Frage an die 411 Heckseilwindenkenner

liebe Freunde, hallo zusammen!
Mit Interesse lese ich viele Beiträge, und melde mich selten zu Wort. Die 4000 H benutze ich seit Jahren ohne Spulvorrichtung. Es ist richtig, dass man sich möglichst gerade zur Zugrichtung stellem muß und jedenfalls wirklich sorgfältig arbeiten sollte. Zwar brauche ich die Winde nicht zum Broterwerb aber sie ist relativ oft im Einsatz, macht mir immer Freude und hat bis jetzt beste Dienste geleistet.
Selbstverständlich gibt es bequeme moderne technische Einrichtungen.
Klimaanlagen, Sitzheizung, Luftfederung, Funkfernsteuerung, 300PS Motorleistung, und vieles mehr.
Natürlich sind die Scheibenwischer am 411 ein Witz, der Geräuschpegel zu hoch, Motorleistung unmöglich, Abgaswerte und vieles andere eigentlich heut nicht zulassungswürdig, aber mir macht gerade das unheimlichen Spaß.
DAS ist Oldtimerbetrieb!
Wenn ich Servo und Fernsteuerung möchte, wozu betreib ich ein sechzig Jahre altes Fahrzeug??
Zu der ganz am Beginn gestellten Frage bezüglich Winde und Spalter BEIDE gemeinsam am Heck: meine Lösung war, Winde hinten, Spalter an der Front;
(sollte auch andersrum durchführbar sein).
Grüße
Norbert
 
Hallo Norbert,

du meinst aber nicht eine 3500H/4000H, wenn du vom Spalter hinten und der Winde vorne sprichst, oder? Denn die Zapfwelle vorne und hinten drehen in unterschiedliche Richtungen. Deshalb hat Werner bei seiner Bauart vorne die Winde auf der Stoßstange "stehend" und hinten "hängend" montiert, damit man das gleiche Schneckengetriebe nutzen konnte.

Eine 3500H/4000H vorne kann ich mir nicht vorstellen und die Typ A und Typ C sind reine Selbstbergewinden, wie die F530 oder F64 auch.

Ich gebe dir aber recht, dass die DB Heckseilwinden mit Standketten und Spulvorrichtung für die damalige Zeit schon ausgeklügelt waren. Ich nutze meine 3500H auch gerne, meist aber ohne Spulvorrichtung, obwohl ich über eine funktionierende Spulvorrichtung verfüge. Bin meist zu faul, die noch dran zu heben.

Gruß
Markus
 
Alteisen schrieb:
DAS ist Oldtimerbetrieb!
Wenn ich Servo und Fernsteuerung möchte, wozu betreib ich ein sechzig Jahre altes Fahrzeug??
Hallo Norbert, ich betreibe 60 jahre alte Fahrzeuge und beide haben Unimog Scheibenwischer(Grade Scheibe) womit ich sehr zufrieden bin.Die alten Fahrzeuge haben einen noch mehr Reiz wenn sie Dinge können oder sogar besser können wie ein modernes teures Fahrzeug.Weil in ihnen moderne Sachen versteckt sind zb, Funk Servos usw. Ich kann nur von mir reden zB. würde mir die Waldarbeit mit einem Sündhaft teuren Spalter keinen Spaß machen.Weil ich auch immer an den Wertverlust denken würde.
VG ULI
 
Selbstverständlich gibt es bequeme moderne technische Einrichtungen.
Klimaanlagen, Sitzheizung, Luftfederung, Funkfernsteuerung, 300PS Motorleistung, und vieles mehr.
Natürlich sind die Scheibenwischer am 411 ein Witz, der Geräuschpegel zu hoch, Motorleistung unmöglich, Abgaswerte und vieles andere eigentlich heut nicht zulassungswürdig, aber mir macht gerade das unheimlichen Spaß.
DAS ist Oldtimerbetrieb!
Wenn ich Servo und Fernsteuerung möchte, wozu betreib ich ein sechzig Jahre altes Fahrzeug??
Zu der ganz am Beginn gestellten Frage bezüglich Winde und Spalter BEIDE gemeinsam am Heck: meine Lösung war, Winde hinten, Spalter an der Front;
(sollte auch andersrum durchführbar sein).
Grüße
Norbert[/quote]

