Hallo Tobias,
auch von mir ein :thumbup: für die Bilder.
Als die Freunde von mir, auf deren stillgelegtem Hof mein 406er heutzutage seinen Unterschlupf gefunden hat, noch aktiv Landwirtschaft betrieben haben, habe ich dort auch gerne beim Heu- bzw. Strohpressen und -einsammeln geholfen. Allerdings hatte ich damals als kleiner Steppke im vorpubertären Alter auch altersbedingt immer den leichtesten Job: den 633er IHC mit Ballenanhänger im Standgas über's Feld lenken, während hinten der Bauer und mein Vater die Ballen aufgesteckt und gestapelt haben. Dafür mußte ich allerdings auf dem Heuboden beim Aufstapeln helfen - und das war mit Abstand die heißeste, dreckigste und staubigste Arbeit, die mir jemals untergekommen ist.
Der Anhänger wurde übrigens beladen, bis zum Geht-nicht-mehr, bzw. vorher war genau bekannt, in welcher Höhe Weidezaunzuleitungen oder Telefonleitungen die Feldwege querten. Da hieß es dann ganz langsam drunter herfahren, damit "unten" die Ladung passieren konnte, während oben die auf der Ladung thronenden Mitfahrer vorsichtig über die Leitungen hinwegstiegen. Nur bei Stromleitungen ging das wohl eher nicht :lol:
Irgendwann hieß es dann bei vollem Anhänger nicht mehr "absteigen!", sondern "Bleib mal sitzen, Du kannst heute nach Hause fahren" (ging nur über Weiden und Feldwege). Mann, war das ein Gefühl, die aus meiner Sicht unendlich lange Motorhaube vor mir und die schwer arbeitenden 52 Pferdestärken in den Ohren 8)
Wahrscheinlich hat genau dieser Moment bewirkt, daß ich
- noch heute kaum etwas lieber höre als den unbeschreiblichen Klang eines IHC-3-Zylinders
- knapp 20 Jahre später einmal selbst Besitzer zweier altgedienter Ackerschlepper (siehe ganz unten) werden würde. "Altgedient" bedeutet übrigens, daß ich selbst inzwischen noch einige wenige Jahre älter bin... :lol:
Strohballen stemmen heißt es auch heute noch manchmal bei einem anderen Freund, welcher noch aktive Landwirtschaft in Form von Mutterkuhhaltung betreibt. Allerdings wird das Stroh - mangels eigenem Ackerbau, der dort auch inzwischen eingestellt wurde - hängerweise aus der Rheinebene angeliefert und braucht nur noch abgeladen werden. Gottseidank übrigens ordentlich gestapelt und nicht per Ballenschleuder aufgeladen
@ Holger:
Das kann ich verstehen: bei dem zweitgenannten Freund bin ich immer gerne, am liebsten aber im Winter, wenn alle Tiere (ca. 35 Stück Vieh) im Stall stehen und die obligatorische Besichtigung "Hässe wat Tied? Dann söffe ens äwwen in'en Stall kieken jonn" stattfindet. Der Stolz des Bauern auf seine Herde will dabei unbedingt beachtet werden :wink:
Dagegen finde ich die Stimmung bei dem erstgenannten Freund, wo lediglich noch ein Esel und zwei Schafe als Rasenmäher dienen und ansonsten der Blick nur noch in leere Ställe fällt, immer etwas melanchloisch
@ michael:
Die Ballenschleudern sind ja ganz gut für denjenigen, der alleine (!) presst und damit - heute auch in der Landwirtschaft unvermeidbar - Personal, Zeit und Geld spart. Ein solches Durcheinander abzuladen und dabei womöglich noch per Gabel in eine darüberliegende Luke aufzustecken, ist allerdings kein Vergnügen :?