Forstseilwindenkauf

grueni

New member
11. Juli 2003
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Ich hätte einmal eine Frage an die Forstseilwindenprofis ,
ich möchte mir ein Winde an meinen u 421 mit ca. 60 PS kaufen , ich spiele mit dem Gedanken eine Tajfun EGV 40 zu kaufen . Nun meine Frage :
Wo bekomme ich günstig solch eine Winde ? Mein Händler vor Ort möchte ca 1950 Euro für die mechanische , ist der Preis OK , oder soll ich mir gleich die hydraulische kaufen an der ich eventuell auch einen Funk nachrüsten kann . Dies ist natürlich alles eine Preisfrage , aber wie seit ihr mit den mechanischen Winden und der Seilziehrei :roll: zufrieden ?


Gruß

Peter
 
Hallo Peter,

hab eine 5,5t Winde am U406 hängen, auch mechanisch und mit Seilzug.
Hab damit überhaupt kein Problem, die rund 2000¤ mehr, die der Funk
kostet, wars mir nicht wert.
Bisher klappts gut mit der Winde, hab damit rund 250fm Holz gerückt bisher!

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan

Was für eine Type von Forstseilwinden ist den für einen Anfänger
am besten habe eine 406er (U65) also nur eine bestimmt Kraft
zur Verfügung !

Was könntest du mir empfehlen ?

GRuß Ingo
 
Hallo zusammen,

eine generelle Empfehlung auszusprechen ist sehr schwierig. Es kommt darauf an, was man mit der Winde machen will. Willst du "nur" ein wenig Brennholz machen, ist eine mechanische Winde mit Seilzugbedienung ausreichend.

Hast du jedoch mehr vor, oder willst du eher Starkholz rücken ist schon zu überlegen ob du eine Winde mit Funk oder ggf. sogar eine Getriebewinde anschaffst. Eines ist jedoch klar eine Getriebewinde ist eine ganz andere Preiskategorie. Aber der Zugleistungsverlust bei einer Getriebewinde von der unteren Seillage bis zur oberen Seillage beträgt ca. 30 %, bei einer Winde mit Seilzugbedienung liegt der Verlust schon bei bis zu 50%.

Von daher ist schon zu überlegen ob man sich eine 4, 5 oder 6 Tonnen Winde anschafft.

Aber es kommt wie immer auf den Einsatzzweck und das vorhandene Budget an.

Die Leistung eurer Mogs ist in den meisten Fällen ausreichend. Es gibt keine Regel, die besagt mit 50 Pferden kann man max. eine 4 Tonnenwinde betreiben o.ä. (meine Meinung) zumindest ist mir keine solche Regel bekannt.

Ich arbeite mit einer sehr alten (offiziell nicht mehr zulässigen weil keine Totmannsicherung) Getriebewinde mit einer Zugleistung von 6 Tonnen. Die Zugleistung ist tadellos und ich betreibe die Winde sowohl am Mog als auch am 42 PS starken Schlüter und komme sehr gut damit klar.

Grüße

Peter
 
Hallo ,
zuerst einmal vielen Dank für die rasche Antworten .
Ich möchte mit der Winde einfach für mich ein wenig Brennholz machen ( so ca. 50 Festmeter im Jahr ) und habe mit dem Seilzug noch keine Erfahrung gemacht oder kenne jemand .
Ich habe an meinem 406 eine Orginal Mercedes Winde mit 4 Tonnen Zugleistung im Heck hängen welche Bauj. 1960 ist . Mit dieser Winde komme ich ganz gut zurecht , denn sie hat ja den Hebel . Nur wenn ich mit meinem 421 in den Wald gehe habe ich keine Winde dabei , und jedesmal ummontieren ist ein großer Akt . Auch gehe ich mit dem 421 gerner in den Wald , denn auf ihn muß ich nicht so aufpassen und er ist ein wenig wendiger .