Servus,

auch wir haben die Heckwinde lange benutzt, mein Vater hat den 411er 1979 gekauft, zur Not auch ohne Spulvorrichtung. Damals noch auf relativ ebenen Waldflächen. Das hat sich inzwischen sehr geändert, wir haben 1,5 ha Wald geerbt, davon nicht mal 0,5 ha eben. Der Rest sind Tobel oder Senken,mit teilweise fast senkrechten Wänden mit 50-60m Höhe wo man sich allein ohne Funk saumässig schwer tut.
Als dann vor etwa 25 Jahren der 416'er Mog gekauft wurde mit der Glogger-Winde, war das eine Erleichterung, die Bergstütze runter, Kabelsteuerung in die Hand, los gings. Kein Spulgerät mehr anbauen, keine Seileinfädelei mehr vor dem ziehen, und keine drei Mann mehr zwischen Baum und Winde, die sich mit schreien und winken verständigten.
1998 kam ich dann günstig an den Schlüter, auf den ich dann ein paar Jahre später die Winch-Chief Funksteuerung baute. Somit fielen wieder zwei Mann zwischen Baum und Winde weg. Mit dem Funk kann ich neben dem Baum herlaufen (wenn möglich) und viel schneller eingreifen, wenn dieser auf einen Stock zuläuft. Ein bischen Luxus, aber wesentlich mehr Erleichterung
Achja die helfenden Personen waren meine Brüder und mein Vater. Tja die hatten immer weniger Zeit, die Lebensumstände ändern sich, wir werden alle nicht jünger, ich hab in gut zwei Jahren den 50iger, mein Vater wird 74 und hat Parkinson.
Ich arbeite gern mit meinen alten Maschinen, wenn der Schlüter vor dem Stämmen beweisen muss, dass er nach über 50 Jahren immer noch ordentlich Leistung hat, der Mammut mit vier Tonnen Splitt an der Steige lautstark und sichtbar seine Leistung zeigt, der Tiger sich am Holzspalter austoben muss/darf, fahre gerne damit auf Oldtimertreffen, mit den Eichern fahren wir alle vier Jahre an den Schluchsee, das sind zwischen 8-9Stunden reine Fahrzeit. Trotz Fritzmeier Verdeck immer noch dem Wetter ausgesetzt ist.
Aber man wird nicht jünger, man tut sich nicht mehr so leicht wie vor ca 20 Jahren, wo man noch gemeint hat, man kann die Welt zerreisen. Da ist es schon gut, wenn man sich die arbeit etwas erleichtern kann.

Gruss Christoph
 
Hallo Stefan,

ich hätte in die Betriebsanleitung schauen sollen:

Typ A Bergung von Fahrzeugen

Typ B Aufstellen von Masten, Ablassen von Lasten in Gräben, Anheben von Lasten im Baugewerbe

Bedienung der Typ A Winde ausschließlich vom Fahrerplatz aus.

Bedienung der Typ C Winde Zweimannbedienung bei wechselndem Ziehen und Ablassen.

Stand 1968

Da die beiden Winden immer über die Zapfwelle eingeschaltet werden, sind es für mich eher Selbstbergewinden als Forstseilwinden. Bei der Werner Winde schaltet man den Seiltrieb ja auch mit der Klauenkupplung im Stand ein und kuppelt dann die Zapfwelle ein.

Entscheide selbst, wozu du die Typ C Seilwinde zählst.

Gruß
Markus
 
Hallo "MOGler"!

Wie Uli richtig sagt, es ist der Reiz der alten Dinge und die Freude solche im Gebrauch zu halten.

Und älter werden wir tatsächlich auch selbst alle. Dabei hab ich Christoph zehn Jahre voraus. Von meinen etwa fünf Ha. Wald bewirtschafte ich aber nur einen Bruchteil für Eigenbedarf und Freunde. Das hält einigermaßen fit und der 411 ist dafür gerade passend; einen weiteren hab ich unrestauriert abgegeben.

Schön wenn technische Aufrüstung Hilfskräfte einspart, aber bitte liebe Leute geht NIE alleine zur Holzernte, sondern wie es eigentlich "Pflicht" ist, immer mindestens zu zweit! (dabei in Ruf- und Sichtweite bleiben!!!)

Grüß Norbert

(PS.: Natürlich ist die Winde für vorne eine andere.
Falls ich mich recht erinnere wird Frontwinde Typ A mit 3500Kg Zugkraft angegeben.
Ich werde mal versuchen Bilder meiner Gerätschaft in die Galerie zu stellen.)
 
Hallo Norbert,
Alteisen schrieb:
Wie Uli richtig sagt, es ist der Reiz der alten Dinge und die Freude solche im Gebrauch zu halten.

