Heckkraftheber am 411er!?

Hallo,
gute Diskussion hier!
Was sinnvoll wäre, wäre ein Schaltschema des Steuerblocks!
Jedenfalls werde ich zwei doppeltwirkende Hydraulikzylinder einbauen.
Aber Thorsten, die Prinzipskizze kann irgendwie nicht ganz stimmen, da die Luftpresser die ich ausgebaut habe, nicht schwenkbar aufgehängt waren. Dazu denke ich, soll die Verbindugsstange zwischen Kolbenstange und Achsschenkel dienen. (Winkelveränderung)
Grüße,
Joachim
 
Hallo,
irgendwie kommt es mir vor als wenn vieles hier durcheinander geht.
1. Der Unimog 411.110 Bj 1957 besitzt keine Ölhydraulik. Alles was da an Ölhydraulik eingebaut ist kann nicht Original sein.
2. Für den 421er gibt es eine 1 Zylindrische und 2 Zylindrische Ausführung. Die mit den 2 Zylindern kam irgendwann Anfang bis Mitte 1970.
3. Richtig ist es, daß zumindest der 421 (ich meine aber auch fast alle anderen Mog´s und auch MB trac den Kraftheber \"nach unten drücken\" können.
Falls serienmäßig ein Kraftheber und ein Kippzylinder verbaut wurde, wurde auch links am Rahmen ein Dreiwegeventil verbaut. Dies ermöglicht dann folgende Funktionen:
Sperren (Straßenfahrt, Kipper/ Kraftheber kann nicht abgelassen werden) - Kippzylinder - Kraftheber
Die Bedienung liegt auf dem rechten Steuergerät, Bedienhebel rechts am Lenkrad.
Das Arbeiten wird wie folgt gemacht:
- nach hinten einraste - Kipper geht hoch (Druck auf Leitung mit 3-Wege-Ventil
- nach oben ziehen - genau wie nach hinten ziehn jedoch ohne Einrastung
- nach vorne drücken- Alle Leitungen drucklos, die am rechten Steuerbock sind
- nach unten drücken- druck für 2. Leitung des Steuerbocks. Normal ist diese nur am Hubzylinder verbaut und drückt den Kraftheber nach unten. Wird eigentlich kaum benötigt - wozu auch. Ausnahme: Wenn das 3-Wegeventil auf Straßenfahrt steht könnte damit, falls vorne auch ein Abgang vorhanden, eine doppelwirkende Funktion druchgeführt werden - etwa Seilwinde. Dabei bekommt der Kraftheber aber auch den Druck nach unten zu drücken. Ist also nur Ratsam wenn kein Gerät am Kraftheber ist oder der Schlauch abgenommen wird.

Richtige Bedienung ist:
Kraftheber heben - rechten Hebel am Lenkrad nach hinten ziehen.
Kraftheber absenken - rechter Hebel nach vorne-Kraftheber senkt durch Eigengewicht ab
Kipper anheben - umschalten am Dreiwegeventil und wie oben
Drücken nach vorne nur dann, wenn ein Gerät wie Planierschild etc. im Boden gedrückt werden soll und das Gewicht vom Unimog auf das Gerät wirken soll.

Übrigens - Wenn hinten Geräte betätigt werden dann liegt auch an den Hydraulikanschlüssen vorne Druck an, wenn vone 4 Anschlüsse vorhanden sind.

Ansonsten ist hinten serienmäßig noch eine Druckleitung vom linken Steuerblock und eine Rücklaufleitung.
Sollte aber zusätzlich hinten doppeltwirkend gearbeitet werden dann ist der Kraftheber abzuklemmen und diese beiden Leitungen können benutzt werden.

Na, hoffe doch irgendwie verständlich geschrieben zu haben. Im Grunde eigentlich alles ganz einfach und logisch.
Ach ja - welcher Schlepper kann schon den Heckkraftheber nach unten drücken - habe mal ein Fendt gefahren (Bj 70 - 6 Zylinder) und der war die GROSSE Ausnahme.
Und eine Regelhydraulik ist wegen der gefederten Hinterachse des Unimog nicht möglich. Später mit EHR ja, aber das gibt es nun doch noch nicht ganz so lange.

