Historische Bremsanlagen mit Unterdruck entlüften

Hallo,

meine Vermutung ist, dass in der längsten Leitung die meiste Luft sein kann. Diese soll zuerst beseitigt werden, da Luft kompressibel ist und sich die Luft unter Druck zusammengedrückt. Die Luftblase entspannt sie sich auf ihr ursprüngliches Volumen, wenn der Druck nicht mehr vorhanden ist. Das führt zu einer Bewegung/Schwingung der Flüssigkeit in der Leitung.
Dieser Effekt ist in den kurzen Leitungen geringer, da weniger Luftvolumen insgesamt enthalten sein kann. Durch die Schwingung der Flüssigkeitssäule kann wieder Luft angesaugt werden. Und die genau will ich nicht in den Leitungen haben.

Gruß
Markus
 
Hallo Stefan,

schön dass mein Ansatz plausibel ist. Auch wenn es jetzt in deinem Beispiel nicht so ist, so haben sicher viele die Vorgehensweise beim Pumpen beibehalten, als die Methode gewechselt wurde, ohne nachzudenken warum man was wie gemacht hat. Daher wird die Standardantwort vieler alter Meister sein, mit der längsten Leitung zu beginnen.

Schönen Tag noch.

Gruß
Markus
 
Hallo Leute,

Ich entlüfte die Bremse mit Unterdruck an den Entlüftern mit einem preiswerten Gerät mit Kompressor. Funktioniert eigentlich gut, bis auf die Nebenluft von den Gewinden.
Bei mir in der Werkstatt war mal einer, der hatte am Motorrad Entlüfter, die dicht waren und ein Ventil hatten, so dass man ohne viel Auf und Zugedrehe schön in eine Richtung durchpumpen konnte. Man hat nur den oberen Teil geöffnet und das Gewinde im Sattel hatte Ruhe. Der Hersteller war Stahlbus. Die Dinger wären für Unimog auch nicht schlecht, nur so gedacht.
Grüsse Norman.
 
Hallo
Durch die Schwingung der Flüssigkeitssäule kann wieder Luft angesaugt werden. Und die genau will ich nicht in den Leitungen haben.
oha, getz wird es interessant, und nach dem Zenonischen Paradoxon kann ein Sprinter auch nie eine Schildkröte überholen, wenn sie einen Meter vor im startet und ein Stahlträger biegt sich auch dann schon, wenn sich nur eine Mücke draufsetzt. :P . Sagt mir Bescheid, wenn ihr im realen Leben wieder zurück seid.
Beschreiben wir den normalen Entlüftungsvorgang mit Pumpen am HBZ: Entlüfterventil öffnen, Förderhub (Pedal treten), Ventil schließen, Saughub (Pedal loslassen). Zum Entstehen von Schwingungen muss ein schlagartiger Druckanstieg (Druckwelle) vorhanden sein, die sich durch das System fortpflanzt und am Ende refektiert wird. Der Druckanstieg ist aber, sofern man bei geöffnetem Entlüfterventil überhaupt von einem Druckanstieg reden kann, langsam, (außer ihr pumpt eure Waden mit Anabolika auf :mrgreen: ). Dabei ist das Leitungsende offen, so dass die "Druckwelle" ausläuft. Beim Ende des Saughub ist die Leitung zum Behälter offen, auch hier läuft die "Druckwelle" aus. Millionen von Mechanikern war Problem das nie bewußt, hat aber troztdem immer funktioniert, eure Erkenntnis ist bahnbrechender wie die Entdeckung des Higgs Boson. :mrgreen: Die Hummel kann theoretisch auch nicht fliegen, aber weil sie es nicht weis, fliegt sie einfach.
 
