Getriebeöltemperatur

geosjoggen

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20. Jan. 2005
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Hallo zusammen.
Komme gerade von meiner 3-monatigen Tour aus Marokko zurück und hatte unterwegs bei längeren Autobahnfahrten (ca. 80-90 km/h) mit hoher Getrieböltemperatur (bis 120 Grad an der Ablaßschraube) zu kämpfen und dies bei Außentemperaturen von moderaten 25 Grad. Was habt ihr so für Erfahrungen? Fahre 12,5er Reifen und einen OM 617A mit 125PS. Habe allerdings kein Problem was das Schalten betrifft, was hier bei höheren Temperaturen verschiedentlich angedeutet wurde. Wie groß wäre der Unterschied mit einem hier in diesem Forum verschiedentlich erwähnten Ölkühler (klein, groß)?

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

ich habe den Ölkühler vom Torsten Pohl verbaut, OM617 und 12,5er Reifen. Selbst bei stundenlanger Autobahnfahrt mit 80-90km/h geht die Öltemperatur nie über 80-90 Grad.

Grüße
Günter
 
Günter vielen Dank.

Eventuell ist dieser Kühler doch eine Lösung. Mir ist dieses Temperaturproblem an meinem Mog bis dato nie so bewußt gewesen, da ich auch bereits früher öfter auf die Getrieböltemperatur umgeschaltet habe und ich meine, auch bei sommerlicher Autobahnfahrt nie über 100 Grad gekommen zu sein. Jetzt bin ich aber verunsichert. Eventuell ist der Geber kaputt (muß ich mal austauschen) oder, was schlimmer wäre und sicher auch ein Grund für den plötzlichen hohen Temeraturanstieg, es kündigt sich ein Lagerschaden im Getriebe an. Kann letzteres eine Möglichkeit sein? Seit etwa 1500km beobachte ich dieses Phänomen. Wie hoch ist die "übliche" Temperatur bei den beschriebenen Gegebenheiten und ohne Kühler an der Ablaßschraube?

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

wieviel der Ölkühler ausmacht kann ich demnächst ganz genau sagen denn ich habe den Ölkühler in meinem OM617-Mog jetzt ausgebaut (um ihn in den OM602-Mog einzubauen). Sonst hat sich am Mog nichts verändert, d.h. es wird sich recht genau zeigen was der Kühler bei der Öltemperatur ausmacht. In den nächsten zwei Wochen steht vermutlich eine ausreichend lange Autobahnetappe an um da mal einen Wert zu haben.

Grüße
Günter
 
Hallo Günter.
das wäre toll. Wie gesagt, ich hoffe, dass es bei meinem Getriebe kein Problem mit einem beginnenden Lagerdefekt dasrstellt.
Gibt es diesen Ölkühler noch und wie groß ist der Umbauaufwand?
Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

ob sich ein beginnender Lagerdefekt so ankündigt ist eine gute Frage.

Der Umbauaufwand für einen Ölkühler ist minimal, der wird ja nur anstelle der Stahlplatte auf der Unterseite vom Getriebe angeschraubt. Meinen Torsten-Pohl-Ölkühler hat der Lukas giessen lassen, ist schon ein paar Jahre her:

https://www.unimog-community.de/phpBB3/getriebeolkuhler-gesucht-t68622.html

Und um die letzten hat sich der Justus gekümmert (das war eine andere Ölkühler-Ausführung):

https://www.unimog-community.de/phpBB3/getriebeolkuhler-t92352.html?hilit=%C3%B6lk%C3%BChler

Leider will der Justus keine weitere Aktion mehr starten. Es wäre natürlich super wenn sich dafür jemand finden würde.

Grüße
Günter
 
Hallo Zusammen,

Habe auch den Pohlschen Öl Kühler drunter mit Benziner jedoch M130 110 PS und 12,5 er Reifen.
Auch bei langen Flotteren Autobahn Fahrten 95-100 KM /h und auch bei Hohen Temp. in Spanien und Portugal Marokko nie Temp. Probleme gehabt ...allerdings Denke Ich auch das es wieder ein Getriebeöl Faktor hierbei gibt .....!

Gruß Ralf
 
Hallo Ralf,

Danke für die Info. Bin inzwischen auch am überlegen ob ich auf reines 90er oder gar 130er GL4 Öl wechsle bzw solche Öle beimische. Die müßten doch temperaturbeständiger sein? Solche Öle werden vorallem in heißen Ländern wie Spanien und Marokko angeboten.

Bin weiter an allen Infos zu dem Thema interessiert.