Gruß
Bernd Thomes
 
Hallo,
bei der Lüfthydraulik kann sich die Schubstange aber bewegen. Ich denke beim gleichen Einbau des Hydraulikzylinders (Starr) wird irgendwas kaputt gehen ;) Wie ich es vom 411.110 her kenne ist wegen der Gestängegeometrie nur das Heben des Krafthebers möglich. Der Zylinder wird dann doch mit einer Feder Zurückgedrückt??? Lege mich da aber nicht fest, also - VORSICHT.#

Gruß
Bernd Thomes
 
Hallo noch einmal:
Noch eine Anmerkung zum langen Text:
- mit \" nach Hinten ziehen ist nicht das Einrasten des Hebels gemeint. Hat der Kraftheber oder der Kipper die Soll höhe erreicht so soll der Steuerhebel in die 5. Position gebracht werden. Dann läuft das Öl wieder drucklos durch den Hydro-Seuerblock, genau wie in Position vorne einrasten.
Das Heben des Kippers oder Krafthebers kann nach belieben mit \"nach hinten Ziehen\" oder nach \"oben drücken\" des Steuerhebels erfolgen. Bei mir meistens wegen Bequemlichkeit nach hinten ziehen und bei gewünschter Höhe wieder in Mittelposition.
Gegen unbeabsichtiges Aktivieren kann der Hebelmechanismus mit der kleinen Schraube zwischen den Hebeln verriegelt werden. Hebel lassen sich dann nicht mehr bedienen.

:) Bernd Thomes
 
Hallo,
dass die Hydraulikanlage am 411.110 Bj.57 nicht original ist, ist mir bewusst! Ich habe oben ja die Gründe angegeben, weshalb ich einen Umbau von Luft auf Hydraulik beabsichtige...
Aber nochmals zum Schwenkradius des Zylinders: Der Luftpresser ist definitiv starr eingebaut. Deshalb ist ja zwischen Kolbenstange und Achsschenkel eine Schubstange eingebaut, die diese Winkeländerung ausgleichen soll (Prinzip der Kurbelschwinge). Das bedeutet für mein Vorhaben logischerweise, dass ich auch eine Schubstange einbauen muss und nicht direkt mit der Kolbenstange auf den Achsschenkel fahre! Evtl. verwende ich die originale Schubstange des Luftpressers...
Jedenfalls baue ich zwei DW Hydraulikzylinder ein.
zu Bernd-Thomes: ich bin nicht der Meinung, dass hier vieles durcheinander geht. Es geht um einen 411 Bj57, an dem ein hydraulisch betätigter HKH installiert werden soll...
Schönen Sonntag noch,
Joachim
 
Hallo Joachim und alle anderen.

Also ich hab mich jetzt mit Hilfe des Werkstatthanbuches schlau gemacht.
Ihr hattet recht. Doppelt wirkende Hydraulik mit einem Steuerblock für hinten und einem für vorne, bei dem der eine Druckanschluß für den Heckkraftheber auf den Kippzylinder gelegt werden kann. Wie heißt es bei Ford so schön.
Ich habe verstanden. Insofern stellen auch zwei doppelt wirkende Zylinder kein Problem dar. Die alte (kleine) Pumpe ist mit 16 Litern pro Minute angegeben.
Also auch kein Problem.

@Joachim.
Die Luftdruckzylinder haben keine separate Schubstange. Kolben und Kolbenstange sind in der Lage die Winkelabweichung durch den Schwenkradius mitzumachen.
Ist bei allen Bremszylindern (LKW) so. Membranzylinder verkraften noch größere Winkelabweichungen.
Da ist keine Schubstange dazwischen.

Die Hydraulikzylinder können das Systembedingt nicht. Du kannst aber keine Schubstange zwischen Zylinder und Hebel bauen, da du dann Knickkräfte auf die Kolbenstange bekommst, die die Dichtungen nicht lange mitmachen.
Deswegen muss der Zylinder schwenbar sein. Ist ja aber auch kein Problem.

Das Bild oben betrifft nicht den Unimog, sondern ist ein ähnlicher Einsatzfall aus einer Vorrichtung um die Sache zu verdeutlichen.

