Holzabfuhr

Andreas_Bucher

New member
02. Sep. 2002
757
0
16
Hallo,

zur Abwechslung mal wieder ein positiver "Arbeitsbereicht" (statt immer nur Fragen und Probleme ...):

Am letzten Wochenende (Freitag abend und Samstag) habe ich die Gelegenheit mit Schnee (na ja, schlappe 3cm ...) und Frost genutzt, endlich mal mein restliches Holz aus dem Wald zu holen - vorher kam immer was dazwischen: Keine Zeit, zu schlammig, Regen ohne ende, Mog läuft nicht (Kühler war eingefroren und geplatzt), kein Ahänger frei, etc.

Also, am Freitag nachmittag etwas früher Feierabend im Büro, Mog gepackt - lief nach ca. 1 Monat Standzeit problemlos auf's erste Mal an - kleinen 1-Achser PKW-Anhänger dran und beschlossen, daß jetzt erst mal das restliche Meterholz raus kommt, und dabei die Lage für die dicken Stämme gepeilt wird. Also los zum Wald !

Den Anhänger hab' ich dann neben dem befestigten Waldweg abgestellt und bin den Rest (ca. 300m) mit dem Mog den abschüssigen und zerfurchten Pfad reingefahren. Dort das restliche gestapelte Holz auf die Pritsche gewuchtet, damit erst mal die Bodenhaftung stimmt :-)

Dann umgedreht und alle Stücke, die zu schwer waren, mit einer Seilschlaufe als Bündel an den FL gehängt.
IM005181.jpg

(Das Foto stammt noch aus dem Herbst, als ich auch dort Holz abgefahren habe. Besser umladen ist das allemal, weil das Holz ja auf den Hänger muß)

So bin ich dann im Schrittempo wieder rausgefahren und hab' das Bündel wie es war auf den Einachser gelegt. Dann nochmal rein, und das restliche Holz wieder als Bündel vorne dran und rausgefahren.

Tja, und nun hatte ich ein Problem: Prische voll, Anhänger voll, und noch mickrige 5-6 Hölzer übrig - also was tun ? Am Weg liegenlassen wollte ich das Holz nicht, also hab' ich es einfach in der Seilschlaufe am FL hängen gelassen, noch mit einer Kette gegen das Zugmail abgespannt, den Anhänger hinten dran und auf Schleichwegen die 3km heimgetuckert :-)

Inzwischen war's dunkel, und nun ich wollte alles für Samstag vorbereiten, um die 5 großen Stämme abzufahren. Also, alles abladen, auch den Zweiachser, der immer noch mit der letzten Fuhre beladen war.
IM005187.jpg

(So beladen hatte ich den Hänger abgestellt)

Der große Anhänger ist zwar ein Kipper, dumm waren nur zwei Sachen: Das Holz war inzwischen zusammengefroren, und außerdem viel zu schwer, als daß es die Mog-Hydraulik gedrückt hätte. Also (mal wieder) mit Muskelkraft ca. 2to Holz abgeladen (gesägte Stücke, aber bis 50cm dick...). Dann noch den Hänger an die Straße vorgezogen und erst mal Feierabend (wobei die Betonung auf "Abend" liegt).

Samstag morgen dann wieder Mog und Werkzeug gepackt, noch Papa's alte Holz-Handsäge rausgekramt und mitgenommen und los geht's ... denkste: Nach 1km fahrt war mal wieder der Spritfilter zu (okay, irgendwann reinige ich den Tank und meine Kanister), aber man hat ja langsam Übung darin: Abbauen, Siff rauskratzen, Ausblasen, einbauen, 'n bischen entlüften: Läuft.

Im Wald dann den Anhänger wieder neben den Weg in die Nähe der Stämme geparkt. Die waren natürlich angefroren und lagen flach auf, aber wozu hat man den Mog: Den ersten Stamm am Ende mit dem untergeklemmten FL etwas angehoben, Kette durch, Mog umsetzen und Stamm am FL anhängen. Weil das Teil ziemlich dick und einige Meter lang ist (und ich keine Querstange für die Schaufelaufnahme habe), hab' ich ihn einfach an die Quertraverse gehängt. Die ist schön stabil, die Hubhöhe verringert sich dadurch nicht, und die Last hängt näher am Mog, also weniger Hebelarm. Etwas Bammel hatte ich dann schon, aber der Stamm ließ sich (ohne Ballast auf der Pritsche !) gut heben.