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

Öl mit höherer Viskosität habe ich auch schon versucht, allerdings aus einem anderen Grund: eine unangenheme Nebenerscheinung vom rauhen Motorlauf des OM 617 sind bei mir rasselnde Geräusche vom Getriebe bei höheren Drehzahlen. Bei längerer Autobahnfahrt ist das ein sehr lästiges Geräusch. Das rasseln habe ich zwar mit ein paar Maßnahmen am Schalthebel reduzieren können, aber ganz weg ist es nicht. Wenn ich bei Autobahntempo den Schalthelbel direkt unten in Nähe vom Getriebe anfasse dann ist da ein deutliches vibrieren spürbar (gefühlt ähnlich wie bei einem Schwingschleifer). Wenn ich mir dann vorstelle daß das ganze Getriebe vom Motor in diese Vibration versetzt wird sind diese Rasselgeräusche nicht verwunderlich. Aufgefallen ist mir im laufe der Zeit, daß das Getriebe nach dem Kaltstart diesbezüglich völlig ruhig läuft und die Geräusche erst zunehmen wenn das Getriebe auf Betriebstemperatur ist. Deshalb die Idee mit dem dickflüssigerem Öl, ich habe dazu dieses verwendet:

https://www.korrosionsschutz-depot.de/wartung/oele-und-fette/getriebeoele/millers-classic-ep-140-gl4-getriebeoel-mineralisch-1-liter

Man könnte auch Versuche machen, das Öl etwas zu "verdünnen", dazu sollte das ganz gut geeignet sein:

https://www.korrosionsschutz-depot.de/wartung/oele-und-fette/getriebeoele/millers-classic-sae-80w/90-ep-getriebeoel-gl4-1-liter

Ich habe das 140er Öl seit 20000km pur im Getriebe und die Rasselgeräusche sind jetzt bei Betriebstemperatur tatsächlich noch etwas dezenter, ansonsten habe ich keine negativen Veränderungen wegen Schaltbarkeit feststellen können.

Die optimale Lösung für zu heißes Öl ist das vermutlich nicht, da würde ich schon eher einen Ölkühler in Betracht ziehen. Gerade bei Fahrten in heißen Ländern könnte das aber eine ganz gute Kombination sein.

Die Rasselgeräusche sind übrigens eine hartnäckige Angelegenheit beim OM617, beim OM602 läuft das Getriebe bereits ohne irgendwelche Modifikationen absolut ruhig und es sind auch keinerlei Vibrationen am Schalthebel spürbar.

Grüße

Günter
 
Hallo Günter,

das Rasselgeräusch im 6ten Gang bei hoher Drehzahl habe ich auch. Habe mal den O-Ring und die Feder am Ende des Schalthebels ausgetauscht. Für etwa 2000km war Ruhe, dann war es wieder vorhanden. Heute setze ich, wenn ich weiß, ich muß nicht so häufig zurückschalten, im 6ten Gang den Schalthebel mit Hilfe einer Gummischnur (befestigt an der Fahrerhausrückwand hinter dem Fahrersitz) unter Spannung und die metallischen Geräusche/Vibrationen sind weg. Habe den Schalthebel auch mit einem Wasserschlauch überzogen. Damit wird er schwerer. Dies dämpft auch. Ähnliche Dämpfungsmaßnahmen habe ich auch am Handbremshebel sowie am Allradhebel vorgenommen. Ein Kissen über der gesamten Getriebemimik hilft gleichfalls. Ja, wenn man länger unterwegs ist kommen einem solche Ideen um die Nerven zu schonen.
Auf Deine Ergebnisse nach dem Probelauf, was die Getrieböltemperatur mit Kühler/ohne Kühler bringt, bin ich gespannt.

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo
mit Hilfe einer Gummischnur (befestigt an der Fahrerhausrückwand hinter dem Fahrersitz) unter Spannung
damit läuft unter Umständen die Schaltgabel permanent an der Schaltmuffe an., das ist ein ähnlicher Effekt wie den Fuß ständig auf dem Kupplungspedal. Entweder quer abspannen oder ist ein schwereres Gewicht an den Schalthebel zu schrauben, z.B. den Schaltknauf aus Blei.
 
Hallo Helmut,

da liege ich ja mit meinem Kühlwasserschlauch um den Schalthebel völlig richtig zum Thema "schwerer machen". Die Gummischnur ist lediglich ca 45 Grad gegen die Rückwand abgespannt und nicht zu straff ausgeführt. D.h. die Schaltgabel dürfte also nicht permanent direkt an der Schaltmuffe anliegen. Die leider unwirksame (zu mindest in meinem Fall) Originalkonstruktion bestehend aus O-Ring und einer mikrigen Feder zielt ja auf den gleichen Effekt habe: Das Spiel und damit die Vibrationsmöglichkeit verhindern bzw. mildern. Übrigens: Ein Sofakissen zwischen Schalthebel und Beifahrersitzrückenlehne erffüllt den gleichen Zweck.

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Zusammen,
ich bekomme bei straffer Autobahnfahrt (ca. 85km/h über 30 Minuten) selbst mit dem großen Ölkühler von Justus Temperaturen über 110° im Getriebe. Allerdings fahre ich 10,5 er Reifen ohne Turbo. Gemessen wir unten neben der Ablassschraube. Das Rasseln habe ich mit einem Bleigewicht eingedämmt und wenn es mir zu viel wird kommt ebenfalls ein Kissen zum Einsatz. Ich denke immer noch, man sollte mal einen GetriebeÖl-KühlWasser Wärmetausche zum Einsatz bringen, dann würde das oft sehr kalte Getriebeöl gleich auf Temperatur gebracht werden. Hat das schon mal jemand versucht?
Ich bastle gerade an deinem Turbo/12,5er Fahrgestell, vielleicht versuche ich das gleich mal.
Leider hatte ich vor dem Einbau des Justuskühlers keinen Fühler, aber allein vom Ölgeruch kann ich sagen dass der Kühler viel bringt.