Hallo am Alle,
Ich habe bei meinem 411 mit einem Überdruckgerät die Bremsen entlüftet
und gleichzeitig die Bremsflüssigkeit erneuert.
Das Gerät wird mit einem Schlauch an ein Ventil von einem Reifen angeschlossen, dient als Druckquelle
habe den Luftdruck auf 0,8 bar abgesenkt.
In den Vorradsbehälter ca. 0.4 l wird die Bremsflüssigkeit eingefüllt und mittes beigepackten
Anschluss auf den Behälter aufgeschraubt. Mittels einer Stellschraube kann man die Durchflussmenge einstellen.
Den vorhandenen Bremsbehälter habe ich leergesaugt und mit neuer Bermsflüssigkeit aufgelüllt.
Habe mit dem linken Hinterrad begonnen und alle Räder entlüftet. Man kann an der Farbe erkennen wenn die
neue Bremsflüssigkeit duchgespült ist, Durch die Größe des Vorradsbehälter muss man nicht nachfüllen.
Dauer des Entlüften und wechseln ca. 40 min.
Es ist eine einfache Lösung und klappt prima.
 

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Hllo Stefan
das mit der längsten Leitung ist absolut korrekt, die speichert halt die meiste Luft und das funktioniert auch seit Erfindung der hydraulischen Radbremse. Aber Schwingungen etc sind ein bisschen weit hergeholt.
 
Liebe Unimog-Freunde,

mit der längsten Leitung beim Entlüften beginnen zu müssen scheint eine weit verbreitete jedoch unbegründete Behauptung zu sein. Hier z. B. wir der umgekehrte Weg empfohlen: https://www.google.de/search?q=l%C3%A4ngste+bremsleitung+zuerst+entl%C3%BCften&client=firefox-b&dcr=0&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjjjcmGtIfWAhVGVRQKHdFVDuwQ_AUICygC&biw=1280&bih=627#imgrc=4QQQHN3GBGgptM:

Als physikalisch begründete Regel könnte ich mir allenfalls vorstellen mit dem dem Hauptbremszylinder nächst gelegenen Entlüftungsnippel zu beginnen, z. B. wenn einer am Hauptbremszylinder selbst dran ist. Anschließend mit dem höchst gelegenen, falls es so einen gibt, z. B. am Anhängerbremsventil. Und anschließend dürfte es kaum einen Unterschied geben, wie immer man die Reihenfolge der Radbremszylinder wählt.
 
Hallo
mit der längsten Leitung beim Entlüften beginnen zu müssen scheint eine weit verbreitete jedoch unbegründete Behauptung zu sein.
dass das ein Behauptung sei ist eine freie Interpretation von im Netz kursierendem Halbwissen, dass der nächste dann wiederum im Netz findet und zitiert.
Fakt ist, längste zuerst steht explizit so im WHB. Fahrzeugbremsen werden von Fahrzeugherstellern mit den Bremsherstellern gemeinsam entwickelt, ebenso Eigenschaften und Anforderungen an Bremsflüssigkeiten inklusiv den Service-Vorschriften. Den Leuten traue ich definiv mehr Kompetenz zu.
Als physikalisch begründete Regel könnte ich mir allenfalls vorstellen mit dem dem Hauptbremszylinder nächst gelegenen Entlüftungsnippel zu beginnen, z. B. wenn einer am Hauptbremszylinder selbst dran ist.
es gibt nur wenige HBZ, die mit einem Entlüfternippel versehen sind. Es gäbe auch eine Begründung dazu, die ist nicht veriviziert, deshalb lassen wir die mal außen vor.

Grundsätzlich gilt, dass Bremsen nur von dazu ausgebildeten Fachleuten instandgesetzt werden dürfen. Wenn man Fragen zu solchen komplexen Themen klären möchte, sollte man die Auskünfte bei Fachleuten wie Hersteller etc einholen und nicht irgendwelche skurilen Tips aus dem Netz. Die Landy-Leute sind da kein Leitfaden, die bauen selbst das Lenkrad auf die verkehrte Seite :lol:
Was soll mit dem Thema generell erreicht werden. Die Fahrzeug- und Bremsenhersteller kennen kein Entlüften mit Unterdruck, zumindest ist mir kein Gerät oder Arbeitsanweisung dazu bekannt. Im Gegenteil, die neuesten Geräte arbeiten mit moduliertem Druck, nirgens taucht dort ein Unterdruckgerät auf, warum wohl. Mit der Themenstellung wird nur weiteres Halbwissen produziert, das dann via Googlo vervielfältigt im Netz kursiert. Schuster bleib bei deinen Leisten. :roll:
Das ist meine persönliche Meinung. Neue Verfahren zu entwickeln, das überlasse ich Fachleuten. Zum Entlüften, besonders von simplen historischen Bremssystemen gibt es klare Vorschriften zu einfachen Verfahren. Unterdruckgeräte werden von werden von skurilen Anbietern im Netz feilgeboten, für wen :?:
 
