Frage an Kran Spezialisten: Säule dreht nicht

Helmog

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18. Dez. 2004
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Hallo Mogler und Kran-Spezialisten,

ich habe vor einiger Zeit den Atlas Kran von Armin (Moggale) gekauft.
Endlich bin ich dazu gekommen, den Kran in Betrieb zu nehmen. Es hängt nun eine Zapfwellen-Hydraulikpumpe mit 53 l/min dran, alle Hubzylinder bewegen sich und sind dicht.
Einzig die Kransäule bewegt sich nicht. Die Schwenkzylinder schaffen es nicht, die Säule zu bewegen bzw. zu drehen. Die Säule ruckt oder dreht nicht, sie tut keinen Muckser :-( Man kann aber spüren und hören, daß das Öl in die Zylinder rauscht.

Das angehängte Bild zeigt den Kran wie er noch bei Armin stand. In diesem Zustand (Kranarm steht im 90-Grad-Winkel zum unteren Gehäuse (Tank mit Stützenaufnahmen) ist er immer noch.

Laut Armin hat sich die Kransäule vorher sogar von Hand bewegen lassen. Bevor ihn Armin auf die Palette verladen und verzurrt hat, wurde die Säule von Hand in diese Position geschwenkt.

Ich kann nirgendwo am Kran einen Hebel oder einen Absperrhahn entdecken, mit der man ihn "verriegeln" könnte.

Was kann die Ursache sein?
Hat jemand noch eine Bedienungsanleitung oder Ersatzteilliste eines Atlas AK 1400 oder ähnlichen Typs? Bevor ich anfange wild draufloszuschrauben und auseinanderzubauen wäre ein Blick auf eine Atlas-Zeichnung hilfreich.

Wo sind die Kran Spezialisten unter euch?

Gruß
Helmut
 

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Hallo oelimog,
wie oben schon beschrieben, hat sich laut Armin die Kransäule sogar von Hand bewegen lassen. Ich habe mich gestern mit Armin unterhalten, er hat leider auch keine Lösung.

Gruß
Helmut
 
Hallo Richard,
vielen Dank für die Anregung, ich wäre froh, wenn du damit in's Schwarze getroffen hättest. Leider ist an meinem Kran kein Hebel für eine hydraulische oder mechanische Blockierung vorhanden. Ich habe den Kran vorhin nochmals danach abgesucht.

In die Schwenkzylinder fließt Öl, das spürt und hört man. Letztlich sieht man es sogar am rechten Zylinder. An der großen Mutter (siehe Pfeil) ist ein wenig Spiel und man sieht eine geringe Bewegung des Zylinders.

Hm, das mit der vermeindlich ungenügenden Leistung der Pumpe macht mich nachdenklich. Ich habe das Ding extra eine Nr. größer gewählt. Ein Test am Wochenende mit längerer Warmlaufphase wird hoffentlich Ergebnisse erbringen.

Die Verrohrung für die beiden Schwenkzylinder habe ich ebenfalls vorhin nochmals verfolgt. Mir ist bei dieser Anschlußart etwas nicht klar, siehe Bild mit rotem Kreis:
Vom Steuerventil kommt eine Leitung, geht in ein T-Stück, von diesem T-Stück geht eine Leitung zum rechten Zylinder und eine Leitung zum linken Zylinder.

Bevor das Öl jedoch in den linken Zylinder fließen darf, muß es noch durch einen großen Klotz (siehe grünes Rechteck), und wieder durch ein T-Stück. Der erfahrende Hydrauliker ahnt schon was kommt:
Von diesem linken T-Stück geht eine Leitung zum linken Zylinder, die andere Leitung geht zum Steuerventil. Ich hänge mal eine einfache Skizze zur Verdeutlichung an. Was hat der Klotz zu bedeuten ? Daran ist nichts zum Einstellen, keine weiteren Anschlüsse oder derartiges. :shock:

Warum bekommen die beiden Zylinder gleichzeitig Öl (durch die T-Stücke), welche Aufgabe hat der Klotz?

schöne Grüße aus dem oberen Allgäu in den Odenwald
jetzt ist's bei uns auch dunkel :lol:
Helmut
 

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Hallo Helmut,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Kran.

Wenn der Kran vorher geschwenkt hat ist höchstwahrscheinlich beim Anschluß etwas "verändert" worden.

In den anderen Kreisen ( Arm heben/senken, Ausleger strecken/ einknicken Stützen, Ausschub usw. ) funktioniert alles?

