Hauptuntersuchung für den U411 in Hamburg

mosbach

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08. Sep. 2015
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Hallo liebe Unimogfreunde ich wollte fragen welche Möglichkeiten es gibt meinen U411 über den Tüv zu bekommen.Bisher bin ich immer nach Harburg gefahren ,doch jetzt ist der Bremsenprüfstand für LKW´s bei denen kaputt und ich soll nach Hamburg,über die Elbbrücken in dem Verkehr,hab ich viele Bedenken.
Vielleicht weiß jemand aus der Gegend wo ich vielleicht, mehr auf dem Land ,zum TÜV könnte.
mit freundlichen Grüßen
Michael
 
Hallo,

das Monopol ist abgeschafft, man kann auch zur GTÜ, KÜS etc. fahren. Oder in die nächste Werkstatt mit HU. Ich fahre bei der HU auch immer auf den PKW Bremsenprüfstand.

Gruß
Markus
 
Hallo Michael,
wie mein Vorgänger bereits ausgeführt hat, es gibt kein Monopol mehr für die technische Abnahme unserer Fahrzeuge. Schau mal ob bei landwirtschaftlichen Werkstätten in Deiner Gegend regelmäßig eine der zugelassenen Abnahme-Organisation zu Besuch kommt. Bei mir ist es in meiner Werkstatt die Dekra. In der Regel wissen diese Prüfer, das an landwirtschaftliche Fahrzeuge "andere Maßstäbe" angelegt werden müssen als z.B. an einen PKW - der Hauptklientel beim TÜV in einer Stadt.

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Dazu mal ein Episödchen von mir...

1x im Jahr kommen 2 Mitarbeiter vom TÜV Süd zu uns ins Dorf und machen für alle Schlepper die's brauchen die HU.
Vor einigen Jahren wollte ich für meinen U411 die HU wie die Jahre zuvor auch bei diesem Sammel-Termin im Ort machen.
Kuckt der junge, hochmotivierte Mitarbieter in den Fahrzeugschein und stellt fest: "Der fährt ja über 50 km/h, da muss er auf einen Bremsenprüfstand!" :shock:
Da bin ich dann also unverrichteter Dinge wieder abgerückt. :(

Eine Woche später (also noch ein Tag Urlaub im A... :x ) bin ich mit dem Mog dann in eine freie KFZ-Werkstatt im Nachbarort, der hat ja einen Bremsenprüfstand.
Als ich mit der Untersuchung dran war und schon auf den Prüfstand fahren wollte, da winkt der Mitarbeiter von der Dekra freundlich ab und sagt: "Nee, nee, das machen wir im Fahrversauch". :!: :?:
Also ein paar Meter über den Parkplatz gefahren, gebremst und alles war ok. :lol:



Gruß,

Noch'n Roland
 
Hallo Roland,


bei uns gibt es gar keine TÜV Prüfstelle mehr im Landkreis! Und das hast sicher seinen Grund. Hier teilen sich die Wettbewerber das Feld, die gerne ehemalige TÜV Stationen übernommen haben.

Gruß
Markus
 
RolandHuscher schrieb:
Dazu mal ein Episödchen von mir...

1x im Jahr kommen 2 Mitarbeiter vom TÜV Süd zu uns ins Dorf und machen für alle Schlepper die's brauchen die HU.
Vor einigen Jahren wollte ich für meinen U411 die HU wie die Jahre zuvor auch bei diesem Sammel-Termin im Ort machen.
Kuckt der junge, hochmotivierte Mitarbieter in den Fahrzeugschein und stellt fest: "Der fährt ja über 50 km/h, da muss er auf einen Bremsenprüfstand!" :shock:
Da bin ich dann also unverrichteter Dinge wieder abgerückt. :(

Eine Woche später (also noch ein Tag Urlaub im A... :x ) bin ich mit dem Mog dann in eine freie KFZ-Werkstatt im Nachbarort, der hat ja einen Bremsenprüfstand.
Als ich mit der Untersuchung dran war und schon auf den Prüfstand fahren wollte, da winkt der Mitarbeiter von der Dekra freundlich ab und sagt: "Nee, nee, das machen wir im Fahrversauch". :!: :?:
Also ein paar Meter über den Parkplatz gefahren, gebremst und alles war ok. :lol:



Gruß,

Noch'n Roland

Moin,

mein Landmaschinenhändler bekommt auch wöchentlich Besuch vom Prüfer, der darf aber die schnellen Schlepper (wie den Mog) nicht abnehmen. Ich glaube die haben diesbezüglich auch differenzierte Berechtigungen.