Schönen Gruß
Tobias
 
Hallo Tobias,

bei welcher Umgebungstemperatur hast Du die 110 Grad gemessen? Hattest du dann Probleme mit dem Schalten, wegen Verspannungen - wie ich dies in einem älteren Bericht hier gelesen habe? Bei mir gibt es nur Schaltprobleme bei kaltem Getriebe und da vom 3. in den 4. sowie vom 5. in den 6. Gang. Da sind eben immer ein paar Gedenk-Sekunden einzulegen. Heiß habe ich keinerlei Behinderungen in allen Gängen.
Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo
das Temperatur-Problem betrifft systembedingt alle UG1 und UG2. Die Getriebehauptwelle längt sich und klemmt im Lager zwischen den beiden Wellenteilen. Die Getriebetemperatur ist wiederum eine direkte Folge der eingesetzten Motorleistung.
Daran ändert auch kein noch so gutes Öl etwas. Abhilfe schafft nur ein größerer Ölvorrat mit längerer Verweildauer in der gut verrippten Ölwanne, um die Wärme nach außen abzugeben.
 
Hallo Helmut,
Danke, das macht Sinn. Aber wie wahrscheinlich ist es, das dieser Temperaturanstieg (der mir früher bewußt oder unbewußt nie so aufgefallen ist) auf 120 Grad nach etwa 45 Minuten Autobahnfahrt durch einen beginnenden Lagerschaden (erhöhte Reibung im Lager) hervorgerufen wird? Ich habe zwar schon ca. 180.000km auf dem Getriebe ohne Probleme, aber sind solche hohen Öltemperaturen auf die Dauer nicht negativ für die Lebensdauer? Wie kündigt sich solch ein Schaden an? In dem die Schaltvorgänge schwerer werden - oder?
Mit Mog Grüßen
Roland
 
Hallo Roland,

ich habe, wenn überhaupt, Probleme wenn es sehr kalt (tiefster Winter) ist. Die Hitze macht kaum was aus. Lediglich die Synchronisation beim runterschalten funktioniert nicht mehr ganz perfekt.
Wir haben das Getriebe vor ca 70.000km bei Unimog zum Check gehabt, da es eh ausgebaut war. Damals war die Rede von "beginnend zugesetzten Schmiernuten, die in absehbarer Zeit zu einem Schaden geführt hätten" Wie dieser Kommentar zu werten ist kann ich schlecht beurteilen. Könnte mir vorstellen, dass zugesetzte Schmiernuten den Ölfluß behindern und somit zu vermehrter Reibung / Temperatur führen. Also irgendwann zu höherem Verschleiß und letztlich einem Schaden.
Tatsächlich würde ich einen Tausch / Check davon abhängig machen, wohin deine nächste Reise geht und wie die Reparaturmöglichkeiten Vorort aussehen. Oder kennt jemand eine Prüfmethode, bei der man nicht das Innenleben herausnehmen muss?
Die Außentemperatur bei der ich über 110°C bekomme würde ich größer 25°C annehmen. Eine leichte Verringerung der Reisegeschwindigkeit führt relativ schnell zur Abkühlung.

Schönen Gruß
Tobias
 
Hallo Leute,

heute bin ich die erste Tour mit dem Mog gefahren seit der Ölkühler wieder ausgebaut ist:

Strecke 200km, davon die hälfte Autobahn mit Tempo 90 und die Öltemperatur hat sich bei 80 Grad eingependelt.

Das hat mich etwas erstaunt, denn diese Temperatur habe ich auch mit Ölkühler. Gefühlt war kein Unterschied festzustellen, hätte ich nicht gewusst daß der Ölkühler ausgebaut ist, ich hätte beim Fahren nichts bemerkt.

Allerdings war die Außentemperatur nur so bei 5 Grad und das ist deutlich weniger als sonst bei mir üblich (ich fahre den Mog hauptsächlich über das Sommerhalbjahr).

Interessant wäre jetzt, wie sich die Öltemperatur entwickelt bei längerer Autobahnfahrt und bei Temperaturen über 20 Grad. Vielleicht ergibt sich ja noch eine Gelegenheit dazu.

Grüße
Günter
 
Hallo,
habe an meinem Getriebe ein Aluminium - Rippenkühler aus der E - Technik verbaut. In die Grundplatte das Lochbild vom Bodendeckel inkl. Ablassbohrung mit Gewindeeinsatz gefräst / gebohrt. Die Idee habe ich vom Franz Unimurr übernommen, der damit im Fernreiseeinsatz erfolgreich unterwegs war........
Für mehr Ölvolumen wäre ja das Gehäuse vom Kriechganggetriebe des UG1/11 ohne Innenleben eine Möglichkeit. Durch den "Eingang" der Schalthebelwelle ließe sich eine Kühlwasserschleife mit einer entsprechende Schottdurchführung ein- und ausführen..?
Christoph