Hebelstoßdämpfer abdichten???

Moin Rainer,

es hat mich schon lange gestört, dass die Hebelstoßdämpfer ein "Geheimnis" waren.

Niemand konnte (oder wollte) Auskunft geben, anscheinend niemand hat sich intensiv mit Ihnen beschäftigt.

Einige haben mir erzählt, dass sie Einen oder auch mehrere Dämpfer in den Schrott geschmissen haben.

All das hat mich gereizt, die Sache an zu gehen und meine Dämpfer selber zu reparieren.


Technisch ruht das Thema im Augenblick aus organisatorischen Gründen, deshalb zur Zeit nur Theorie. :)

Anfang des neuen Jahres wird es weitergehen.


@Lothar

falsche Teile hatte ich nie in den Fred geschmuggelt, sondern "richtige" Teile "vergessen". :wink:

Die entsprechenden Bilder sind aber schon eingefügt


@alle

falls irgend etwas unklar ist, oder nicht schlüssig ist, oder sogar falsch scheint, meldet Euch bitte.

Auch ich befinde mich noch in der Lernphase, und bin für jede Anregung dankbar.
 
Hallo
Die Dämpfungswirkung ist nicht zuletzt eine Frage des Passungsspiels und der Oberflächen"güte" zwischen Kolben und Zylinder.
eine gewisse Leckage ist zulässig. Zum einen muss das Öl aus der Arbeitakammer verdrängt werden, , bei abdichtungen durch Manschetten müssen dann die Ventile die gesamte Ölmenge händeln. Da die Anforderungen an die Dämpfung nur geringfügig unterhalb eines Formel 1 Boliden liegen, ist eine Leckage hinnehmbar, in jeder Einspritzdüse funktioniert das ja auch.
Zum anderen hat eine gewollte Leckage den Vorteil, dass infolge des Ölfilms eine Flüssigkeitsreibung der zwischen Kolben und Gehäuse vorliegt.

Die Ventilpättchen wären durch Laserteile simpel zu ersetzen, schwieriger wird es mit den passenden Federn.

Das schwierigste wird wohl die Abstimmung der Zug-Druckstufe sein, im gefürchteten holsteinischen Bergland sind die Geschwindigkeiten und straßenverhältnisse ja deutlich anders wie bei den Flachländern.
Du wirst also nicht umhinkommen, in jeder Region Testfahrten für das passende Setup durchzuführen.

Achso, dass der Norden "oben" am Rand der Scheibe liegt glauben nur noch die Nordmänner, bei dennen fließt das Wasser ja berauf. Neuere Karten sehen anders aus, guckst du hier
 
Hallo Helmut,

eine gewisse Leckage ist zulässig.
... nicht nur das, sondern auch notwendig - wie Du anschließend selbst erläutert. Aber sie sollte eben verschleiß- und korrosionsbedingt nicht so groß sein, dass sie die erforderliche Dämpfungswirkung einschränkt.
 
Moin Ihr Zwei,

ich hatte ausdrücklich sachdienliche Hinweise/Anregungen gewünscht, aber keine "Wortklaubereien" :lol:

Da es in den HSD keine manschettlichen Dichtungen gibt, ist eine Verlust-Öl-Schmierung absolut sinnvoll.

Deshalb ist mir klar, dass nicht mit zu wenig Spiel gearbeitet werden darf. (über den Wert bin ich mir noch nicht in Klaren. Habt Ihr eine Vorstellung?)

Für den "Rückfluss" des Öls ist andererseits schon Vorsorge getroffen worden. (Bilder folgen)
 
Moin Du Einer,

üblich für Kolben im Zylinder sind die Spielpassungen H7/f7 oder H7/g6. Jedenfalls leichte Verschiebbarkeit ohne merkliches Spiel. Zu großes Spiel fördert nämlich den mechanischen Verschleiß und erhöht die Gefahr, dass gröbere Partikel in den Spalt geraten und dort zerstörerisch wirken.
 
Danke,

hier die angekündigten Bilder:

Durchlass im Ventil

16739120ir.jpg


"Blutrinne" im Kolben

16739121zq.jpg
 
Moin Reiner,

ist auf der gegenüberliegenden Seite des Kolbens auch eine "Blutrinne"? Die Rinne bewirkt jedenfalls schon eine geringe Minderung der maximal möglichen Dämpfungswirkung. Ist aber konstruktiv so gewollt. Vielleicht würde sonst etwas platzen? Oder es soll eine langsame Beweglichkeit ohne Dämpfung bewirken? Am besten wäre es herauszufinden, welches Passungsspiel tatsächlich konstruktiv vorgesehen war.
 
Moin Christoph,

da meine Dämpfer auf jeder Seite eine solche Rinne aufweisen, gehe ich davon aus, dass es so gewollt ist.