Wenn ein Prüfer trotz Prüfstand den Fahrversuch wählt, hat das damit nichts zu tun. Ich denke mal er ging einfach von einem permanenten Allrad aus. Sei froh!

Michael
 
Hallo zusammen,

mir wurde von der Landmaschinenwerkstatt gesagt, dass Lof Fahrzeuge nicht auf den Bremsenprüfstand müssen, sondern der Bremsversuch reicht. Beim TÜV und bei der Dekra musste er bisher jedes mal auf den Bremsenprüfstand. Im nächsten Dezember fahre ich dann mal zur Landmaschinenwerkstatt zur HU, mal sehen was dann passiert. :wink:
 
Moin zusammen,

war bis jetzt 4-mal mit meinen 411er zur HU und musste auch noch nie auf den Bremsenprüfstand...wie Roland schrieb, ein paar Meter Anlauf genommen und gebremst und einmal mit angezogener Handbremse angefahren. Obwohl alles einheitlich und genormt sein sollte, so verschieden sind die Prüfstellen bzw. wohl eher die Prüfer. In diesem Sinne, schönes WE Euch allen!
 
Hallo,

ich fahre immer auf den Prüfstand, auch wenn ich es vielleicht nicht müsste. Messwerte überzeugen mich mehr als subjektive Eindrücke. Letztes mal bei der HU habe ich dem Prüfer gesagt, dass ich lieber noch mal wiederkomme. Die linke vordere Bremse zog nicht wie gewohnt. Und siehe da, ich fand Fett in der Trommel. Bremse instandgesetzt und wieder auf den Prüftstand und alles war gut. Auf der Hinfahrt war das nicht großartig aufgefallen.

Gruß
Markus

P.S.: Für alle, die selber in den Prüfstand fahren, nicht im ersten oder zweiten Gang. Dann ist der U imog 411 zu langsam um aus dem Rollenprüfstand zu fahren. Falls doch, bremsen und warten bis der Prüfstand steht, dann schnell herausfahren, bevor er wieder anläuft.
 
Hallo,

was würde denn passieren, wenn man mit zugeschaltetem Allrad in einen Rollenprüfstand fährt,
bzw. den Allrad zuschaltet um aus dem Prüfstand wieder rauszufahren?

Gruß Tobias
 
Hallo,

Allrad heißt, das alle vier Räder angetrieben werden. Da du nur auf den Achsen Differentiale hast, können Geschwindigkeitsunterschiede nur zwischen den Rädern einer Achse ausgeglichen werden. Geschwindigkeitsunterschiede zwischen VA und HA können nicht ausgeglichen werden. Und jetz überleg mal, was die Achse wohl macht, die im Prüfstand und die außerhalb des Prüfstandes wohl machen?

Gruß
Markus
 
Hallo
Da gab es noch die Messung von Ullis 404 auf dem Prüfstand, wo auch ohne Allrad das Getriebe auseinander geflogen ist...
guter Einwand, eben weil sich der Allrad durch Lagerfresser selbsttätig zugeschaltet hat.
 
Hallo,

also ist es das Getriebe was wohl zuerst Schaden nimmt. Ich dachte die Achsen wären viel mehr in Gefahr.

Gruß Tobias
 
Moin.
Unser "TÜV" schickt Allradoldtimer nie auf den Prüfstand.
Das Risiko was kaputt zu machen und dann dafür haften zu müssen ist denen zu groß.

Also kommt ein kleines Kästchen an die Frontscheibe.
Das Ding misst die Verzögerung, gekoppelt mit dem Laptop, dass
die Werte gleich im TÜV Protokoll sind.

Da steht dann "erforderliche Abbremsung in %" und die "erreichte Abbremsung in %"

Erst recht bei unseren großen Allradlern wie Tatra 813, 815, ZIL und Ural werden die nen Teufel
tun und irgendwelche Schäden aufm Prüfstand riskieren.
Ich wüßte auch nicht, das es einen Prüfstand gibt für permanent 8x8 Kisten.

Gruß
Martin
 
Moin,

wir müssen mal differenzieren, hier ist Insider-Wissen eingeflossen, welches nicht (unbedingt) zur Fragestellung dient....

Aus meiner Sicht, stellt sich das so dar:

- Fahrzeuge unter 40 km/h müssen nicht auf den Bremsenprüfstand (besondere Prüfstätten ohne Prüfstand erlaubt)
- Bei Fahrzeugen über 40 km/h kann statt der Prüfung auf dem Bremsenprüfstand auch eine gefahrene Prüfung (ggfs. mit Verzögerungsmessung) vorgenommen werden (Prüfstätte muss aber über Prüfstand verfügen). So läuft z.B. auch die Prüfung von Tanja LUAZ, da das Fahrzeug bautechnisch begründet auf einem Prüfstand kaum eine Bremsleistung liefert.