Ich würde in den Zuleitungen für die Schwenkzylinder Messanschlüsse einbauen und prüfen ob jeweils der Systemdruck ansteht und auf der anderen Leitung drucklos gegeben ist.
Wenn die Druckverhältnisse so sind wie es sein sollte alle Anschlüsse des Schwenkwerks lösen, der Kran muß sich jetzt bewegen lassen ( evtl. mit Hilfsgerät ).

Längere Testläufe ( also das ansteuern einer Funktion die nicht ausgeführt wird ) solltest du nicht machen. Sonst wird dir unter Umständen das Öl zu heiß und du richtest zusätzliche Schäden an.

Wenn du nach dem oben geschilderten vorgehst kannst du den Fehler eingrenzen.
Ich halte ein mechaniches Blockieren für unwahrscheinlich, weil der Kran ist doch nicht zerlegt worden.
Manche Krane haben für unterschiedliche Funktionen separate Druckbegrenzungsventile, vielleicht ist das bei deinem Schwenkwerk der fall.

Teile mit was sich bei deiner Prüfung ergeben hat.

Mfg Winni
 
Moin Helmut,

ich vermisse die "Skizze"

Wenn der Zylinder von beiden Seiten angesteuert wird, kann er natürlich nicht arbeiten.
Aber dann fängt die Pumpe an zu "würgen" bis ein Sicherheitsventil öffnet.
Das "Würgen" müsstest Du hören.
 
Hallo Helmut,

normalerweise sollte man einen Hydraulikzylinder in einem Kran, Bagger oder so nicht bewegen können, wenn der Steuerhebel in Neutralposition (weder in die eine oder andere Richtung bewegt) steht, weil die normalen 4-2Wegeventile (Da könnt ihr mich jetzt schlagen, wenn ich die falsche Bezeichnung genannt habe) keine Schwimmstellung haben, wie der Steuerblock vom Unimog.

Deshalb hätte der Kran eigentlich nur von Hand bewegt werden können, wenn jemand am Steuerhebel zieht.

Ich glaube dass der "Klotz" eine Art Sicherheits-Bypassventil ist, das in beide Richtungen wirkt. Das könnete verhindern, dass bei seitlicher Überlast, z.B. wenn das Fahrzeug schräg steht und man was hochhebt, die Pumpe, Leitungen oder sonstwas beschädigt werden.

(Es gibt auch Zylinder, die hydraulisch verriegeln, aber da sieht das Ventil anders aus)

Wenn dieses Bypassventil nun innen klemmt oder einfach undicht ist, würde genau das passieren was Du bemerkst: Die Pumpe pumpt, das Öl rauscht, aber es bewegt sich nix.
Das Geräusch müsste dann auch im "Klotz" am lautesten sein.

Zum Probieren könntest Du den Klotz einfach mal abklemmen, d.h. an den T-Stücken statt der Leitung zum Klotz Blindstopfen setzen.

Beim Instandsetzen vom Klotz gibt es ein Problem, weil Du ja den richtigen Öffnungsdruck nicht weißt, aber vielleicht könnte man ja den Systemdruck messen, und dann mal abschätzen, wann das Ventil öffnen müsste.

mfg,

Manuel
 
Hallo Reiner, hallo Manuel,
sodele hier ist die Skizze. Ist kein perfektes Hydraulikschaltbild, aber man kann es hoffentlich erkennen :)

Soweit ich das beurteilen kann, ist der Anschluß original von Atlas. Kann es sein, daß es sich dabei um diese Schaltung handelt?
http://www.vfmz.com/service/fluid_lexikon/t/entry_tauchkolbenschaltung_2137.html

Den "Klotz" werde ich mal abhorchen.

Blindstopfen habe ich auch schon gesetzt, d.h. keine Abzweige von den T-Stücken, sondern direkte Beaufschlagung vom Steuerventil auf die Schwenkzylinder. Leider ohne befriedigendes Ergebnis :(

Sorgt dieser "Klotz" vielleicht dafür, daß der Kran nur seine 270 Grad schwenken kann? Laut Armin war der Kran original auf einem Unimog 403/406 hinter dem Führerhaus montiert. Vielleicht ist das ja wirklich eine Art von Ventil, welches die maximale Drehung kontrolliert.

Werde morgen mal den Klotz von seinen Verschraubungen befreien, reinigen und inspizieren und melde mich wieder.

vielen Dank schon mal
schönen Abend noch
Helmut
 

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Hallo zusammen,

der "Klotz" ist ein Doppelschockventil. Gerade beim Schwenken des Krans entstehen hohe Schwungkräfte. Das Doppelschockventil mindert diese Schwungkräfte und vermeidet so Schäden am Kran, oder der Ladung. Das funktioniert natürlich nicht, wenn bis an den Zylinderanschlag gefahren wird! Also gerade die Schwenkfunktion mit Vorsicht bedienen!