IM005183.jpg

(So sah einer der Stämme im Herbst beim rausschleppen aus)

Ich bin dann im Super-Schleichtempo ca. 10m zurück, um's Eck und wieder 20m vor bis zum Anhänger gefahren und hab' den Stamm da drauf abgelegt. Da die folgenden Stämme dicker waren, hab' ich vorsichtshalber erst mal noch alle herumliegende Holz-Reststücke eingesammelt und auf die Pritsche geworfen, so als "Not-Ballast". Dann das gleiche Spiel wieder: Stamm mit dem FL ca. 20cm am Ende anheben, Kette durch, anhängen, vorsichtig zum Anhänger rüber und aufladen. Der dritte war der dickste Brocken, ging aber gerade noch so. Uff ! Dann die Stämme nochmal mit dem FL etwas zusammengeschoben, auf dem Hänger festgemacht und die erste Fuhre heimgefahren (mehr hätte ich nicht raufladen können, die Hubhöhe incl. Anschlagkette hat nicht gereicht).

Am Holzplatz die Stämme mit einem Hebeleisen seitlich runtergerollt - fertig war die erste Fuhre, und der Mittag war verdient !

Nachmittags dann den Rest, aber jetzt wurd's dick:
IM005186.jpg

(Das war der "dicke Brocken", Eiche alt, also trocken, ca. 6m x 65cm)

Die beiden letzten Stämme waren jeweils eindeutig zu groß und schwer für den kleinen FL2 - also Kleinholz machen ist angesagt. Was tut man aber, wenn man nur eine 30er Säge hat, der Stamm aber ca. 70cm mißt ?? Dumm gelaufen ? Nein, nur etwas Phantasie ist angesagt: Die Stämme mit der Kettensäge von einer Seite her eingesägt, den Stamm dann mit Mog und FL umgedreht, von der Rückseite fertiggesägt. Tja, und die verbleibenden 3-10cm Kernstück mit der guten alten Handsäge "durchgeraspelt". Wenn man das mal wieder gemacht hat, dann bekommt man ein Gefühl dafür, was Schnittholz und Brennholz früher wert waren !

Der Rest war dann wieder etwas einfacher - für mich, denn jetzt durfte der Mog wieder arbeiten: Den einen Baum hatte ich halbiert, den anderen in 6 Stücke a 1m zerlegt. Auch hier das gleiche Spiel: Anheben mit der FL-Schwinge, Seil durch, anhängen und rauf auf den Hänger, Seil rausziehen - und fertig ist die Laube. Bis zum Abend war auch das dann geschafft, und ich konnte beruhigt heimfahren - Aktion "Holzabfuhr" abgeschlossen.

Ich war auf jeden Fall eindeutig positiv überrascht, was man mit dem 421 und dem FL2 alles bewegen kann, und daß der FL die - für meine Begriffe ziemlich großen - Stämme problemlos hebt, hätte ich nicht gedacht. Ich muß jetzt zwar die Teile nochmal bewegen, sägen und zerkleinern - nur kann ich das jetzt zuhause in aller Ruhe und Stück für Stück machen, und muß nicht im Wald die Hektik veranstalten, um schnell fertig zu werden.

So, und nun bin ich stolz, daß ich das alles geschafft habe !
Der Mog lief prima, das Material hat alles durchgehalten, das Wetter war passabel bis super, und Spaß hat es auch gemacht !

Was will man mehr ?

Andreas

PS: Die gezeigten Fotos stammen noch von der letzten Aktion im Herbst, seither konnte ich dort nicht weitermachen. Und natürlich hatte ich am Wochenende wieder kein "Hilfspersonal" zum fotografieren dabei ... Ich werd' aber versuchen, das ganze beim Umsetzen der Stämme nochmal im Bild festzuhalten.
 
