Hallo, Peter,
für Brennholz reicht eine "Hobby-Winde" allemal aus. Sie sollte jedoch auf alle Fälle die schon angesprochene Totmannschaltung haben. (Wenn man alle Hebel loslässt, muss die Winde stehen). Diese Bauform kam bei den Profiwinden ab etwa Mitte der 70-er Jahre auf, wobei die ohne diese Sicherheitseinrichtung noch eine Weile parallel weitergebaut wurden.
Wir haben früher (ich selbst bis Mitte der 80-er Jahre, mein Onkel bis Ende der 90-er) beruflich Holz gerückt und damals galt die Faustformel 1 Tonne Zugkraft für 10 PS Schlepperleistung. Das ist aber nicht wirklich ausschlaggebend. Es zählt auch das Eigengewicht und die Gewichtsverteilung des Zugfahrzeuges. Da ist der Unimog ja unschlagbar, weil 60/40 vorne.
Was die 421 zu bewegen imstande sind, siehe den nachstehenden Link (man sollte DSL haben...)
MB-Trac, Unimog und Uniknick beim Holzrücken, siehe:
http://video.google.de/videoplay?docid=277442623646981589&q=unimog+duration%3Along
...ich denke, dieser alte Werbefilm sagt mehr, als tausend Worte. Der 421 im mittelstarken Schwachholz hat geschätzte zweieinhalb bis drei Festmeter in den beiden Seilen (da, wo der 421 die Stämme ans Polder fährt)
Mein Vater rückte ab 1967 mit einem 32,5PS Kramer 350 Export und einer 3t Schlang&Reichardt, mein Onkel hatte den Deutz D40S mit 4t. Ritterwinde. 1969 kaufte mein Onkel einen Schlüter Super 650V (6-zylinder - heute ganz selten, die meisten 650 waren Vierzylinder) mit 6t. Ritter-Winde, mein Vater 1973 einen MF 165 mit 5t Werner Winde. 1983 bekam mein Onkel einen MB-trac 1000 mit 2 x 10t Rückeaggregat, aber eine mit 2 x 6t hätte auch gereicht.
Unser Kramer hat mit der 3t Winde die schwersten Stämme gezogen, was aber nur deshalb ging, weil die Profi-Winden damals noch keine Überlast-Abschaltung hatten und weit überlastbar waren. Heutige 3t Winden müssen knapp drüber abschalten.
Entscheidend bei einer Dreipunkt-Winde ist, dass der Seilzug von schwerem Holz nicht zur Seite hin erfolgt, da erstens die Unterlenker sonst krumm gezogen werden können, und zweitens zur Seite hin die Dreipunkt-Befestigung nicht drehstabil ist. also möglichst Seilzug in Fahrtrichtung, besonders bei hohem Seileinlauf.
Für die Sicherheit ist die Höhe des Seileinlaufs von entscheidender Bedeutung. Je höher, desto größer die Hebelwirkung und Kippgefahr.
Starkholz also nie mit hohem Seileinlauf rücken.
Eine "Hobbywinde" habe ich nie gefahren, da ich den Kramer und den MF165 in noch funktionsfähigem Zustand besitze.
Wenn die Hobbywinden aber wirklich die angegebene Zugkraft haben, müsste eine 3t Winde völlig ausreichen. Bezüglich der Stabilität müssen sich die melden, die eine solche besitzen.
Viele Grüße und gut Holz
Holger
PS: Muss mal einen Kuck machen, ob wir noch alte Bilder von meinem Vater und Onkel in jungen Jahren habe, wo die beiden noch ganz stolz auf ihre Fahrzeuge waren. Ich war noch ein Kind, als "der Schlüter" damals auf den Hof kam, seinerzeit der größte Schlepper im Landkreis. Tatsächliche Leistung an der Zapfwellenbremse 86 PS... ist lange her - definitiv vor der Zeit der Digitalkameras...