Für den Schwenkwinkel hat das Ventil keine Bewandnis. Der Schwenkwinkel ergibt sich immer aus dem Zusammenspiel von Schwenkzylinderhub und Durchmesser des Zahnkranzes. Das ist bauartbedingt und läßt sich nachträglich (fast) nicht mehr ändern. Wenn der Schwenkwinkel nur 270° beträgt, also die 90° für den vollen Dreh fehlen, kann man den Kran in der Regel schon so platzieren, dass die 90° dort liegen, wo man ihn eh nicht braucht. Also Kransäule aus Schwenkwerk heben und gedreht wieder einsetzen. Dabei sollte man die Länge der Hydraulikschläuche beachten.

Christian
 
Hallo Mogler, Kran- und Hydraulik-Spezialisten,

aaah, so langsam wird Manches klarer. Vielen Dank an Christian: Klotz = Doppelschockventil klingt plausibel.

Kann sich evtl. Dreck im Doppelschockventil so auswirken, daß die Zylinder zu wenig Öl zum Schwenken bekommen ?
Wohl nicht, denn grade habe ich über eine besondere Eigenschaft des Schockventils gelesen: "Es ist relativ unempfindlich gegenüber Ölverschmutzungen"

Ich war heute wieder am Kran und wollte die Schwenkzylinder abbauen, um einer anderen Vermutung nachzugehen. Ich muß mir allerdings erst einen großen Hakenschlüssel besorgen. Am WE geht's weiter, gibt bestimmt eine Riesen-Öl-Sauerei :?

Ich halte euch weiterhin auf dem Laufenden.

vielen Dank
Helmut
 
Ich würde mal an einem der Zylinder die Leitung abschrauben und sehen was dann passiert.
Vielleicht hat der Steuerblock ne Macke und öffnet immer beide Leitungen.

An meinem 602 mit 4 Schwenkzylindern habe ich alle Dichtungen erneuern müssen, ich kann Dir nur sagen, das das Zerlegen eine Verdammt ölige Angelegenheit ist.

http://www.unimog-community.de/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=37312&highlight=


Gruß
Jochen
 
Hallo Helmut
mann kann eine Saule auch verkanten
wenn er schräg steht muß er gegen sein eigenes gewicht drücken
wenn er neu ist kein problem , wenn aber die führungsbuchse ausgeschlagen ist wir die je nach verschleiß immer schwerer bzw, der winkel wird immer kleiner bis er sich nicht mehr dreht
mein Palfinger läßt sich , auch bei gezogenem ventil hebel , nicht bewegen
selbst beim abklemmen aller Hydraulikleitungen , könnte es sehr schwer werden .
ich würde erst mal beide hydraulik zylinder abklemen , dann drehen versuchen evtl mit druckluft oder ein stempel direkt anklemmen als einfach wirkend. wenn sich was bewekt ok wenn nicht büchse kaputt .,transportschaden ???
gruß nico
 
Hallo Nico, hallo Mogler,

vielen Dank für die bisherige Unterstützung. Mein Kran hat definitiv ein mechanisches Zipperlein, kein hydraulisches. Gestern habe ich die beiden Zylinderrohre der Schwenkzylinder abgeschraubt. Anschließend habe ich mittels Kettenzug, Baum und John Deere versucht, die Kransäule zu bewegen, siehe Bilder. Es hat sich der gesamte Traktor mit Kran zum Baum hinbewegt. Die Kransäule dreht sich kein Grad.

Am Donnerstag habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten, der sich mit Ladekränen auskennt. Als ich ihm erzählt habe, daß der Vorbesitzer den Kran wohl noch von Hand schwenken konnte, hat er mich sofort unterbrochen: Der Kran darf sich nicht von Hand bewegen lassen, denn das Ventil hat eine Sperrstellung. Und auch bei betätigtem Ventil kann keiner von Hand den Kran schwenken, so seine Aussage. Klingt logisch, hätt ich selber auch draufkommen können :roll:

Einen hydraulischen Schaltplan habe ich mittlerweile von Atlas (heute Terex) erhalten. Dazu noch Bildtafeln und Ersatzteillisten. Mein Kran wurde früher offenbar auch auf Eisenbahn-Fahrzeugen verwendet, siehe Bild. Ich habe mal die Experten von Atlas-Terex um Rat gebeten und halte euch weiter auf dem Laufenden.

bis denne
Helmut
 

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Lieber Helmut,

wie gehts Dir denn mit dem Kran?