Thorsten
 
Hallo Joachim
1. wünsche Dir auch noch einen \"schönen Sonntag\" bevor Du Dir vielleicht doch noch ein Bruch am Mog holst.
2.Wie Thorsten beschriben hat, meinte ich es mit den Luftzylindern auch, daß diese leichte Schwenkbewegungen machen können - aber probiere es einfach mal Starr mit Hydraulikzylinder, entweder halten diese nicht lange, weil der ganze Druck auf die Dichtung geht oder es kommt eben doch das Gestänge.
Daß es beim 411.110 nicht mit Öl gearbeitet wurde ist eigentlich jedem klar. Bin aber von einem bereits umgebauten ausgegangen - ok, besitzen in der Familie selber den 411.110 Bj März 1957 mit noch dem 1. Nummernschild und keiner Abmeldung im voll einsatzfähigem Zustand incl. Luftkraftheber, Frontkraftheber mit Mähwerk, dazu noch der original dazugekaufte Wechselpflug etc.
3. Was durcheinander läuft????
1. Es sind Original original immer doppeltwirkende Steuerventile für die Hydr. verbaut
2. Im Normalfall können alle Ölbetriebenen Kraftheber bei Daimler Heben und Drücken
3. Normal besitzen Traktoren keine Kraftheber die nach unten drücken können
4. Absenken der Gerätschaften wird mit Hebel nach vorne gemacht
5. Bei richtigem Anklemmen des Krafthebers/Kippers etc. kann es nur zu Bruch kommen wenn die hintere Abdeckung der Pritsche eingelegt ist und der Kraftheber geboben wird.
Ich will mir die Beiträge nicht alle noch einmal durchlesen, könnte sicherlich noch einiges an Punkte aufzählen.
So, hoffe daß es Dir mit dem später ölbetriebenen Kraftheber auch viel Freude macht zu arbeiten und es dem Gestänge auch bekommt. Habe auch noch wohl ein großen Greiferzylinder liegen, der wird sich sicherlich nicht verbiegen. Da gehst Du in dieser Sache schon mal auf Nummer sicher.
Gruß
Bernd Thomes
 
Hallo alle miteinander,
muss doch noch mal ne Frage stellen, was die Schwenkbarkeit der Zylinder betrifft: Und zwar habe ich mir heute Nacht beim Tüfteln überlegt, wie das bei der Originalhydraulik wohl sein mag. Dort ist der Zylinder doch auch starr eingebaut. Oder nicht?
Zu meinen Überlegungen: Prinzipiell ist es das gleiche Prinzip wie beim Verbrennungsmotor.
Kurbelwelle = Achsschenkel drehbar am Rahmen
Pleuelstange = Zwischenhebel von Aschschenkel zu Kolbenstange
Kolben = Kolben des Hydr.zylinders bzw. Kolbenstange
Die Komponenten sind natürlich mit drehbaren Gliedern miteinander verbunden.
Theoretisch müsste doch der Kram so funktionieren, denn beim Motor wo auch enorme Kräfte auftreten funkts ja auch... :)
Bernd, ich hoffe auch, dass es mit der Hydraulik dann spass macht, zu arbeiten. Dass der Einlegeboden jedesmal herausgenommen muss ist halt leider so.
Grüße,
Joachim
 
Hallo,
ihr hattet natürlich mal wieder echt. Der Zylinder muss irgendwie schwenkbar montiert werden. Ich dachte immer, dass ein Zwischenstück eingabaut ist... :casstet:
Aber jetzt mal konkret: hättet ihr Vorschläge, wie dies in Wirklichkeit aussehen könnte? Vor allem kostengünstig?

zu Thorsten: vielleicht kannst du mir die Katalogblätter ja per mail schicken?
joachimgoeser@aol.de

Danke,
Joachim
 
Hallo Joachim,
ich möchte bei meinen 2010 auch auf Hydraulik umrüsten, hast du ein paar Infos für mich?
Das würde mir sehr helfen.
Danke!
Gruß
Richard
 
Moin Ihr Zwei,

ich hab Euch grob die unterschiedlichen Funktionsprinzipe skizziert.

Vielleicht hilft es Euch weiter.

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3936510.jpg


Und so sah mal mein umgerüsteter Luft-Hydr-Heber in einem 411.112 aus.

War ein provisorischer Notbehelf, aber zum Pflügen hats vollkommen ausgereicht.

3936588.jpg
 
Hallo Reiner,
Das mit dem Zylinder im Rahmen wird nicht gehen da der Rahmen nur 10,5 cm hoch ist. Sonst hätte Benz das ja auch bei denen vor bj 61 so machen können.
 
Bei Luft müssen die Zylinder / Druckflächen größer sein, daher geht das nicht im Rahmen. Mit 8-10bar kann man bei kleinen druckbeaufschlagten Flächen nicht viel Kraft erzeugen, bei 80bar Hydraulik sieht das schon anders aus.

Markus
 
Hallo miteinander,
Wieviel würde der Heckkraftheber denn heben?
Wo wir schon bei dem Thema sind es gab doch mal einen thread zum FKH am 411 wo einige Leute ihre persönlichen Lösungen vorgestellt haben, weiß jemand wie der zutraf hieß ? Ich hab's vergessen.
 
Hallo UFH,

Zur Hubkraft des originalen Heckkrafthebers kann ich leider nichts sagen, hab meinen selbst gebaut und der hebt ca. 800kg.

Der Thread mit den Frontkrafthebern könnte dieser hier sein: http://www.unimog-community.de/phpBB3/suche-bilder-fur-fkh-411-eigenbau-t30149-15.html

Gruß
Manuel