Und älter werden wir tatsächlich auch selbst alle. Dabei hab ich Christoph zehn Jahre voraus. Von meinen etwa fünf Ha. Wald bewirtschafte ich aber nur einen Bruchteil für Eigenbedarf und Freunde. Das hält einigermaßen fit und der 411 ist dafür gerade passend;

mit 5 Ha Wald kannst Du dich Glücklich schätzen.Ich würde es schön finden wenn Du deine Bilder hier im Anhang einstellen würdest.
VG ULI
 
servus Uli!
Irgendwie scheint es, bin ich zu dumm das hinzukriegen. Entweder sagt es "Datei zu groß" oder anderes. Kannst du Bilder in der Galerie unter ,alteisen' aufrufen?
Zum Wald;
ein weises Wort sagt: Besitz macht unfrei.
(So ist es dann auch in verschiedenen Punkten. Der erhebliche Teil ist unpraktisch weit entfernt. Bei einem Stück anbei, das mal gewerblich aufgeforstet werden soll, sind gewisse Naturschutz Aspekte zu berücksichtigen. Dann besteht -wie überall- Potential bezüglich Windbruch oder Käferbefall und gelegentlich Ärger mit Jagdpacht. Um nur einiges aus der Praxis zu erzählen).
Ende letzen Jahres ergab sich die Möglichkeit zehn Ha. günstig zu erwerben und ich hab es gelassen.
Aber das kleine Stück in meiner Nähe spendet ausreichend prima Holz für den Kachelofen.
Bitte gib mir Nachricht, ob das mit ansehen in Galerie klappt.
Gruß Norbert

[album]5273[/album]
 
Hallo Norbert, Du hast einen schönen 411er.Alle Achtung ,der Kegelspalter ist total außergewöhnlich wie auch der Frontstapler. Ich bin gegeistert! :party
Ich bin froh das ich es schaffe Bilder einzustellen.Bin mir sicher das sich einer bereit erklärt Dir zu helfen.
VG ULI
 
Hallo Norbert,
Ich habe ein Bild eingefügt. Aus deinem Album in der neuen Bildergalerie.

Es geht recht einfach.
Wen Du einen Beitrag schreibst, findet du über dem Schreibfeld den Reiter [Galerie]
Dort sind unter den Bildern Befehlszeilen [ in Beitrag einfügen ]
Das Bild wird nach deinem Text eingefügt.
Mit etwas Übung lassen sich die Dateien auch geziehlt plazieren.
Auch nachträgliches Ändern des Beitrages ist möglich (So wie ich es bei Dir gemacht habe)

Hilft das?

Gruß
Jochen
 
Danke Jochen!
War da kein Problem mit der Dateigröße?
Gruß Norbert
[album]5275[/album]
 
Hallo Norbert,
Die Galerie hat eine Größenbegrenzung von 500kb , aber dort hast Du ja schon hochgeladen.
Aus der Galerie werden die Daten dann in den Beitrag verlinkt, ähnlich wie bei jedem anderen Werbefinanzierten Bilder Uploadserver. Dann gilt die Obergrenze von 100? Kb nicht.
Ich nutze die neue Bildergalerie für unimogspezifische Dateien, andere unwichtigere Dateien lade ich mit dem uploadserver picr.de hoch und verlinke in die Beiträge. Damit sind dann fast unbegrenzte Größen und richtige Bilderserien in einem Beitrag möglich.