- Das mit der Prüfstätte kann in der StVZO Anlage VIIIa nachgelesen werden

- Beim 411er reicht bei meinem GTÜ-Prüfer der große Prüfstand für Transporter aus (den 435 lässt er aber inzwischen z.B. nicht mehr rauf, also nicht pauschal <7,5to).
- Beim (intakten) 411er können die Achsen getrennt gemessen werden (sofern der Allradhebel nicht gezogen ist => normal auch keine Trickserei mit der Differenzialsperre nötig)
- Das ziehen während der Prüfung einer Achse wäre wohl für das Getriebe nicht gut, da die Schubmuffe eine drehende und eine stehende Einheit verbinden würde (dies könnte zu Schäden oder zum abscheren einer Verzahnung führen). Der Prüfstand fährt glaube ich bei so um die 8-10 km/h. (Anmerkung: Wenn man (erlaubt) beim Fahren den Allrad einlegt, bewegen sich beide Achsen halbwegs identisch oder eine Achse befindet sich auf einem nicht so grifffesten Untergrund wie in der Werkstatt). Ob die Achse/das Differential auch Schaden nehmen könnte weiß ich nicht, glaube ich aber persönlich weniger... Bestenfalls macht der Mog einen gehörigen Sprung aus den Rollen hinaus.

Was war bei Ulli?

Für die Messung der einzutragenden Leistung wurde der Mog auf einen Rollenprüfstand geschnallt. Die Hinterachse war auf den Rollen, die Vorderachse auf dem normalen Fußboden.
Die Tests wurden mit erheblicher Geschwindigkeit gefahren.
Da beim Getriebe die beiden Wellen für Vorder- und Hinterradantrieb ineinander laufen und nicht für derartige Differenzen in den Umdrehungen ausgelegt waren (eine Stand, die andere machte hohe Umdrehungszahl) versagte wohl die Schmierung zwischen diesen und verschweißte sie förmlich miteinander, was dann zum plötzlichen Allradantrieb und zu erheblichen Schäden am Getriebe (und Kupplung?) führte.

Also das ist eine nicht gängige und durchaus seltene Form der Prüfung gewesen, aus der einige Leute neue Erkenntnisse gezogen haben. Sie lief -wenn ich mich recht erinnere- im Zusammenhang mit dem Umbau des M180 auf M130-Zylinderkopf und dem Einbau einer Gasanlage...

Für die Treckerfahrer die Antwort auf die Frage "Warum hat er nicht an der Zapfwelle messen lassen?": Der 404 hatte nur vorne eine Zapfwelle verbaut, die dreht aber für die Zapfwellenbremse falsch herum. Ich gehe auch davon aus, dass die höhe der Umdrehungszahl der Zapfwelle auch eine Rolle spielen dürfte, die dürfte weit über den 1050 U/Min, liegen

Michael
 
Hallo liebe Unimog Freunde,vielen Dank für die guten Beiträge,jetzt weiß ich schonmal mehr,ich werde dann wohl zur Landmaschinenwerkstatt,vielleicht hab ich Glück und muß nicht auf den Bremsenprüfstand.
mit lieben Grüßen
Michael
 
Nach 42 Jahren vorübergehender Stillegung inklusive 3 Jahre Restaurationszeit hatte ich vor 1,5 Wochen meinen U411 Westfalia ohne Mängel durch die Hauptuntersuchung beim TÜV gebracht.
Die Wirkung der Betriebsbremse und Handbremse wurde dabei im Fahrversuch überprüft. Die mittlere und maximale Verzögerung wurde jeweils mittels Beschleunigungsmessgerät ermittelt.
Max-Werte:
- Betriebsbremse: 4,9m/s2
- Handbremse: 2,7m/s2

Interessieren würden mich hier auch sehr Vergleichswerte anderer U411, auch vom Rollenprüfstand.

Die Bremsleistung eines U411 ist 60er-Jahre-gemäß und darauf sollte man die Fahrweise einstellen. Also vorausschauend fahren und Motor/Schaltung arbeiten lassen. Ich gehe mal davon aus, dass sich die Bremswirkung nach ausreichendem Einschleifen der Beläge noch etwas bessert. Viel wird es aber sicher nicht sein, wenn Bremstrommeldurchmesser und Belagdicke gut zueinander passen bzw. aufeinander abgestimmt sind.

Beste U411-Grüsse
Winni
 

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Hallo.
wenn du mal die Suche nutzt, wirst du Werte hier finden. Entscheidend ist die Last auf der Achse. Ein BKV wirkt bei der Fusskraft Wunder.

Gruß Markus