Gruß Peter
 
Hallo,
hier gibts preiswerte Winden. Die Qualität kann ich nicht beurteilen.
http://www.billigerdirekt.de/index.cfm?id=elg
mfG Peter
 
Hallo Peter,
habe selbst eine recht alte 5,5 Tonnen Winde mit Seilzug am 406. Die Winde reicht für alles, Schwachholz und auch Starkholz. Um Starkholz aus dem Schlag zu fahren, braucht man schon mal ein paar PS und gute Reifen, aber wenn so ein Stamm hinten an der Winde hängt, und das Gewicht auf der Hinterachse liegt, gehts fast immer forwärts.
Der Vorteil einer Hydraulikwinde ist, dass man Funk anschließen kann. Damit muß man wesentlich weniger laufen, und nicht immer gleich aus dem Mog aussteigen um mal kurz etwas Seil nachzuziehen oder abzulassen. Dies hat jedoch seinen Preis.
Ich rücke ca. 120 fm / Jahr. Die Bewegung tut mir gut, da ich beruflich nur am Schreibtisch sitze.
Gruß aus Nordhessen

Volker
 
Hallo, Peter,

für Brennholz reicht eine "Hobby-Winde" allemal aus. Sie sollte jedoch auf alle Fälle die schon angesprochene Totmannschaltung haben. (Wenn man alle Hebel loslässt, muss die Winde stehen). Diese Bauform kam bei den Profiwinden ab etwa Mitte der 70-er Jahre auf, wobei die ohne diese Sicherheitseinrichtung noch eine Weile parallel weitergebaut wurden.

Wir haben früher (ich selbst bis Mitte der 80-er Jahre, mein Onkel bis Ende der 90-er) beruflich Holz gerückt und damals galt die Faustformel 1 Tonne Zugkraft für 10 PS Schlepperleistung. Das ist aber nicht wirklich ausschlaggebend. Es zählt auch das Eigengewicht und die Gewichtsverteilung des Zugfahrzeuges. Da ist der Unimog ja unschlagbar, weil 60/40 vorne.
Was die 421 zu bewegen imstande sind, siehe den nachstehenden Link (man sollte DSL haben...)

MB-Trac, Unimog und Uniknick beim Holzrücken, siehe:
http://video.google.de/videoplay?docid=277442623646981589&q=unimog+duration%3Along

...ich denke, dieser alte Werbefilm sagt mehr, als tausend Worte. Der 421 im mittelstarken Schwachholz hat geschätzte zweieinhalb bis drei Festmeter in den beiden Seilen (da, wo der 421 die Stämme ans Polder fährt)

Mein Vater rückte ab 1967 mit einem 32,5PS Kramer 350 Export und einer 3t Schlang&Reichardt, mein Onkel hatte den Deutz D40S mit 4t. Ritterwinde. 1969 kaufte mein Onkel einen Schlüter Super 650V (6-zylinder - heute ganz selten, die meisten 650 waren Vierzylinder) mit 6t. Ritter-Winde, mein Vater 1973 einen MF 165 mit 5t Werner Winde. 1983 bekam mein Onkel einen MB-trac 1000 mit 2 x 10t Rückeaggregat, aber eine mit 2 x 6t hätte auch gereicht.

Unser Kramer hat mit der 3t Winde die schwersten Stämme gezogen, was aber nur deshalb ging, weil die Profi-Winden damals noch keine Überlast-Abschaltung hatten und weit überlastbar waren. Heutige 3t Winden müssen knapp drüber abschalten.

Entscheidend bei einer Dreipunkt-Winde ist, dass der Seilzug von schwerem Holz nicht zur Seite hin erfolgt, da erstens die Unterlenker sonst krumm gezogen werden können, und zweitens zur Seite hin die Dreipunkt-Befestigung nicht drehstabil ist. also möglichst Seilzug in Fahrtrichtung, besonders bei hohem Seileinlauf.

Für die Sicherheit ist die Höhe des Seileinlaufs von entscheidender Bedeutung. Je höher, desto größer die Hebelwirkung und Kippgefahr.
Starkholz also nie mit hohem Seileinlauf rücken.

Eine "Hobbywinde" habe ich nie gefahren, da ich den Kramer und den MF165 in noch funktionsfähigem Zustand besitze.

Wenn die Hobbywinden aber wirklich die angegebene Zugkraft haben, müsste eine 3t Winde völlig ausreichen. Bezüglich der Stabilität müssen sich die melden, die eine solche besitzen.

Viele Grüße und gut Holz
Holger

PS: Muss mal einen Kuck machen, ob wir noch alte Bilder von meinem Vater und Onkel in jungen Jahren habe, wo die beiden noch ganz stolz auf ihre Fahrzeuge waren. Ich war noch ein Kind, als "der Schlüter" damals auf den Hof kam, seinerzeit der größte Schlepper im Landkreis. Tatsächliche Leistung an der Zapfwellenbremse 86 PS... ist lange her - definitiv vor der Zeit der Digitalkameras...