Holzspalter von Widl

Pointmogler

New member
31. Okt. 2005
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Wörth a.d. Donau
Hallo, an alle,
ich habe mir einen Spalter der Firma Widl, Hengersberg, zugelegt.
Und zwar den Typ: HT-130/H zum direkten Betrieb durch die Unimoghydraulikanlage. Ein sehr gutes, einfach gebautes Teil.
Ich bin voll zufrieden damit, mit einer kleinen Einschränkung, und zwar stört mich der sehr langsame Rücklauf des Spaltkeils in seine Ausgangsposition. :(
In Spaltrichtung gibt es zwei Geschwindigkeiten, eine schnelle mit weniger Kraft und eine langsamere mit der ganzen Kraft von 13t. Meine Überlegung ist, wenn schon der Zylinder in eine Richtung schnell ausfährt, warum nicht auch in die andere Richtung?
Auch mit erhöhten Drehzahl des Unimogs ist fast keine Änderung zuerkennen.
Wer von Euch hat die gleiche Erfahrung gemacht und
hat eine Idee das zu Ändern.

Viele Moglergrüße
Jürgen
 
Servus Jürgen!

Bei einem Hydraulikzylinder gibt es 2 Seiten, eine mit Kolbenstange und eine Kolbenstangenlose Seite. Bei deinem Holzspalter pumpst du also das Hydraulikoil durch ein Ventil, das vermutlich einen gedrosselten und einen offenen Abgang hat, in die kolbenstangenlose Seite des Zylinders und übst somit Druck aus (Druck= Kraft/Fläche). Beim Rückwertshub allerdings ist die Fläche wegen der Kolbenstange wesentlich kleiner also brauchst du auch länger. Zudem kann es sein dass das Ventil am Spalter nicht mehr durchlässt. Mehr weiss ich auch net!

Gruss aus RLP Jo! 8)
 
Hallo Jo,
es ist sicherlich Richtig, dass die Seite mit der Kolbenstange eine kleinere Druckfläche hat, aber die Ölkammer ist auch wesentlich kleiner und somit eher vollgefüllt damit der Druck ausgeübt wird!
Ist das so, oder laufe ich einen Gedankenfehler hinterher! :?

Viele Moglergrüße
Jürgen
 
Genau Gedankenfehler...

Sicherlich ist die kleinere Kammer schneller voll und somit beim ausfahren auch schneller leer als die grosse.

Beispiel:
Du trinkst mit einer Geschwindikeit von 2 Litern die Stunde. Nun trinkst Du einmal aus einer 0,5l und einemal aus einer0.33l-Flasche. Bekanntlich haben beide den gleichen Durchmesser am Auslass. Welche Flasche ist schneller leer?

Kapiert? :lol:

Gruss Michael
 
Hallo Jürgen!
Das Hydraulikprinzip bei einen 2 stufigen Arbeitshub heisst Diferentalschaltung. Dabei wird bei der 2ten schnellen Stufe das Öl das von der Seite mit der Kolbenstange verdrängt wird, zu dem Öl von der Pumpe dazugeleitet. Dadurch fährt der Zylinder so schnell aus als hätte er nur de Durchmesser der Kolbenstange, und auch dementsprechend wenig Kraft.
Der Rücklauf hat die Geschwindigkeit: Ölmenge beim Langsamausfahren (1.Stufe) minus dem Volumen der Kolbenstange, also etwas schneller als das Ausfahren in der 1. Stufe.
Meiner Meinung nach ist ein guter zweistufiger Holzspalter mit einer relativ dicken Kolbenstange ausgerüstet, das gewährleistet einen schnellen Rücklauf und die 2. Stufe geht zwar nicht so extrem schnell, aber hat dafür doch noch einige Kraft. Das sind halt dann keine Standartzylinder, aber der Mehrpreis ist meiner Meinug nach sinnvoll investiert.
Es ist ein Problem, das mit der Literleistung des Unimogs bei so einen grossen, starken Spalter keine Rekorde aufzustellen sind.
Ich selber habe einen Eigenbau 8 t Spalter bei dem ich mit leicht erhöhtem Standgas eine akzetable Geschwindigkeit zusammenbringe( auch zweistufig).
Die beste Möglichkeit für Dich wäre eine Zapfwellenaufsteckpumpe nachzurüsten, mit einer Leistung von mindestens 70 Litern bei 540 U/Min Zapfwellendrehzahl.(oder wenn vorhanden 1000er Zapfwelle).
 
Guten Morgen, Herbylix,
dieses Prinzip der Differenzialschaltung müßte dann doch auch für das zusammenfahren des Zylinder mit dem entsprechenden Steuergerät funktionieren, oder? Welche Literleistung bringt eine Unimogpumpe, hier
ein U421, BJ69, mit 45PS?

Mit freundlichen, sonnigen Grüßen aus dem Naturpark Bayerischer Wald
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

dieses Prinzip funktioniert beim Einfahren des Zylinders nicht :!:
Es gilt: F=P*A (Kraft gleich Druck mal Fläche).
Unter der Annahme, daß der Zylinder unseres Holzspalters nur einseitig eine Kolbenstange hat, gilt außerdem: Die wirksame Kolbenfläche ist auf der Seite des Kolbens ohne Kolbenstange größer, als auf der keine Kolbenstange ist.
Daraus folgt, daß ein doppeltwirkender Zylinder selbst dann ausfahren würde, wenn an beiden Anschlüssen der gleiche Druck anliegt, da aus beiden, entgegenwirkenden Kräften eine resultierende Kraft verbleibt, die den Kolben in Ausfahrrichtung beschleunigen kann.
Deshalb besteht grundsätzlich die Möglichkeit, einen doppeltwirkenden Zylinder im Leerhub schneller auszufahren, als es die Hydraulikpumpe alleine bei einem rein einfachwirkenden Zylinder könnte.
Dazu wird einfach das Fluid, das aus der Seite mit der Kolbenstange ausströmt in die Seite ohne Kolbenstange geleitet...
Wirksame Kolbenfläche zur Ermittlung der Kraft im Eilgang ist die Fläche der Kolbenstange. Reicht sie im Eilgang nicht mehr aus, muß die Seite des Zylinders mit der Kolbenstange drucklos werden, d.h. die Verbindung beider Zylinderkammern wird unterbrochen und das Fluid aus der Kammer mit der Kolbenstange strömt zurück in den Ausgleichsbehälter.
Konsequenzen daraus:
- Soll der Zylinder schnell (und mit geringer Kraft) ausfahren, muss die Kolbenstange möglichst dünn sein.
- soll der Zylinder schnell (und mit geringer Kraft) einfahren, muss die Kolbenstange möglichst dick sein.
 
Hallo Jürgen!
Meiner Meinung nach ist ein guter zweistufiger Holzspalter mit einer relativ dicken Kolbenstange ausgerüstet, das gewährleistet einen schnellen Rücklauf und die 2. Stufe geht zwar nicht so extrem schnell, aber hat dafür doch noch einige Kraft. Das sind halt dann keine Standartzylinder, aber der Mehrpreis ist meiner Meinug nach sinnvoll investiert.
Zu der Deiner Literleistung habe ich keine Daten, ich schätze so um die 15 Liter bei halber Drehzahl.
Kann man aber leicht aus der Geschwindigkeit(Zeit zum Ausfahren) und des Kolbendurchmessers berechnen.