Hallo

hast dir schon mal überlegt eine verladezange zu kaufen habe ich auch gemacht wegen stammholz für carport und damit werden auch dicke meter stämme aufgeladen warum plagen meine meinung ist die ist ihr geld wert

und dann habe ich noch was schönes zum brennholzfahren wenn mann nicht mit anhänger hinkommt

gruss basti
 

Anhänge

  • holzladen.JPG
    holzladen.JPG
    49,3 KB · Aufrufe: 5.258
  • holzgestell 1.JPG
    holzgestell 1.JPG
    27,5 KB · Aufrufe: 5.258
Hallo,

klar macht holz mehrfach warm ! man darf nur nicht auf die blöde idee kommen, holz im sommer zu machen ...

und spart geld - nicht nur beim heizen, nein - man spart auch jede menge geld für's fitneß-studio ;-)

außerdem ist man dabei in der natur und der frischen luft (okay, wenn der wind die abgase von mog und säge in die richtige richtung bläst) :-)

aber zur sache: ja, ich wollte mir eine verladezange kaufen ... hab's dann aber wieder gelassen. es ging ja auch so.
vielleicht beim nächsten mal, oder wenn es mich nervt.
momentan hab' ich genug holz, also ist warscheinlich mal für 1-2 jahre pause - falls ich es durchhalte. sonst hat der mog ja womöglich nicht genug zum spielen, so ohne holzmacherei.

die idee mit dem transportgestell ist gut, nur habe ich zwei probleme:
keinen HKH und keine zeit um eines zu schweißen ... aber auf jeden fall muß man das zeugs nicht auf die prische wuchten !

mfg,
Andreas
 
Bei dem Wetter sollte man(n) zu Hause bleiben:
Anhänger wegen zu schmaler Spurbreite 2-mal aufgeladen!

IMG_1644.jpg
 
Hallo Andreas,

Toller Bericht :thumbup: Klasse Fotos :thumbup: Man spürt! direkt deine Begeisterung für das arbeiten im Wald mit deinem Mog.
Der Funke deiner Begeisterung ist gerade auf mich übergesprungen, möchte am liebsten sofort los zum holzen, aber zur Zeit liegt bei uns 30 cm Schnee. In den Wald reinfahren ist MOG SEI DANK nicht so ein Problem, aaaber die Stämme liegen eben auch unter 30 cm Schnee und das halt nicht am Wegerand sondern in meist zerklüftetem Gelände.

Wurst Egal ich fahr jetzt mal da durch vieleicht ergibt sich ja was :wink:

Hezliche Grüße aus dem Allgäu
Armin
 
normal mache ich soetwas auch nicht.wir arbeiten hier nur buchenkronen auf, wo die nutzholzstämme mit schwereren maschinen gerückt wurde.
schaden haben wir mit unserem 406ér bestimmt nicht gemacht, da der boden auch noch gefroren war.

solong
 
wenn das Wetter nicht mitspielt und alles aufgeweicht ist, schauen die Wege
danach auch dementsprechend aus.
War bei nem Einsatz hier im Herbst auch nicht anders
Da waren es keine geschotterten Forstwege sondern nur kleinere Feldwege
die nach 10x drüberfahren ein besseres Feld waren - aber das Holz musste
noch raus und dann braucht sich keiner beschweren dass der Weg aussieht.

Solange man keinen Flurschaden im Bestand anrichtet wie die Harvester
und Forwarder die alle 10m eine Gasse mit 50cm tiefen Spuren anlegen
ists aber noch zu verkraften - meint unser Förster hier 8)

(die Meinung änderte sich kurzfristig nachdem er selber mitm Jeep stecken
blieb .... :wink: )
 
Hallo zusammen
Bin neu hier im Forum , treibe mich sonst bei den kollegen im Afrika-virus.de rum .
Bin stolzer Besitzer eines Kramer Deutz 150D9FA mit jetzt 204ps und noch zugedrehter pumpe . Also einen Unimog mit Blattfedern, es gibt ganze 3 Stück noch davon auf der Welt.
Aber das nur kurz zur vorstellung MEINER.