Hallo Helmut,

bei dem Theman Bremsen sind wir allgemein der gleichen Meinung, hier handelt es sich um Sicherheitseinrichtungen an KFZ und ein Fachverstand ist unverzichtbar.

Bei der Unterdruckentlüftung möchte ich darauf hinweisen, dass Hazet als namhafter Ausstatter von Werktsätten und auch Hersteller von Sonderwekzeugen solche Systeme anbietet. Die als skuril zu bezeichen halte ich für gewagt.

Da aber fast jeder in Fernost produzieren läßt, muss man sich nicht wundern, wenn die Asiaten die Produkte übernehmen und Dank Internet im Direktverkauf mit geringer Marge anbieten. Manchmal ist auch die Qualität zu gunsten des Preises geopfert worden. Das kann man dann skuril nennen.

Gruß
Markus
 
Hallo
dass Hazet als namhafter Ausstatter von Werktsätten und auch Hersteller von Sonderwekzeugen solche Systeme anbietet. Die als skuril zu bezeichen halte ich für gewagt.
Die mögen gute Werkzeugschmiede sein. Hazet hat lauteigenen Angaben das Teil mit Stahlbus entwickelt, und weder Bremsenausrüster noch Fahrzeughersteller. Zu dem Unterdsruckentlüfter gehöhren auch andere Entlüfternippel von Stahlbus, da ist nix mit easy going, das Werkzeug ist auch für keinen Fahrzeug-Hersteller spezifiziert.
Stahlbus-Teile sind sicherlich solide Bauteile und sogar patentiert, ich finde aber nirgendwo eine ABE, Gutachten o.ä. zu Bremsenteile. Ein Mustergutachten ist sicherlich günstiger als ein Patent. Warum wird trotzdem keines mitgeliefert. Allerdings erwähnt Stahlbus besonders den "Verschlei" beim Entlüften im Rennsport, was eine ganz andere Dimension bedeutet, da dort andere Bedingungen herrschen wie im Zulassungsbereich für den öffentlichen Straßenverkehr. Es gibt zwar einen Testbericht, der ist aber von einer Zeitschrift, welche Qualifikation der "Tester" hat, wird nicht angegeben, wird also kein aaS sein.
Fassen wir mal zusammen: Ein renomierter Werkzeughersteller bietet ein Gerät an, das nur in Verbindung mit speziellen Teilen ordnungsgemäß funktioniert. Diese Teile haben eine nicht genehmigte Bauartveränderung zur Folge. Um zulassungskonform unterwegs zu sein, muss man anschließend die Originalteile wieder gegen diese Teile auswechseln. Das ist für mich alles skuril.
Vielleicht habe ich etwas übersehen, dann bitte ich um Richtigstellung oder entsprechenden Hinweis.
 
Hallo Helmut,

danke für deine Mühe. Ich meinte eher HAZET Pneumatischer Bremsen-Entlüftungs-Satz 4969-1/3 . der wird universell für Fahrzeuge angeboten ohne Spezialentlüfter, auch für ABS Anlagen.

Beschreibung von Hazet:
Bremsen-Entlüfter-Gerät zum Absaugen der Bremsflüssigkeit an den Radbremszylindern / Bremssätteln
Auch für ABS-Anlagen geeignet (Achtung: Hersteller-Angaben beachten)
Integriertes Venturi-System erzeugt mittels Druckluft ein Vakuum, mit dem das Bremssystem entlüftet wird
Inkl. Universal-Gumminippel für alle Fahrzeuge
Transparenter Bremsen-Entlüfterschlauch dient der Sichtkontrolle
Luftverbrauch 180 l/min / Arbeitsdruck 6 bis 8 bar
Inkl. Kupplungsstecker, Nennweite 7,2

Markus
 
Hallo Markus,
hallo alle,

bei dem von Dir genannten Gerät besteht aber ebenfalls das weiter oben von Christoph beschriebene Problem mit den undichten Gewinden der Entlüftungsnippel.

