkrümmer.
 
Moin Helmut,

Helmut-Schmitz schrieb:
Hallo Reiner

so ist es auch beim OM314/352, nur statt Zug ist auch dort ein Gestänge. Die Welle verläuft hinter dem Motor bzw im Motorblock ist dazu bereits die Wellenlagerung vorhanden. Wichtig ist eine stabile Wellenlagerung, da die Feder kräftig zieht, ansonsten ist die Unterstützung gegen die Schwenkfeder des Regler zu gering. Wenn man bei längeren Touren immer die hohe Betätigungskraft aufbringen muss, wird die rechte Wade ganz schön trainiert. Bei Untrainierten treten aber nach kurzer Zeit Wadenkrämpfe ein, die das Training wieder kurzfristig beenden.
Das fatale daran ist, wegen zu geringer Unterstützung ohne Feder hält auch der Handgaszug nicht, bzw man muss ihn so fest anziehen, dass er praktisch nicht mehr zu verstellen ist.

Es handelt sich lediglich um einen Denkanstoß!!!

Um eine evtl. Umsetzung, sowie geplagte Waden, sollen sich doch die beiden "Banzers" selber kümmern :wink:

Jedenfalls treten bei meiner "Idee" mit einer gelagerten Welle wohl kaum zusätzliche Kräfte auf.

@Jürgen,

verlass Dich drauf, dass, wenn ich umrüste, eine hydraul Lösung ins Haus steht.
Das hat nur Vorteile,
1. benötigt man keinerlei Umlenkung und
2. sind die notwendigen Kräfte mit richtig bemessenen Zylindern absolut kein Kriterium.
 
Hallo Reiner,

Denkanstöße sind immer willkommen. i
Ich gehe davon aus, dass auch Christoph dies so sieht. :D

Vor den von Helmut beschriebenen Wadenkrämpfen habe ich nach einigen Kilometern /Stunden mit meiner Lösung eigentlich keine Angst mehr, und auch christoph hat mir erzählt, dass er zumindest früher immer kräftig in die Pedalen getreten hat. :D

Aber die Lagerung einer solchen Welle ist wie Helmut schreibt nicht zu verachten und die Führerhausbleche sind alles andere als geeignet. Am Motor selbst habe ich aber noch keine vernüftigen Lagerpunkte gefunden.

Die Bemessung Deiner Hydraulikzylinder interessiert mich. Ist es nicht so dass bei einem geschlossen System ein Zusammenhang zwischen Kraft/Druck und Volumen/Fläche besteht und somit die gleichen Kräfte wie bei der rein mechanischen Lösung auftreten, wenn wir mal von der Reibung absehen?
 
Moin Jürgen,

ich hatte angedacht, alle Lagerungen am Motor zu befestigen.

Das Seil zwischen Gashebel (am Fahrerhaus) und erster Umlenkung (am Motor) gleicht gleichzeitig die Verwindungen aus.

Lagerpunkte kannn man sich schaffen!!!

Ist es nicht so dass bei einem geschlossen System ein Zusammenhang zwischen Kraft/Druck und Volumen/Fläche besteht

Jupp, so ist es! Deshalb ja gerade :wink:
 
Hier ist ja richtig was los - auf einmal.

Eine Totpunktfeder ist stets angebracht, es sei denn man hat eine elektrische oder hydraulische Servobetätigung!

Vom Wirkungsgrad her würde ich folgende absteigende Reihenfolge sehen:
Gestänge mit Hebelumlenkung 4 Punkte
Hydraulik (Geber/Nehmer) 3 Punkte
Seil mit Umlenkrollen 2 Punkte
Bowdenzug 1 Punkt

Das Gleiche bezüglich Komplexität, um vom Gaspedal zum ESP-Hebel zu kommen:
Hydraulik (Geber/Nehmer) 4 Punkte
Bowdenzug 3 Punkte
Seil mit Umlenkrollen 2 Punkte
Gestänge mit Hebelumlenkung 1 Punkt

Kosten, steigend:
Bowdenzug 4 Punkte
Seil mit Umlenkrollen 3 Punkte
Hydraulik (Geber/Nehmer) 2 Punkte
Gestänge mit Hebelumlenkung 1 Punkt

Ergebnis in Punkten nach den obigen 3 Kriterien:
Hydraulik (Geber/Nehmer) 9 Punkte
Bowdenzug 8 Punkte
Seil mit Umlenkrollen 7 Punkte
Gestänge mit Hebelumlenkung 6 Punkte

Reiner (und die Hydraulik - Juhu!) hat also gewonnen!

Laßt uns weiter darüber nachdenken!
 
Moin Christoph,

Ich habe nichts gewonnen und ich wollte auch nie etwas gewinnen :roll:

Wenn ich irgendwann lese: Juhu, es funktioniert einwandfrei!!!, dann ist es gut, dann freue ich mich. :wink:
 
Hallo Christoph,

ich denke doch, dass Reiner etwas gewonnen hat, etwas solides oder :D

Ich denke da so an eine reelle Aufgabe :wink:

Er sollte ein/zwei Bausätze zusammenstellen, mit detaillierter Einbau/Umbau Anleitung. Und er verdient unser Vertrauen dafür.
Welches wir ihm erweisen indem wir unsere Mogs kostenfrei für Tests und Langzeiterprobungen zur Verfügung zu stellen. :D
 
Hallo Zusammen,

als technischer Laie frage ich mich, ist die Übertragung des hebelweges wirklich so problematisch :?: Hat schon mal jemand daran gedacht, sich das Ganze beim original an zusehen. Die Pumpe wurde doch auch im Pkw/ Stapler verbaut, wie war das da gelöst?


Gruß Lukas
 
Moin,

Entwicklungskosten, Lizenzen, Tests, Standgebühren für mind. 2 Mogs.........

Juhu, dann kann ich endlich in Rente und meinen Garten überdachen!!! :D
 
Hallo

Die Pumpe wurde doch auch im Pkw/ Stapler verbaut, wie war das da gelöst?
Im PKW wurde das so wie im Unimog gelöst, nähmlich Pneumatisch.
Im Stapler gab es zwar diese Pumpen, aber der Rahmen und auch der Motor waren absolut starr, da kann man alles an den Rahmen braten.
In meiner Kehrmaschine werkelte zwar auch ein OM636, aber dort ist ein massiver, selbsthemmender Gashebel mit Bowdenzug verbaut, der braucht keine Übertotpunktfeder, da die Drehzahl einaml fest eingestellt wird und gut iss. Am Gaspedal des Fahrmotors ist zwar eine drann, aber leider OM352, ist wie beim OM366 s.o.

Im übrigen löst die hydraulische Übertragung nicht das Problem der Übertotpunktfeder.
Da ich schon vor einigen Jahren an einer hydraulischen Übertragung gewerkelt habe, habe ich noch so einige kleine Zylinderchen aus dem Motorradsektor in der Kiste zu liegen. Ich hatte mal mit einem Kniehebel und mit eine linaren Anordnung experimentiert.
Aber wie weiter oben erwähnt, nach Einbau der originalen Feder hat sich mein Problem gelöst, never touch a running system. :D
Und bei einem Preis von ca 1,50€ für die Feder sehe ich auch keine dringende Veranlagung, das Projekt zu forcieren.