Zum Thema . Allrad LKWs brauchen doch auch Artgerechte haltung , was gibts geileres mit 80 durch den wald zu fahren un diesen ordentlich dabei umzugraben .
Ok , ist nicht die feine englische Art aber es macht fun und den hat man viel zuwenig ,wenn man zur arbeitenden Bevölkerung gehört .
MFG. Kramer
 
So jetzt mal der Reihe nach:

@ Harz406

Wenn das gefrohrener Boden auf dem Bild ist, geh ich morgen zum Optiker und nehm freiwillig 2 Dioptrien mehr.

@ Stefan
bin nicht einverstanden,mit dem was Du schreibst.
Nicht geschotterte Erdwege sind ja normalerweise hart festgefahren bei Trockenheit. Wenn die schon so aussehen, was ist dann mit den Rückegassen. Das ist ja Waldboden , der ja noch viel stärker nachgibt.

Wenn Dein Föster so arbeiten lässt, ist das sicher eine krasse Ausnahme.
Unsere Försterin (eine junge, aber konsequente Frau) ist da knallhart.
1. Tag Regen bis 25 ltr.qm akzeptiert sie noch
2. Tag: auf den Forwarder müssen bis auf weiters Boogie-Gleisketten aufgezogen werden.
3. Tag oder über 75 ltr/qm einstellung von Rücke- bzw. Forwarderarbeiten.
Harvester kann (wenns nicht grad der Hannibal ist) weiterarbeiten.

Überdies: die Gassen werden auf 20 oder 30 Meter angelebt. :lol:

Manfred
 
@ Kramer

Wenn man infiziert ist, sollte man zum Arzt gehen. Dort gibts Medikamente, die den Kopf auch wieder klarer machen.

Manfred
 
@ Kramer
Also das mit den Blattfedern muß mal näher erläutern. Sag doch bitte etwas genaueres zu Modell und Baujahr. Bltattfedern entsprechen nicht dem Unimog-Konzept.
 
hallo mannnixx,

wie freilich schlecht auf dem bild zu erkennen, war der boden nur leicht angetaut. die fahrgassen waren ca mit 5cm dicken eis bedeckt.
(siehe bilder in unimog gallerie Unimog im einsatz).!!! Brille lässt grüßen!
auch wenn sie sich wie ein angegrünter waldpapst aufführen werde ich in den wald fahren wenn der förster es mir erlaubt und das wetter es einigermaßen zulässt.
grüße aus dem verschneiten harz
 
Hallo Harz 406,
also für mannix reicht ein x, aber vielleicht wars auch nur die Aufregung

Im ersten Beitrag scheibst Du selbst " Bei dem Wetter soll man zuhause bleiben"

Im zweiten Beitrag: "der Boden war tief gefroren"

Im dritten Beitrag: "der Boden war leicht angetaut"

Tja, was nun.

Die Bilder in der Gallerie, dies unter dem Titel "Unimog im Einsatz" gar nicht gibt, zeigen nur Schlammschlacht.

Ist ungefähr so, wie wenn auf einer Straße 120 km/h Höchstgeschwindigkeit max. erlaubt sind, dann fährst Du das auch, es ist ja erlaubt. Ob Eisregen oder Wolkenbruch ist egal.

Manfred

der weder Waldpapst ist, und schon gleich mit den Grünen gar nichts am Hut hat. Sondern nur mit der Natur im Einklang leben möchte
 
hallo
also bei uns haben sie wieder viel nutzholz geschlagen rückegassen und forstwege waren total zerfahren, schlammig .

da habe ich auch wieder brennholz vom förster bekommen, mit der auflage, dass das holz bis ende märz draussen ist .also wenn es das wetter zulässt wird in den wald gefahren. die gassen sind eh schon kaputt durch das rücken der holzhauer.
UND IN DEN BESTAND WIRD EH NICHT GEFAHREN.!

gruss basti