Wird Deine Säule geschwenkt, indem eine Zahnstange (die durch Hydraulikzylinder verschoben wird) einen Zahnkranz an der Säule dreht?
Könnte es dann sein, daß sich beim Transport die Säule verkantet hat, evtl. weil die Zahnstange am Ende des Verstellweges steht?

Bin nur neugierig, gib doch bei Gelegenheit mal einen neuen Lagebericht.

Grüße vom Christian Beringer
 
hallo Helmut,

hatte vor ein paar Jahren an einem kleineren Atlas-Kran den ich auf einem Rückewagen montiert habe ein ähnliches Problem, allerdings habe ich "nur" einen Hydraulikzylinder der doppeltwirkend ist. Bei mir hat sich die Säule so mit Dreck und Wasser gefüllt, daß sich die Kunststoff-Lagerbuchen in der Säule so weil gedehnt hatten, daß die Säule vomm blockiert hat. Ließ sich damals nur mit einem Kran in der Garage und einem großen Vorschlaghammer mit viel Mühe voneinander trennen. Hab die Buchsen dann überschliffen, alles schön geschmiert, dem Zylinder noch ein neues Dichtungspacket spendiert und seit dem Schwenkt er auch wieder, jetzt kann ich die Schwenkdrossel sogar wieder etwas schließen und er dreht schön gleichmäßig.

bin gespannt was es bei Dir ist / war.

Gruß Clemens
 
Hallo Helmut,

da du zwei Zylinder hast gehe ich davon aus, dass die Säule über eine Zahnstange bewegt wird und am Säulenunterteil eine Verzahnung sitzt. Ich besitze einen HANSA Bagger, bei dem wie bei dir die Zylinder (Zylinder das ist auch gleich die Zahnstange) angeordnet sind um die Säule zu drehen. Leider hat die Zahnstange bei mir Karies, sprich ein Zahn ist ausgebrochen und hatte sich verklemmt. Da ist von Hand dann nichts mehr zu bewegen.
Wenn Du Bilder brauchst wie das bei mir aufgebaut ist kann ich dir evtl. weiterhelfen. Für mein Fahrzeug gibt es die noch neu, sind aber sauteuer.
Ich habe gerade noch eine neue Zahnstange rumliegen, da könnte ich dir ebenfalls Bilder machen falls gewünscht.
Gruß Rainer
 
Moin, auf dem letzten Bild mit den abgebauten Schwenkzylinder ist an der Kransäule ein Klotz mit einem Hydraulikanschluss zu sehen - könnte da eine mechanische Blockierung drin sitzen? Wenn irgendwo eine Blockierung ist, müsste sich der Arm merklich innerhalb des Spieles der Blockierung bewegen lassen. Ist da absolut kein Spiel, könnte das Halslager oder Fußlager fest sein. Das Halslager wird nach meiner Meinung nur sehr selten fest, weil das Spiel durch Verschleiß schnell merkliche Ausmaße annimmt. Ob da Spiel ist, kann man durch Drücken an oder mit dem Arm feststellen. Bei meinem Atlas war es das Fußlager, die Säulenführung stand voll Wasser, weil das Halslager zu viel Lose hatte. Gruß, Burgfried
 
Hallo Helmut,

ich vermute mal das der Block oder Klotz ein " Sperrblock " ist. Bei dem Block ( Ventil ) wird das Öl durch ein Rückschlagventil im Zylinder eingeschlossen. Erst wenn wieder Öldruck von dem Steuerventil kommt öffnet sich der Block ( Ventil ) und die Zylinder lassen sich wieder verstellen. Das ist so eine Art Sicherheitseinrichtung, z.B. wenn eine Leitung von den Zylinder abreißt oder bricht bleibt der Kran sofort in der Stellung stehen und wird somit nicht unkontrollierbar . Deshalb gehen die Leitungen auch an beide Zylinder, das sie im Fall das Falles sofort stehen bleiben Diese Art von Blöcken (Ventile ) wird auchz.B. bei Baumaschienen, bei hydraulischen Oberlenker und Drehzylinder von großen Volldrehpflügen eingesetzt. Auch wenn bei diesen Anwendungen ein Schlauch platzt oder abreißt bleibt das Gerät sofort in seiner Bewegung stehen. Wenn sich der Kran beim Kauf noch von Hand gedreht hat kann ich mir nicht vorstellen das er jetzt auf einmal so festgerostet ist das es selbst die Hydraulik nicht schafft ihn zu drehen.

schöne Grüße aus Hessen Jens