Handpumpe

rainers

New member
04. Mai 2010
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Weimar
Unimog 1 Typ
U411.410
Unimog 1 Baujahr
1957
Hallo,

kurze Frage an die Experten. Kann es sein, dass die Handpumpen an den Bosch Einspritzpumpen (U411) ab einem bestimmten Druck, anfangen Diesel zu lecken? Hintergrund ist folgender: Aus meiner alten Handpumpe kam beim Pumpen immer etwas Diesel oben heraus. Wenn man sie einschraubte war sie aber dicht. Da ich nach längerer Standzeit immer Probleme beim Starten hatte, aber kein Leck in der Leitung zu sehen war, dachte ich mir, vielleicht zieht sie ja doch Luft. Ich habe die Pumpe dann zur Sicherheit ausgetauscht. Heute habe ich sie dann eingebaut. Zuerst war auch alles ok, aber nach einigem Pumpen fing sie auf einmal an, ebenfalls zu lecken. Daher meine obige Vermutung. Die Pumpe hatt so einen Druck aufgebaut, dass beim Öffnen der Entlüftungsschraube der Einspritzpumpe ein ziemlich starker Strahl Diesel austrat. Kann es sein, dass ich zu strak gepumpt habe oder war die neue Handpumpe eventuell nicht 100% in Ordung?
Wer weiß Rat?

Viele Grüße
Rainer
 
Hallo Rainer,

egal wie stark du pumpst, bei geschlossener Entlüftungsschraube wird der Druck vom Überströmventil geregelt und der Überdruck in die Rücklaufleitung zum Tank geleitet.
Wenn du den Kolben der neuen Pumpe aus dem Gehäuse zum pumpen ziehst, wackelt er dann stark in und her?
 
Hallo Reiner,

der Kolber der Handpumpe wackelt etwas, aber ob das zuviel ist, kann ich schlecht beurteilen. Komisch war halt, dass zunächst beim Pumpen alles normal war. Als ich die Entlüftungsschraube des Filters dann geschlossen habe und noch ein paar Mal weitergepumpt habe, fing die Pumpe an zu lecken. Als ich dann die Entlüftungsschraube der ESP geöffnet habe, spritze Diesel herraus, als ob sich ein hoher Druck im System aufgebaut hätte. Kann es sein, dass das Überströmventil des Filters zu sitzt? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Ich werde das Ventil mal ausbauen und reinigen, mal schauen, ob das was bringt.

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,

das Überströmventil hört man beim öffnen "schnarren". Wenn es das macht ist es eigentlich o. k.
Wenn du Zugang zu Prüfmanometern und Adaptern hast dann baue auf die EP mal eine Prüf-Hohlschraube mit 2 Ringösen auf. In der unteren Öse schließt du das Manometer an und in der oberen die Rücklaufleitung.

Ich hab mir vor Jahren mal eine solche Hohlschraube mit dickem verlängertem Kopf drehen lassen in die M14x1,5 Überströmventile hinein passen.

Aber insgesamt ist da ein Widerspruch, denn wenn nach längerer Standzeit Diesel nachgepumpt werden kann, dann ist das Überströmventil undicht. Wenn es aber bei zu hohem Druck öffnet dann sollte es dicht sein.
 
Hallo Reiner,

also ich habe das Ventil auseinander gebaut und nichts besonderes festgestellt, außer etwas Schmutz, aber nur wenig. Ich habe dann alles wieder eingebaut, aber die Geschichte mit dem Druck ist immer noch so. Schnarren höre ich auch nichts (vielleicht sollte ich mal zum Ohrenarzt:-). Eigentlich kann ja nicht viel an dem Ventil kaputt gehen, ist ja im Prinzip nur die Feder und das Kunstoff (?) Teil vor der Feder, das die Leitung verschließt. Also wenn das Ventil defekt ist, dann eher dass es nicht mehr schließt, also immer offen ist. Komisch die Sache, aber vielleicht ist ja auch alles wie es sein soll, Fahren tut er zumindest normal. Nur mit dem Anspringen nach längerer Standzeit tut er sich etwas schwer. Ich habe den Eindruck, als bekäme er zu wenig Diesel. Aber Luft kommt keine an den Entlüftungsschrauben von ESP und Filter, wenn ich vorpumpe.

Eine Sache noch. Als ich Gestern das Ventil sauber gemacht habe, habe ich beim Probelauf festgestellt, dass nach Abstellen des Motors, bestimmt noch 1 min lang, wenn nicht noch länger, Diesel über die Rückleitung in den Tank lief. Ist das normal? Ist mir vorher noch nie aufgefallen, habe aber auch ehlich gesagt nie darauf geachtet.

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,
wie lange der Diesel noch aus der Rücklaufleitung läuft kann ich nicht sagen, da habe ich noch nicht drauf geachtet. Wenn ich am evtl. am Samstag zu meiner "Baustelle" komme, dann starte ich mal und schaue auf die Uhr. Ich habe vor kurzem ein neues Überströmventil eingebaut, weil das alte den Druck nicht mehr gehalten hat.
 
Hallo Reiner,

ja das wäre mal interessant. Vielleicht ist der lange Nachlauf ja ein Indiz für ein defektes Ventil. Wobei, wie du schon erwähnt hast, der hohe Druck im Filter und ESP eigentlich dagegen spricht.

Gruß
Rainer

P.S. Ich habe gerade gesehen, dass du aus Mühlhausen kommst, vielleicht sieht man sich ja mal in der Gegend hier.
 
Hallo Rainer,

die Filtereinheit hat kein eigenes Überströmventil. Es ist nur eins in der EP verbaut. Wenn du bei geöffneter Entlüftungsschraube pumpen tust, geht das auch sehr schwer? Wenn ja dann mach erst mal die Filter neu.
 