Gruß
Jochen
 
schönen Abend Uli!
Jetzt hab ich etwas Zeit.
Danke für deine lobenden Worte. Der Kegelspalter ist nicht ganz meine Idee alleine.
Sowas ähnliches sieht man gelegentlich an mächtigen Baggerarmen montiert. Es ergab sich bei mir die Notwendigkeit, weil Stämme ab etwa 50cm Durchmesser, selbst wenn diese relativ kurz geschnitten sind, einfach zu schwer und unhandlich für den normalen hydraulischen Holzspalter sind. Der Kegel ist das logische Prinzip zum spalten, jedoch sehr in Verruf, weil er nicht so einfach wie der hydr. Spaltkeil stoppt, wenn man die Bedienungshebel loslässt. Darum widerspricht es jedem vernünftigen Sicherheitsgedanken, sich eine solche Maschine zu bauen und das Holz dann mit den Händen zuzuführen.
Bei meinem Spaltkegel bin ich immer einige Meter entfernt, meist im Fahrerhaus. Darüberhinaus braucht man die Stämme gar nicht bewegen. Zur passenden Länge werden die zwei bis drei Meter-Stücke nach dem spalten geschnitten.
Die Übersetzung im Winkelgetriebe ist 3:1
somit läuft er langsam und hat enorm Drehmoment. Der Kegel hat oben 22cm Breite, das ist mehr als der Antrieb selbst. Das Gewicht vom Spalter beträgt etwa 100kg.
Die Aufnahme ist exakt entsprechend den Norm-Abmessungen der Dreipunkhalterung und alles kann mit wenigen Handgriffen montiert bzw. abgesetzt werden.
Es lässt sich neigen, heben oder Druck ausüben.
Ein spezieller Nachteil der Antriebsart mit Zapfenwelle gegenüber drehen durch Öldruck besteht aber darin, dass die Rotationsrichtung nicht umgekehrt werden kann. Also muss man durch, was in 99% geht, oder abstellen und den Kegel freimachen. (könnte bei einem Wurzelstock, der mich sowieso nicht interessiert, schon geschehen).
Für vorne hab ich einige Wechsel-Anbaugeräte hergestellt.
Jedenfalls bleibt der Platz am Heck schön frei für die Winde...
Grüsse Norbert
 
Hallo Norbert,das ist eine Super Idee mit dem Kegelspalter an den FKH zu gehen.Habe das auch nur an großen Baggerngesehen.Kennst Du den Eder
-spalter?
VG ULI
 
Alteisen schrieb:
.....Für vorne hab ich einige Wechsel-Anbaugeräte hergestellt.
Jedenfalls bleibt der Platz am Heck schön frei für die Winde...
Grüsse Norbert
Hallo Norbert,
was hast Du denn noch für andere Wechsel-Anbaugeräte hergestellt? Dies wäre wahrscheinlich sehr interessant.
Gruß Andi
 
schönen Tag Andi!
In diesem Forum sind wirklich viele spitzen Techniker beteiligt. Wenn man z.B. nur liest wie sich Markus, Christoph, Uli oder Reiner über das Innenleben von Schaltung und Getriebe unterhalten... meine Hochachtung!
Da bin ich bestimmt der "Grobschmied", wobei ich eher auf simpel, robust und praktische Anwendung achte.
Zu deiner Frage: neben dem Spalter hab ich noch das Schneeschild 200cm x 66cm. Das ist hydraulisch schwenkbar und weicht durch Federn vor Bodenhindernissen aus.
Eine Staplergabel mit etwa 750kg Hubleistung, wobei Gegengewicht am Heck notwendig ist (Winde plus bei 200kg Eisenblock). Allerdings wird die Hubkraft sowieso durch die orig. Hydraulik im 411 begrenzt.
Diese Gerätschaft ist in der Galerie zu sehen.
Dann hab ich noch eine Erdschaufel mit 80cm Breite gemacht, die auf ihren Einsatz wartet. Nur ist der Kippbereich noch nicht zufriedenstellen groß, da ist noch etwas zu verbessern.
In Planungsstadium befindet sich unter anderem ein Hebe/Ladewerk für Stammholz und Meterscheiter welche eine Greifvorrichtung haben soll. Aber die Kraftquellen vorne sind eben mit zwei Hydraulik-Kreisen der Zapfwelle und einer (ganz passablen) elektrischen Winde limitiert. Da muss mir noch eine zufriedenstellend Ausführung einfallen.
Am meisten Arbeit und "Tüftelei" hat die Fronthubeinrichtung selbst sowie die Befestigungsteile dazu gebraucht. Logisch ersetzt die keinen richtigen Frontlader der mehr als doppelt so hoch heben kann, doch entspricht es soweit meinen Bedürfnissen.
frohes schrauben!
Norbert
 
Hallo Markus,
heute habe ich deine beiden Artikel zur Spulvorrichtung im Unimog Veteranen Journal (2-15 und 3-15) gelesen.
Vielen Dank für die Zusammenfassung und Veröffentlichung.


Gruss
Torsten
 
Hallo,

freut mich, dass mein Bericht so viel Anklang findet. Ich hoffe ULI konnte er auch zufriedenstellen. Was es nicht so alles im UVC Journal zum Lesen gibt. dann ist die Auflage wohl bald vergriffen. :lol:

Gruß
Markus
 
Hallo,
gehört natürlich nicht an diese Stelle, aber gibt es eine Gesamtübersicht der Themen im Unimog Veteranen Journal?
gruss
Torsten