Die Methode von Christoph, diese mit ca vier Lagen Teflonband abzudichten halte ich für kritisch, mal abgesehen von den zulassungsrechtlichen Punkten. (Meine Meinung, wie alles was ich schreibe !)
Der Entlüftungsnippel soll ja eigentlich im geschlossenen Zustand über seine Kegelspitze abdichten. Durch die Lagen von Teflon sehe ich hier mögliche Gefahr, dass der Entlüftungsnippel nicht weit genug geschlossen werden. Auch ist nach meiner Erfahrung bei anderen Leitungen (Wasser) das Teflonband nicht für das häufig lösen und schließen gemacht.

Die von Helmut erwähnten speziellen Entlüftungsnippel halte ich beim Unimog, solange sie keine Showcars sind, für nicht sinnvoll.
Beim Mog sind die Entlüftungsnippel gut versteckt am Rad verbaut. Die genannten speziellen Entlüftungsnippel sind aber größer vor allem länger und kommen damit aus dem geschützten Bereich heraus. Damit steigt das Risiko einer Beschädigung in unwegsamen Gelände. Dies sicherlich nicht dramatisch aber eben dennoch ein bisschen.

Welche Druckdifferenz kann man mit dem System erzeugen, so aus dem Bauch bin ich der Meinung 0,5 Bar ist schon viel.

Bei einem wie auch immer geartetem Überdrucksystem benötigt man keine besonders abgedichteten Entlüftungsnippel, alles kann bleiben wie original (dass ich mal für original plädiere ist neu). Auch kann mit einem Überdrucksystem ein Überdruck von 2-3 Bar ohne Probleme aufgebaut werden. Dadurch steigt zumindest die Durchflussrate der Bremsflüssigkeit im System.

Bei beiden Systemen muss man immer darauf achten dass genügend Bremsflüssigkeit über den Vorratsbehälter nach kommt, hier unterscheiden sich die Systeme nicht. Im einfachen Fall hat man in beiden Systemen nur das einfache Volumen des Vorratsbehälters, in komfortableren Systemen gibt es eine dichte Über- oder Unterdrucktaugliche Verbindung zu einem größeren Gefäß.

Ich sehe bei der Betrachtung, dieser Systeme keinen Vorteil des Unterdrucksystems. Im Gegenteil, ich benötige auch noch einen laufenden Kompressor mit entsprechend viel Luftvolumen.

Daher habe ich mich wie bereits an anderer Stelle gezeigt für die 1-Mann Überdruckmethode entschieden.

imgscale.php
 
Hallo Jürgen,

von Teflonband an dieser Stelle halte ich auch nichts. Man will ha keine Reste davon im System haben.

Deine Methode ist sehr gut, die Ausrüstung allerdings teurer. Ich nutze meist die Unterdruckmethode als Vorstufe und dann die Mann-Frau Methode mit Pumpen am Pedal, um das System luftfrei zu bekommen.

Gruß
Markus
 
Hallo
Es ist doch letztendlich nur eine Verschlussschraube. ..... aber hier geht das dann doch zu weit.
Es ist nur im Original eine simple Ventilschraube, Verschlusschraube in keinem Falle, bei Stahlbus/HAZET handelt es sich um ein filigranes Ventil.
Vielleicht habe ich etwas übersehen, dann bitte ich um Richtigstellung oder entsprechenden Hinweis.
Sieht übrigens der Hersteller genauso und anscheinend auch der TüV, siehe hier
von einem TÜV-Zertifikat ist aber nirgendwo die Rede, wenn das vorhanden ist, ist doch alles ok, gehört aber zu jedem Ventil als Beipack.
 
Hallo Leute,
Hab mir so ein Stahlbus-Ventil bestellt, wenn es reinpasst(403 Trommelbremser) wird getestet. Wenn nicht, auch.
Grüße Norman.