Hallo Reiner,

im Filter bzw. im Anschluß an die Rücklaufleitung sitz ein Überströmventil. Das ist das, was ich ausgebaut habe (Nr. 36 im Bild). Im dem Ventil befindet sich eine Schraube, die man heruasschrauben kann und dahinter ist dann eine Feder und so ein Plastikteil, das den Rücklauf verhindert. Wo genau sitzt denn das Überströmventil in der ESP?

Gruß
Rainer

Irgendwie ist Heute der Wurm drin, Foto hochladen klappt irgendwie nicht.

So ich hoffe man kann auf dem Bild noch was sehen. Das Ventil habe ich rot eingekreist.
 

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Hallo Foristen,

mal ein kleines Update zu den oben genannten Problemen/Fragen. Ich habe mittlerweile alle Ventile der Vorförderpumpe und das Rücklaufventil hinterm Filter ausgebaut, gereinigt und wieder eingebaut. Scheint soweit alles ok zu sein. Handpumpe funktioniert, obwohl sie leckt (aber nur beim Pumpen) und Rücklaufventil öffnet nach einiger Zeit und schließt dann auch wieder. Auch das Zurücklaufen des Diesels in den Tank, nach dem Abstellen des Motors hat sich gelegt. Wahrscheinlich hat das Rücklaufventil irgendwie gehangen. So weit so gut, aber das Problem mit dem Anspringen ist immer noch da. Also, wenn ich den Unimog einige Tage stehen lassen, springt er nur nach langen Orgelorgien an. Die Außentemperatur scheint dabei nicht ausschlaggebend zu sein, eher die Standzeit. Irgendwie habe ich den Eindruck als würde der Motor zu wenig/keinen Diesel bekommen, so als seien die Druckleitungen leer gelaufen. In der ESP und im Filter ist mmer genügend Diesel drin, d.h. wenn man mit der Handpumpe vorpumpt kommt direkt Diesel aus den Entlüftungsschrauben. Kann es denn sein, dass die Druckleitungen irgendwie leerlaufen? Wenn ja, woran kann das liegen. Ich habe mal ein Bild der ESP und der Leitungen angehängt, vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag. Ach ja, Undichtigkeiten sind nirgends auszumachen. Bei der ESP vom OM 621 gibt es ein ähnliches Problem, dass oft auf einen kaputten Dichtring der Druckventile zurück zu führen ist. Leider gibt es genau den Dichtring bei der ESP des OM636 nicht. Es gibt zwar einen Dichtring (Nr.5 auf dem Bild), beim OM 621 gibt es aber noch einen zusätzlichen, der oft der Übeltäter ist. Gibt es eurer Erfahrung nach noch weitere Kandidaten oder einfach mal das Rücklaufventil am Filter wechseln, was meint ihr?

Die ESP ist übrigens eine PES 4A 50 C 410 RS 1010 .

Viele Grüße
Rainer
 

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Hallo Reiner,

das schlechte Anspringverhalten sollte weg sein, wenn Du nach Motor AUS den Leerlaufstellhebel in eine Stellung bringst, in welcher der Motor einen erhöhten Leerlauf hätte.

In dieser Stellung muss der Leerlaufstellhebel bis zum nächsten Start verbleiben.



Probier das doch bitte mal aus und gib dann einfach mal Laut.
 
Hallo Michael,

wenn dein Tipp erfolgreich ist, kannst du mich schreiben wie du willst :)

Aber noch eine kurze Nachfrage. Was meinst du mit Leerlaufstellhebel? Den Standgashebel oder den Hebel zum Abstellen des Motors?

Gruß
Rainer
 
Wenn der 411 bzw. OM636 technisch in Ordnung ist, springt er nach ausreichendem Vorglühen auch in Leerlaufstellung ohne Drehzahlerhöhung per Gasfuß oder Handgashebel spontan an.

Sonst ist irgendwas faul.
 
Tja Rainer,

wenn die Handpumpe neu ist und Schwierigkeiten immer noch bestehen, dann muss man eben weiter forschen. Vielleicht gehst Du mal die Störungstabelle U411 oder OM636 systematisch durch?

Mein Sohn pflegt bei Fragen zu meinen EDV-Problemen stets lässig zu antworten: "Sieh' es als Herausforderung!"
 
Hallo,

ich bin ja dabei, sozusagen bei dem vorletzten Teil der Dieselversorgung. Danach kommen nur noch Düsen und Kompression, wobei ich nicht so an die Kompression glaube, weil das Startverhalten nicht sonderlich stark von den Außentemperaturen abhängt. Daher meine Vermutung mit den leer gelaufenen Druckleitungen. Aber kann das überhaupt passieren und wenn ja, woran kann das liegen. Für den OM621 gibt es ja einen potentiellen Übeltäter. Letzten Endes bringt es mir auch nichts, zu wissen, dass die wirklich leerlaufen, wenn ich nicht weiß welches Teil dafür verantwortlich ist.

Gruß
Rainer
 
Hallo,
wenn kein Diesel beim Startvorgang da = kein Qualm
Dann muss es zwangsläufig mit der Dieselförderung zu tun haben.

wenn doch Diesel da ist, ist beim "orgeln" auch (viel) Qualm zu sehen. Stinkt auch.

Wie schaut´s mit der Anlasserdrehzahl bzw. der Spannung der Batterie aus. Je länger der Mog steht desto leerer wird eine schlechte Batterie evtl.

Wenn er also beim langen "orgeln" qualmt gibt es wohl eine andere Ursache als kein Diesel.
Vorglühanlage, Anlasser Batterie, schlechte Massekontakte, keine Kompression usw.