Genau wie die winzigen Schlitze im Druckventil verhindern sie ein Ansprechen der Druckventile bei leichtem Ein/Aus-federn.
Gleichzeitig sorgen sie durch den geringen Durchfluß für einen Widerstand und damit für eine Dämpfung.

Für mich ist das absolut schlüssig.

Am besten wäre es herauszufinden, welches Passungsspiel tatsächlich konstruktiv vorgesehen war.

Ja, das wäre mir auch lieb. (Vielleicht könnte dabei ein Patentanwalt helfen) :wink:

Andererseits sollte man durch die Wahl des Öles, sowie die Einstellung der Druckventile ausreichend Möglichkeit haben, die Dämpfung zu steuern.
 
Hallo Reiner

ist ja schon ein weilchen her :oops:
Bin ja mal gespannt wo Du die einzelnen Dichtungen her beziehst? Die Deckeldichtungen kann (M)ann sich ja gut selbst herstellen,
schwieriger wirds bei den dünnen Dichtringen auf den Ventilen. Wellendichtringe habe ich mir 25/34/7 besorgt und Rep-hülsen von Speedi Sleeve (SKF Nr 99100 ). Die Verzahnung auf der die Hebel sitzen haben 25mm die Welle dahinter 26mm, will die Welle auf 25 abdrehen und für eine gescheite Oberfläche die Hülsen aufkleben.
Lediglich für die dünnen Dichtringen habe ich noch keine Lösung. Möglich wäre ein Stanzwerkzeug herstellen und die Ringe selbst aus geeignetem Material ausstanzen.
Habe mal beim Hersteller angefragt und auch den Chef am Telefon gehabt, aber die Preise die da genannt wurden :fluch da kann ich mir ein Werkzeug herstellen und die Dinger selbst anfertigen :wink:
Reiner das Innenleben Deiner Dämpfer sieht ja ganz schön mitgenommen aus, meine sind da ja noch jungfräulich gegen.
Hast Du mittlerweile noch ein Deckel bekommen?
Jetzt noch ein Bildchen, da seht Ihr was da alles rein passt in so ein Dämpferchen.

Gruß und schöne Weihnachten vom Kaiserstuhl

Andreas

(besinnliches Schrauben im Urlaub)
 

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Nachtrag

es gibt auch Wellendichtringe in 26/34/4, aber meine Wellen sind eingelaufen.
Oder meinst Du das die dem Druck nicht standhalten.

Gruß
 
Moin Andreas,

ich bin total begeistert und gleichzeitig entsetzt!!! :lol:

Begeistert darüber, dass es doch noch jemand gibt, der seine Dämpfer zerlegt hat und auch noch davon berichtet.

Total entsetzt bin ich über den doch noch recht guten Zustand des gezeigten HSD :lol:
Wollen wir nicht tauschen? :wink:

Andreas, die 26er Wedis habe ich auch schon gefunden. Sicherlich bei dem gleichen Anbieter. :)

Warum sollen sie nicht dichten, so groß wird der Druck im Vorrat nicht sein!
Die, im Vergleich zu den Originalen, geringe Höhe, lässt zusätzlich noch Platz für einen "Abstreifer".

Die Deckel-Dichtungen werde ich ebenfalls selber anfertigen.

Eine Bezugsquelle für die dünnen Dichtungen der Ventile habe ich auch nicht.
Solltest Du also ein Werkzeug anfertigen,.........ich melde hiermit Bedarf (in einer größeren Menge) an. :wink:

Die "speedies" sind sicherlich gut für eine schnelle und preisgünstige Abdichtung, aber nicht das, was ich mir vorstelle.

Da, zumindest, eine meiner beiden Wellen, extrem "augelutscht" ist, kommt für mich sowieso nur eine Lösung mit neuen Buchsen in Frage.

Meine HSD "ruhen" im Moment noch, da ich noch mit der Anschaffung einer Drehbank beschäftigt bin.

"Dann sehen wir weiter" :wink:

Dir viel Erfolg und eine frohe Weihnacht!
(Lass uns in Verbindung bleiben)
 
unimogmaster schrieb:
Nachtrag

es gibt auch Wellendichtringe in 26/34/4, aber meine Wellen sind eingelaufen.
Oder meinst Du das die dem Druck nicht standhalten.

Gruß

Normalerweise dreht man ne Welle für die Montage einer Speedysleeve nicht ab.

Kannst weiterhin die normalen Wedis nehmen. Die Sleeve baut ja max 0,1 auf....
 
Hallo zusammen,

Ich bin an meinen Hebelstoßdämpfer revidieren,
nun fiel mir beim zerlegen auf, das ich 3 gleiche HSD, was die Ventile angeht habe. Hinten 2x und Vorne Rechts sind jeweils die gleichen Düsen bei den Dämpfern verbaut, 5.3 und 4.2 müssten es sein ...
Nun meine Frage, vorne links sind die Düsen 5,3 und ,,B´´ verbaut, kann mir jemand sagen warum das so ist , oder ob das so richtig ist?

Gruß Tobi :mog3